Newspaper of Der Deutsche Correspondent, March 22, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated March 22, 1873 Page 1
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Tie junge Dame hatte ihm zugehört, indem ihr Auge immer wärmer und inni ger zu ihm empor leuchtete, dann hatte sie plötzlich den Blick gesenkt und unterbrach ihn jetzt mit ricckiichemTon, der aber durch das sanfte Lächeln gemildert wurde, das ihre Lippen, umspielte: Und woher wissen Sie, daß ick mich in diesem Grabeshauch der Stadt nicht ganz in meinem Element fühle? Daß weiß ich, Comtesse Klara, sagte der junge Offizier lebhaft, und weil ich das weiß, möchte ich gern Ihr Führer sein und daß große Gedicht der schönen Natur mit Ihnen lesen aber nur, wenn Sie es ernstlich wollen und mich wirklich gern mitnehmen Wir machen da Pläne für den Sommer, unterbrach sie ihn abermals, und die ganze Welt spricht von Krieg, wer weiß. fuhr sie fort, und ein Schatten lagerte sich über ihre Stirn, ob nicht alle Pläne zu Was ser werden oder inFlammen aufgehen!— Mein Gott, rief Herr vonZtielow, wenn der Krieg kommt, so ist natürlich Alles anders aber das Hindertuns dock nicht, Pläne zu machen für den Fall, daß es ruhig bleibt. Also Da kommt Graf Mensdorff, sagte die junge Dame, indem sie aufstand, vielleicht wird man etwas Neues hören und meine Mama winkt mir, verzeihen Sie, wenn ich Sie verlasse, Herr von Stielow, wir werden Sie ja wohl in diesen Tagen sehen, dann werden Sie mir erzählen, ob Sie etwas über Krieg und Frieden ge hört haben und ob unsere idyllischenßeise pläne Ebancen haben oder nicht Also wollen Sie mich mitnehmen? frag te er lebhaft aber ich bitte um keine höfliche, sondern eine freundliche und auf richtige Antwort. Sie sah ihn einen Augenblick sest an und sagte dann, indem eine leichte Röthe das zarte Kolorit ihres Gesichtes erhöhte: Ja wenn Ihnen diese stille Reise pikant genug ist und Sie Wien vergessen kön nen. Und mit leichtem, elastischen Schritt schwebte sie über das Parket nach der an der Seite des Salons hinüber, wo ihre Mutter im Kreise einiger Tamen stand. Herr von Stielow sah ibr einen Augen blick betroffen nach und mischte sich dann unter die übrigen Gruppen. Graf Meusdorfs war in der Gefellschast erschienen und hatte sich zunächst eine Zeit lang in dem Kreise aufgehalten, der sich um seine Gemahlin gebildet. Die Diplomaten waren unruhig gewor den und begannen mit mehr oder weniger höflich versteckterUnaufmerksamkeit sich von den gleichgültigeiiGesprächen loszumachen, in welche sie engagirt waren. Endlich trat der Minister allein in den zweiten Salon. Man sah den Herzog von Gramont in seiner freien und leichtenHal tung ihm entgegentreten und ihn herzlich begrüßen. Die beiden Persönlichkeiten waren der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit Niemand aber näherte sich, um ihr eifri ges Gespräch zu stören, das etwa zehn Minuten dauerte. Als Graf Mensdorfs den Herzog ver ließ, stand er bei seiner Wendung dem Herrn von Werther gegenüber. Er begrüßte ihn mit vollkommenster Höflichkeit, und abermals richtete sich oie Ausmerksamkeit der spähenden Seitenblicke aus allen Theilen des Saales auf diese Gruppe. Dieselbe löste sich nach zwei Minuten. Gras Mensdorsf verließ mit tiefer Ver neigung den preußischen Gesandten und ging mit lebhasten Schritten durch den Salon aus den General von Knesebeck zu, nahm dessen Arm und führte ihn etwas abseits von den Gruppen zu einem lebhaf ten und kardialen Gespräch. Der Herzog von Gramont hatte sich wie der unter die Gesellschaft gemischt. Die Herren von Meysenbug und von Biege leben waren erschienen und wurden von den Diplomaten zweiten Ranges umgeben. Nach einer Viertelstunde fühlte man, daß eine Atmosphäre voll Eiseskälte den Baron Werther umgab, der Faden eines jeden Gesprächs, das er hier oder dort be gann, fiel nach einigen Phrasen voll Höf lichkeit zu Boden und nur mit großer Ge wandtheit konnte er den Eindruck seiner Jsolirtheit verbergen, bis die vorrückende Zeit ihm erlaubte, sich zurückzuziehen. Allmälig leerten sich die Salons des Palais am Ballplatze. Der Lieutenant von Stielow stieg die großen Treppen hinab und fand seinen Fiaker aus der bestimmten Stelle amßurg platze. Herr von Stielow gab dem Kutscher eine Adresse, stieg ein und hüllte sich in seinen weißen Mantel. Was hat sie sagen wollen mit der Be merkung über das Vergessen von Wien, jollte sie wissen? Nun, ganz Wien weiß ja, was ich thue, und ich verberge mein Leben nicht! Wenn sie es wollte, würde ich alle Thorheiten abwerfen aber will sie es? Er versank in Nachdenken. Sie wird es wollen, rief er nach einer Weile und dann wird mein Lebenslauf dem reinen Stern folgen, fort dann mit allen Irrlichtern, die aber doch sehr reizend sind! letzte er slüsternv hinzu. Der Wagen hielt vor einem großen Hause auf dem Ringe. Herr von Stielow verabschiedete den Kntscher, grüßte den Hausmeister mit be kannter Miene und stieg zweiTreppen hin auf. Auf fein Läuten öffnete eine hübsche Kammerjungjer die Glaelhüre des Vor saals. Der junge Offizier warf feinen Mantel ab und trat in einen sehr eleganten, dun kelblau möblirten Salon, vor dessen Ka min ein geschmackvoll arrangirter Theetisch von einer mächtigen Earcetlampe beleuchte! wurve. Aus einer Chaiselongue an derTeite des Kamins lag eine schlanke junge Frau in weißem Negligee. Ihr blasses Gesicht vom edelsten griechi schen Schnitt war theils von dem weichen Licht der Lampe, theils von der rothen Glut des Kamins beleuchtet, und ihre Au gen, deren tiefes Schwarz noch die Eben bolzfarbe des glänzenden, glatt gescheitel ten Haares überbot, schimmerte bald in weicher, süßer Träumerei, bald funkelte es jn scharfen, blitzenden