Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 8, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 8, 1873 Page 1
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Ucbcr die Einladung dcsViceprä sidenten Wilson Seitens der deutschen Schliorreisirma Ehrenbeig «c Mandel schreibt dic gcstiige „Staatsztg.": „Zu einer höchst b damrlichen Herabwürdigung eines der ersten Beomicn der Republik ist wieder einmal jene krasse Unkenntniß im Belrcff der deutschen Verhältiiisse, wie man sie nnlcr den Amerika nern nur;u häufig findet, die Ursache gewe sen. ES ist nur zu beklagen, daß gewisse eng lische Blätter in ihrer an sich vielleicht un schuldigen Ignoranz bei ihrem Publikum für noionschc Jndustrieiilter Propaganda ma chen. so hat denn auch der Wilson—dem man es kaum zutrauen sollte dic Dummheit begangen, sich durch eine« der geriebensten deutschen Schwindlcr-Concerne, weiche jemals dc» deutschen Namen hier her abgesetzt haben, in dicPalichc reiten zu lassen. Der Ehrcn'ierihe Vice-Präiioent hat nämlich fultisch versprochen, am 15. d. Bits, in einer Gaulieibohle denn nicht anders kann man ein Lokal bezeichnen, in dem derartige Dinge ausgeheckt werden als Redner zu figurireri und -wir hosten aufrichtig, Hr.Wilfon gehöit nicht direki zu der Bande, obgleich man nach den Wiener Vorgängen sür Nichts gutsagen kann für das infamste Spitzbubenprojelt, das je gegcn dicEinwanderer geplant worden, iu die schranken zu trcten. Das Concern (vermaii welches schon unler vcrichiedenen, mehr als aniüchigen "alias" sigur rt und auch brreits in dcr spltzbuben (Kallerie vertieren ist wir crwartcn in diesen Tagen vom Staatskrcläre von Illinois nä here offizielle Aufschlüsse hat die Frechheit gehabt, nicht nur Hrn. Wilson, sondern auch Männer, wie George Fiancis Adams und Charles («. While (von der Corncll.Universi tä>) zur Unterstützung des Schwindels cinzu> laden. Diesen Herren wird wohl noch recht zeitig genug eine Wornuug zugchen; aber die ehrliche ameiikairijche Presse, welche sich lei der um dic hiesigen demschcn Verhältnisse viel zu wenig bekümmert, sollte auch gegen den Schwindel mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln ankämpscn." Nach der New-Oileanjec „Deutschen Zei tung" hat das „M as s acre" der Schw a r z e n am 13. April zu Colsax eine Er bitterung uiiler den Negern in ganzl!ouistana Kürzlich liiclten die Farbigen iu New-Oikcans eine Massen-Lersammlung ' wobei ihre Hanplsührer, darunter Pinchback, ! als Redner auflraien und worin eine lange > Aoirsie an da« Volk der Ber. Staaten crlaj- > sen wurde. Tarin wervcn die Repn> likaner j des Nordens um Hülse und Schutz sür die - Failiigcii in Louisiana angerufen gegen die Tnraiinci der dorNgen Weißen, welche seit Ende des Krieges 5000 Neger umgebracht ha- > den. Tie Redner erNäileii, die farbige Raee >,i die ülbeileiide KlassedesTtaates und wenn ihr die Bundes-Regierung keinen Schutz ge wätzre, solle sie sich lelbst schützen,und zwar ein müttiig im ganzen Staate dadurch, daß sie keine Hand zur Arbeit erhebe und die diesjäd- > rige trudle veikowmea lasse. Alsdann wür- c den die Weißen vielleicht einsehen, daß sie ohne , die Farbigen nicht besteben können, und daß ! diese dos Wohl und Wehe dcs ganzen Staa- ! !es praktisch in Händen haben. Der Mess i a S g l a u be, der sich bei fast allen Völkern der Erde in irgend einer ' Horm findet, ist seit undenklicher Zeil auch bei < den iiordamenkanischen Indianern heimisch, i Tiefe stelle» sich ihren Messias alseinen ge- 112 wältigen Krieger und Nimivd vor, der sie von den Meißen befreien, ihr Gebiet zurückerobern und es ihnen möglich wachen wird, wieder ganz nach der Weise ihrer Urväter zu leben, l Aus dem Glauben an ein nahe bevorstehendes t Erscheinen des Erlösers erklärt man es sich j zum Theil, daß die Indianer immer wieder zum Kampfe auf Tod und Leben gegen die Weißen veranlaßt werden. Die neuesteGreuel ihal der MorocS bnngi man ebenfalls damit > in Zusammenhang. Bis wann das „tau- ' sendjährige Reich" der Ureinwohner dieses j Landes beginnen wird, ist freilich schwer zu > feigen. Tie Wahrscheinlichkeit spricht dasür, . da>z, wenn der Erlöser komml, er gar keine ' Indianer mehr finden wird. ' Henry Peters, ein etwa eine Meile 5 von Union-Cilli in Ohio lebender' Lauer hatte ' am Mittwoch bei einem benachbarien Farmer > geholfen, eine neue Scheune aufzuschlagen. Seine Frau hatte ihn begleitet und beideLenie waren bis spät in der Nacht dort geblieben, 5 während sie ihre vier Kinder, lauter Mädchen, , allein zu Hause gelassen hallen. Nachdem . die Kinder schon zu Bette gegangen waren, erwachte das älteste und sand, daß das Zim- wer,Hlammcn stand. Eine ibrer Schwe- s stern ertissend, versuchte das Mädchen aus s dem Hauie zu emfliehen, die Kleine aber fiel in Oliumacht und nur mit Mühe vermochte die ältereSchweiier felbst aus dem brennenden Hause zu entkommen. Als die Eltern spät t in der Nacht zurückkehrten, sanden sie von 1 ihrem Hauie blos noch rauchende Trümmer, i» deren Ätähe das älteste Mädchen halb todt r vor Schrecken am Boden lag. Die andern ! drei Kinder waren so vollständig verbrannt, daß es fast unmöglich war, idre verkohl ten Gebeine unter den Trümmern zu fin- ü den. Eine „brennende" Frage. Darf der männliche Borsteher eines Mädchen - Col. legs seine Zöglinge küssen? Diese Frage kam neulich vor dem Ausstchtsrath der Illinois Wesleyan- (Methodisten ) Universität zur Sprache. Der Lorsleder dieser Anstalt, Rev. Dr. Munsell, hatte nämlich die Gewohnheit, daß er die seiner Fü-sorge anvertrauten s gen Damen väterlich küßte. Das Comite des t Äussichtsralhs sagte in seinem Berichte über j die desKalb gegen den Vorsteher erhobene An klage, „daß es ras Benehmen des Herrn Dr. Munsell, verschiedene jungcDamcn zu küssen, " sür unklug