Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 7, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 7, 1873 Page 1
Text content (automatically generated)

F. Raine, Herausgebe,. Speztai - siotize». " Baltimore Fre Insurance Dsflce, Klldiveii'Ecke von South- und WaterstraHe und Äa-lenhäuser, Hanc<lsgüter. «ckerbau-Vrodukte. Modeln, - Ä.räihlchaiten, im Bau begriisene oder im Haien in Ladung befind, llche Fahrzeuge u. I. w. Da» Dlrektoiium besteht aus so^n^Herren: L V . Daoid S. Wilson, T. R.bt. Aofiah Penninztou, «- Mo-ton Stew.rt, Francs T. »mg. B.!? N-wcomer, kiinv L riill. Orvwe Vorwitz, R- Steuart, Ä Tat>ioe, Wm. H.Brun-. . Israel Cohen. (Seorai L jarrison. «i,vl>kalivns-lsoi,i!ulc.re und weilereNachricht iidn »ik Mk>elltS -U »>rd in der Oifice, Eudwett-Ecke vor Soul»- und WaterfiraZe. ertheilt, wo auch alle Aus ?Saeiosort erleoigl werden. Versicherungen w rder aus irgend eine „riS angenommen, weiche der Appli. ?r. »oodwortl,. Eekr. N. Conrtney Kruder, Nr. 14, Nord - CharleSstraße, Champagner, Stkein-«einen van der feinsten LiualitSt» Sherry-, Port» und Madeira-Deinen, Havanna-Eigarreu aufmerksam. welche alle zwei Wochen per Dampfer empfangen und im Kleine? zu Engrosj-Preisen ver laust werden. feinen Thee auSgewäklte Srocerie «aaren für Familie. alleinige Agenten des berühmten Clubhouse r e i neuß o g g en-Wdtslev, «DezlZ-t^Mt,) Gold-und Silberwaeuev. r?«. Ein retchhaltes Lager MWM neuer Wchmneri-eb«». Elegante S i ll> erl a che n. S,ldene und filberne Tasche » «Ndervlattir«» «aaren. isch-viesserwaareii. Neue Bronze-SaSe»». >.« »u sehr billigen Preisen bei «U. E. Warner >«!nem neuer. Geschäfte, „ . ««,»».16.131 > «r. !»». W.Boltimorestrc^e. Diamanten!! * °«terlwMber-Waareu. Pateck, Philippe Comp.'S Genfer Elegantes.^ «lbervwttirtea Waaren bei C. P. Davidson K Comp. Nr. s, Nord-Liberty Ttrasie. T.r Tom - EaZ - K'.'ch - Oscn ist Gaö - Eirrichtungcn Fabrik -'brelsen. Wasser- und Ea«ieitu»«en werden eingrichtet. Eilerne Eommerd, ch <Apr>llg.l-Mie) Tr. Emilie Föking, Dentist, in Dr. S. Waler's Office, >»r 4». oa»vverstl»«e. Batilmvre. Md. «Maiti.lMii Zahnärztliches. Dr. W. H. Etheridge, Nr. 21, Süd-Broadway, macht leinen vielen deutsch-n Kunde« und dem Vubli lum bekenn'. dag er jetzt bereit ift, künitliche Zahn! der btsten Quairar. dilliaer, at- sie irgend in eei Eiadi werden tonnen, zu Utitti'. ->'tt!n> lÄich"srU»'be!cucl, und dmkerläci keine bösen Fol MUnr F.iUung ist garant.n, zu Ick lxsere die belle Arbeit billiger, aik irgend jemand der «z S. >^ti,elir<,e. l «ovlS.l2Mtell) Rr. ?l, Icnnlngs' Zayil-Tlnktur. Mne elegante, sichere und erfolg» re»che Munvwäscke, zum Reinigen, Verschönern und Erhaltung der ZZHne and des und gibt dem Äihem einen an genehmen Geruch. Zu habe» bei allen Droguinen in Allgem«tiltN und St. Hvnsvn, lenninqS, « <?o«p , Nr. Ki. Nord-Sharlesftr Deutschez zahnärztliches Lnsiimt. »rmen-Rlinil von 7 bis« llhr Morgens, in Ar. Hanorer». zwiscken tronway» «nt Barrestr. Dr. «erndard «viener (ftudirte hie. fiaer Äahnarjncisckulc) jieht vermittelst reinei Lc.chgates ohne Schmerzen aus. Künstliche Äebiftl ,?a ,u »t 2. «old,üll'.ns-n Unvollkommene uni> vollkommene Zähne. Gute ?-!hne find siir körperliche Schönheit unerläß ltch, und Niemand dars s«ch fernerhin wegen unglei cher oder faüler Zähne entschuldigen; denn das Mit tel, diese Mängel zu beseitigen, liegen in eines Heden Bereiche. Dr. Winchell, in Nr. »8», W e st schastlicher Zihnarjt weit und breit bekannt. Er ift und alle seine zahnärztlichen Opernriontn befriedigen die Patienten aus'» Beste. Die Zähne, die er anfer. tigt, zeichnen sich durch Dauerhasrigkeit, vollkomme. nes Passen, natürliches »iSsehen und allgemeine od» Comvosttions- ll!aste bittet einen wi.litigenTheil seiner Praxis. Als Zahnaiikziehen steht Lr. W iii cheli unerreicht da. SeinLersahken mit oem Pa fabrijirt täglich re ines salpetersaureS Gas. Die len Echmerzvertilger haben die gesammelt medijini uischen Fakultäten Europa'S und Amerika's sür das vollkommenste nnd wunderbarste, Empfindungslo sigkeit hervorgerufene Mittel erkliirt, das je entdeckt worden. <März7,AMtkl) 25 Prozent gespart. Unsere Kunden erhalten Ken Vortheil unserer großen Baar-Einkäufe. «artwright warner'S, Norfolk und New Unterhemden und Unterhofen, Sd Prozent billiger, als irgend em anderes GesKast in der von alle?beliebten Fabrikaten, »» Kr-i-nl billiaer, als der gewöknlicheVrei«. Ein große» Ässortimrnt von Teal «d Hartmann, «r. West-BaltimoreMr. tMatZt,l2Mt.l) »wischen South-u. Calbertyr. SL. E. Wood S 5 6omp., Gold'S patentirten automatischen ycijcrn, Platz Heizer. dllilie; sowie auch hdraulische Rammen, u. I. w,; marmorne und Schieser-Kaminsimse, Feuerhecri,- Rofte, Register u. s. w. «üchen-Utinfillen, Qafferkühier und Nlsrigeratoren; «och- ll«d Heizöfen, sowie Reparaturen aüer AU Südwest-Ecke von Baltimore- und Eutawstr. (SZ-) John G. Suman ä? Comp., «r. »z, West-Vrattstraße, LylenS' Laüey-, Suubury-uud Tuaiberland. Kohlen, Psund aus die Tonne in allen Fullen, irei von Echteler und andern Unre>n>»lei>cn. t stplti,lLM«el> Die beKe« Gtemkohlik zu ven niedrig «ohl »° der >«, zu verkm:len »ach.LhkenS' Valley-- und Cumberländ-r G. Z. TiggS. Agcnt der .Baltimorer Sohlen-» u. .llnion-Eisendahn-Simp.» «üreau! «r. », SouN>straKe. »ohleiih öse: Ecke der North-und MadisonftraZe »ad Ecke der Alice Ann und Albkmurlestraße. <Oktl4.lZMtell tkohlenzn Bnrrough ä? Comp., Maikt?g?bra»t werdend Alle, welche «lohten gevrau «le'ch zu kausen, ehe der Preis Meigt. Bureau: «Serinan-, erste ostlich von de? alvertstraie. lTeprA>,i^l) Dr. Z- E. Mcord. Sir. 141, West Fayelte-, unterhalb der Howardstrage, kann durch eine ZV lährige Erfahrung in Hospitillerv und Haut-Äeichwüre und ünelriechende Eiterungen u s. w. ichnell geheilt. Inoge ee»t«, an Körper u. Geifi durch Unbedaibtlamkeit und eine fitzenoe letoeiio Meianiho» uni? Uhr Vormittags, bis S llhr Nachmittags und 7 8 Kyr Abends. <t»-) Der deutsche Correspondent. 33. Jahrgang. Spezial - Notizen. Guggenheimer L 5 Weil, Schreibmaterialien». Drucker, Hochzeitsgescheuke! «iL» Hochzeitsgescheuke! Massive silberne Löffel, massive silberne Gabeln, massive silberne Vorleglöffel, Zucker-Löffel, Serviettenringe, Salzfässer und Gemüselöffel, DZ. F. Bisfing, 280, Wcst-Baltimorestraße, 280, l«ov7,l2Mtel) gegenüber Hanoverftr. «ÄZK "^v/Kummer, 165, Süd-Broadway, zwischen Tastern- und Canion Avenue, >,«» uud silbernen Uliren. äibte Gold- und brrwaartn. Stand-Uhren. Brillen aller Art, welche er,u billigen Preisen offerirt. Alle Waare» werden Lauterbach'S Tie „Secor"-Niihmnschinc, kürzlich introduzirt und die beste aller vor handenen, sonders sül Schn.ider eingerichtet, macht jetoch alle Arten Nährreien ; selbst fich ststliellende liadel. Man tomme und Scliäser il Reid, (Aprtltk.lJ?) Cdarlesstraße. Wichtige Nachricht! Ich habe alle Arten gcvrauchte Nähmaschinen, wie j. B. BleeS'sche, Siriger'sche, Howe'sche, Empire. vorrathig, oder neue, wenn vorgezogen, oder »»mie the dieselben zu t 2 pro Monat. lameSCarter, «r «est Daltimoreftra»«. cJan2Z,l2Mie> Die ZLHeeler-ÄLilson'sche neue Nähmaschine Nähereien vom feinsten Musselin bis zum schwersten Tuche. Die einzige Maschine, welche Hemdenmacher Veterson sc Gen.