Strahlen auf. Ihre weißen, mehr mageren als vollen Arme, von den weiten Aermeln nur halb bedeckt, ruhten in ihrem Schooße, und die schlanken Finger spielten mit einer Quaste ihres Gürtels. Die ganze Erscheinung war von wun- I derbarer Schönheit, deren dämonischerEin druck durch die wechselnden Lichtre flexe erhöht wurde, welche über das Gesicht und die ganze Gestalt hinspielten. « Bei dem Eintritt des jungen Mannes sprang sie aus und aus ihrem Auge leuch tete ein Blitz, von dem man schwer hätte sagen können, ob in seiner Glut mehr Lie be, Stolz oder Triumph flammte. So mußte Kleopatra ausgesehen haben, als Antonius zu ihr trat. Sit flog dem Offizier entgegen und schlang die Arme um ihn, während ihrßlick sich mit heißer Glut in seineAugen tauchte. Baltimore, Md., Samstag-den 22. März 1873 KommstTu endlich, mein süßer Freund? flüsterte sie, Du hast mich lange warten lassen! Auf dem Gesicht des jungen Mannes hatte bei seinem Eintritt etwas wie Kälte gelegen, und in der Bewegung, mit wel cher er seinen Arm um ihre Schulter legte, war vielleicht etwas mehr Höflichkeit als Zärtlichkeit gewesen. Fühlte dieß die junge Frau? Ihr Blick wurde noch tiefer und glühen der, ihre Arme rankten sich noch fester um den Hals des Offiziers und durch ihren schlanken Körper zitterte ein leises Beben. Ein magnetischer Strom schien von ihr auszugehen und ihren Geliebten zu durch dringen. Er sührte sie sanft zu der Chai selongue, knieete vor ihr nieder und küßte ihre linke, herabhängende Hand, während sie mit der Rechten seine Haare von der Stirn strich. Ter Stern verhüllte sich in Wolken, das Irrlicht schimmerte in sarbenleuchtenter Glut. tffortlchun» »»Igt.» Telegraphische Tepescheu. Esropäische Kabeldrricht^ London, — Der Dampfer „Celtic," welcher am 13. d. Mts. von Liver pool noch New-?)ork abfuhr, nahm als Las' jagier den PoUzci-Jnspektor Webb mi>, wel cher die Ausliescruugspapiere für den Falscher George McDonnell hat und diesen uach Eng land zurückbringen wird. London, 21."'März. Im Uutcrhaufe stellte Gathorne Hardy den Antrag, eine Adresse an die Krone zu richten, in welcher die Regierung instrnirl werden soll, von drei Re geln, die von dem Genfer Schiedsgerichte auf gestellt wurden, abzuweichen. Hart», unterstützte seinen Antrag durch eine längere Rede, in welcher er in Abrede stellte, dag er irgend einen Parteizweck im Auge habe; er wolle auch die Gerechtigkeit der Schiedsrichter nicht antasten. Foster opponirte dem Antrage, derselbe sci thatsächlich ein Tadelsvoiuin snr die Schied ? welche die drei Regeln ausstellten. Tie Regeln berührten die Ver. Staaten im glei chen Grade, als England. Keine andere Na liou sci intercssirt. Dieselbe gewahre deu Ein druck, als ob es England schmerze, daß es Schadenersatz leisten müsse. Hr. Vcrnon Harcoun sprach zu Gunsten des Antrages. Hr. Wm. Rathbonc von Li verpool war dagegen, daß die Entscheidung des Schiedsgerichtes in irgend einer Weise gc stört werde. Wenn diese Regeln aufgehoben würden, so werve England's Handel im ersten besten Kriege vernichtet werden. Das conservaiive Mitglied Gregory krili tisirte das Perfahren des Schiedsgerichtes start; dasselbe lege den Neutralen gefährliche Verpflichtungen auf. Sir Stafford Northcote war für den An trag. Der General-Anwalt Sir I. Duke Cole eiuei/solchen Antrag anzunehmen, welcher ein Tadelsvolum sur die Schiedsrichter invol vire, denen man doch erst noch kürzlich gedanlt habe. Er schloß seine Rede: „Wir müssen nns der Genfer Entscheidung unterwerfen. W>r thäten beffer, deu Mund zu hallen und das Geld zu zahlen." Disraeli freute sich, daß Aussicht auf eine Verständigung zwischen Amerika und Eng land wegeu der Regeln vorhanden; beide Re gierungen tonnten dann gemeinschaftlich die Regeln den anderen Mächten unterbreiten. Der Antrag wurde zurückgezogen. Paris, 21. März. Die Regierung hat die AuSsuhr von Kriegsmaterial uach Spa nien verboten. Madrid, 20. März. — Tenor Franzisco Salmeron wurde gestern zumPläsidentcn und die HH. Sarsal und Lopez zu Sekieläreu der Nationalversammlung erwählt. In Andalusien zeigen sich wieder zahlreiche Carlistenbanden, welche allerlei Unfug ver üben. M k d B l Paris, 2k. März.—Die Spezie-Zunah me der „Bank von Frankreich" betrug in letz ter Woche 500,0v0 Francs. London, 2k. März, kl Vorm. Con sols eröffneten zu 92!-92j für Geld u. 92j -92! für Brief. „Ameritaner" alte '6ser '67 er 93j; 10.40 er 8S; neue Fünfer Erie 521. Pari s, 2k. März, Nachm. Renten 55 Francs KZ Centimes. L i v e r p o o l, 20. März, Nachm.- Baum wolle bestäudig; Oberl. Orl. 9Z-9i, Verkauft 12,000 Ballen; Wochen-Verkäufe 82,000 Ballen; für Spekulation 6000 Blln.; Ausfuhr 8000 Ballen; amerikanische 269,000 Ballen; Vorrat!, 607,000; Zufuhr 47,000 do.; amerikan. 17,000 do.; durchschnittliche Ausfuhr 5000 Ballen. Liverpool, 2k. März, Nachm.—Baum wolle ruhig, aber beständig; Vertäute 12,000 Ballen; für Spekulation und Ausfuhr 2000 Bll.; amerik. 270.000 Balleu; Zufuhr un terwegs 270,000 Ballen. Liverpool, 21. März, Nachm.