und unschicklich Halle," woraus l sich mir Leichtigkeit der Schluß zieben ließe, z daß diese BegrüßungSmt riaiiz in derOldnung ; aus Eine beschränkt bälte. Allein der Be- richt sagt weiter, „daß das Küssen immer in Gegenwart dreier Perionen geschehen sei, so daß man keinennlauternAbsichten unterstellen könne." Diese Auffassung ist gewiß sehr ge- s linde, allein der Doktor wurde über die >sache , empfindlich nnd rejchie seine Entlassung als Vorsteher der Anüalt ein. DerHe r a n s geber eines im Westen ' erscheinenden Blattes hält auf Bestellung und gegen einsprechendes Honorar auch Leichenre- den in deutscher und englischer Sprache und ! gibt in seinem „Organ" jedesmal einen ge- , fühlvollen Todespilff d'rein. Bei solchen Lei' > chenrcden fließen die Thränen in Strömen. Tritt »n der Gegend Hochwassersland ein, dann rüstn die schlichtenFarmer, wenn sie sich begegnen, einander zn: Gewiß hat „der Doktor" wieder irgendwo eine Leichenrede ge halten! PittSburg, Pa. Am vergangenen Lvantage, den 4. Mai, legte der Hochw'ste Bi'chos Domenec um Uhr Nachmittags den Grundstein zur neuen St. losephs-Kirche in Sharpsburg. Aus Pillsburg und Um gegenv halte sich eine große Menschenmenge zn der Feierlichkeit eiugcsunden. N.-N- Am vorletz ten Sonntage wuroen in der St. Marienkirche dahier ein ehemaliger Methodislenprediger u. zehn wcilere Personen aus verschiedenen Sel len in die katholische Kirche ausgenommen. Spezial - Notizen. Guggenhkimer S 5 Weil, Schreibmaterialien u. Drucker, «r. 17», »e» - Baltiworepr., < unter dem..Corrojt >on-Hotel"1 gcjvoeir, wv rS chneaangcnchin lein w>ro, ihrcFrcuiide und das Padliluai im Allgemeinen zu scbrn. Sie ha- A Hochzettegrschenke! . tzochzeitsgeschtuke! Massive silberne Löffel, massive silberne Gabeln, massive silberne Norlegtöffel, Zucker-Lössel, Serviettenringe, Salzfässer und Gemüselösiel, W. F.' Bissing," ' 289, West-Baltimoiestraßr, 280, <Kss?,t2Mtel) gegenüber HauoocrAr. c KS Alle Arte» GS Nähmaschinen zur Miethe zu t 2 monatlich. Zum Berkause ln Ratenzahlungen 2 zu tS rro Monat. Baarzahler erhallen e>n»n lidcra- S len Ab, ig. Dorsey« Loudenslager, (OltZl.tZ?) »tr. »4, Nord > Eutawstraß«. Ilm Kepler und Kronen. (Fortietzuni.) Benedelti ist schweigsam, Majestät, ganz gegen seine Gewohnheit, sagte er, dagegen berichtet Graf Goltz, daß man in Paris zur Aktion dränge, man hat ihm nicht undeutlich zu verstehen gegeben, daß der Kaiser Neigung habe, sich aus die Seite Oestreichs zu stellen, wenn nicht bald von hieraus ein entscheidenderZchritt geschehe. Ich habe Grund zu glauben, er hinzu, daß da eine separate Unterhandlung wegen Venet'en im Gange ist, um uns im letzten Augenblick einen bösen Streich zu spielen, von einem zu verlässigen Agenten aus Wien wird es positiv mitgetheilt, und auch Gras Use dom berichtet, daß er mit der Haltung Italiens nicht zufrieden sei und manchen Zweideutigkeiten begegne. Indeß, fuhr der Minister mit leichterem Ton fort, bin ich über diese Intriguen nicht zu sehr be unruhigt, man wird in Wien nichts zuge stehen, man reitet dort noch auf zu hohem Pserde. Uebrigens habe ich nach Florenz die Instruktion geschickt, wachsam zu sein und auf energisches, mit unsern militätischen Operationen harmonirendes Handeln zu dringen. Aber was will der Kaiser Napoleon? sragke der König. Jedenfalls im Trüben fischen, antwor tete Gras Bismarck mit der ihm eigenen rücksichtslosen Offenheit, wenn er uns aber jetzt zum Handeln drängt, so scheint es mir, daß ihm der Fischzug nicht ge glückt ist. Ich habe Benedetti, fuhr er fort, geradezu interpellirt über die unsicht baren Dinge, die da zwischen Paris und Wien vorgehen. Er behauptet, überNichts unterrichtet zu sein, - - nun, jedensalts kann er in Paris melden, daß wir hier nicht aus beiden Ohren taub sind. Mir hat diese italienische Allianz so recht niemals gesaUen wollen, sagte der König nachdenklich, obgleich ich ihren großen Nutzen erkenne. O, daß es da hin hat kommen müssen wie viel lieber würbe ich, wie in meiner Jugend, mit Oestreich zusammen nach anderer Richtung in's Feld ziehen! Mit besorgtem Ausdruck flog das Auge des Grafen Bismarck über die sinnenden Züge des Königs. Und wenn es nicht so gekommen wäre, rief er lebhaft, so könnten Eure Majestät nicht die hohe Ausgabe in Ihre königliche Hand nehmen, Preußen, diesen herrlichen, aufstrebenden Staat, die Schöpfung Ihrer großen Ahnen, aus seinen beengenden Fesseln zu besreien. Nein, Eure Majestät, ich freue mich, daß wir an dem Augenblick des Handelns angekommen sind, daß der königliche Adler endlich in freier Luft seine Schwingen ausbreitet, voli or-ilit heißt seine Devise und zur Sonne wird er fliegen, führe der Weg auch durch Wetter wolken. Ich sehe die Zukunft Preußen's und Deutschland's groß und leuchtend vor mir und bin stolz und glücklich, daß.es mir vergönnt ist, dem Könige zur Seile zu stehen, dcr dcr Schöpser dieser Zukunft sein wird! König Wilhelm's klares Auge ruhte nachdenklich auf dem lebhaft bewegten, von Begeisterung durchleuchteten Antlitz seines Ministers. Wohl blitzte es auf iu diesem königlichen Auge bei den stolzen, freudigen Worten des kühnen Staatsman nes, der mit so siegesgeivifser Zuversicht vor ihm stand, dann aber richtete er den Blick nach oben und sprach still und ein fach: Wie Gott will! Gras Bismarck blickte mit Rührung auf den königlichen Herrn, der in so einfacher Größe vor ihm stand, und wie ein Aus druck des Erstaunens flog es durch seine Züge, diesem mächtigen, gewaltigen Herr scher gegenüber, der am Vorabend eines so furchtbaren, weithin für die Zukunft entscheidenden Kampfes feine ganze Hoff nung, feinen ganzen Ehrgeiz und seine ganze Unruhe in diese drei einfachen Worte niederlegte. Haben Eure Majestät weitere Befehle? fragte er mit einem leisen