-Agenten, (DezIZ.IJI) Nr. 2'4, West-Baltimorestr. Die Wilson'sche Nähmaschine rausch, ist einsach und dauerhalt und eignet sich beson ders sur Schneider. Der Preis derselben ist von käl, bis »125. Man spreche vor und untersuche dieselbe. W. Brown, Agent, (Stov.lZ.lSl!) Nr. 4», Nord-Gaystraße. KS Alle Arten KS Nähmaschinen;nr Miethe zu !2 monatlich. Zum Berkause in Ratenzahlungen zu tö pro Monat. Baarzahier erhalten ein»n libera len Abzug. Dorsey tl Loudenslagtr, tOItZI,IJH) Nr. Siord - Sutawstrake. Für Familien-Näharbeiten schädigt wird und irgend einer der theuren Maschinen S?e lostet von »Z 5 bis ?80 und wird aus süns Jahre garanttrt. Jot,» T. Butler. General-Agent, «r. S. Rord-SliarleSSratz», lOlM.iZI) zweite Etage. Die verbesserte - Nähma schine. Die beste Maschine sür leichte und schwere Fami lien-Nähereien. Sic hat die berühmte rückftellbare Speise- und sich selbst richtende Spulschiff-Streichung und dauert länger, als jede andere Maschine. Wird unier leichtenßcdingunge» verlaust im Berkausülokale der „Floren c'e -Nähma schinen-Ge ell schalt,» tZuliLl,l2Mle?) Rr. 4i». Rord-Charle»G». Kauft keine Nähmaschine, ehe Ihr die geräuschlose, sich selbst-ölcnde Balanz. Rad - Berbes serung gesehen» die kostensreia» allen vorzüglichen Maschinen, welche in dem Ber kaulSlokale von Z. «. Wild, Nr. 7S, W.-Baltimo re-,nahe Gaystraße, gekaust werden, angebracht wird. getauscht. vermischte Anzeigen. John M. Mitter ä: Comp., Nr. 325, West-Balmnore-, Schreibmaterialien-Händler ~ u:d Billig. Prompt. John F Wilcy öc Comp.^ die besten und billigsten B u ch and Accidcnz-Aruckcr , in der Stadt Südwest - Vcke der Baltimore 'und Calvertstrafie. Geschmackvoll. Akkurat. lFebr.2o.l2Mtrl) Lrcsco-^ OeU, enkaustiiche oder Wachs- und Wasier-Nalerei elegante Nachahmung von Holzarten, Schildermalerei, wie früher. Emmart k Quarlley, Skr ?7K. West-BallimoiestraKe. k«vrii7,l2Mle') An Brauer und Wtaschinisten! Wm. E. Wood K Compagnie^ Ecke der Baltimore- und Entaw-Stiage, Baltimore, Md. Schmiede- und gußeiserne Röhren, Schmicde-u. gußeiserne ff ittinge, Vulven, Hähre, Lubrila- Tainps» und Wass-r-<v!tfter, Schottisch« Röhren - Filtcrs-Werkzeug und -Maschinen. auler»kanische Gvvernor- und <shallenqe - Pumve» Rubber-Bklilng, Dampj-Verpackung und Schlauch, patenlirte au.°eslrcckte Eichenlrder-Belting, Hoch- und Niederdruck Dampibeizunq. Maschinisttn-, Brauer- und Piumder-.Aittkel im Allgemeinen l Äprill '?Z-Avril'S '74ls 1 An Bäcker und Mocerie > llcrkäuftr! Wollt Jvr Mehl haben, gutes Brod macht, John R. Dorsey'S Pioneer-Familien-, Pioncer-tSxtra-, Teverton-Extramehl. vm Szepter und Kronen. (Fortlevuna.» Wenige Sekunden später trat derMini sterpräsivent in das Kabinet. Ein scharfer, forschender Blick seines grauen Auges richtete sich auf den König. Er schien mit dein Ausdruck, den er in den Zügen seines Herrn fand, zufrieden und mit fast heiterer Miene sprach er, in dem er einige Papiere aus seiner Uniform zog: Majestät, die Entscheidung naht! ich hoffe, die trüben Nebel werden nun ball versinken und Preußens Waffenmacht wird sich glänzend entwickeln, um der Zukunsl freie Bahn zu machen nach so langer Ein engung und Hemmung! Was bringen Sie? fragte der König ruhig. Graf Bismarck blätterte flüchtig in den Papieren. Herr von Werther, sagte er, zeigt seine Abreise von Wien an. Zugleich meldet er, daß Benedek bei der Armee ist und nicht zufrieden mit dem Zustand der selben sein soll. Das glaube ich! sagte der König. Gablenz ist ebenfalls zur Armee abge gangen. Ich bedaure, daß dieser brave General uns als Feind gegenübersteht! bemerkte der König, er hat mit uns gefochten und kann uns gefährlich werden! Kein General allein kann gefährlich sein, Majestät, ihm fehlt das Material und man wird auf seinen Rath nicht hören, sagte Graf Bismarck zuversichtlich. Zugleich aber, fuhr er fort, ward in Frankfurt gestern der Beschluß auf Mobil machung der Bundesarmee gegenPreußen gefaßt, damit istderKrieg thalsächlich erklärt und es kommt nun darauf an, daß Eure Majestät schleunigst die Maßregeln be fehlen, um die Gefahren zu beseitigen, die uns auf unserem eigenen Operationsge biet drohen. Hannover und Kurhessen müssen unschädlich gemacht werden. Wie ist der Beschluß in Frankfurt ge faßt? fragte der König, haben Han nover und Kurhessen sür Oestreich ge stimmt? Sie haben die östreichischen Motive nicht angenommen, erwiederte der Minister präsioent, aber die Mobilmachung mit be schlossen. Immer das alte Schaukel spiel! fügte er hinzu, das uns aber hoch gefährlich werden kann, wenn jene Staa ten nicht schnell unschädlich gemacht wer den. Bis jetzt haben sie nicht gerüstet, sagte der König. Nach dem Bundesbeschluß aber müssen sie rüsten, und jedenfalls können sie auch mit ihren Armeen in Friedensstärke höchst lästig werden, erwiederte Graf Bis marck, ich bitte Eure Majestät injtän-- digst, mit der größten Energie vorgehen und den sofortigen Einmarsch in Hanno ver und Kurhessen besehlen zu wollen. Der König dachte nach. Sie haben in Hannover und Kassel die angebotenen Neutralitätsverträge nicht abschließen wollen, sagte er, jetzt, nach dem die Bundesmobilmachung beschlossen ist, kann davon freilich nicht mehr die Rede sein. Aber sie haben abermals eine halbe Maßregel getroffen, die ver muthen läßt, daß sie es nicht wagen, sich ernstlich und definitiv gegen uns zu er klären. Ich will sie noch einmal positiv und klar fragen und ihnen die Möglich keit geben, auf dem gefährlichen Weg um zukehren, den sie gehen. Aber, Eure Majestät! bemerkte Graf Bismarck, es wird viel Zeit verloren gehen und unsere Zeit ist kostbar —! Seien Sie ganz ruhig, lieber Graf! er wiederte der König, es soll keine Zeit verloren gehen, die Zeit des Zweifels und der Unruhe ist vorbei, der Augenblick des Handelns ist gekommen, es gibt für mich keine Wahl und kein Besinnen mehr! Graf Bismarck athmete erleichtert auf. Aber xeur l'uecjuit cko ina eonseieuee, sagte der König, will ich noch eine letzte und ernste Mahnung an meine Herre« Lettern richten, denn, Gott weiß es, fügte er hinzu, es wird mir schwer, gegen sie vorzugehen. TieSommation, welche ihnen ein Bündniß auf Grund un serer Bundesresormvorschlägr und unter Garantie ihres Besitzes vorschlägt, ist in den Händen der Gesandten? fragte er. Zu Befehl, Majestät, erwiederte der Ministerpräsident. So geben Sie sofort die telepraphifche Ordre, diefeSommation zu übergeben und bis zum heutigen Abend eine Antwort zu verlangen. . Die Ordre soll sofort abgehen, sagte Graf Bismarck, wenn aber eine ab lehnende, oder, was wahrscheinlicher ist, eine ausweichende Antwort erfolgt? fragte er und blickte mit Spannung in das Gesicht des Königs. König Wilhelm schwieg einen Augen blick, dann richtete er seinAuge mit festem, klarem Ausdruck auf den Minister und antwortete: Dann sollen die Gesandten den Krieg erklären. Es lebe der König! rief Graf Bismarck mit lauter Stimme und eine hohe Befrie digung erleuchtete sein Gesicht. Lassen Sie dasselbe in Dresden thun, sagte der König. In Dresden? rief Graf Bismarck, glauben Eure Majestät, daß Herr von Beust Ich habe nichts mit Herrn von Beust zu thun, erwiederte der König mit Hoheit, aber ich will dem König