- Brod flösse beständig. Cor» 27z 6>l. Waizeuzufubr seit den letzte» 3 Tagen 5000 Scheffel; amer. 4000 do. London, 21. März, Nachm. Nasfinir tcS Petroleum 16-I6i>>. Spirltns 16z>>. Inland - TtPtschkn. AuS Washington. Washington, 21. März. In der heutigen Exetutivfitzung wurde der Fall des Collektors Casey besprochen, es kam jedoch zu keiner Abstimmung. Frau L. Van Lew wurde als Postmeisterin von Richmond wieder bestä tigt. Der Senat verwais die Nomiualion des I. M. Dünn zum Buudesmarschall von Delaware. -Hier tagt zur Zeit die zweit? Convention der „General-Billet und Passagier-Agenten- Association." Die nächste Versammlung sin det in Chicago statt. Foster, der Mörder Putnam's, hin szerichtct! Ncw-?)ork. 21. März. Foster, der Mörder Ävery D. Putnam's, wurde heute Morgen kurz nach 9 Uhr hingerichtet. Die blutige Tbat, dcr Prozeß und tue verzweiftl ten Versuche der reichen Verwandten des Mör ders, den Miffclhäler vom Galgen zu retten, sind wohl noch bei Allen in frischem Anden ken. Die Mordthat fand am 27. April 1871 statt. Ter Kaufmann Putnam besaud sich m Begleitung einiger Damen in einem Stadt bahnwagen aus dem Heimwege, als Foster, dcr betrunken war, die Damen gröblich insul tirte. Darob zurecht gewiesen folgte nachher, als Putnam den Stadtbahnwagen verließ, Foster dem Letzteren und streckte ibn mit einem furchtbaren Schlage, zu welchem er sich eines Car Hakens bediente, nieder. Putnam starb kurze Heit daraus, und Foster wurde verhaftet und am 26. Mai nach gehöriger Prozessirung zum Tode verurtheilt. Es gelang jedoch, einen neuen Prozeß für ihn zu erwirken, dcr aber mals mit einem „Schuldig" endigte. Alle möalichen Mittel wurden aufgeboten, um durch Revision des Prozesses u. s. w. Auf fchnb zu erlangen und haue man auch inso weit Eisolg, daß erst heute, beinahe zwei Jahre nach der That, dcr Hiurichtungs-Akt erfolgte. Der zur Hinrichtung dec Verbrechens be nutzte Apparat bestand aus zwei aufrecht ste henden Balken, welche eiserne Flaschenräder hatten und an welche» ein schweres Gewicht beseitigt war. Das Gewicht befand sich un gesähr 6 Fuß vom Boden, und die Absicht war, das Genick des Berurtheilten durch das plötzliche Hinaufschnellen zu brechen. Ungefähr 600 Personen hatten Einlaßkar ten zu den Tombs erhatten, um der Hinrich tung beizuwohnen, obgleich nahe an 6000 um solche nachgesucht hatten. Etwa 300 Po lizisten umgaben das Gefängniß, um Stö rungen der Ruhe zu verhindern. Zwölf Mör der sind an dem Galgen, an dem heute Fo ster hingerichtet ward, bereits in die andere Welt fpedirt worden. Schon früh 7 Uhr umstanden viele Per sonen die Geiängnißthür, um den Augenblick abzuwarten, wo Foster zum Galgen geführt werden würde, aber wohl nur Wenige hatten die entfernteste Aussicht, den Verurtheilten zu sehen. Foster selbst erwachte um 7 Uhr, nahm eine Tasse Kaffee zu sich, wies aber alle Speisen ab. Er sah bleich aus und seine Kräfte schie nen ihn schnell zu verlassen. Der Geistliche, Dr. Tyug, und der Kaplan, Dr. Schoon maker, traten kurz darauf ein und beschäftig- ten den Gefangenen bis S Uhr mit goltee dienstliien Uebungen. Um II Minuten nach 9 Uhr betraten Sche ust Breuna» und seine Gebulfen die Zelle und sühr!en Foster zum schaffole. Sein Ge sicht zeigte eine hektische Rothe. Unter dem Schaffet? angekommen, las Dr. Tqnq. affi stirt von Dr. Schoonmaler, aus dem Ritual der Episkopalkirche das Miserere, 51. Psalm vor: „3. Gott, fei mir gnädig nach Deiner Güte, und tilge meine Sünden nach Deiner großen Bcirmherzigleil. 4. Wasche mich wohl von meiner Misse that und reinige mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. k. An Dir allein habe ich gesündiget, und übel vor Dir gelhon, aus daß Du Recht be haltest in Deinen Worten, und rein bleibest, wenn Du gerichtet wirst. 7. Siehe, ich bin aus süudlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sün den empfangen. 8. Siehe, Du hast Luit zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; Du lassest mich wissen die heimliche Weisheit. 9. Enlfüudige mich mit Usop, aus daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde." Wabrend der Verlesung des Psalmen waren öieHäupter der Auwefeudcu entblößt und ti se Stille herrschte. Soda:m mehrere Gebete, darunter das Folgende: „O heiliger Jesus, der Du in Deiner unbegrenzten Güte am Kreuze die Bekehrung eines Sünders ge währtest, öffne Deine Augen der Gnade für Temen Knecht, welcher Deine Vergebung an st'ht, wenn er sich auch erst in den letzte» Stunden zu Dir gewendet hat. Erneuere in ihm, was durch den Betrug und die Bosheit des Teufels oder durch seinen sinnlichen Wil leu und seine Schwachheit in Fänlniß über gegangen ist. Sieh' mit Nachsicht auf seine Zerkuiifchnng, nimm seine Neue an, und da er seine ganze Hofsnung in Deine Gnade setzt, rechne idm nicht seine früheren Sünden an, sondern stärke ihn mit Deinem segensreichen Geiste. Um dieses bitten wir Dich durch Deine Verdienste, o Heiland und Erlöser. Amen." Zum Schlüsse sprach Dr. Thug den Se gen: „In iLotre« gnädige Hände und Schutz übergebe ich Dich. Der Herr 'ezne und be hüte Dich. Ter Herr möge sein Licht über Dich leuchten lassen und sei Tir gnädig. Der Herr lasse sein Angesicht über Tich scheinen und gebe Dir letzt und ans immer seinen Frie den. Amen." Foster stand mir gebeugtem Haupte unter dem Galgen und beschattete mit der Linken seine Augen. Dr. Schoonmaker gab Foster znletzt die Hand und sagre: „Gott segne Dich, mein Freund!" Nunmehr wurden schnell Hände und Füße gebuudcn, die Kappe über's Gesicht gezogen und präcis 9 Uhr 17 Min. der Bolzen gezo gen. Im Nu schwebte der Körper in der Lust. Ter arme Sünder rang nur einen Augenblick und kaum bemerkbar. D>e gewöhnliche Zuk kuug der Schultern blieb gänzlich aus. Die unteren Glieder zogen sich etwas lrankhast zu sammen, die Hände blieben beinahe regungs los. Nachdem der Körper 5 Minuten gehangen halte, ließ mau ihn 9 Zoll und eine Mimue Ipäicr noch einen Fuß liescr herab. Zwölf Minuten nachher hatte der Puleschlag aufge hört; Fofkr war ohne Kamps gestorben. Es wurde bei dem Schluß-Gottesdienste wahrgenommen, daß Foster schnell .zusam menbrach und kaum sähig war, ausrecht zu stehen. Die Aerzte bemcrtte» dieses, und Dr. Schoonmaler hatte gerade das letzte Wort ge splvchen, als d.r verhänguißvolle Bolzen ge zogen und der schrecklichen Scene ein Ende ge macht wurde. Man ließ den Körper noch 20 Minuten län ger hängen und legle ihn sodaun in einen Sarg, um zunächst in's TodtenhauS der T?mbs gebracht und hieraus seiner Familie ausgelieicrt zu werden. Die Beerdigung wird wohl am Montage stattfinden. 