Nachklang der Erregung in seiner Stimme. Nein! antwortete der König, eilen Sie, die Depeschen abzusenden! Und mit leichter freundlicher Neigung des Hauptes entließ er den Minister. Graf Bismarck verließ das Kabinet des Königs und das Palais und eilte fchnel ler, als er gekommen, den Weg zurück nach seinem Hotel in der Wilhelmsstraße, und noch weniger als vorher achtete er der bö sen Blicke, die ihm folgten, als er die Lin den herab schritt. Stolze Befriedigung lag auf feinem Gesicht, freudige Zuver sicht in feincr Haltung. Ter große Kampf, den sein Gefühl und seine Ueberzeugung ihm als unausweichlich und nothwendig zeigte, sollte beginnen, und er glaubte an den glücklichen Ausgang mit der Sicher heit und Festigkeit, welche das Bangen und Zaudern ausschließt. Im Erdgeschoß des Hotels des Mini steriums der auswärtigen Angelegenhei ten, zu welchem der Ministerpräsident zu rückeilte, saß in einem Bureauzimmer vor einem mit Papieren hoch bedeckten Schrei btisch der LegationsMH von Keudell in ei' sriger Unterhaltung begriffen mit einem Manne von ungefähr sechs- bis sieben unddreißig Jahren, blondem Haar und Schnurrbart, dessen offenes Gesicht von norddeutschem Typus ein lebhaftes Mie nenspiel zeigte und dessen hellgraue Augen mit einer Mischung von Humor, Gut müthigkeit und Schlauheit um sich blickten. Dieser Mann, mit jener eigenthümlichen Eleganz gekleidet, welche man nur in den großen Weltstädten findet, saß da in einem Fauteuil, welcher neben dem Schreibtisch des Herrn von Keudell stand, zurückgelehnt in halb burschikoser, halb dandymäßiger Haltung und balancirte seinen glänzenden Hut aus den Knieen, während er ihn mit der Hand vor dem Niederfallen bewahrte. Sie glauben also, lieberßeckmann, sag te Herr von Keudell, daß es möglich sein wird, die pariser Presse während unserer Aktion uns günstig zn erhalten und eventuell sogar durch die Slimme der öffentlichen Meinung eine Parteinahme Frankreich's sür Oestreich zu verhindern? Nichts leichter als das, erwiederte Herr Albert Beckmann, der gewandte und geist volle Redakteur des Journals „LeTemps," welcher seit sast zwanzig Jahren in den journalistischen Kreisen von Paris lebte und die genaueste Kenntniß aller Ver hältnisse auf dem Gebiete der Publizistik der großen Weltstadt sich erworben hatte, ohne darum die Eigenthümlichkeit seines deutschen Vaterlandes zu verlieren. Nichts leichter als das Neffzer ist ganz in Jhrrn Ideen, er wsrd ans voller Ueberzeugung denn audexs handelt er überhaupt nicht —in Ihrem Interesse schreiben, Siecle ist sür Sie, alle liberalen Blätter überhaupt erblicken in Preußen den Fortschritt, in Oestreich die Reaktion, und deßhalb werden sie jeden Exsolg Preußen's mit Jubel begrüßen, sie würden alle eineAllianzFrankrelch's mit Oestreich als die größte Thorheit verur« theilen. Alle dixse Blätter sür Sie zu stimmen ist kaum noch nöthig, es spird nur darauf ankommen, ihnen die reckte Direk tion zu geben und ihnen die Nachrichten diplomatischer und militärischer Natur schnell und richtig qrxangirt zu geben. Was das betrifft —m'eu Baltimore, Md., Donnerstag, den 8. Mai 1873. Und er strich mit der Hand über den Boden seines Hutes, drehte leicht den klei nen blonden Schnurrbart und lehnte sich mit überzeugtem Ausdruck in seinen Lehn stuhl zurück. Glauben Sie aber nicht, sragte Herr von Keudell weiter, daß von östreichischer Seite ebenfalls auf die Presse gewirkt wer den, und daß man Alles thun wird, um die öffentliche Meinung in Frankreich auf jene Seite zu bringen? Man wird die Mittel nicht scheuen, der Fürst Metter nich Ah bah, rief Herr Beckmann, —der Fürst Metternich macht gar nichts, cr ist trop Zruuä soiZnour, um aus die Presse zu wirken, er hat da den Chevalier Tebraux de Saldapenza zur Seite und der wird ihm einige Artikel in feinem .Veiuo riul ckiplomktiijuo schreiben, die sehr schön, sehr diplomatisch und sehr vornehm sein werden, und die Niemand lesen wird. LnLn, fuhr er fort, die wirkliche öffentliche Meinung wird für Sie fein, auch Ollivier Emile Ollivier, dcr rö mische Bürger mit der Sehnsucht nach dem Portefeuille im Herzen fügte er lachend hinzu, ist ganz preußisch und wird in seinen Konversationen ebensoviel wirken, wie irgend ein großes Journal. Telegraphische Depeschen. Zltropäische Kadelberichte, Die Wiener Weltausstellung. Wien, 7. Mai. Der Handelsminister gab gestern Abend den Beamten der Ausstel lung ein großes Diner. Bayard Taylor brachte einen Toast aus die Industrie Oest reich's aus. London,?. Mai. Der Wiener Corre spondent d«r..Daily News" macht in seiner Correipondenz das amerikanische Departement der Ausstellung lächerlich und gibt in Fol gendem eine correkteLisle der in demselben aus gestellten Artikel: »Hwei Kisten Coll'schcr Feuerwaffen, drei Kirchthurmipiyen, ein aus gestopfter Adlcr, zwei Salzgeiäße, ein Zahn arzlstuhl und sechs Flaschen Musissippiwasser. i?n, ?! Mai.—Eine Depesche vonPesth bringt die Nachricht, daß sich in der Nähe je ner Stadt ein schreckliches Eisenbahnunglück ereignet hat. 21 Personen wurden auf der Sielle getödtet und 40 mehr oder weniger ver letzt. Sechs Waggons des betreffenden Zu gcs waren vollständig demolirt. Wien, 7. Mai.-Zu Ehren des Prinzen von Wales fand eine große Militär-Parade stall. Holland. Der Haag, 7. Mai. —Die Regierung von Holland bal die Kammern um eine Ver willigung von 5,500,000 Guldeu für den Krieg gegcii die Atchincjen ersucht. London,?. Mai. Eine Depesche von Bombay meldet, daß Sir Bartle Frerc nach England zurückkehren wird. L 0 n d on, 7. Mai. E'n Ausstand der Polizisten von Dublin ist unvcrmcrdlich. Paris, 6. Mai.