Johann auch noch einmal die Hand bieten, ist es vergeb lich, so trifft nicht mich die Schuld dessen, was folgen wird! Dann aber, sagte Grasßismarck, möch te ich Eure Majestät bitten, die militari schenOperationen sofort zu befehlen, welche unmittelbar nöthig sein werden, sobald die Kriegserklärung erfolgt. Ich werde Moltke rufen lassen und fort das Erforderliche anordnen, sagte der König. Dars ich Eurer Majestät Aufmerksam keit auf einen Punkt in dieser Beziehung richten? sagte Graf Bismarck. Der König sah ihn fragend an. Der General von Manteuffel kommt mit feinen Truppen von Holstein, sagte Graf Bismarck. Er hat die Erlaubniß vonHan nover zum Durchzug nach Minden erhal ten. Seine Avantgarde steht vorHarburg, die aus der Elbe stationirten Schiffe sind unter seinen Besehl gestellt. Harburg ist ohne Besatzung,. — kann aber leickt von Stade aus, wohin seit Kurzem stärkere Garnison gelegt ist, besetzt werden. Es wäre, wie mir scheint, hochwichtig, —daß bei'm Beginn der Feindseligkeiten, falls die Kriegserklärung gegen Hannooer er folgt, Harburg in unfern Händen ist, denn es könnte entgegengesetzten Falles viel Zeit verloren werden. Ich glaube, es wäre sehr zweckmäßig, wenn Eure Ma jestät sofort die BesetzungHarburg's durch den General von Manteuffel befehlen wollten. Er hat das vollkommene Recht dazu, da er sich auf einem von der hannö verischen Regierung erlaubten Durchmarsch befindet. Nimmt man in Hannover die Sommation an, so marschirt er ruhig weiter, verwirft man sie, so hat erden wichtigen Punkt und die Elsenbahn in Händen. Der König hatte aufmerksam zugehört, lächelnd nickte er mit dem Kopf. Sie haben Recht! sagte er, —. es ist Baltimore, Md., Mittwoch, den 7. Mai 1873. doch gut, einen Minister zu haben, dei auch etwas Militär ist. Die Ordres sollen abgehen! Nun aber erlauben Eure sprach der Ministerpräsident, daß ich miä entferne, um eiligst die befohlenen Maß' regel zu veranlassen. Und er machte eine Bewegung, um sick zu entfernen. Was sind für Nachrichten aus Paris da? fragte der König. Graf Bismarck trat einenSchritt in das Kabinet zurück. Sein Gesicht nahm einer finstern Ausdruck an. (Fortlevung Telegraphische Tcpejchea. Esropäische Kabelberichts. Die Wiener Weltausstellung. Wien, K.Mai. —Die amerikainichen Au? steller, die Ehren Commissä-e und verschie dene abgefetzte Commissäre hielten gestern eine Versammlung, in welcher eine streng« Untersuchung der Anklagen gegen die abge letzten Commissäre verlangt wurde. Di« neuen Commissäre versprachen noch eine wei tere Versammlung abzuhalten, welcher dei amerikanische Gesandle Hr. Jay und der Ausstellung« - Direktor beiwohnen werden. Die amerikanischen Aussteller arbeiten eifrig, ihr Departement in Ordnung zu bringen. Die Bundesfrezatte „Congreß" ist mit dem zweiten amerikanischen Transportschiffe in Trieft eingetroffen. Berlin, L. Mai.—Das deutsche Parla ment hat die Prägung von Zweimarkstücken angeordnet, ungeachtet der heftigeuQpPosition des Ministers Delbrück. Genf, K. Mai. Her Bundesrath Hai eine Ordre erlassen, in welcher die Herzogin von Madrid aus der Schweiz ausgewiefer wird; gleichzeitig werden die Polizeibehörden aufgefordert, alle Karlistenagenten aus dem Lande auszuweisen. London, K. Ma?. Gestern reisten Emigranten von hier nach Canada ab. Der Earl von Zetland starb heute im Alter von 70 Jahren. London, 6. Mai. Zm Unierbause be antragte heute Abend Sir Charles Dilke ei nen Beschloß, daß es nach der Ansicht des Hauses wllnschenSwerth sei, die Ungleichheit der Vertheilung der politi'chcnGewalt in dem vereinigten Königreiche abzuändern. Der gesetzliche Einfluß großer und wichtigerSrädte werde durch kleine herunter gekommene Ge meinden, in denen einJndioidnum die sämmt lichen Constituenten in der Tasche habe, pa ralisirt. Der Redner wies aus die in der Ve rtretung existiiendenAnomalien hin und schloß mit der Erklärung, daß die Zeit des Flickens vorüber sei und dag die Heilung dieses Ge brechens nur in einer gründlichen durchgängig gen Revision liege. Hr. Anderson, das Mitglied für Glasgow, unterstützte diesen Antrag. Derselbe zeigte, daß Eng'and zu 490 anstatt zu 493 Parla mentsmitgliedern berechtigt sei, Irland dage gen nur zu 89 anstatt zu IOS, Schottland müsse statt 60, wie bisher, künftig 76 Vertre ter haben. Im Parlamente seien 8 Mitglie der, welche noch keuie 2000 Constimenten hat ten, dagegen leien 8 andere anwesend, von de> nen jeder 239,000 Stimmgeber repräsentire. Die Ncueintheilung lasse sich nicht länger aus schieben. Nach einer längeren Debatte, in welcher Dixon für den Antrag sprach, die HH. Collins, Gladstone, Blenerhasset aber dage gen, wurde derselbe mit 263 gegen 77 Stim men verworfen. Paris, K. Mai. Die Idee, demnächst die conservative Republik als die permanente Regicrungsform Frankreich's zu proklamiren, beschäftigt die Gemüther im ganzen Lande und gewinnt allenthalben Boden. Äaqonne, 6. Mai. Die Ex-Ministcr Echegaray und Markos und Gen. Caballeros de Rodas sind von Spanien hier eingetroffen. Gen. Ellis ist wieder in Navarra eingefal len und hat das Commando über die Karlisten übernommen. Paris,«;. Mai.—Das ProgrammGam betta's schlägt vor, daß die Auflösung der Nationalverjammluirg im Oktober erfolge und daß der Kriegsminister und der Minister des Innern zur Vertretung der gemäßigten Linken berufen werde. Madrid, K. Mai. Infolge der Ab nähme, die sich unter den Karlisten im Nor den des Landes sehr bemerklich macht, hat General Nouvilas beschlossen in Madrid zu bleiben und das Kriegs-Ministerium zu über nehmen. Die Bewohner der Canarischen Jnscln ha ben eine Adresse an die Regierung gerichtet, in welcher sie dieselbe ihrer Loyalität versi. chern und in Abrede stellen, daß auf der In sel derWuliich nach einer Trennung vomMnt terlande gehegt werde. Ein amerikanisches Kriegsschiff ist im Ha fen von Barcelona eingelaufen. New-Nork, S. Mai.—Eine Spezialde pesche des „Herald" von Madrid 5. melde!, daß dort sehr viele Anzeichen revolutionärer Thätigkeit vorhanden sind. Die Sladt ist voller Plackate. DaS Volk verlangt sofortige Prollamirung der Föderal - Republik, Ab schaffung der Todesstrafe, Aufhebung des Staatsraths und Trennung von Kirche und Staat. Dem Gen. ContraraS wurde von dem so deralen Comite diePräsidentschast angetragen, er lehnte jedoch ab. Die Versammlung der Föderalisten war heute eine sehr aufgeregte, es kam jedoch nicht zu Ruhestörungen. Ro m, 6. Mai. - Die Deputirteukammcr hat eine Debatte über die Bill Betr. religiöser Corporationen begonnen. N c W-V o rk, K. Mai.—Der „Herald" hat eine Spezial-Depesche von St. Petersburg, daß der Khan von Klnwa einen Gesandten an die erste russische Jnvasionsarmee am Flusse Japardew geschickt habe, welcher Auftrag hat, die Bedingungen zu acceptiren, die ihm der Oberbefehlshaber der Armee, Gen.Käufmann, stellen würde. Gen. Kaufmann hatte die Gesandtschaft noch nicht gefehep; dieselbe halte die Armee verfehlt. Der Zug nach Khiwa ist noch nicht rückgängig gemacht worden. Der Khan ist augenscheinlich disponirt, ge nügende Garantie'» für die Zukunst zu geben. Demnach läßt sich ein günstiger Ausgang der Expedition erwarten. Wie man hört, folgle der Khan britischen Rathschlägen, indem er Rußland diese Offenen machte. Er schickte gleichzeitig 20 Russen mit, welche in seiner Gefangenschaft waren und dort wie Sklaven behandelt wurden. Die Russen werden sich nicht irre machen lassen und dieselben Bedin gungen stellen, als ob sie das Land thatsäch lich erobert hätten. Athen, 6. Mai.