20 Minuten vor 10 Uhr verließen mehrere Gehüiss-Lcheriffs uuo einige 150 Personen, die dem Trauerspiele beigewohnt halten, lang-, jam das Gefängniß. D'raußcn aber standen Tausende, die vergeblich versucht hatten, Ein laß zu bekommen. New - S) or k, 21. März. Kurz nach, dem Fostei's Leiche in den sarg gelegt war, erschien der Küster von Dr. Zchng's Kirche in deu Tombs und ersuchte um die Erlaubniß, daß die Leiche bis spät 'Nachmittags dort bleibe, um sodann nach der Wohnung seiner Frau (die also Nicht, wie es gestern hieß, nach Europa gereist ist) gebracht zu werden. Der Sarg steht iu einem Zimmer der Tombs und kann jeden Augenblick vom Letchenbestatler abgeholc werten. (Arn anderer Bericht über die Hin richtung. New -Ä) ork, 21. März. Bis spät ge stern Abens war Foster tief in Gedanken ver wuken. Der BcrurtheUte hörte im Lause des DageS in seiner Zelle jeden Schlag, der seinen Galgen der Vollendung näher brachte. Ge stern stand Foster nicht vor 9 Uhr Morgens ans und wäre vielleicht noch länger liegen ge blieben, wenn nicht zn dieser Stunde seine Gattin und sein Bruder zu ihm gekommen lvälen. Als Frau Fvster das Galgeugerüst im Hofe, bei dem die Zimmerleute beschäftig', wcuen, passtren mußle, war sie nahe darau, in L humachl zu falleu, und ihr Schwager hiell sie nur mil Mühe ausrechl. Fo>lei frühstückte um besserem Appetit als sonst in den letzten Tagen, sah aber r.ervös und sehr nieder geschlagen aus. Der Kaplan ui Suig-Sing erichien uu Lause des Vormtttags, um Foster zu trösten, und als cr wieder sorl war, wars Foster sich aus sein Bctt, während seine Frau und sein Bruder aus Stühlen nebeu demsel ben Platz nahmen. Eine leise Uulerhaltnng wurde geführt, von der die bewachenden Sche risssgehülscn wenig hören kounleu, wogegen sie Alles, was vorging, sehen konnten. Gegen 2 Uhr Nachmittags eiichieu der Pastor Moni goiuery und bereitete den Berurtheilten auf Pell Besuch seiner Mutter vor. Bald erschien die alle Dame, Thränen in den Augen, und ttal in die Zelle lhies Sohnes. Das Gespräch der Mutter mil ihrem schmerzenskinde wurde natürlich nicht belauscht, doch fchien die Wir kung desselben aus Fester eine lröstliche und er hebende zu lein. Der Präsiden! der Eommis ston sür Wohllhäiigtens- und Befferungs- Attstalle», sowie der Scherisf erschienen uu Lause des Nachmittags im Gcsängnisse und besuchten Fotler, um Anordnungen zn treffen und nach elwaigen wünschen desselben zu sra gen. Auch Pastor Tljng erschien, um mil demVell'.nheillcn zu belen. Um 10 UhiAbcuds nahm Holter von >einer Fiau seierlich den letz len Abschied. 'Nach dicier schmerzlichen Scene hatten die Gehütjs - Scherisse Seebacher und Hanbury die peinliche PsUchl zu erfüllen, die Zelle ur.d den selbst gcuau zu im lenlichen, um zu sehen, ob er nicht etwa Mittel, um sich gelbst das Leben z.i nehmen, bei sich habe. Die leL>e Begegnung mit Frau und Mutter hatte gouer ucs elgiisfen. Er sprach wenig oder gar nicht zu den Wächtern. Als ihn uni 3 Uhr Morgens einer der Letzteren frug, ob er Niehl zu Belle gehen wolle, erwiederle cr: „Nein," und fügle hinzu: „Ist noch eine De pesche für mich da." Die Antworl lauiele verneinend. Kurz darauf legte sich Foster nie der und schlief rumg bis LUhr und naizm dann eine Taste Kaffee, während im Hofe bereu« ein das Schaffst uuniugt hatte. Um 9 Uhr kam der schenfs und bald daraus wurde Foster, mil den Häuden ans dem Rük len zusammengebunden, m den Gesängnißhos gebracht. Er war so schwach, daß der scherisf ihn stützen mußle. Der arme Sünder rrug einen schwarzen Anzug. Ein Gchülse des Scheusfs band ihm tue Bcinc zusammen und zog die schwarze Kappe über den Kops, worauf ein anderer ihm den Strick um den Hals legte. Der Scherljs selbst zog den Bolzen und im Nu schweble Foster in der Luft. Man elzähil sich, daß am Mittwoch Foster auf Ermchen sciner Frau sein Bild abnehmen ließ. Er erhi-lr zu diesem ZveckeErlaubniß, sich mit seiner Flau in ein ans die Eenlreslr. hinausbiickeudes Fenster der „Tombs" zu be geben. Er sah dort zum letzten Male die Au ßenwelt; welche Gesühle mögen ihn wohl m ! diesem Augenblicke ersüllt haben? „Das ist daö erste Mal, daß ich seit iL Jahren mein Bild nehmen ließ," bcmcrkic er zu einem der Wächler. Aus Ecsuch-n brachte ihm seine Frau die Bilder sciner vier Kinder, zwei Knaben uui> zwei Mädchen. Er behiell dieselben bis zu seinem letztcnAiigcnblicke bei sich,erklärte aber, daß die Kleinen ihu Nicht sehen, niemals die Erinnerung an die G-lter und eiserne Thüren des Gesängilisscs in ihrem Gedächtnisse bergen sollten. ° Bcmerkenswerth ist, daß GehülsS-Schery, Baird, der ihn in derMittwochNacht bewachte, ihn seit 28 Jahren kannle und cm Schul- und Spiel-Eamerad des Verurtheillen war. »jwöls Verbrecher wurden bereits an dem Galgen gcbängt, dcrFoster in dieLusl schnellte: Nathan Gordoil, 21. Febr. 1362, W. H. Hawkins, 27. Juni 1862, Beruh. Friery, 17. Aug. 1866, F. Ferris, 19. Okt. 1866, Geo. Waqner, 1. März 1867, J.O'Brien, 2. Aug. 1867, I. Rennolds, 8. April 1870, I. Real, 5. August 1870, John Thomas, 10. Angust 1871; in Brooklyn Gonzales, Pellissier iind Rodgers. Der Mord. Es war am Abende des 26. April IS7I, als Hr. Pulnanl in Begleitung der Mad. Tuvall ii. ihre Tochter in einem Stadtbahn wagen durch den Broadway nach dem oberen Stadttheile fuhr. An der 17. Straße bestieg Wm. Foster, ein den Genannten gänzlich un bekannter Mann, die Plattform des Wagens und stellte sich neben den Fuyrmann. Als der Wagen am „Gilsey-House" vorüberfuhr, wurde die