—Die sranzösische Regic rung ist entschlossen, eine zwcllc Kammer der Nationoloeriammliing in's Leben zu rufen, sür die Wahlennach demailqemeinenStimm rechle stattfinden sollen. DA Frage wurde schon vor längerer Zeit in der Nationalver sammlnng angeregt und crörlcrt, und hat die volle Billigung des Präsidenten. Madrid,?. Mui. Dic von Don Al phonso befehligte Karlistcnbande ist in der Nähe von Jgnadala von Republikanern um zingelt und wird wahrscheinlich kapilnliren müssen. Bay 0 nue, 7. Mai.—Die Karlisten ver loren 50 Todtc und 20 Gefangene vor einigen Tagen bei ihrem Angriffe aus Vera in Na varra.—Es wird berichtet, daß der General- Eommissär der Carlisten mit den vorhandenen Fonds durchgebrannt ist. New -V 0 rk, 7. Mai. Ein Blies von Spanien meldet, daß die ,Karlistei>-Arme>! in Navarra 3500 Mann zählt, von denen 1000 nur mit Lanzen bewaffnet sind. Die klebri ge» führen vortreffliche Büchfen. Außerdem coopcriren noch 22 Banden mit den Karlisten, welche zusammen 2252 Mann zählen. Don Carlos hat befohlen, den Geistlichen von Santa Cruz wegen seiner Excesse und Gran samkeilen zu erschießen, da dieser jedoch seine Operationen nur auf die Gebirge beschränkt, so ist es nicht wahrscheinlich, daß man sobald seiner Hashast werden wird. Lissabon, 7. Mai.— Viele radikale, conservative und monarchische Politiker sind von Spanien hier eingetroffen; u. A. auch die Herren Figuerola und Sardoal. Rußland. Brüs s el, 7. Mai. Das hier im rnisi scheu Interesse publizirte Journal „Nord" stellt in Abrede, daß der Khan von Khiwa sich erboten habe, sich dem Kaiser von Rußland unbedingt zu unierwersen. „Nord" sagt, es sei allerdings wahr, daß dcr Khan die Gefan genen freigegeben habe, doch gleichzeitig habe derselbe eine unbedingte Zurückziehung der Expedition verlangt und andere Bedingungen gestellt, welche der Czar nicht eingehen könne. Oneenst 0 wn, 7. Mai. Der Dpfr. „City of Limerick" ist von New-Zork hier ein getroffen. Southampton, 7. Mai.—Der Dpfr. „Dentschland" kam vo» New-Hork hier an. London, 7. Mai, 11 Uhr Vorm. Consols eröffneten zu S3H für Geld und 934 sür Brief. „Amerikaner," alle '6scr 32, '67 er 334; 10.40 er 894; neue Fünfer 894; Eriesl4. Paris, 7. Mai. Renten eröffneten zu 54 Frcs. 32 Ctms. Franksurt, 7. Mai.—Bonds eröffneten zu 35Z. London,?. Mai, 5 Nachm. —Die Dis contoratcn der „Bank von England" sind um 4 pCt. gestiegen und betragen jetzt 44 pCt. London, 5. Mai. Erie 50j. Paris, 7. Mai, 2 Uhr Nachm.—Reuten 54 Francs 45 Centimes. Liverpool, 7. Mai, 11 Uhr Vorm.— Baumwolle eröffnete ruhig; Obcrl. 84-9; Ork. 94—94. Verkäufe veranschlagt aus 10,- 000 Ballen. Liverpool, 5. Mai, 1 Uhr Nachm.— Baumwolle ruhig. Verkäufe 10,0i.0 Ballen, für Spekulation und Ausfuhr 2,000 Ballen. Baumwollen-Verschiffungen von Savannah und Charleslon sür April und Mai zu 8Z: von denselben Häsen fällig im Juni zu 8 IlllL; -Verschiffungen von im Mai und Juni zu B^. Liverpool, 7. Mai. 3 Uhr Nachm.— Baumwolle-Verschiffungen von Savanuah oder Charleston zu 8 11.16. Brodstoffe ruhig. Inland - Dtpeschkn. Aus Washington. Washington,?. Mai. Die Reve nüc-Eillliahmen beliesen sich heute auf 543 Z , Die Indianer-Commission in New Uork hat vor ihrer Vertagung Beschlüsse gefaßl", in welchen Grant'S Friedens-Politik gebilligt wird. Senator Hamlin hat die Annahme fei nes Exira-salairs verweigert. Das Gleiche thaten die HH. Freye und Hale von Maine. Präsident Geant. Chicago, 7. Mai. Der Präsident besuchte heute Mitlag in Begleitung des Se nators Logan, Bürgermeisters Medill und ei ner Anzahl anderer Herren, das Lokal der Handelskammer und wurde bei den Kaufen ten durch den Präsidenten derselben eingeführt. Cr wurde mit Hurrahrufen empfangen und erwiderte solzenderinaßen: .Meine Herren von der Handelskammer! Eilauben Sie, daß ich Ihnen mittheile, wel ches Vergnügen ich bei der Betrachtung der Verschönerungen Ihrer Stadt empfinde. Ge nau eine Woche vor meinem letzten Besuche wurde die Stadt von jenem grogen Unglück heimgesucht und nicht -llein find die Spuren Feuers ver.vifcht, -- °rn sie ist jetzt sogar schöner wie zuvor und in ersreur, meine Herren, Sie als die - er dieses Wohl standes hier begrüßen z> »en." . s Oberrichter Sal. P. Ghase. New -A 0 r k,' 7. Mai.—ObernchterChase bekam gestern Abend plötzlich einen Kramps ansall, welchem er heute Morgen 10 Uhr in der Wohnung feiner Tochter, Frau Hoyr, er lag. Seine beiden Töchter, fowie fein Schmie gerjohn Senator Sprague befanden sich au seinem Sterbebette, New-?sork, 7. Mai.—Hr. Ckasc reiste am Schlüsse der votiakii Woche von Wa shington ab und gedachte in New ?)ork nnd Boston einige Wochen zu verweilen, dann wieder noch Washington zurückzukehren, von rro er dann nach Colorado abrelien wollte, um den Sommer dort zuzubringen, indem er von der frischen Gebirgslun Besserung sei ner in letzterer Zeit sehr geschwächten Gesund heit erhoffte. Cincivnrli, 7. Mai. Der Präsi dent der Hanoelskachmcr zeigte heule den Tod des Obervundc-richtcrs an dcr Börse an und that seiner treuen Dienste, die er dem Lande und scincr Zeitder Lladt Cincii'uati geleiiiet, gebührend Erwähnung Ein Comite wurde ernannt, um geeignete Bciieidsbeschlüsse zu fassen. N e w-N 0 rk, 7. Mai.—Obtr:i»ter Chase Üard insolge eines Schlazansallcs, welchen cr gestern Morgen plötzlich Van dcr Sl'unde en balle er das Bewußtsein verloren,