— Sie griechische Re gierung hat beschlossen, ihre Ge andlfchafteil bei fremden Nationen abzuschaffen, nur die in Constan tinopel wird fortbestehen. TckiffS-Bcriliite Southampton, L. Mai. —Der Dam pfer „Köln" von New-lorl ist heute hier ein getroffen. Liverpool, S. Mai. Der Dampfen „City of London" ist von New-Uoik mit 547 Ballen Baumwolle angekommen. Queenstow n, iz. Mai. Der Dpfr. „Parthia" ist heute von New-lork hier ein getroffen. Queenstow n, 6. Mai. Der Dvfr „City of London" kam gestern von New-Jork hier an. Queeusiown, 6. Mai. Ein heute hier eingetroffenes Fahrzeug berichtet, daß es unter'm 23.37 Breiten- und 41. Längengrade an einem brennenden Schiffe vorüberfukr, dessen Name man nicht erkennen konnte. Das selbe war augenscheinlich ein amerikanisches und von feiner Bemannung jedenfalls schon verlassen worden. London, K. Mai, Abends.—Leinfamen- Oel 33 Pfd. 5 Sch.; Terpentine-Spintus eröffnete zu 41. Sch. und schloß zu 40 Sch. und 6 P. London, k. Mai, 5 Nachm. Consoss schloffen unverändert; Neue Fünfer 895; Ene 505. Liverpool, 6. Mai, 5 Uhr Nachm. Baumwollen-Verschiffungen von Savannah und Charleston für April u. Mai zu 8 .von den heutigen Verkäufen waren 5000 ame rikanische; in den letzten trei kamen 8000 Viertel an; amerik. 7^0.). Antwerpen, 5. Mai. Petroleum 41 FrcS. Inland - Dtpeschen. Aus Washington. W ashinglon, k. Mai. Es sind nun mehr dcin Bundesschatz von Congreßmitglie dlNi, die sich schämen, die selbstbewiUigti Salair-Nachzahlung anzunehmen, im Gau, zcn Kl 11,000.97 zuiückirstattet worden. Dem Staats-Deprrtemente ist folgend« Mittheilung aus der Türkei zugegangen - Weil iu gewissen Gegenden des ottomanischer Reiches die arabischen Pferde selten geworden sind, so hat die linkische Regierung die Aus. fuhr von Pferden aus den Paichaliken Bag dad, Syrien und Alevvo siir die nächsten sie ben Jahre, vom S. April 1873 an, verboten. Ter schlichten Erndte wegen hat jene Regie rung auch dieGeircideaussuhr aus denDislrik ten Rustschnck und Widdin auf drei Monat« vom 12. April 187? an verboten. Copt. Palrick Henry, ein Enkel des be rühmten virgiuischcn Redners, ist gestern hiei genrrben. Er diente früher in der regulären Armee, war uiuer FiUmore Visita'or von West-Point und schloß sich bei'm AuSbiuchi des Bürgerkrieges dem Süden an. Die Rcvenue-Einnahmen beliefen sich heute auf §225,090.83. Der Präsident trifft erst am Freitac Abend hier ein, rcist aber am nächsten Mon, tag schon wieder nach New-Haven, Conn., ab. Frau Canby ist in Portland, Oregon, aus Gram übcr die Ermordung ihres Man, »es schwer erkrankt, und man fürchtet für ihi Würden gestern erledigtenGesandtschasls- Posten in St. Petersburg haben sich heute be reits 3 Bewerber gemeldet, die Neger Dow ning und Lanaston und die Weißen Samp jon und Bingham. Lakes AmeS. B o st on, V. Mai. Der Achtb. Oake« Ames würde gesteriiAbend 5 UhrvomSchlagi gerührt und hat das Bewupisein verloren. Die Symptome sind höchst gefährlich. Zwei Aerzte gingen in einem Spezialzuge von hiei ab und blieben über Nacht an feinem Bette, Hr. Ames wurde schon am letzten Mitt woch unwohl, aber erst gestern Abend be gann d>e Krankheit Besorgniß zu erregen. Dr. Claike glaubt, dag in dem Falle dei I Oakes Ames mir geringe Hoffnung vorhan den sei; derselbe leidet an der Bnght'ichen Krankheit. Hr. Ames ist L 9 Jahre alt. North - East. 6. Mai, Mitternacht. Der Zustand des Hrn. Ames hat sich nickt ae bessert, die Aerzte glauben nicht, daß er bis zum Morgen leben wird. Der Krieg gegen tas Lagerbier in Massachusetts. Boston, K. Mai.—Dec Chef der Staats- Constabler - Behörde hat seine Untergebenen angewiesen, die Durchführung des neuen Prohibitiv Gesetzes, welches den Verkauf von Doppelbier und Lagerbier verbietet, zu er zwingen. Untergang eines «chsoners. Drei Personen ertrunken. Vinegard-Haoen, 6. Mai. Der Schooner „America" von St. Johns ging am 3. d. Mts. auf hoher See unter. Der Capitän, der Steuermann und ein Matrose ertranken. Selbstmord des Lieutenants Worten. Watertown, N.-ö)., 5. Mai. - Der Armee-Offizier, Lieutenant John L. Worden, der in den Madison - Barracken in Sackett'ö Harber stationirt war, beging gestern früh Selbstmord, indem er sich den Hais von ei nem Ohr bis zum andern mit einem Tran chirmesser abschnitt. Wahrscheinlich hat der vor einigen Monaten erfolgte Tod seiner Gat tin sein Gemüth verdüstert. Er war ein Sohn des Admirals Worden, desselben Wor den, der im Kampfe mit dem Rebellen Wid der „Merrimac," den ersten „Monitor" com mandirte. Furchtbare Kesselexplssion. Syracuse, 6. Mai. In der Theer- und Cementfabrik für Trottoirpflasterniig, dem Christian Hufenben gehörig, explodirte gestern Nachmittag der Dampfkessel, wodurch ein Arbeiter, Namens Marl, sofort getödtet und zwei andere, Kilian Gärtner und Jakob Edinger, schlimm verletzt wurden. Gärtner sind beide Beine gebrochen und sein Gesicht ist gräßlich verbrüht; sein Tod wird stündlich er wartet. Edinger erlitt einen Armbruch; auch er ist schlimm verbrannt. Auch zwei in einer Küferwerkstatt arbeitende Knaben, Sturdel und Silber, sind verletzt. Ein Kesselslück, 2000 Pfund schwer, ward eine Entfernung von hundert Ruthen fortgeschleudert und auf das Dach des Hauses vou Jakob Hohn. Eine in dem Hause wohnende Dame war mit ihrem Kinde genau einen Augenblick vorher zu einer Nachbarin gegangen, sonst wäre sie sicherlich erschlagen worden. Ueber die eigent liche Ursache des Berstens kann nichts ange geben werden, da der Kessel von gutem Aus sehen war. George Francis Train. N e w-I)o r k, 6. Mai.— Die Untersuchung über den Geisteszustand George Francis Train's kam heule zum Schlüsse, indem die Geschworenen erklärten, daß Train vollkom men ziirechimugSfäyig sei. Der Stastsan

walt wird jetzt die Klage wegen Publikation obscöner Schriften gegen ihn anstrengen. Der Mörder Nixon muß hängen. New -Ä) ork, K. Mai. Das Gesuch um eine Stundung des Verfahrens in dem Falle des Mörders Nixon ist von dem Richter Barrett abschlägig beschieden worden. Nixon wird am 16. d. M. hingerichtet werden, wenn der Gouverneur nicht zu leinen Gunsten ein schreitet. Der Fall des Mörders Stokes wird wahr scheinlich morgen erledigt werden. Polizeiliche (Tontrole der Wirth schaften. N e w-N or k, 6. Mai.-Der Polizei-Su pkrtnlendent hat eine Oider an bie Capitäue erlassen, in welcher dieselben angehalten wer. den, die Zahl der Scheuken ihres Distrikts u. die Namen der Eigenthümer einzuberichien, ferner zu berichten, ob die betreffenden Wirth fchaften am Sonntag uud au Wahltagen of sen gehalten werden u. ob Frauen als Schenk innen oder Aufwärterinncn fuugiren. Norwegische Kolonisten für Minnesota. New- ?) ork, K. Mai.