Aufmerksamkeit des jungen Mäd chens aus die neue Uhr vor' dem Hotel ge lenkt und dasselbe b.gab sich nach dem vordern Theil des Wagens, um sie besser se hen zu können. Auch Mad. Duvall blickte nach Helmboldt's neuem L.'aden, als, wie Reviere vor Gericht aussagte, „Foster durch dasFenster blickte und ineine Tochter angrins'te und lächle." Hierauf »sfnete Foster mehrere Male die Borderlhüre des Wagens und warf den Damen freche Blicke zu. Hr. Putnam t'at schließlich auf und sagte zn Foster: „Ich kann es nicht erlauben, daß Sie diese Damen insultiren; sie befinden sich unter meiner Ob hut." Äurz daraus trat Foster in das Innere des Wagens, betrug sich aber so ungebührlich, daß der Condnktenr ihn auffordern mußte, sich zu setztn. Foster setzte sich neben Pulnam, „hohnlächelnd und spottend." Hr. Putnam wendete ihm mit der Bemerkung den Rücken: „Hätte ich gewußt, daß Sie betrunken waren, 10 hätte ich nicht mit Ihnen gesprochen." Fo sler erwiederte in roher Weise und drohte Hrn. Putnam, daß er ihn tödten wurde, sobald er den Wagen verlasse. Der Letztere erreichte bald die 46. Straße und als Hr. Putnam be hülslich war, den beiden Damen das AnSstei gen zu erleichtern, erhielt er plötzlich den furcht baren Stillag, der drei Tage fpäter feinem Le ben ein Ende machte. Als Foster arretirt wurde, gab er zn, den Schlag nach Putnam geführt zu haben, aber bemerkte er „der wird ihm leinen großen Schaden zuge fügt haben." Die Arretur erfolgte Morgens zwischen 2 und 3 U'ir in Foster's Wohnung. F. war zur Zeit noch völlig angekleidet und arg betrunken. Die Leiche Foster's wurde heule Abend aus den „TombS" nach der Wohnung der Wittwe an d,r Ost 24. Straße gebracht. Die Beer digung wird am Sonntag stattfinden. Nock enie Hiiirlctituug. Der Frauen Mörder Mcizclhauey in -Boston gehängt. B o st o n, 21. März. James McZlha iieq, welcher vor ungefähr sechs Monaten seine Frau crmordete, ivnrde heute Morgen im Hose der gehängt. Die Hinrich iniig fand 12 Minuten nach 11 Uhr statt, 20 Minuten fpäter war der Mann eine Leiche. Der Exekution wohnten etwa 400 Personen bei, welche ein vollständiges Schweigen be obachteten. Der Delinquent sagte 'Nichts auf dem Schassot, er wurde von zwei Geistlichen aus seinem letzten Gange begleitet, am Abrnd vorher hatte er bereits Abschied von seinen Eltern genommen und sein Testament ge macht; sein Vermögen, etwa Z6OOO, sällt sei nem einzigen Kinde zu. McElhany bestieg festen Schrittes das Schaffst nnd bewahrte die größte Ruhe und Kaltblütigkeit. Das Bcrbrechen, wurde am 17. Angust v. I. begangen und das Opfer derselben war sein eigenes Weib. Dieselbe war durch die Machinationen ihrerMntter von ihm geireniit worden ui'd an genanntem Tage, nachdem er sich Zugang in ihr Zimmer zn vcischasjcn ge wußt, erschoß er dieselbe. Gleich nach der That richtete er das Pistol gl gen seinen eige nen Kops nnd seuerte drei Schüsse daraus ab, die auch sämmtlich trafen, aber die Schäcel dccke nicht durchdrangen. Cr ergriff dann die Flucht, wuroe aber von einem Polizisten an gehalten und verhaftet. McElhaney's Leiche wurde 'Nachmittag seinen Fiennden zur Bc staltunq auSgeliesert und wurde von diesen nach Ost Cambridge gebracht. Der Beerdi gnngs-Gottcsdicnsl wird morgen Nachmittag um 2 Uhr in der Kirche des Ehrw. Wm. Rays stattfinden. McElhaney's geistlicher Rathaeber berichtct, daß die Familie seiner Fran. trotz aller Bitten sich geweigert hätte, den Vcrurlheiltca sein eigenes zweijähriges Kind sehen zu lasscn, obgleich Scheriff Clark sich selbst brieflich darum bemühte. Die Untersuchung der Affaire der ~Ene--öahn."—ErstaunUcheEnth uUungen. Bedeutende Gehalte ui»d Bestechungen» New - V) o r k, 21. März. Das Comite der staalS-Gcsetzgebuug, welches ernannt wurde, die Führung der „Etie-Bahn-Comp." vor und nach dem Staatsstreiche von 1872 zu untersuchen, begann heute Morgen seine Ar beit im „Fisth-Ävenue-Hotel." Archibald O'Doherty, der erste Zeuge, sagte aus, daß er vor dem Jahre 1872 in keinerlei Verbindung mit der „E'.ie-Bahn-Comp." gc> standen habe, daß die Direktoren, welche ab dankten, solgende Summen erhielten: Lane K 67.500, Thompson 867,500, Archer 540,- 000; Spencer K 20,000, Otts, Sekretär der Compagnie, 525,000, Crouch 850,v<?0. Das Geld, welches der Zeuge erhielt, kam von Hrn. McHenry nno nicht ans der Kasse der Com pagnie. Der Zeuge brachte sodann Photo graphie'n von den Büchern der Compagnie zum Borschein, welche die Quittungen ver schiedeuer Herren zeigten über Gelder, die sie von Gen. Sicktes erhielten. Unter diesen Onittungen war eine des BnndeSmarschaUS Sharpe über Sl2OO, welche derselbe als „Ad vvkateiigebühr" erhalten. In dieser Berbin dung sagte der Zeuge, daß später eine von Washington eingetroffen fei, welche den Marschall angewiesen have, die Bücher der Compagnie in Beschlag zn nehmen. Diese Order sei jedoch bald darauf widerrufen worden. Zeuge wußte, daß K3o,oooverauSgabt wur den, um die Widerrufung de« Classisikations- Gesetzes durchzusetzen. Der Bice-t>räsideiu ermächtigte ihn, K 30.000 an sechs Staaisse uatoren zu zahlen. Dieses Geld wurde von Wm. H. Bandcrbilt geliehen. Um 4 Uhr wurde lah Gould vernommen, er sagte, er h?be eine Consecenz mit Wm. Butler Duncaii gehabt, welcher den Borschlag gemacht habe, Nameu an die Spitze der Com pagnie zu stellen. Gould eizählte drnn aussührlich, wie das Dnellotium gekauft wurde; es seien dabei S3«i0,000 d'rausgegangei!. Gould beschrieli lodai ii o:e Scenen bei dem Wechsel der Com pagnie. Gould sagte, er habe nur die Reise kosten verschieden.r Personell bezahlt, wnst wisse er nicht, daß Gelder in der Gesetzgebung verausgabt worden seien, um die Widerrufung des fraglichen Gesetzes zu bewirken. Wieder eiu Mord »u Ätew - ?jork. Ncw - Hork, 21. März. Die Tokioren Shepard und Speicr nahmen heute Abeud eine ?v!