welches cr auch nicht wieder erlangte. Sc naior Spraguc und Galtin wurdcn rasch her bclgeruscu und die lüchligsten Acrztc bolcn ihre Äunsl aus, den Zlcrbcndcu in's Bewußt sein zurückzubringen. Die Arrangements für die Beerdigung sind nocb mcktgetroffen. Das Bundesgericht vertagte sich beute nicht, wie es schlcklich gewesen wäre, weil der Tod noch nicht offiziell angezeigt war. Die Flaggen des Ratdbaujes wehten heute vom Halden Maftc. Die Todesnachricht wur de rasch in dcr ganzen Stadt bekannt und er regte allgemeine Tiaucr. Washington, 7. Mai. Der Tod des Oocrrichlcrs Chase bildet in allen Regie rungslreisen das Thema ver Unlerhallung und allenthalben gibt sich die größle Trauer kund. Der OberbundeSanwalt halte heute Mor gen fiüh bereits eine Depesche erhallen, welche die Trauerbo:schaft vorbereitete, die auch fehr bald eintraf. Die Niankheit des Hrn. Chase soll eine Folge dcr Ucberarbeitung gewesen sein; cr klagte schon seit längerer Zeit, daß er das Herannahen des Alters plötzlich^staik fühle, sein volles, frisches Gesicht war'ganz cinge fallen, sodaß ihn selbst Frcunde, welche ihn lange nicht gesehen halten,nicht wieder erkann ten. Die Veränderung, welche mit ihm vor gegangen war, fiel Jedermann auf. Obwohl er im Lause des Winters IMNg Gesellschaften beiuchte und in der Untelhallung heiter uud fröhlich schien, so war es doch augenscheinlich, daß seine Constitution in einem Grade ange griffen war, daß sich schwer an eine vollstän dige Wiederherstellung glauben li^ß. New -V 0 r'k, 7. Mai. Ein Gcrücht uennl den Ex-Richter und Ex-Distrikts - An walt Edward Picrcepont als wahrichciriüchcn Nachsolger des Oberrichlcrs Chase's. Washington, 7. Mai. Hier werden bereits viele Spekulationen über den wahr jcheinlicheir Nachfolger des Hrn. Chaic laut, natürlich läßt sich keiner derselben Bcveutung beilegen. In vielen Kreisen ncnnt man den Oberbundcsanwalt Williams, auch die Na men verschiedener Senaloren werden mit der vakanten Stelle in Verbindung gebracht. Wie gesagt, muß jedoch vorläufig Alles für eitlcs Äerede geuommeu weidcn. (Präs. Gram ist bekanntlich in feincu Ernennungen unbere chenbar.) Alvany, 7?Mai.—- Gouv. D>x übcr fandle heule Abcnd der Gesetzgebung eine Bol schast, iu welcher cr den Tod des Obeirichleis Chasc anzeigte und empfahl, daß beide Häuser die nölhigcn Bclchlüsse sass-n möchlen. Beide Häuser crnannleii Comitc'u zu dicscm Zrveckc. D,e Eonvention der Landwirlhe. Ncw -N 0 rk, 7. Mai. Die der Landlmrihe sür billigen Transport ihrer Erzeugnisse vcrsainmelie sich heule Äicrgen wieder. Dcr BcriHt der Constitulion und Nebeugcsetze wurde vou dcm mit ihrem Ent würfe beaufiraglen Comite erstaltct. Er bc dingt, daß die Organijalion dic „Amerikani schc Natlonai-GescUschasl zur Erzielung billi ger Transport Preise" genannt werde, und die Ermäßigung und Gleichstellung der Preise dcs Eljenbahn-Transporls in den Ver.Staa ten bezwecke. Er verfügt die Errichtung ei nes unlergcordnclen Vcrcius in jcdcm Staale und ordnet gerlNgfügigereAngclcgenhelleu sür die Lcilung und Regierung der National- und Staats.lcsellschosleil. Das Comite für die beständige Organisation berichtete die solgen den Beamten: Präsident Josiah Quincy aus Boston; Sekrelär H. R. Fcrguion aus Troy, N.-A. Unler den viele» Vice-Prästdciilcn findcn wir Hrn. I. H. Gray aus dem Di strikte Columbia. Der Bericht des Coimle's wurde augenom. men; ebenfalls wurde ein Comite ernannt, um den Ehrb. Zosiah Quiney von feiner Er nennung als Präsident zu benachrichtigen. In der Rede, welche Hr. Quincy hielt, äu ßerte er, daß er oie großen Vortheile derZifen bahnen zu schätzen wisse, daß er aber auch gleichzeitig deren große Gesahr sür das Publi kum im Allgemeinen kenne. Die großen Ge traidekammern von Illinois lieserten genug, nm den Osten mit Nahrungsmitteln zu ver sehen, daß es wenn das Getraide in den östlichen Staaten ankomntt, iu dcr Macht von einer oder zwei Personen se>, den Preis dessel ben zu bestimmen. Er denke, daß man Et was thun müsse, um diese Macht aus den Hände» dieser Leute zu nehmen. Es sei eineSache vou dem größten Interesse sür das ganze Land, und diefelbe sollte nicht von nnr einigen Personen control rt werden, das Letziere zu verhüten sei der Zweck dieser Gesellschaft. Er fagte ferner, daß Elsenbahnen die Macht besäßen, Legislaturen zu bestechen, und daß sie fortfahren würden, die Gesetze des Volkes zu contrvliren, bis das Volk sich ermannen würde, um seine Rechte geltend zu machen. Er wünsche nicht die Rechte der Eisenbahn- Aktionäre zu beeinträchtigen, jedoch müßten die höherstehenden Rechte und Ansprüche dcs ganzen Volkes auf billigen Transport ansge fprochen und gesicher! werden. Hierauf Vertagung bis 3 Uhr. N e w-N 0 rk, 7. Mai. —ln der Nach mittags-Sitzung der „Amerikanifchen Natio nal-Gefellfchaft für billigen Transport von Nahrungsmitteln" wurden, während mau den Bericht des Comite's sür Beschlüsse er wartete, mehrere Reden, welche den Zweck der Conventionen crläutertcn, gehalten. Eben falls wurde ein Brief vom Gouverneur Smith aus Georgia, worin deifelbe seinen Beifall und fein Interesse für die Bewegung aus spricht nnd die Delegationen einladet, bei der am 20. Mai in Atlanta stattfindenden Con vention gegenwärttg zu sei», gelesen. Die elwas hestige Sprache, welche der Vor» sitzende des Comite's für Bcfchlüsse, gegen Eifenbahn-Corporat'onen sühne, verursachte eine lebhasie Debatie. Die Beschlüsse wurden einer scharfen Kri tik unterworfen und angenommen. Die Arbeiterbewegung. New-'.')ork, 7. Mai. Vierhundert Straßen Pflasterer haben inOrange, N. 1., die Arbeir eiugestelit und dcr Contiaktor hat um polizeilichen Schutz gebeten. Die italienischen Arbeiter hahen sich mit den AuSstäudigen ver einigt. Pr 0 videnec, N.-1., 7. Mai.—ln dem Ausstände der Fabrikarbeiter ist noch nicht die Vakes Äincs. N 0 rk H-E a st, 7. Mai, Dcr Zustand dcs Hrn. Ames ist noch unverändert, der Tod kann jeden Augenblick eintrelen. Las Wrack des Ovfrö. „Atlantic." Halifax,?. Mai. Der Lampfer „At lantic" ist gänzlich ariseiuander gesprengt nnd von dem Wrack Nichts mehr auf dcr Waffcr flächc zu fehen. Am Sonnrag und Moniag wurden 1-t Leichen erlangt. Die Sprengung des Dampfers wird als voreilig bezeichnet u. fcharf mißbilligt. Selbstmord etnes DcnrsHen. New -Z 0 rk, 7. Mai.