—Eine norwegische Colonie für Minnesota, über zweihundert Personen stark, kam gestern hier an. Wie die Leute sagen, werden ihnen demnächst noch an dere Colonie'n . Die Arbeiterbewegung. New -Z) ork, 5. Mai. Die Bauunter nehmer und Zimmerer halten jetzt Conferen zen mit ihren Arbeitern, um die Differenzen über Arbeitszeit und Löhne zu schlichten. Die Arbeitgeber sind Willens H 3.50 Tagelohn siir zehn Stunden Arbeit zu zahlen; die Ge sellen veilangen jedoch diesen Lohn für acht stündige Arbeit. Eine Depesche von Providence meldet, daß noch verschiedene andere Fabriken, welche am letztxn Samstag noch in Betrieb waren, ge stern die Arbeit einstellten. Man glaubt, daß die Crisis des Ausstandes am Donnerstag oder Freitag eintreten wird. Infolge der Entlassung der Hufschmiede in den Werkstätten der „Eighi Avenue-Bahn" stellten die Arbeiter der „SixthAvennebahn" heute Nachmittag die Arbeit ein; die Plätze wurden sofort mit Leuten ausgefüllt, welche nicht zu dem Verein gehören. Die Schmiede in denWerksiätlen der„Eight Avenne-Railroad" haben feit einigen Wochen gedroht, um höherer Löhne willen, einen Aus sland in's Werk zu fetzen. Gestern Abend entließ der Superintendent derßahn alle bis herigen Arbeiter und stellte Leute an, welche zu keiner Geiellschaft gehören. Die Entlasse nen drohen, die Werkstäite zu zerstören und die Polizei ist aufgeboten worden. Vermischte Depeschen auS Stew?>ork. N e w-Z ork, 6. Mai. Auf dem Dam pfer welcher gestern von Liverpool hier eintraf, starb ein Holländer nebst seinen drei Kindern, die Mutier derselben blieb von der Familie allein übrig. Dieses ist um so auffälliger, da sonst Niemand am Bord des Dampfers gestorben ist. Gen. John Antonio Pacsz, Ex-Präsi dent der Republik Venezuela, starb hier heute Morgen im Alter von 84 Jahren. Die Mitglieder der Ami - Eisenbahn- Convention hielten hier eine geheime Sit zung. E. Riemann, der Geldcrpressung ange klagt, hatte heute ein weiteres Verhör; er sagt, er könne seine Unschuld beweisen. —lm IS, Polizei-Distrikte wurden alle Spielhöllen durch d,e Polizei geschlossen, Vice-Präsidcnt Wilson kam heute Mor gen hier an, Heute Mittag machte ihm eine Deputation der Ge sellschaft" ihre Aufwartung, um ihn zu ersu chen, unter den Auspizien der Geiellschaft eine Rede zu halten. Hr. Wilson bedauerte, daß er dem Wunsche nicht entiprcchen konnte, ver> sicherte aber die Herren, daß der Zweck ihrer Gesellschaft seine volle Billigung habe. Wi« man hört, wird Chas. Francis Adams in de> betreffenden Versammlung sprechen. wurde die Leiche dei Bischsfs Mcllvaine auf dcr „Erie - Bahn' nach Cincinnati geschickt. In dem Gebäude Nr. 513, West 52 Straße wurde eine ungesetzlich betriebene Dc stillerie in Beschlag genommen. Der Geldmarkts New - Nork, 6.Mai. —Geld leicht zu 5-7 Wcchiel ruhig, gewöhnliche Geschäfte zu 85-Z Gold fester, schloß 1175-117.5 Oblig. starl Sechser 1215, 'K2er Aktien schlösset! fester. New - ?)°rk - Central zu 102; Eri K 5, Lake-Shore Jll. Central 117 Pittsburg North-Western 80, Prioritä te» 84, Rock Island 110). Bilanz des Unterschatzamtes: Z 42,379,66( in Gold und 520.069.171 in Courant. in Skord (Zarolina. N ew-?) ork, K. Mai.—Die „Times" ho Spezialdepeschen von Raleigh, 3t.-C>, daj gestern im ganzen Staate die Muniziperlwah len stattfanden. In Raleigh siegten die Re publikaner mit einer Majontät von 300 bis 500 Stimmen, ein republikanischer Gewini von 500 Stimmen. Lnsiqnan» S Schicksal besiegelt. Trencon, N.-J., «. Mai. Das Par dongecicht veisammelte sich um 12 Uhr un! beschloß nach längerer Berathung, das To desurtheil des Italieners Lusignani, welchci bekanntlich seine Frau ermordete, nicht in le benslängliche Hast umzuwandeln; der Mör der wird infolge dessen am lö. d. Mts. ge hängt werden. Die Lotterie des TurnerbundeS. Cincinnati, 5. Mai. Her hiesig! Turnerbund hat seinen Plan, durch eine Lot> tcrie Gelder zum Bau eines Theaiers zu be schaffen, aufgeben müssen und zwar in Folg! des Verbotes von Lotterie'» durch die Le.iie. latur. Das Barreau von <slevcland un! Richter Sherman. Cleveland, Ohio, K. Mai. Gesterr hielt die „Clevelander Barreau - Association' eine Vmammlung, in welcher die in vorigei Woche eingebrachte Tadels-Resolution gegen den Bnndesdistrilts Richter Shcrman noch mal« erwogen und verworfen wurde. Dage gen ging eineßeiolution durch, welche erklärt, daß die Diensttanglichleit des Richters Shcr man durch Thatsachen und Enthüllungen sehr beeinträchtigt worden sei, die durch di< Zeugenaussagen vor dem Congreß Comite an den Tag gekommen sind, und daß das Bar reau ihm nicht mehr das Vertrauen schenken kann, das doch, wenn gehörige Gerechrigkeits pflege gehandhabt Wersen soll, nothwendiger Weise zwischen der Richterbank und dem Bar rcau bestehen mnß. Schon wieder Einer.-Ein^PensionS agcnr um zu kurz. St. Louis, 0. Mai. Die „Repnbli can" hat ausgefunden, daß in den Büchern des Peniionsagenten Major I. Lindfay ei» kleiner Rechenfehler von K 22,000 entdeckt wor den ist, nnd daß der Major diese Differenz aus seiner Tasche erseht hat. Der Fehler soll nur durch die Unfähigkeit eines Untergebenen entstanden sein. (Dennoch ist der Beamte abgesetzt morden.) Schreckliche «essel - Explosion. Chicago, 6. Mai. Heule Abend 7 Uhr zersprang in dem Schmalzverpackungs- Etablissement desH. Gchönmann im südwest lich'it Stadttheile der Kessel mit furchtbarer Gewalt und eine Scheidewand des Gebäudes stürzt: ein. Mehrere Personen wurden ge tödtel und 15 andere schwer verletzt. Die Cata<t?ophe in Dixon, Jll. Dixon, Jll., L. Mii. Die Brücke, welche vorgestern Nachmittag einstürzte, wo bei ungesähr sünszig Personen ihr Leben ver> loren, war ähnlich gebaut, wie die Elgin- Brücke, die vor einigen Jahren einbrach, als eine große Menschenmenge sich daraus befand, um einer Bootwetlfahrt zuzusehen. Die Brücke ist erst vor kaum zwei Jahren gebaut worden und wurde stets für sehr stark gebaut gehalten. Bis jetzt sind 51 Leichen ausgesun den worden. Dixon, Jll., K. Mai. Die Versuche, die gebrochenen Vogen der Brücke zu heben, erwiesen sich als früchtlos. Nur eine Leiche, die der Frau Kentner, wurde heute gefunden. FolgendePersonen werden noch vermißt: Frl. Nixon, Frank Hamilton, Alice Petersberger, Lizzie Mackay und ein Kind der FrauHendrick. Heute Morgen fand man im Flusse, zwei Meilen unterhalb der Biücke, die Leiche einer unbekannten Frau. Wie Stadt ist in gro> Ber Trauer. Heule fandeu sechs Beerdigun gen statt. Wirren in Louisiana. New-Orteans, V.Mai. Heute Mor zen gingen von hier Verstärkungen lür die „Metropolitan-Polizei" nach St. Martins, ville ab. New-Jberia, 6. Mai.— Die „Me tropolilaner" nahmen am Sonntag Mittag ohne Widerstand Besitz von St. Martinsville. An demselben Tage wurden zwei ihrer Kund lchaster in der Umgegend des Städtchens ge fährlich verwundet; einer ist seitdem gestorben. Von jener Stunde an hat es bestätig Schar mützel gegeben. Gestern fand eine Conferenz zwischen den Führern der streitenden Parteien statt. Die „Metropolitana" wünschten zu wissen, welche oon den Beamten, die sie einzusetzen gekom men waren, der Bevölkerung mißliebig seien lrnd waö dieselbe überhaupt fürWünjchc habe. Die Steuerverweigerer anworteten, die Leute seien ihnen ganz angenehm , sobald Gouo. McEnery dieselben anstelle; man verlangie so dann, daß die New-Orleanser Polizisten abzö gen und sich nicht weiter um die Angelegenhei len des Kirchspiels kümmerten. Die Frauen und Kinder sind noch nicht aus dem Städtchen weggeschickt worden. Kellogg's Richter und sein Bezirksanwalt sind nach St. Martinsville abgegangen, um dort Gerichtstag zu halten. Die organisirte Bürgermehr wird auf 200 —4OO Mann geschätzt und hat zwei Kanonen. Ein Gerücht cirkulirte heute Morgen, daß Sie Anhänger Kellogg's die Neger organisi !en. Die ganze Bevölkerung ist in Ausregung; zis jetzt blieb jedoch Alles rudig. Die Ge chäile sind größteittheils eingestellt. New - Örleans, K. Mai.