-t-wol't(!m-Untersuchiing an der Leiche des Chas. Goodrich vor. Man sand drei Pi stolenlugeln in seinem Kopse. Die Wunden waren so, daß sie jeden Gedanken, daß hier ein Selostmord vorliege, ausschlössen. Die Thanache, daß in dem Hause ein Einbruch vcrübi wurde, läßt aus einen Raubmord schließen. Verttilscdte Depesche» auS vtew?)ork. N ew-V ork, 2!. Marz.—John Coughlan und John Gieeu, zwei 'vürschchen von tanm 17 Jahre», welche in der Sonntags Nacht Hrn. Antoldi auf der Straße anficlm und beraubten, wurden heute auf 15 Jahre iu's Zuchthaus geschickt. Der Dpsr. „Rhein" kam heule von Bre men hier an. Präsident Mead von dc: „Bull'« Head Bank" glaubt, dav die Deponenten der Bank ihr Geld erhallen werden, aber die Aktionäre werden verlieren. Die Bank hat die Deposi toren aufgefordert, ihre Bücher vo-zulegen. T'er Markt. New-?) o r k, 21. März. Geld schloß bedeutend leichter zu 7. Wechsel sehr flau zu 7Z—7!; Golo fester zu 1155-115 H. Obli gationen schlössen zwar flau, aber sehr fest; Sechser 119; '62 er II5H; Aknen schlössen fest; Cential 100?, Erie 63j, Lake-Shore 935, Jll. Central 119, Pittsburg 88, North western 80, Prioritäten 88, Rock-Island II4K. Bilanz d.S Unterschatzamtes: 837,829,575 in Gold und 518,279,012 IN Conrant. Schneesturm in Maine. R o ck 1 a n d, Maine, 21. März.—Gestern Nachmittag suchte uns abermals ein hestiger Schneesturm heim. Der Wind artete schließ lich in einen gewaltigen Nordoxtsturm ans und hielt die ganze Nacht an. Uin 3 Utir Morgens riß der Wind den Schooner „Neu-Zcaland" von seinem Anker platze uud derselbe lies nahe Cobb's Island aus den Strand. Man befürchtet, daß das Fahrzeug rn Trümmer gehen wird. SchiffS-Unglück. Bos: on, St. März.-Wahrend eines hef tigen Schneestnrmes strandete am Donnerstag Abende bei Seiluate die BnenoS-Ayres nach Boston bestimmte, mit Wolle, Häuien, Schaassfellen x. beladeneßarke „losephine." Tie Mannschaft rettete sich in die Boote. Als man das Fahring verließ, leckte dasselbe nicht, aber während der Nacht riß der Sturm die oberen Deckwerke fort. Trotzdem mag die Reitling der Ladung, wenn auch in beschä digtem Zustande, noch möglich sein. Aber zunächst ist es abzumatten, daß der Sturm nachläßt. 25» Ballen Wolle, an Larkin, Hackpole 5c Comp., consigniri, sind in Europa versi. che t. Unfälle ;»r See. Mne Barke ge strandet und sieben Personen» xx trunken. Lewes, Tel., 21. März. Die Barke „Jens Lossen," von London nach PhilaZcl pbia bestimmt, strandete geilern am Indian- Niver-Jnlet. Die Frau und Tochter deß Ca pitäns, der erste und zweite Steuermann und ;wei Matroien erkranken bei dem Versuche, zu landen. Das Fahrzeug in voll Wasser. DaS Fleisclwescbäst in Ehicago. Chicago, 21. Marz. Das hiesige „Commerciol-Bullctin" schätzt die Zahl dcr in dieser Saiion geichlachteten und verpackten Schweine aus 1,425,079, der Rinder aus 15,- 755. Chicago brachte 88,335 Faß Schweine fleisch, 14,60 l Faß anderes Fleisch und 196,- 054 Tiercen Schmalz in den Markt. X»on Louisiana. N e w-O r l e a n s. 21. März.—Ein kurzer Briet, ilnicrzeichucl „Zohn Gonv. v)n Louisiana," enlpn'hlt der Bevölkerung de« Staates TtcuerverrinaelungSvereine zu gründen. Ein Dampfer vecuiisit. New-Or l e a n ?, 21. Mäiz. Der brilische Dampfer „Mezican" von lamaica am 28. Febr. nach Vera Cruz abgegangen, ist noch nicht au seinem Bestimmnngsone au gekommen. Man glaubt immer noch, daß das Boot durch einen Nordsturm aufgehalten wurde. Die MvVocs. SanFranziSco, 21. März. Seil dem 15. März hat man leine Verbindung mit den Modocs gehabt. Gen. Gillem wird sich morgen mit einer Abtheilung Soldaten nach den Blusss begeben, um das Lager des Capl. Jack zu recoguosciien. Indiancrgreael. San FranziSco , 21. März. Am Ängnstuö Swaine nud laives 'ÜteTono'.d in'dcr 'Nähe von Wiclenburg, Arizona. Die Leichen waren schrecklich verstümmelt. Brände.—Der «Zahnhof dcr ..Eric- Bahn" in Zersch-(sit»i zerfrort - verheerendes Feuer in A!e xandrla. Va., New - ork. 21. Der Pafsa gier-Bahnhvs der „Eriebahn" steht in Flam men. Heule Mittag j l Uhr brach ui dem Fähr hause dcr „Ene-Bahn" am Fuße der Pavo nia-Avenue. Jersey-City, Feuer aus. Ein heiliger Weltwind wehte zur Zeit, und die Ver'iiche, die Flammen zu belämpj'n, erwie sen sich als erfolglos. Die Fährboou mußten ihre Fahrten ciaiiellen. Eingloßes Hölzerms Passagicr-Bahnhofsgei>ände hinter dem Fähr. Hause gerielh gleichzeitig in Brand und wurde ebenfalls zerstört. Mehrere Züge wurden glücklich aus dem Bereiche der Flammen gc errichtete Frachl-Tepoi ab, ebenso das olie Frachtdepot; Leide waren voller Waa en, be sonders besa.id sich eine große Baumwolle in dem Ersteren. Taylcr's sa lon gerielh durch Funlen aus einer Lokomo» iive ui Brand und wuide lheilweise zerstöri. Alle in der Nähe dcr Branduäue liegcuden Fahrzeuge wurdcn glücklich eiuscrnt. Die F'.uerwehr bewältigte die Flammen gegen llhr. Ter Bahnhos sür die westlichen Flachten wurde geicttet. Der Verlnil ivird aus eine halbe Million geschätzt; nämlich da? neue FrachldcpotS2o,ooo. Baumwolle tz!oo,. 000, das alle Frachtdepot L 15,000, Taback und andere Fracht «50,000, dcr Passagier- Bahnhos KIS/100. das Fährhaus «12.080. die Landungsvrücken jlO,OOO, Taylor's Sa lon 56000. Dcr Bertehr auf der „Eric- Bahu" erleioet durch diejeu Bians keine Un« lerbrcchung. Alcxandria, Va., 21. Mälz.—Gestern Abend brach hier in den Wecljiältcn cer „Orange Alexandria« Bahn - Coiup." Feuer aus, welches da« Magazin, die Klempnerei, die Modelle und eine gtvße Anzahl serliger Eisengüsse zerstörte. Der Verlust wird 520,- 000 betragen. Das Feuer lam durch Unvor siÄugleN des Nachlwächicrs welcher mit einem unverdeckieuLichle in deuOelleller ging, um Benzin abzufüllen. Ciiiciu nan, 21. März.—H. Brem man's.Tapelcnfabril wurde gestern Abend durch Feuer zerstört. Neclust «20,00«'. Von (Zhina und Japan. San Franzisco, 21. März. Ter Dpir. „Alaska" von Hong-iiong, 12. Febr. via Polohaiiia 24. ist hier eingeliossen. Im nördlichen China wird eine mahomeda nische Invasion besürchtel. Der Dalai Lama von Thibet hal dem jun gen Kaiser von China gehuldigt. Das Schiss „Serica" ichcttcrle in der Nähe von Puraceles; von der 2l> öiöpfe zählenden Bewannuug wurde nur eiu Mann gereiiel. Ein Toleran;-Ediki, welches da« Christen thum in ganz Japan duldet, ist von dem Ml kado erlassen worden; es ist beschlossen, das ganze Land den Ausländern zn öffnen. Im Lause dcr nächsten vier lame wird man in eine Weltausstellung veraii slalien. Noch einer von den Fälscller», »vel che die .Bank von England" be sciiwindelten, verhaßter. Havanna, 20. März.—Lie hiesige Po lizei, von London telegraphisch ausgesordeil, verhastete bei Anknnst des Damviers de» Au stin Byron Bidwell, alias Warren, dessen Frau und seine» Bedienien H. Nun. Bid well ist angeblich der Hanptsälscher von der Baude, welche die „Bank von England" um eine so bedeutende Summe beschwindelte. DaS von London lelegraphilie Signal-nient paßt genau aus ihn. Da Bidwell mit einem amerikanischen Passe reis'le, so begab er sich nach Franlreich nud Spanien; in Santander schisfie er sich aus einem sranz. Damvser nach Havanna ein. Der Tampser kam am Sain nag hier an, und die ganze Gesellschaft wmde sellgeuommei'. Bidwell und sein Dienel be finden sich im Gesäugiusse. die Dame ließ man im Hotel wohnen, sie wird jedoch poli zeilich überwacht. Obgleich kein Auslicse runasoeitrag mit England bestehl, so wird man die Drei doch ausliekn, wenn volle Be weise ihrer schuld beigevrachi werden können. Ein «Geheimpolizist wird von England hier erwarcei. Lokalberichte ans Washington. Washington, 21. März. «.Vechas lnng.) Borige Woche wurde ein Farbiger, Namens R. Aoung. vor Richter Snell vom Poiizngerichle gebcachr unter der Anklage, in seinem Laden an Süd-E-Slraße an einem IZ.jähngen sarbizen Mädchen Nothzucht be gongen 'zn haben. Der Fall wurde den Großgeschworenen überwiesen und-.')ouug un ter S5OO Bürgschaft sür sein Erscheinen ge stellt. Der Fall wurde vorgesleru vor den Großqeschwoienen aufgerufen, ;')oung aber ließ sich nichl blicken. Ein Bcrhaslsbes. hl ward sosorl durch Richter Carter ausgestellt, und letzte Nachi verhaftete Sergeant Pierce den Boung wieder und brachte iyu nach der Ceulral - Polizeistaiioii. Gestern Morgen wurde er dem Marschall des CriiNlualgerichlS übergeben. Hr. Heller, ein ApZlheker im nördlichen Stadllheile von Washingion, wurde vor e>. Niger Znt vom Polizeigerichte zu einer Geld strafe von SISO veruriheill, weil er einem ge wissen Hrn. Mitchell ein Glas Brannlmnn verkauft hatte. Hr. Heller appcllirle gegen dmes Erkenntniß und brachte den Fall vor das Criiiiiiialgericht. Au» dein Gewerbe-Ge setze geht hervor, daß ein jeder Apolhcker bei Lösung seines Gewerbescheines einen Eid da raus ablegen muß, daß er an Niemand Spi rituosen verkaufen wolle, außer wenn diesel den nach seinem besten Wissen sür Arzenei zwecke bestimmt seien. In diesem Falle sollie der Angeklagte den Brannlivciii an eine Per son verlaust haben, welche an den Folgen einer siüheren Trunkenheit zu leiden Halle, und deiselbe behauplelc, daß der Branntwein linier diesen Umstanden als Arzenei solgt worden wäre. Der Richter erklärte den Geichworencn, daß Heller unter seinem Ge werbescheine, wie auch jede andere Medizin, gewiß das Recht habe, Spirituosen zu ver kaufen. Er müsse indessen völlig davon über zeugt sein, daß dieselben wirklich als Arzenei miüel nolhwendig seien, in wirklichen Älank heitsiällen. Man könne unmöglich deranige Verkäufe auf eine vage Enlschuldignng hin gestatten. Die Geschworenen brachten nach kurzer Berathung einen Wahlspruch aus , „Nichlichuldig" cm. Im Jahre 179 S stellte das Schatzamt ! Untersuchung darüber an. wieviel der anstän dige Unterhalt einer Familie in Washington Nummer 7V. loste. In den lahren 1789, '9O und '9l be liefen sich die Kosten aas L25.j9.75, in den Jahren 1792-08 erhöhten sich dmelben auf 54163 66. Unter den Kostenpunkten, welche mit hiereinbegrisf-n waren, befand sich das Hallen zweier Pferde und die Gehalte für vier Dienstboten. Im Jahre 1873 beanfpnichen die Congrcßmitqliek'cr, daß 57500 jährliches (Schalt, außer Nebencinkünsteii, nothlveiidlg zu anständigem Lebensunterhalt fei. Washington und Georgetown brannte Per fönlichkeit, erHinz sich,» feiner Scheune,'» oder 6 Meilen von Tennallytown in Mary'and. Pian weiß Nichts über den Beweggrund zu dieier That. (Großes Feuer in Alcxandria.) Gestern Abend zwischen 8 und 9 Uhr brannten die Werkstäütg der „Orange und Alerandria. gänzlich nieder. Der Verlust be trägt K 20,000 und ist jetzt gerade nin fo här ter für die Stadt, weil dadurch fehr viele Ar beiter, von denen beinahe der ganze Kleinhan del Alerrindria's lebt, Bejä'äfügung gerathen sind. Tom Wright, der muihmaßüchc Mör der des polnischen Hannrers Samuel Rogerski, ward gestern im Criuiirial-'Acrichle dem Rich ler McArthnr vorgeführt. Ter Angeklagte, bekanntlich ein Farbiger, wurde um 'l l 'llhr ourch drei Bailisss und ii.ehrcce Polizisten in'S GeiichlS,immer geleitet. Der Gefangene trat zögernd ein, verneigte sich stumm vor seinem Anivallc Hrn. Henkle und setzte sich aus die 'Anklagebank, wo sich Hr. Hcnllc mit ihm nn terbiclt. Er trug grane Hosen, euien grauen Rock und ein reines weißes Hemd. Ehe der Gerichtshof eröffnet wmoe, fah er neugierig und müßig die Zuschauer an, die ihrerseits ihn mit Interesse betrachteten. Einer der Gerichtsbeamieu erkannte in ihm den Mann, der vor einigen Monaken nm einen Platz in der Jury nachgejncht habe.—Um halb 10 Uhr verengte Hr. Harrington, daß mit dem Per fahren gegen den Angellagleii vorgegangen werde. Hr. Henkle verlangte Aufschub, da er noch nicht Gelegenheit gehabt, tie Anklage schrift eingebend zu Piusen. Nach einigen weiteren Erörterungen zwischen Hrn. Henkle und Hrn. Harrington entschied RlchlerMeAr thnr, daß die Prozessirnng des Angellagten iiächsien Ptoniag ihren Ansang nehmen solle. Ter Angeklagte wurde dein Marschall in Ge> sich mit dem Gefangenen nach der Jail ans, wobei derselbe kichernd und mil großenSchnl ten vorausguiz. Viele Zuschauer folgten ihm bis zum Gefängniß nach. Unterwegs erzählte er den BailiisS, „er schwere sich den T— ! darnm, ob er gehängt werde," und als ihm die Handichcllcn angelegt wurden, jagte er: „O, die werde ich leicht herunterlriegen, und tomnie ich nnr hinaus, so sollt ihr mich 'mal laufen sehen," als er ab:r aufdieStraße hinauskam, zeigte er einige Uebciraschnng, daß so viele Menschen da waren, und meinte: „Vier geht'S Tavonlanscn Nicht!" Gestern Abend gegen l I Uhr wurde Hr'' Thomas Jacky, während er durch die 6. Ztr. ging, von einer unbekannten Peison mit ei ner fletsch >iuge niedergeschlagen. Die Po lizisten Crook niid PlcColgan sandcn ihn spa ter und brachten ihn nach seiner Wohnung an der 6., nahe I-Straße. Tie Maichiuen-Werkstatt? der „Orange AleranLria-Elsendahn-Coinpagnie" in Alc xandria geritth gestern Abend um 8 Uhr in Brand >:nd wurde gänzlich ciugeäschnt. Per lusl t20,01»>. Gestein wurde unr ein Erk-anknngSiall an den Blattern bei Ler Gesuudheiisbehörde zur Anzeige gebracht. Frank Benncr, welcher angeklagt ist, aus Fil. Tankwoiih einen Schuß abgeseuerl in haben, bandet sich noch im Gefängnisse. Sein körperlicher Zustand ist ein sehr leiden der; Fil. Dankmorth befindet sich dagegen außer aller Geiahr. Bis >etzt ist Benner noch nicht in förmlichen Anklagestand vcrsetzt worden. Auf welche TLeise (Linivairderer betrogen nnd hintergangen werden! Im September des Jahreö 1872 wurden in Liverpool nud in den umherliegenden Städ ten und Törfern Cilkularc ausgetheilt, welche angeblich von einer brasilianischen Coloniia liouS-Eompagiue erlafien ivoroen waren. In diesen Cirkularen hieß es, daß Jeder, welcher nach Süd-Amerika anszuwandern wünsche, feinen Wunsch leicht erfüllt sehe, indem die Compagnie jedem Auswanderer freie Reise und nach der Anlunst in 77» Morgen Land, ein Hau» nnd bewilli ge. Manche tränten diesen versuhrerischen Perspleämngen, uud siw'.i am 29. November fuhren 2',:! Perwuen mit demTampier „John Eldrr" vonLiveipool nach Rio de Janeiro ab. Für die Reise brauchten sie anch Nichts zn he-' zahlen, insoweit hielt die Compagnie ihre Versprechungen. Als die Auswanderer in Rio angelangt wa'.en, beachte man sie aus einen Flußdani pser und schickte sie nach dem Fort Caiinene in der Provinz St. Paulo, wo man sie einen ganzen Tag weder mit Speiie, noch mit Trank versorgte. Am nächsten Tage wurden Alle in eine schmutzige Hütte eiuguartiert, in wel cher sich wederTijch, Stuhl, noch Bett befand; Männer, Franc» n. Kiuder mußten 24 Tage in dieser elenden Hütte znbriugen. Am 20. Tage des Ausenthalts in dieser Hütte begab sich eine Delegation zu dem Aufseher, der etwa >5 Meilen von der Hütte entfernt liegenden Colonie und sragle dcuielben, warum sie nicht nach der Colouie gebracht würden. Der Auf scher, der Mallow hieß, sagte ihnen, daß er keine Arbeit für sie habe u. 'Niemanden brau che. 'Am 2i. Tage sandte man 185 der Leute nach Rio zurück, die Uebrigen wurden nach der 95 Meilen entfernten Stadt Mendez ge bracht. Bon den 185 nah Rio zurückgeschick teil Einwanderern starben 32 nnd 35 kamen vor einigen Tagen mit dem Dampfer „Mer. rimac" in New 7)ork an, die übrigen Leute sind IN Brasilien zurückgeblieben, waren aber, als jene erwähnten 35 abreis ten, säst Alle ohne Ausnahme krank. il ui-M ii ü or. „Mercantile Mntual- Marin ch erurge- Gclcll schüft von New - Ajvtk," 3l. Januar 1873. T»r oaib'icdizde Scribt dcr oom ZI. Ulncrbrcilet, ÄuSsiehendrPrä "ien am ZI. Dez. !,->> l ÄZ piuogcn '. I.sü7.MSB^ !« Bezahlt in drriclden ,>z?il: Wicdcr - L!eriia.knl!ij, u>>oZ>n>kn kt^lz,;i?i)g bar....... »4.»5 Z 5>S IS Ladunzen, Schisse, Küstenfahrzeuge, Bin nenland- u. anderen gorntcn von Bersicherun gen zn billigen Raten. Jackson, Agent, Nr. 8, Soulhstras;?. (s'lastische Schwautm- Matrayrn, Polster, .bissen u. s. w., Sp ri n g feder - B e tl e n GelmattVa Flour Mills, Mcyrr öo Ärülle, Eigenthnmer. B aq c: ?. kroxnotor. Vermischte Anzeigen. Miller (comp., Nr. West-Baltimore-, Lch- eivttlatctln'icl'.'Handicr N7d Rrchnungs - Vuchcr e. Billigt Prompt. F Wilcy Comp., die beßen und billigstcu P u ch u d Accidcli- Druck cr in der Stndl äuf der Südwest - der Valtimvre- und Grschmnckvoll. Akkurat. Jedermann, John Gegenseitige'LcbenÄ-Pernchcrungs-Geseil' schaft in Boston, Mass. »M aliachuse II i r r ?i > <t>! .ü! erta I l -Acl t i» kinrr ablvlul unviriall ar. kinerlci. o? Wall > r S. W >I l i n > l> n, Scncral.Agrn» für und dc» Distrili Die kaufmännische Ägcntur von N. G. Tun Comp., Süd-Ost-Ecke der Baltimore- n. CharleSstr., Dr. itticord» Nr. 141, West-Fcu>ktte-, unterhalb der Die nützlichste (srftndin»q der Zeit. » kIX VVILI, sollte in icdcr Familie gebraucht werden. irkrm s Burnham Comp., N r. W e st - L o m b a r d st r., Baltimore, Md. Frey, Äisalpert » 'Nr. 11, 'Noid Gaystraße, N Mvbeln, L?adei«.<> «urlch- Ladentische, tsvun ters u. s. w. Eurt Mourlu vlrrtt vom Fabrikanten nud spart Prozent l Weitere Preis-Herabsetzung! oder Haartuch, ? 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