—Der deutsche Ci garrenmachcr George Worin erschoß sich ge stern Mittag in seiner Wohnung im Hinterge bäude des Hauses Nr. 200. Avenue A. Der Verstorbeue, welcher feil 8 Jahren im Lande wqr, verfiel feit einiger Zeit dem Laster des Trunkes und mißhandelte, wenn er betrunken war, feine Frau und sein einziges Kind. Am Montag Abend befand er sich wieder in die sem Zustande. Gegen Mitternacht stand er auf und wollte fein Kind umbringen, wurde aber von Nachbarsleuten daran oerhindert. Die Frau enifloh mit dem Kinde in di-Stube elucr Nachbarin. Gegen Mittag hörte sie ei nen Schuß in ihrer Wohnung. Sie eille hin und fand ihren Manu, der sich eine Kugel iu's Gehirn gejagt hatte, todt am Boden lie gen. ' Der Geldmarkt. New -Z 0 rk, 7. Mai. —Geld leichl zu 7-ü pro Jahr. Wechsel stau und gedrjtckl, gewöhn« jche Geschäfte za Bz. Gold schloß leichter zu Il7e. Obligationen fchlofsen feit und stetig; Sechser I2lj, '62 er 1154. Aktien schlösse» gedrückt. New-Aork Central zu 101 H; Eric 64t, Lake-Shorc 9LH, Jlt. Central 117, Pillsburg 88L, North.Western HO, Prioritä ten 87, Rock-Zsland UOS. Bilanz des Unterschotzamles: 542,568,2Z!1 in Gold und 220,165,212 in Courant. Der Mörder StokeS. N : w»N 0 rk, 7. Mai.—Der Antrag aus einen neuen Prozeß in dem Falle dcs Mörders Stokcs ist im Geueral-Termine dcs Oberge richtes zurückgewiesen winden. Stokes empfing die Nachricht von der Ver weigerung seines Prozesses durch das Oberge richt gleichgültig. Er sagte einsrch zu seinem Vater: „Sie haben mir einen neuen Prozeß verweigert; meinFall wird jetzt an dasAppcl latiousgcrichl gchen." Vermischte Depeschen auS «ew?jork. New-Uork, 7. Mai. Dcr Dampscr „Castoria" traf von Rotterdam hier ein. Der Bankerott der Schnittwaarenhänd ler Fowler 8c Slocum wird angezeigt. Ver bindlichke>tcn t 500,000. —James E. >pay, dcr Direktor des„Olym pic-Thcaier" starb hcutc am Gchirnfieber. —Der Dampfer „Hammonia" ist voiiHam burg hier cingelroffen. Die Bevölkerung von Newburg, N. ?)., ist wczeu der Ve> ordnung des Siadlralhes, wornach die Negerschulcn gcschlosscn werden und die farbigen Kindcr die gewöhnlichen Schulen besuchen sollen, in großer Ausregung. Viele Weißen wollen ihre Kinder insolge Des sen au« den Schulen zurückziehen. Die Wittwe des Gen. Wool starb heule in Troy im Aller von 86 Jahren. Bedauerlicher Selbstmord infolge unglücklicher Liebe. Milsord, Pa., 7. Mai. Ueber den bereits gemeldeten Selbstmord des Mustklch rers Eli Roberls Conkling ist folgende? Nä here bekannt geworden: Er wohnte im Jahre 186 l in Milford und war ein gesuchter Mu siklehrcr. Später wurde er Redakteur des Tyroner (Pa.) „Herald." Tort lernle er eine junge Dame kennen, deren Eltern zu den wohlhabendsten der Gegend gehören. Er hatle ofl Gelegenheit, sie zu fehcu und erklärte endlich feine Liebe, die erwiedert wurde. Die Eltern des Mädchens aber verboten ihrerToch lcr, als sie von dem Vorgefallenen Kenntniß erhielten, jeden weiteren Umgang mil dem ehe maligen Musiklehrcr, und als die Zusammen künsle doch noch stattfanden, schickten sie das Mädchen fort oder hielten es gefangen. Conk ling sah die Gelicble nichl wieder. Sie starb aus Gram über die rauhe Sinnesart lhrerEl lern. Seildem ist Conkling trübsinnig ge wesen. Er mußie seine Stellung als Rcdak teur aufgeben und irrte dann oft lagelang wie geistcssbwefenv in der Umgegend umher. Einen Tag vor feinem Tode sprang er von eliiemEisenbahiizuge und am folgenden Mor gen miethete er von einem am Delaware- River wohnenden Manne ein Boot, in dem cr in den Fluß hinaus ruderte. Gegen Mit tag fand man das Boot den Fluß hinuuter lrciben u. in demselben die Leiche Coukling's. Er Halle stch mir cinem Federmesser die Puls ader am Halse durchschnitten u. war langjam verblutet. Die Sacke des Richters Underwood. Alexandria, Va., 7. Mai. Das Blindcs-Disttilt-Gcricht dal in Sachen Mc- Veigh's gegen denßundes-Rlchler Uuderwood einen Befehl erlassen, der den Beklagten aus dem Besitz des werihvollcn Hauses stöstt, das jener Richter in einem Consiskatlons-Verkaus, den er in 1864 selbst angeordnel hatte, acgui rirt bal. Der Sladi-lergeant Stuart begab sich in Begleitung dcs Hrn. McVcigh nnd seines Schwiegersohnes nach dem Hause, das Richicr Undcrwoov occupine. Er sagte dcr Madamc Underwood, daß cr gekommen sei, Hrn. McVcigh in den Besitz dcs Hauses zu scgeli. Die Dame saglc ihm auf fehr schnip pische Manier, er möge lhan, was ihm be liebt. Als er beiiieiklc, er müsse sich der bc wcglichcii Habe des Richters bemächtigen, weil Hr. Mc'Leigh den mehrjährigen Mieiizzins zu fordern Halle, crwiederle Mad. Uiideraood: „Thun Sie es, ineui Herr. Ich verlange keine (Äuiist und keine Rücksicht von Ihnen." Als dcr Stadt-Zergcaiit bemerkte, cr wolle lieber warten, bis dcr Richter selbst komme, sagte die Dame! „Ganz, wie Sie wollen," woraus sie das Zimmer verlieg. Als Richter Underwood kam, und der Sradt''ergeani ihn mit seinem Geichäst bekannt gemach! dalte, benachrichligte Underwood denselben, das; er sitz vou dem Supleme Gericht einen Emhalisbefchl ver schafft habe. Alle Einwendungen McPeigh'ö uud des Stadtsergeantea schnitt Richter Un derwood mil den Worten ab: „Meine Herren, ich bin im Begriffe, nach Norfolk abzureisen, wo ich morgen Gericht halten muß. Adicu, Hr. McPeigh. Gott seguc Sie." ÄcVeigh erwiederte: „Ich kann meine Gefühle nicht ver bergen. Ich mag sie nichl." Ulitcrwood er wiederte: „das können Sie halten, wie Sie wollen," worauf er sich entfernte. Diefe Wendung der Dinge war nicht ganz unerwartet, denn die loyalcn Virginier be trachten das Supreme-Gericht als eine poli tische Maschine, und die Mitglieder dcs Ge richls, die ernannt worden sind, um die wahr hast „Loyalcn" aufrecht zu erhallen, weiden wegen ihrer pclitifchen Vorurthcilc gcgeu den Süden nicht getadelt. Unter oen Cabiiiets- Mitgliedcrn befindet sich jedoch ciu Mann, der feine Ansicht über Underwood's Verfahren