—Heule Nach mittag wurde an der Statue Henry Clay's n dcr Canalstraße eine Versammlung abge zalten, um das Verfahre» dcr Bürger von St. Martinsville zu billigen. Heute Abend werden abermals 50 Mann zur Verstärkung der „Metropolitaner," nach St. Martinsville abgehen. . Die Abendzerturigen berichten, daß Kellogg edem Polizisten K 250 Bounty in Staatsan veiiungen bietet. Der Commandeur dcr Kellogg'schen Trup pen rn St. Martinsville verlangt von Kellogg gelittene Verstärkungen. New>O rl e er ns, 6. Mai, —Die Berichte !>on St. Martinsville uns den angrenzende» Kirchspielen verursachen hier große Aufregung. Man sagt, daß hier eine Bewegung imGange >st, sich dcr Srationshäuier zu bemächtigen, während die Polizei im Innern des Staates beschäftigt ist. Die politischen Verwickelun gen mehren sich. Die Steuerverweigerer behaupten, daß sie täglich an Stärke gewinnen; die Anhänger Kellogg's sagen, daß aller Widerstand ver schwindet. B r a s h e a r-C i t y , e. Mai, 10 Uhr Ab. —lm ganzen Kirchspiel herrscht die größte Aufregung und die Bevölkerung ist entichlos ien, um jede» Preis Widerstand zu leiste». Heute kamen 40 Polizisten von New-Orleane hier an; sie werden von den Bürgern scharf überwacht. Keine Ncger sind in den Straßen sichtbar. Das Städtten ist ruhig, aber Je dermann ist auf seiner Hntd, Franklirr, 6. Mai, in Uhr Abends.— Die neuesten Nachrichten von St. Martins ville deuten an," daß ein Kampf unvermeid lich ist. Derielbe kann bereits morgen mit Tagesanbruch beginnen. Ungefähr 25 Mann, beritten und gut bewaffnet, zog-n beule Abend von hier nach femHanplqnarliere der Steuer- Verweigerer in St. Martinsville ab. Es herrscht große Aufregung. New - O rl e a n s, ß. Mai, 11 U, AbdS, —Mehrere Waffenläden wurden heule Abend erbrochen und ihres Inhaltes beraubt. Es wird berichtet, daß Gen. Emory beabsichtigt, eine Compagnie Bundestruppen zum Schutze d:r ariSzujchiclcn, welche sehr in Ge fahr sein soll. New-Jberia, K. Mai, Abends 10 Uhr. Die Situation in «st.Martinsville ist un verändert. An der Postenketts warHtenle Nachmittag ein anhaltendes Gewehrseuerhor bar; die Sleuerverwe'gerer trieben die Posten der Polizei zurück. Eine kann zu jedxr SiMde begrünen. Dcr Ärieg gegen Vre Msdoc- Znd»aoer. San Franzrsco, 5. Mai. Nach richten von Zreka melden, daßCapt. Bernard vom 1. Cavallirie-Regiment beordet worden »st. sich mit seinen Leuten nach Camp Bid- well zu begeben, um das Commando jenei Militärposieiis zu übernehmen. Lieut. Win lcrs vom 1. Cavalleric-Regiment, welcher jetz im Camp Bidwell sialiomrt ni, hat sich >r Arizona gegen die Apachen sehr bewährt unt wird fcrner mit seinen Leuten gegen die Mo> docs verwendet werden. L. S. Dyer, der Jndianerageut der Kla maths in Oregon, hat die Militärbehörden um eine imlilärijche Wache zum Schutze der Personen und Effekten seiner Agentur ersucht. Ob er eine Erhebung der Klamaths, oder ei. neu Streifzua der Modocs befürchtet, wird nicht berichtet. Die Ansiedler amGoose-Sce, im Surprife- Valley und in John Day-Valley siud in groger Aufregung: man befürchtet dori die Feindseligkeiten mehrerer Stämme der Pi Uies. Der Posteii-Commaiideiir von Camp Bid well hält i-nenPosten für unsicher, da er nicht vertheidigt werden kann. Mordvrozeß li» <Lauada. Walkerton, Ont., ü. Mai. James Johnson, James Best, Arthur Bell, John Hieir und Edward Bohnster sind hier wegen Ermordung des George Price in Bruce ain 17. März prozessirt worden. Johnson wurde des Mordes im elfte» Grade schuldig erklärt und verurtheilt, am 3. Juli gehängt zu wer den. Die Uebrigen wurden des Todtjchlaqes schuldig befunden und zu einigen Jahren Ge fänguißhaft verurtheilt. Unfälle zur B ost on, t>. Mai. Das von Calcutta nach Boston bestimmte Schiff „Tennyson" von Newport ist ans hoher See uuicrgcgan gen; sein Cargo war 532ö,0(!0 werth. N ew. Orlea n s, C.Mai. - Während des gestern wüihende» furchtbaren GcwittcrsturmS wurde der Schooner „Gerlruoe Howe" vom Blitz getroffen; ein Mann wurde auf der Stelle getödtet und ein ankcrerfch ver verlebt. Brände. Trentoli, La., K. Mai. Heute Mor gen 2 Uhr brach in Moore's Apotheke Feuer aus, welches sehr rafch nach allen Seiten um sich griff und den ganzen Geschäftstheil der Stadt mit Ausnahme der Etablissements van S. Hirsch und Pacard 6- Spiro in Asche legte. Gesammivetlust KZUtt.vvy. VersicherungSlüt»,- VW. Die Veriuüe liessen größtentheilS Orleaiiser Versicherungsgeicllichaften. TelegraohiicheS Allerlei. —ln RiHinond, Va., starb geilern nach längerer Krankheit Prof. McGnncy, der Per jasfer der beiarnuen VolkSfchnlbücher. —ln Sau Frauzisco bckanuie sich der Knabe John Sampson des Todtschlags schul dig und wurde zu einem Tage Zuchthaushaft verurtheilt. Aus dem Zuchthame in Trenton, N.-J., nilsprang vorzestern der Verbrecher William Quaid, Wilfced FittS, der mörderische Nacht wandler in Estex, N.-H., hatte gestern ein Vorverhör und wurde gegen Bürgschaft in Freiheit gef.'tzt. Tie Gesetzgebung von Ohio hat sich ge stern sin«.' äit,' vertagt. I» der Gesetzgebung von Albany isi eine Lokal-Prohibitions - Bill angenommen wor den, welche Bier und Apfelwein nicht aus. nimmt. Bei Catafauqna.Pa., wurde geilern der Arbeiter Wm. Wahan von einem Bahnzuge überfahren und geiöolet. Der Verunglückte hinterlägt eine zahlreiche Familie. Präsident Graut machte gestern in Be gleitung des Gen. Sheridan und verschiedener radikaler Politiker aus Chicago eine Spazier fahrt auf deinGeueva-Lake. In Lilile-Rock, Arl., wurde gestern die „Arkanfak-Jnsurance-Comp." bankerott er klärt. Lokalberichte aus Washington» Mai.—ln der gestri gen Direktoren-Versammlung des „Washing toner Schützen-Vereins" wurden solgendeHer ren als Mitglieder aufgenommen: S. Beu ziugcr, Jno. D. Giveii, Wilh. Falk, M. F. Laske, I. L. Joyce, R. T. Dodson, Geo. Tatsepaugh, Chas. Williams, I. I. saxley, Dr. C. E. Prentiß, I. Nusbaum, H. Heit müller, John B. ülicCm), Wilh. Schmal, C. H. Cordes, W. Krämer, Carl Margrafs, B. D. Fabyan, Conrad Schäfer, Geo. Montag, M. D. Frank, Venj. Katzemlein, I. J.CHap man, A. St. Braun, Guü. Laudsberg, G. Morss, H. Phil'ppi, B. Holländer, E. C. Jngersoll. Gestern Abend wurde von den Doktoren Lincoln und Beach am.Kopfe des am letzten Donnerstage von Einbrechern niedergeschlage nen Hrn. T ucker eine Operation vorgenom men und mehrere Knochenfplittcr entfernt, »liach den letzten Berichten befindet sich der U nglückliche iu einem hossnungslofeii Zustande. Heute wurden neun neue Erkrankungen in den Blattern bei der Saniiäls-Behörde zur Anzeige gebracht. Während gestern Nachmittag um 4 Übr mehrere Arbeiter beschäftigt waren, ein Ziegel steinhans an der A-Straße niederzureißen, stürzte Plötzlich eine Maner ei», wodurch zwei iNaiincr, Namens I. T. Durney und I. Mc- Donnell, schwer, und ein