nicht verhehlt, und derselbe sagt, daß wenn Un derwood nicht in den Anklagestand versetzt wird, eS blos deshalb nicht geschieht, weil der „Credit-Mobilier-Ring" im nächsten Con grcß bedeutend mehr Einsluß haben wird, als im letzten. Der neue (Gesandte für Mexiko. Evansville, Ind., 7. Mai. Oberst John W. Foster, der neuerernannte Gefaudte sür Mexiko, reis'te heule Abeud von hier ab. »vestiatltät. New - Albany , Znd., 6. Mai. Der Neger Baley Wheeler, inCharlesiown, Elaik- County, wohnhaft, der öfters geprahlt hatte, daß er einQuart Whisky auf einen Zug ans lrinken könue, wurde, als er am Samstag Abend vor Martin Dutchman's Salon vo» beiging, von einer Anzahl Männer aufgefor dert, in den Salon zu treten und dort ein Quart Whisky, welchen sie für ihn bezahlen wollten, auszutrinken. Wheeler leistete der Aufforderung Folge. Nachdem er die lirte Quantilät getrunken Halle, verließ er den Salon. Als er ungefähr zwei Squares weil gegangen war, fiel er besinnungslos nieder und kam bis Sonntag früh, wo er starb, nicht mehr zur Besinnung. D»e Munizipalwahl. Indianapolis, 7. Mai. Vollstän dige Gerichte aus allen Wards g?ben dem de mokratischen Eandidaren Mitchell 378 Stim men Majorität für das Mayorsamt. Die republikanischen Candidaten sür Stadträlhe sind außerdem erwählt. Der neue Stadtrath wird ll republikani sche und 7 demokratische Mitglieder zählen. Dqs UnftÜick »n Dixo», 111. Chicago,?. Mai. Tie neuesten Be richte von Dixon melden, daß bis jetzt 48 Leichen gesunden worden sind, und man hegt biehossnunz, daß nicht mehr als 6—3 Leichen anszusinden sind. Vierzig bis fünfzig Per fönen sind verletzt; is ist möglich, daß Alle wieder hergestellt werden. Einige werden je doch sür Lebenszeit Krüppel bleiben. Fast den ganzen Tag schlagen die Glocken an, der Todtenhof zeigt zahlreiche fnfche Hügel und jedes Haus ist zum Trauerhausx geworden. Aus einigen Fämllie» kamen fagar mehrere um. Der Krieg gegen die ModocS. St. L 0 uis, 7. Mai. Fünf Waggons voll Bundesjoldaten pafsirten hier durch nach Califoruien bestimmt, um in dem Kriege ge gen die uitodocs verwendet zu werden. Wirren in Louisiana. Keltogg bei nahe erschoyen« Bu-deStrup peu nach St. MartinSvilte unter wegs. Bras'hea r, 7. Mai. Acht „Metropo litaner" kamen heute Morgen hier an, was die Anzahl der Weißen ans 45 seststellt. Die Bürger verweigerten Allen Obdach, und hal ten sie sich insolge Dessen in einer kleinen, mit Negern überfüllten Hütte auf. Sie haben Besehl, nach St. Mailinsville zu gehen, kön nen jedoch keinen Transport e> langen. Das Fähre-Boot ist fortgeschafft worden nnd die FifAerbootc werden bei Franklin angehalten von Bürgern bewacht. Sämmtliche hie sige Bürger sind enlfchlvssen. Alles ist ruhig. Ein Melropo'ilaner, welcher durch den Morast von St. MartinSville gekommen ist. hat mündliche Depeschen von New-Orleans und berichlele, daß Badger eingefchlosjen fei und daß er in der vergangenen Nacht um 2 Uhr fchwiresKauoneiiseüer zwei Straßen vom Gerichtshause, wo Obels! Badgcr seine Force couzentrlrt, gehört habe. Die Bürger fam meln sich von allen Theilen Atlakapqs. Bis zetzt sind haupsfächlich die jungen, den bessern Klassen der Geseltichast angehörigen Leute iu's Keld gezogen. Sie sind ebenfalls gut beritten und im All gemeinen mit Hinterladern bewaffnet. Die verheiratheten Männer in den Städte« überwachen die Organisationen der Neger n. bereiten sich vor.'sie zu vernteln. DieEaPi täne von Dampfern sind gewarnt worden, leine „Melropolltaner" zu txansportiren, u. da s>e wissen, daß ihreßoole andernsalls in die L'vst gesprengt würoen, so bringen sie diefel nicht in die Bai. Ganz Bayoii-Tecke ist unter Aufsicht von ant organifirlen Bürgerhaufen. Kellogg's Truppen lönnen nur St. Martinsville errei chen, indem sie sich die Bayou hinauf durch, schlagen. Man seht allgemein voraus, dag in der vergangenen Nacht ein Kampf stattgefunden habe, doch sind bis jetzl keine Nachrichten ein gelaufen. N e w-O rle a n s, 7. Mai. —Die Grand- Jury faßte den Beschluß, und feine Beamten vor sich erscheinen zu lauen, um sie wegen Uiurpalion der Regierung L'oliisiana's in Anklage zu versetzen. Richter Durreil ließ den Beschluß zu und veravsolgte Citationen für das Erscheinen jener 'dersöiuichkeiten. Die Grand - Jury sprach sich ebenfalls tadelnd über die Metropolilan-Polizei aus. N e w - O r l e a li s, 7. Mai. Die Auf regung, welche in der ganzen Stadt herrscht, wurde durch die Nachrich:, daß Kellogg er» schössen sei, vermehr!. Die Nachricht war jedoch unbegründet und es verlautet, daß eine Pistole in feiner Nähe abgefeuert oder, wie Ändere behaupten, auf ihn abgefeuert wor den sei. Der Superintendent der„Teras-Eijciibahn" berichlet, dafz ein Dciacheinent Polizisten die Werfte der „TexaS-Eifenbahn" bcfeyl und in Folge Dessen jeglichen Berkedr gestört, baß er Flanagaii ein solches Betragen verwiesen, Kellogg die Umstände mitgetheilt uud sich be schlvert habe. Um Uhr erschien Kellogg in der Office, Ecke von Nalchez-Älley und Ma gazuistraße, um die Porgänge zu erklären. Während er im Legrisse stand, Obiges zu thun, wurde seiue Kutsche von einer großen und aufgeregten Menge umringt, welche an fing, ihns zu verhöhnen uud zu beschimpfen. Fast in dem Augenblicke, in welchemÄellogg's Kutscher weilerfahren wollte, wurde eine Pi stole abgeieuerl: der Kulfcher fuhr hierauf in rafender Eile die Natchezstuiße hinauf. Brafhear-City, 7. Mai. —Sammt liche Bsole sind von denßürgern mit Beschlag belegt. Die Bundeslruppcn können wegen Mangels an Transport nicht befördert wer ben. New-Orle a n s, 7. Mai. — Es wird hier behauptet, daß verwahre Zveckderßun deslruppen, welche wie eS heißl, ans Beiehl des Buiidesmarschalls nach Sr. Mailinsville beordert woroen sind, der ist, die Metropoli tan-Polizei abzulösen. Sämmtliche Heilun gen taeeili das Beiräten des Pöbels Belreffs der Einbrüche in die Waffenläden in der ver gangenen Nacht. Auch MeEnery hal eine ähnliche tadelnde Erkläinng vnklizirt. TaS Gefecht bei St. Martiniiville. New - Orleans, 7. Mai. Die „Pi cai?une" hat Spezial-Depeschen von St.Mar tinsville, daß heute ein 'scharfes Gefecht iiatl gesundcn hat. Die Polizei machte einen Aussaü aus dem S'.ädlchen gegen die Leute des Obersten de Blanche, welche zurückwichen Die Polizei gab mehrere Saloen aus ihrer Kanone, welche jedoch leine Wirkung thalen. Nachdem sie l 5 Meile vorgerückt war, stell ien stch die Leme de Blanche'« und trieben die Polizei zurück. Die Indianer »n^rcgsn. San Franzis eo, 7. Mai. Bater Wiibur, der Indianer-Agent ans der Siiilioe- Ne'ervation, ist von einer weilen Reise durch Oregon und dos Territorium Washington hur cingel offen. Er fagl, das Gerüchl, daß die Indianer unruhig seien und mit einem Kriege drohten, hal>e nicht den geringste» Grund. Seit lZ Jahren feien die Rulh häuic nichl so sriedlich gewesen, als gegen wärtig. ä.;c-n (Zanav^. Ottawa,?. Mai. -.im Parlamente des Dominiums Canada stellte Hr. Blake gestern um gewisse Reiolulioiien sür eine Ad.esse an die Köiiigiu zu prüseu, welche darin gebeleu wird, zu veisügcn, daß Eanada lckiistighrii zuerst darum besragl werdeu soll, bevor irgend welche feiner Rechte vergeben werden, und fer ner zu verfügen, die geeigneten Schritte zu thun, nin den britischen Unterthanen die freie Beichifsung des Columbiaflufses zn sichern. -Er begründete seinen Antrag in einer langen Rede. Nach ihm svrach Hr. Tnpver und be antragte ein Amendeme-it, welches besagt, es l>ege nicht im Porihcile des LomininmS, jetzt eine Diskussion der verschiedenen Angelegen heilen wieder zu eröffnen, welche durch den Washingtoner Perlrag erledigt seien. Nach einer langen Debatte schrill mau um Mitter nacht zur Abstimmung, wobei Blake'S Au trag verworfen und Tupper's Amendement angenommen wurde. Selbstmorde von dentsciien Far mern. Diibuque, lowa, 6. Mai. Ein deut scher Farmer, Namens Jakob Emmerick, hat sich gestern srüh in einem Anfalle von tempo rärem Wahnsinn crhaugl. P 0 rtlervis, N.-?)., K. Mai. Ei ' alter Deulfcher, Namens May, erhängte sich heule iu Malamoras, Penn., au einem Baume. Unfälle znc See. Bi n e y a r d- H a v en, K. Mai. Der Schooner „G. M. Wentworlh" von Calais nach New-Vork bestiinnil, lani heule hierher. Er hatte im Sturme vom .'!. d. M. einen Theil seiner Verdeckladunz verloren. Er be richtet, daß er am 4. d. M. aus das Wrack des Schooners „Arnica" von St. John, N. B. tras, der mithalten beladen und nachPine yard-Haveu bestimmt war. Er war mit Was ser gefüllt und hatle feine» Hauptmast verlo. ren. Der „Wenlworlh" erlöste von dem llirack Jos. Mono», den Koch und den Matronen Stephen Bcny. Der Casitäu Bacon von Shepody, Äi.»B., der Sleucrma:iu,und ein Matrose, Namens Riley, waren ertrunken. Jener Schooner schlug am Sonntag Nach mittag um 2 Uhr um. Nachdem das Tau. werk des Hauplinastes zerhaue» war, fiel der Mast heraus, uud das Tchiff richtete sich wie der auf, che aber das geschah, waren der Ca pitis!! und feine Seele»!.' von den Wellen hin weggrrissen worden. B 0 st 0 n, 7. Mai.—Von der Bemannung des Schisses „Tennyson" sind nur drei Pe» jonen geleitet worden, welche acht Tage lang auf einem Stücke des Wrackes auf dem Ozean trieben. Brände. L 0 u iSville, 7. Mai. Der ganze Ge fchäftstheil von Paris, Tenn., wurde gestern durch Feuer zerstört. Der Verlust wird aus SlOV,U0() geschätzt. M edina, 7. Mai. Gestern Abend brannten verschiedene Mühlen und Fabriken hier ab. Berlust bedeulend. TeleqravliischeS Allerlei. —ln Harisord trat gestern die Gesetzge bung von Conveciicut iu Sitzung und Gou verneur Ingersau wurde iu's Amt eingesetzt. Der Mörder Lusignam in Morrislown, N.-1., ist insolge dcr Berweigcrung seines Prozesses fast raiend geworden; er fch'eiut sich über sein Schicksal gar nichl klar zu werden uud spricht beständig davon, wie er sich rächen will au den Geschworenen und an den Rich tern. Lokalberichte aus Washington. Washington ,7. Mai. —Am Montag Nachmittag machte eine Frau, Namens Sv sanna Burns, den Versuch, sich im Potomac zu ertränken. Polizist Leach wußte jedoch ihre Absicht zu vereiteln und brachte die Frau wieder nach Hanfe. —lm Post-Dcpartemenl sind gestern Be stellungen auf 14,5,00„00t> Postkarten eiuge lausen. —Das Jiiciugurations-Ballgcbäude wird gegenwärtig abgerissen. Gouverneur Eooke hat Hrn. W. H. Craig auf's Äieue zum Fricdeusrichlec er nannt. -Während der letzten Woche wniden 41 neue Erkranlungen und l-t TodeSsälle an den Blattern bei d?r Lanilälsbehöcde zur Anzeige gebracht. Wie wir vernehmen, hatle der deutsche Briefträger Hr. Völker nicht die Absicht, sich mittelst Laudanums das Leben zu nehme», wie wir gestern mittheilten. Er war letztem Freitag krank gewesen und wollte am Sonniage ei» G,!as Wein zur Stärkung trin ken. Er beging ein Versehen und uahm an statt des Weius das Glst zu sich. Die Gemahlin des Hrn. W. W. Cox starb gestern an den Blattern. Hrn. Eox'ö Sohn kam vor einigen Monaten in der Nahe von um's Leben, indem er un glücklicher Weife zwischen zwei Eisenbahn- Waggons gerielh und beinahe vollständig zer quetscht wurde. verlangt.^ «ronstra»«, ,sederal Pill. Aerlangr. i «°r"3Tud-Pacastra«e! .laq>ujr.i,en^n Nummer 110. Ncue Anzeigen. Zu v'rrkausen. «r. c - M»»«me..str.«.. . Früdjahrs-linportativncn. Getirüdcr Hodges, Nr. t, Hanovcrstrasie, Inpnnesische Pvplins, schwarze Sridenzkillze, AlparaZ Dtttcn-Ricdcrlägc Frey, Walpert Nr. 41, Nord Gaystrajze, Espresjlvageii, Trucks u. s. w. alle Arien Bäckern und Brauern Joseph Rensliaw, lvlai?,l?!vi!l1 > '/! r ?l u. Noid-Calvcrlfir. Die fcMc und Delle. 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