Anderer, Namens Z. Müllen, leicht verletzt wurde. Hr. Friedrich Eckhardt von Washington uhr am Sonnabende mit dem Dampfer .Mosel," Capt. Erust, von New-Hork nach Bremen ab. Polizist Rodrick brachte gestern Abend zegen 11 Uhr eine» Mann, Namens James Lurley, nach dem Hauptquartier der Polizei. Derselbe hatte eine schlimme Wunde am Hand zelenk, die er bei einer Keilerei in der Keller lLirthjchaft, Ecke Louisiana-Avc- u. 7. Str., rhalten hatte. Charles Dea», welcher am Sonntag Nachmittag mit eiuem Ruder den tinaben William Laccy ans den Kopf fchlug, wurde zesteru Nachmiiiag verhaftet. Dean gab zu, dag er den Schlag geführt habe, er sei jedoch >azn gezwungen geweien, indem Lacey ihn mit einem Pistole zu erichieße» gedroht hatte. Lean wurde dem Gesänguisse überwiesen, um >aS Resultat der Verletzungen des uuMckli t>en Knaben abzuwarten. Ob Lacey mit. >em Leben davonlommen wird, ist höchst un wahrscheinlich. Heule Morgen wurde ein in eiuem der Keg elUngs-DcpartementS angestellter Clerk, liamens Studley, nach dem Polizeigerichie zebracht, da er angeblich seine Frau Mary Studley und ebenso eine gewisse Mary L. in betrunkenem Zustande mißhandelt rud schwer verletzt hatte. Er wurde dem Ge ängnisse überwiesen, um die Veiletznngen, welche seine Frau erhielt, abzuwarten. Die letztere'oll so schwer verwundet fein, daß man iir ihr Leben sürchtct. Ein dentfcherßxicflräger, Namens Ful< !er, suchte sich am Sonntag um's Lebe» zu zringen, indem er Laudanum zu sich nahm. Seire Frau hatte jedoch die That bemcrlt und rief Dr. Harris herbei, welcher sofort die geeig. aeten Mittel anwandte, welche ihre Wirkung inch nicht verfehlten. Dies ist bereits dgs »ritte Mal, daß Füller feinem Leben eii;lnd? zu machen fuchre. Europäische Berichte (Noch ein Bierkrawall ) Dem Frank furter Bierkrawall ist ein solcher in Mann heim am 16. April vorangegangen. Es wiro darüber vou dort uulerm 17. April berichtet: Hestern Abend hat hier wegen Erhöhung der Licrpreise ein großer Tumult staitgefundkn, in welchem sich Tausende von Prionen heiligten. Mehrere Brauereien sind zerstört worden. Das Militär mußte einfchreilen u. nahm zahlreiche Vixhaftunc.cn vor, Die Auswanderung aus Württemberg liach den Ver. Slqaten ist ganz in's Siockea zeraiheu, und zwar aus einem einfachen Hrunoe. In Folge der neue» Militacem -ichtung erließ nämlich der Munster desJnne- eine Verordnung, wonach knne männ liche Person in den Ältersjahren 17—25 aus wandern darf in nicht zum deut'chen Reiche gehörige Länder. Das hält natürlich ganze Familien zurück von Amerika. (Bettler »> Paris.) In seinen Studien überParis, welche Maxime duCamp in der„Re ,vue des deuv Mondes" veröffentlicht, kommt :'r auch aus das Bollelwesen zu fprechen. Wir entnehmen der Schilderung desselben folgende bezeichende Züge: Von allen BcMcrn stehen die Blinden uii besten Geruch. Der Pariser schaut mit einer Ärt Reipelt zu diese» L'M beraubten anf; denn nachdem Volksglauben gilt die Mehrzahl der bettelnden Blinden für Millionäre. Da war einer, der jeden Tag an der Ecke der Siraßen LouiS le-Graud u»i> Lq Paix aufgepflanzt stand. Leute, di: ihn kanntei', behaupteten, er habe seiner an «inen Notar verhciralheten Tychter Franc« Mitgift gegeben, und AbendS bade man ihn oft iu einer Loge der Großen Oper bemerkt, wohin er sich in seine» Wagen begab. Gewig ist, daß die Blinde» dieSchooßkinder des mild thätigen Publikums sind. Ja, sie sind foaqr ein von jungen hcirathfähige» fchr gesuchter Artikel, da sie bei ihnen einer seits ein forgeusreies Leben, andererfeits keine lästige Wcrwachlutg zu gewärtigen haben. Nummer 109. „„Eines Tages,"" erzähl! Maxime du Camp als ich über den Pont des Ans ging, sah ick eine Frau, welche einem dieser Blinden das Miltagsessen brachte. Sie gab ihm eine ble cherne Schirsscl in die Hand, welche er gierig ausatz. Dann beschnüffelte er sie und sagte: „Was ist doch das?" Das Weib erwiderte er schreckt: „Zs ist Hammelscagont mit Kartof fein." „Ach was! der Teufel soll dich holen mit deinem Hammelsragout! Du weißt, daß ich nur Ochsenfleisch mag." Ich behielt mein Almosen und sparte es für eine bessereAelegen heit."" Zum Bierkrawall in Mannheim wird von dort unter'm 18. geschrieben: „Tie Ex cesse scheinen beendetzn sein. Die Brauer leisteten Verzicht aus einen Theil der Preiser höhung, so daß der Aufschlag verringert wurde. G ster» Abend durchzogen zahlreiche Militär-Patrouillen zur Auftcch!h,liung der Ordnung die Straßen, welche von einer wo genden Menschenmenge gefüllt waren. Ein plötzlich entstandener größerer Brand gab der allgemeinen Aufregung eine andere Richtung. Infolge der Exm'fe, die mit deni Krawall ver bunden waren und denen Wühlereien der So cialdemokraten zu Grunde lagen, wurden sämmtliche Volksversammlungen auf die Dauer von vier Wochen verboten." —(Der Fall Anna Böckler.) Das „Schmie buser Kreisblatt" hatte gemeldet, die deiche der vermißten Anna Böckler sei auf dem Heu boden des clterlichcnHanscs gefunden worden. Die „Deutsche Freie Ztg.," welche sich direkt an den Bater des Kindes wendete, ha! von dielem die Antwort erhalten, daß die Leiche nicht aufgefunden, auch überhaupt noch keine Spur des vermißten Kindes ermittelt worden ist. Die Nachricht russischer Blätter, Anna Böckler sei inLivland entdeckt worden, hat sich gleichsalls als falsch erwiesen. —(Mordansall und Selbstmord einerDame in Petersburg.) Am 9. April erschien in Pe lersburg in dcr Wohnung des vereidigten An waltsgehülsenUtin eineDainesFräulein Law row), die nach kurzer Unterredung einen Re volver heivorzog und den ihr gegenüberstehen den Herrn Utin zn Boden streckte. Bald da rauf legte sie denßevolver an die linke Schläfe und schoß sich quer durch den Kopf, so daß die Kugel bei dcr rechten Schläfe wieder her auskam. Auf die Schüsse hin eilten ver schiedene Hauseuiwohner herbei und fanden beide Opfer noch am Leben. Nach 17. Minu tcn gab die Dame ihren Geist auf, während He>r Ulin durch einen inzwischen herbeige rufenen Arzt wieder zum Bewußtsein gebracht wurde. (Dreimaliger KmdeSniord.) AuS Brau nan, 16. April, theilt die „Linzer Tagespost" über einen jüngst gemeldeten granenerregen. den dreifachen Kiudesmord folgende Details mit. Wie die Erhebungen ergeben, hat die Mutter sämmtliche drei Kinder, die sie in ihrem Leben geboren, in kaltblütiger Weise sogleich nach der Geburt getödtet und die Maßregeln zur Berheimliluiug des Ver brecheus mit erschreckender Ruhe getroffen. Am Frohiileichnamstage 186!) brachte die damals 26-jährige Magd Anna N. in Wil zenberg ein vollkommen ausgetragenes Kind zur Welt. Sie ersiickie dasselbe, indem sie es unter den gefüllten Strohsack ihres Bettes legte, u.id vergrub den Leichnam zwei Tage später unter einem ausgehöhlten Baumstam me. Da sie aber fürchtete, daß mau bei den Arbeiten im Forste das Kuid finden könne, grub sie wieder dort nach und nahm die Hirnschale mit sich nach Hause, wo sie dieselbe in ihrem Schranke zwei Jahre verbarg. Endlich überkam sie die Besorgniß, sie könnte einmal krank werden, und man würde dann den Knochen finden; sie wars nun dieses Ue berbleibsel ihres K>ndes in's wo es verbrannte. Im Sommer 1870 wurde sie wiederum Mutter; sie gebar heimlich, erstickte das Kind abermals und vergrub es unter ei nem große», bei eitjem auszesaullen Baume befindlichen Ameisenhaufen. Auch diesmal suchte sie später nach der Hirnschale lind be wahrte sie in ihrem schranke ans, wo sie jetzt gefunden wurde. Das dritte Kind endlich hatte sie 1871 heimlich im Freien gekoren und in einem liefen ausgefaulienßanmstamm ver graben. Die „Liuzer Tagespost" hebt bei diesem Anlasse hervor, daß in einem Theile des Landvolkes, und zwar gerade in den „gin katholischeil", eine vollständige Verwilderung um sich greise. (Noch eine flutte Hochzeit.) Die Trau ung des Pinzen Albrecht von Preußen mit der Prinzessin Marie von Altcubnrg fand am l!>. Avril Abends 7j in der königli chen Schloßkapelle in Berlin Statt. Als Zeugen wohnten derselben der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und die Kronprinzes sin, die Prinzen uud Prinzessinen und die ho hen Gälte bei. Nachher fand der Fackeltanz im weißen «aale statt. Die Festlichkeiten de« ersten Tages endeten IN? Uhr Abend«. Der Einzug der Prinzessin Marie von Altenbnrg lii dcr Seite der Kronprinzessin fand genau nach dem vorgeschriebenen Programm Statt. Derselbe ging vom Schloß Bellcvuc durch das Brandenburger Thor und durch die festlich geschmückten Linden nach dem königlichen «schlöffe inmitten der dichtgedrängten, die Braut enthusiastisch begrüßenden Menschen menge. Am Brandenburger Thor erfolgte die Begrüßung durch die vollzählig erschienenen städtischen Behörden. Ober. Bürgermeister pobrecht hielt eine kurze Ansprache. Am kö niglichen Schloß waren sämmtliche Offiziere lm Paradeanzug aufgestellt. Im Schloß lvnrde die Prinzessin vom Kaiser, dcr Kaiserin, ämmtlichen Prinzen, den Ministern, Genera len und Hofchargen begrüßt. Im Kurfürsten »immer erfolgte alsbald die Bollziehung der Shepaklen. -- (Ein Frauenwürger. Zwei Frauen iei Mailand erdrosselt.) Dcr „Deutschen Htg." schreibt man aus Mailand, 2. April: ,Bor den Assisen von Bergamo findet jetzt die Herichtsoerhandluug gegen eine interessante !lrt von Mördern statt, einen jungen Meu chen von 22 Jahren, Namens Biuemzo Ber .eni, dcr die Manie hat, Frauen zu crdros eln. Zwei junge Frauenzimmer sind >:e unglücklichen Opfer dieies entsetzlichen Renschen geworden. Die Erst>livar Eiovan ia Motta, ein vierzehnjähriges Mädchen. Dieselbe begab sich am 8. Dezember 1870 ion Bottcinuco, d.".n Wohnorte des Ange sagten, nach suisio, welche beide Orte iu der .Imgegcnd von Bergamo liegen, um ihre El tern zu besuchen. Als das Mädchen nicht zurückkam, machte sich mir mehreren Anderen !in Herr Ravasu aus, sie zu suchen, und fand >u seinem Entsetzen fünfzig Schritte von dem liachKinsio führenden Wege die furchtbar ent stellte Leiche jenes Mädchens. Die Unglück liche lag ganz nackt auf dem Boden, nur der rechte Fuß war mit einem Strumpfe bekleidet. Die Leiche war ganz bedeckt mit Hieb- und Stichwunden, einige Glieder iehlien, und die Eingeweide waren herausge rissen. Die Letzteren find am Tage daraus !in Landmann in der Höhlung eines Maul beerbaumes, ohne sie jedoch als menschliche zu irtennen und ohne Verdacht zu schöpfen. Iri einer nahe am Fundorte der Leiche lie zenden Strohhütte fand man nach einander :'.n Stück der rechten Wade der Giovanna, serner ein Bilouiß Pius IX. und andere Ge- Mständc, welche die Unglückliche an jenem Dage bei sich gehabt hatte. Als bemerken« Verth ist zu erwähnen, daß mall auf eirem Steine in der Nähe der LeiHe zehn Steckua- Seln fand, die forMlti; nebeneinander gelegt waren.—Das zweite Opfer ist Elijabelta iiag rioucelli, 23 Jahre alt, Gattin eines gewissen ssligeuel. Dieselbe hatte sich am 27. August t 371, nachdem sie in der Pfarrkirche gewesen war, um 6 Uhr Nachmittags aus ihrem in Botianco befindlichen Hause aus ein der Fa milie gehöriges, Z(> Minuten vom Orte ent ierntcs Gut begeben, lim einige Hühner, die st: in zwei Körbe bei sich trug, hinzubringen. Als sie um acht Uhr nicht zurück war, ging ihr Mann ihr nach. Er fand nur noch ihie Leiche. Dieselbe lag ganz nackt mitten in ei nem MaiSsetde, nicht weil von dem Orte, wohin die Frau ihr? Hühner gebracht halte, süufhillideN Met» von oer nach Madone füh renden Gemeindest!aße entfernt. )n der Gegend des Halses war eine Blut uitterlaufung von 2ü Eentimeier Länge uud 1 Henlimeter Breite, sowie eine starke Haulauf schürsung zu sehen, welche durch eu,e von rück wärts geworfene und start zugezogene Schlinge hervorgebracht worden sein mußten. Nägei spuren am Halse, sowie andere Zeichen deute tet; darauf hin, daß die Uuglückliche macht,- yeu Widerstand geleistet halte und denßersuch machte, die Schnur mit den Händen zu lok kern. Auch diese Leiche war in kannibalischer Weise mißhandelt worden. Am Nacken, an dxn Lenoen uud am Bauche waren Bclietziln gen vorhanden; ebenso waren auch aus dieser Leiche die Eliigeiveide herausgerissen worden. Im Rucken staken drei Stecknadeln. Die J>. st z ward einige Zeit hindurch irrre geführt, und endlich lenilcn folgen.de zwei Thaliache» den Verdacht auf Perzeiu,' Seine eigeue Cou sine, sagte aus, daß sie vor vier lah ver„ a«s sie sich an einem Sommer-Nachmil tage wegen eines Unwohlseins schlafen gelegt halte, plötzlich durch ein starkes tllürgeu an ihrer Kehle aufgeweckt würze in d den Thäter durch ihr «Hcjchrct ontriebeu hal.e; sie haue , ?. ?rox?iotor. denselben, weil sie ihm ein Polster in'sKesicht wai?, nicht erkannt; e« sich nber, dzjzcs ihr Vetter war. Auch sielUe nch h:rau?, daß derselbe in den lcv>en vier fahren noch vier andere Hranenzinnler iwilcüeii 27 und 12 Jahrcn ;u erdroi cl i oer uäi h.nic, die ab.r durch ihren Widerstand und ihr H: lservfe dem Tode euironnen waici!. Ec svi un von einer wahren Erdrosscliingswutb sieqcii Frauen sessen zu sein, uns es wird daher dem (Aut achten der (.9cricht?.irzleuut großcrTpannung entgegen gesehen." Neue Anzeige». Pslro verloren: v. >. w. 6rsres)imigt!l, Trucks u. s. w. alle Arte» Bäckern und Brauern Joseph?lensl,.rw, (Mai7.,2Mlll' 7l u. ».«rd-?.i!vilts:r. Dcttcn-Ricdcrlagc Frey, Walpert (^onip., Nr. 41, Nold Go>,strafe, Die fctttc Aste. Tic neue leicht lansende ' Howe'sche ll äl) m tchi n c gute» de» Käufern convenireud»n Bedingungen verkauft Nr- Nard-b'hnrltbstr.. Vnltimorc. Agenten in jeden, (Tonnt«. .v, / . L. Weatherb» Söhnen, Nr. II und l?t, Nord - NiicrttMajjc. Die nützlichste (Krftndung der Zeit. Stär?e sollte in jeder Familie gebraucht iverdc». Burnham Comp., N r. IttU, West-Lombardstr., Baltimore, Md. Otto Tnker Ärnüer, Dmilsol.;-La^rs Hvbel- und Fustdielen - Mühl« und Fenster-Rahmen-Fabrik, DaS Bauholz-Geschäst, Thüren, Fenster - Nahmen u. s. w. Otto Düker 8 Brndee an der Granby-, nahe Albemarle - Straße, t>rt» ?»ker U ?»rud?r —?we Svezic»l>«ö'. <i?c»>r.?N,lZ oi^^) Trtibhaus-Fmltcrrahmcn, mit oder ohne Scheiben, Echieser- und Märmor - Kaminjimse der besten Arbeit, neuesten Fassn »7> ,11 du» niedrigsten Preisen» George G. Sleoevs ör Comp., Ecke der Fron!- u?d ;' ayetteftr. Fensterrahmen, Jalousie'», Thüren Geo. O. Steden? 6? Couch., Ecke der Front« and Fayetteftr» Banmateriaiies. Besondere Offerte» während der Monate Februar und März. Bestellungen für besondere Arbeiten (Ap:ill2, Ecke ter > rt ffavette!tr. '-'7 k? lSibrlZ.jZMt«)

Other pages from this issue: