Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 10, 1873, Page 4

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 10, 1873 Page 4
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Ter Teutsche Correspeudcnt. Baltimore, Mai IB7S. s OakeS AmeS. „Bon den ioll mau nur Gutes re den" dieses zu thun, ist oft schwer. Was sich von dem vorgestern verstorbenen Congreß uiitgUedc Oake« Fiues Gutes sagen läßt, ist gering im Verfluche zu Dem, was man während seinee Lebens, besonders i» der letzte- üoer ihn sagen mußte. Er mag ein iüchttgcr Geschäftsmann gewesen jein.cr war gleichzeitig auch cin großer Schurke und sein Beispiel ist keineswegs cur leuchtendes geworden. Das kaltc Blut, die eiserne Stirn, womit er in der „Credit Mobilier"-Untersu churg Allen Beichuldignrixen entgegen trat, erregte keine Bewnl>dcrung, sondern Abscheu. Die aber, welche in jedem abgeschlossenen Menschenleben die Hand der Nimesis suchen, mögen e« glauben, daß der steinreiche Mann, welcher mit einem wellverachtendenCynismus alle die schweren ehrenrührigen Anklagen be lächelte, doch nicht ganz unberührt blieb und cs ist schon möglich, daß Hr. Ames den ge> hcimcn Wunden erlag, welche er in jener Un tersuchung empfing. „N.-I.StaalSztg." verknüpft mit dem Nekrologe des Verstorbenen folgende Bemerkungen: war ein ausgezeichneter Jndu stiieller, aber ein sehr velwerflicher Natio lilltgefetzgeber. Als Fabrikhcrr und Privat- GeschästSmann war er die personlfizirte Rechljchassenheit und Integrität, als Con greßmilglied die personifizirle Corruption. Er ist nun dahin, Friede seiner Aiche. OakeZ Ames war in dieser Hinsicht feines eigenen Schicksals Schmied. Er begann als Schmied, errichtete eine Schauselsabrik uud später an deiweilige Fabrik-Anstalten. Er ließ sich in groee Bari-llniernehmungen hinsichllich der Herstellung mehrerer westlicher Elsenbahnen ein, und machte viel Geld dabei. Seinen Haupt-Coup suchte er jedoch als Mitglied des Credit-Mobilier von Amerika zu machen, in dem er die Aussührung der „Union-Pacific- Bahn" übernahm, wobei jene Compagnie die Subfidien der amerikanischen Bundesregie rung, anstatt sie zum Bahubau zu verwenden, in die Taschen ihrer Aktionäre fließen ließ, da fast alle zugleich Mitglieder deS Credit.Mobi l>er waren, dcr die ÄuSflihning des Baues übernommen hatte. Um Geld zum Bahnbau auszubringen, mußte die Compagnie eine erste und eine zweite Hypothek aus ihre Bahn und ihre Landdoiation ausnehmen, und dem Oakes Ames wurde es überlassen, auf dic Pfand briefe dcr Compagnie sich das nöthige Geld zu verschaffen Er war Congrcßmitgited, die Republikaner hatten ihn schon in den 33. Congreß gewählt und sie wählten ihn auch für den 39., 40. und 42. Cougrcß. Als Cou gießmitglied suchte cr die einflnßreichstcn Con greßmitglietcr für die „Union Pacific Ersen- Baku" zu inleressiren, um sie zu bestimmen, dcr Compagnie günstige Gesetze zu erlassen. Daß seine Bemühungen nicht vergeblich wa ren, geht daraus hervor, daß die Ver. Staa ten durch cin Congieß-Gejetz ihrer Priorität auf das Bahiikigenthum, das sür die der Compagnie gegebenen Bundesjchuldurkiinden verpfändet war, beraubt wurden und sich mit einer zweiten Hypothek begnügen mußten, um es dcr Compagnie möglich zu machen, noch mehr Schulden zu contrahircn. Daß OäkeS Ames in der Lobby tüchtig zu arbeiten ver slaud, geht ferner daraus hervor, daß der Congreß ein Gclctz erlieg, welches die srübere gesetzliche Stipulation aufhob, nach welcher das Ge>d, das die Bahu-Compagnie aus dem Transport der Regftrungssrachien verdiente, zurückbchaltcn werden soll, um damit die Zinsen zu berichtigen, welche die Regierung aus das von ihr garanürte Eiienbahn-Anle hen zu befahlen hat. Trotz all' dieser Vor theile sahen sich Ames K Co. vor einigen Jah leri doch znr Zahlung«.Einstellung gezwun. gen. Die Geldverlegenheit ist aber nur mo mentan gewesen, denn in wenigen Jahren war die Firma wieder vollkommen solvent. In der letzten Session des 42. Congresses ka men die schreienden Mißbräuche dcr Verwal tung der „Pacific Eisenbahn" an den Tag. Das Repräsentantenhaus mußte, obgleich mit Widerwille», zur Untersuchung der Anzele genheilen schreiten, und die Manipulationen des Congrcßmitg'iedes Oakcs Ames wurden den Blicken der erstaunten Welt enthüllt. Der ihm drohenden Ausstoßung aus dem Reprä sentantenhaus entging er, und er kam mit ei ner leichlen Tadels-Resolution davon. Als er abcr in seine Heimath zurückkehrte, wurde er dort von seineu Coustituenten wie im Tri umph empsangen. Ehrenpforten wurden sür ihn gebaut, öffentliche Gastmähler ihm zn Ehren gehalten, und in speichelleckerischen Re den wurde er als Gottes edelstes Werk, „ein ehrlicher Mann," gepriesen. Diesen seinen letzten Triumph hat er nur um wenige Mo nate überlebt." Stadt Baltimore. Abfahrt des Dampfers „Berlin." Heute Nachmittag Punkt 2 Übr tritt der Dampfer „Berlin," Capt. I. Putschet, seine Rückfahrt von Locust-Point mit 61 Cajüten> Passagieren und einer bedeutendenLadung an. In der Cajüte sahren die Baltimorer W. T. Larrabee, Frau Larrabee, Frau J.Pals, Frl. Jennie Wentz, Carl H. Oehm nebst Frau, K. Straßburger, L. Strauß nebst Frau, Frau N. Rohr nebst Kind, I. Metzger nebst Frau, S. Hamburger nebst Frau, Otto Koch, D. C. Howell, S. G.Howell, WilhelmNordhoss, Friedrich Frcybe, Heinrich Strauß, Jakob layde, Frau D. C. Howell, Frl. Agnes Howell, Frl. Marricott, Jsmar Noah und S. L. Werner; seruer die Washingtoner P. May, F. May, Frau Ida Groß und Kind, die St, Louiser Johann Haas, C. A. Stie fel nebst Kindern, Friedlich Herker, Julius Duncan nebst Frau und Kind und Frau E. Jungenscld uebst Kindern, die Cincinnatier Johann Gerke und Frau, H. Hildebrandt und Pastor H. Johanning. Frau H. Strauß aus Philadelphia, L. Straßburger aus Williams port, Pa., und Fil. Emilie Ott aus Nelly's Ford, Va., Frau N. M. Nelson nebst Kind, Frau I. Euker und Frau H. Seibert nebst Kindeln aus Richmond, Va., I. Levy ncbst Fron aus Lttchsield, Jll., und C. Köster aus Belleville, Abfahrt deS englischen Dampfers „Ganges." Der englische Dampser „Ganges," Capt. Tyson, ging gestern von hier nach Liverpool ab. Er ist von der neuen Linie der HH. I. Hooper Comp, und nahm 2000 Tonnen Fracht, aber keine Passagiere mit. Die Fracht besteht aus 207 Oxhosten Taback, 143 ditto Talg, IKSB Bollen Baumwolle, 51 ditto Haare, 243 Säcken Baumwolle, 89,000 Pfd. Talg, 2 Pipcn Taback, 9030 Scheffeln Mais, 8303 ditto Waizenmehl, 13,500 Fäß chen Nägeln, 2260 Gallonen Fettöl, 337 Ki sten Fleisch, 11 Fässern Wachs und KoooFaß dauben. Das gestrige Wetter. Die bis ge stern Nachmittag !5 Uhr auf dem Büreau des Signal-CorpS eingelaufenen Depefchen berich teten Hefligen Regen aus Chicago, Detroit, Toledo, New-London, leichtes Regenwetter aus Philadelphia, Boston, Cleveland, Grand Häven, Milwaukee, New-Okleans, drohendes Wetter aus Indianapolis, Burlington, Port land und Denver, sowie klare Luft aus Da venport und Galveston. Der Mississippi stieg bei Keokuk 5 Zoll, bei St. Louis 5 Zoll, bei Memphis 2 Zoll, und fiel bei St. Paul 13 Zoll, bei Davenport 2 Zoll. Der Ohio stieg bei Cincinliati 10, bei Louisville 21, bei Cairo 4 Zoll und fiel bei Pitiburg 2 Zoll. Der Cumberland fiel 58 Zoll bei Naihville. Der Thermometer stand in Baltimore auf K 4, in Philadelphia auf 52, in New-lork auf 48, in Boston auf 44, in Washington auf K 5, in Norfolk auf 72, in Charleston auf 83, in Cincinnali auf KB, in Pittsburg auf 73, in Buffalo aus 63, in Cleveland auf 51, m Detroit auf 60, in Chicago auf 45, in Mount Washington auf 27, in Key West aus 86, in Montgomery auf 82, in Mobile auf 77, in Omaha auf 52, in San Franziska auf 59, in St. Louis auf6o, in Louisville auf 7s, in New-Orlcans auf 73, in Portland, Me . auf 46 in Toronto auf 50, in Quebec aus 59 und in Montreal auf 60 Grad. Wetteraus sichte n.—BewölkterHim mel und gelegentlicher Regen. Einfuhr.—Aus dem Auslande kamen gestern hier an: der Schooner „H. W. Fo sler" mit 688 Oxhosten und 150 Kisten Zucker von Cardenas ans Cnba; die englische Barke „Chasseur" mit 466 Tonnen Schmiedeeisen, 235 Kisten Thon - Railchp'eiftn, 223 leeren Getraide-Säcken von Ardrossan; der Schoo ner „S. I. Backer" mit 30 PuncheonS Me lasse, 401 Oxhosien und 100 Fässern Zucker vcn Mayaguez, P. R. Der Tein p er enz- C on ve n t war im Ganzen von 343 Abgeoidneien besucht. Für die neu - gegründete Staats-Temperenz-Al liance, eine Hülssgeftllschaft ver National. Temperenz - Alliance, steuelten, als sich der Convent vertagte, folgende Herren bei: Tho mas Kelio, Josdua Regeiler, S. Shoemaker, S. W. Tralely und Jefse Tyiou jeSIOO, S. Bevan und Wm. Daniel je S4O, Francis T. King K 25, W. Bridges Kl 5, Wm. H. Wald min »10, R. Turner K5O und Andere zusam men SIOO bei; die Gesammtzeichnungeu be lausen sich auf ungefähr K9VO. Die Verhandlungen des hiesi gen Stadtgerichtes lei'.et bekanntlich, da Oberlichter Scoti krank ist, zur Zeit Cri minalrichtcr Gilmor. Dcr Gerichtshof wird Montag und Dienstag Sitzung hallen, um die cinzclrcn Regislrandeii aufzurufen, und zwar am Montage die Prozeß - Registrante, um Eiteiilltnisse in cvuiumacmiu n.s.w. zu lallen, und am Dicni>ai,e oie Original. Ne gistraiide, worauf die Ar.lräge auf neuen Pro zeg iu ten Prozessen des Mayors und Siaot r-nbe'» liegen Wolth'Ngton uud Pcrkins ange hört werden sollen. Pc rioual - Notiz. Hr. Ecorge R. Paze, Ehes-Tleik des Aufseher-D partementS des Zollamtes, hal reiignirt. Bei dem gestrigen mündlichen Examen der Candidaten für die Eade tt e n stet le 1 n der Flotlenakademie zu Annapolis ans dem 3. Eongreßbeznke, welche der Eon greßdeputirte Hr. Wm. I. O'Brien zu verge ben hat, bestand Wm. M. Hackctt am Besten; cr beantwortete 81 Kragen richtig, die übrigen sechs Conkiirrenlen (I. F. ke Brou, Earl L. Waller, A. C. Duke, F. P. Devon, I. R. Hugg und S. T. Williams) resp. 74, 72,70, K 7, 06 und K 3 Fragen. Der Sieger, Sohu Fred. M. Hackett's in Ost-Baltimore, ist ein Zögling der höheren Knabenschule (Lrt)' Lr>l lege). Fünfhundert Emigranten lang ten gestern Morgen von New-S)ork hier an und fuhren mittelst der „Baltimore-Ohio- Eisenbahn" von hier nachChicago, St.Louis, Kansas-City und anderen westlich gelegenen Punkten weiter. Das „S? t. Vincent-Asyl." Die kürzlich im Ford'schen Opernhau,e zum Be sten des St.Vinccnt-Asyls abgehaltene Aben d ergab eine Einnahme von »1,- 500. Die protestantische Markuslli n i k.—Die Jahresseier diese« Institutes fand vorgestern Nachmittag im Gebäude der Kli nik an der Division-,nahe Mosherstraße, statt. Die Ehrw. H. Leakin, Eschbach und Dr. Grammar hielten bei dieser Gelegenheit län gere Ansprachen. Die Zahl dcr gegenwärtig m der Klinik befindlichen Patienten beträgt Die Mitglieder de« S. Regimen teS der Maryländer National-Garde ver lammellen sich gestern Abend in ihrem Wak fensaale. Quartiermeistcr Pontier erstattete Bericht über die Kosten, welche der projektirte Ausflug des Regimentes nach Cap May im Laufe diefes Sommer« in Anspruch nehmen wird. Die „C e li tral -S a vin g S-Ban k." Die an dcr Südost-Ecke der Charles- und Lexingtonstraße gelegene „Central-Saoings- Bank" hat soeben cine jährliche Dividende von 4 Prozent erklärt nebst Extra-Dividen den, welche die jährlichen Interessen aus 65 Prozent sür die drei letzten Jahre erhöht. Die Duich'chiiittssumme der Dividenden beträgt »25,432. Gegenwärtig sind etwa KKOO,VOO von nahezu 5000 Depositoren in dieser Bank deponirt. Anläßlich von Oberrichter Chase'S Ableben versammelte sich gestern Mittag da« Baltimorer Banean im Saale de» Bun deSbezirks-Gerichis. Richter Gile« präsidirie, und Hr. H. Stockbridge sungirte als Sekre tär. Ein Comite, aus den HH. Reverdy Johnson, I. N. Sieele, A. Stirling, lun., W. S. Waters, R. S. Matthews und G. P. Poe bestehend, unterbreitete durch seinen Obmann, Achtb. R. Johnson, eine Reihe Beschlüsse, in denen der große Verlust, den da« Land durch Hrn. Chase'« Hinscheiden er. litten, hervorgehoben und dem Andenken des selben der gebührende Tribut gezollt wird. Nach Gehächtnißreden der HH. R. Johnson nnd R. St. Matthews, in denen sie unter Anderem daraus hinwiesen, daß Hr. Chase selbst das Legal-Tcnder-Gefttz bei seinem Er lasse als Schatzamtssekretär sür versassungs widrig uud bloße KriegSmaßregel erkläite, sanden die Beschlüsse einstimmig Annahme. Beerdigung. Gestern Nachmittag wurde unter großer Theilnahme der Bevölke rung Süd-Baltimore S und zahlreicher aride rer Bürger aus ollen Stadtlheilen die Leiche deS am letzien Mittwoch verstorbenen Hrn. Lonis W. Schröder von dem Trauerhause an Ecke von Baltimore- und Johnsonstraße auf dem „Baltimore Cemetery" znrErde bestattet. Die Arrangements der Beerdigung leitete der Leichenbestatler Hr. Chas. Herold. Der Verstorbene gehörte zu drei Gesellschaften, der „Baltimore Schützengesellschast," der „Ersten Maryland Sociely" und der „dritten deutschen Wohlthätigleilsgesellschaft," welche alle durch ihre Beannen und zahlreichen Mit glieder vertreten waren. Als Träger fnngir tcii die Hy. C. Denhardt, I. Groh, Wm. Schleifer, N. Streeb, I. Geige und G. Löck mann. Die Leichenrede hielt der Ebrw.Pastor Keller von ier St. Lukaskirche. An 40 Kut lchen, darunter etwa 10Privatfuhrwerke, folg ten dem Sarge.— Stur mit dem Gesühle der Wehmuth kaun man an ein srisch aufgeworfe nes Grab herantreten, mag dasselbe nun für cin zartes Kind, welches der erste Frost des Lebenefrühlings hinraffte, oder sür den lebens satten Greis bestimmt sein, denn cs ist da« Gewisse sür Alle und noch Keiner ist ihm ent gangen; wenn man aber die sterbliche Hülle eines Mannes in die Grust senken sieht, der sich, obgleich crcin halbes Jahrhundert lang den Stürmen des Lebens wacker die Stirne geboten,Jugcndfrische undManneskrast in sel lener Weise bewahrte, und dessen eiserne Con stitution und mäßige, geregelte Lebensweise ihn vollkommen zu der Zahl der Jahre bercch tigte, welche der Psalmrsl als die Grenze des Menschenlebens bezeichne«, der nun ganz un erwartet mitten in seinen Plänen und Unter, nehmungen von dem blinden, rücksichtslosen Feinde des Lebens hingestreckt wurde, dann ist es mehr als Wehmuth, was die am Grabe Stehenden ergreift; denn ein solcher Fall legi Allen nahe, wie sehr das menschliche Leben von unberechenbaren Zufällen abhängig ist. ES mag ein schöner, wüuschenswcrther Tod sein, nach einer Reihe von nützlich angewandt ten Jahren mitten aus seinem durch eigene Kraft und Tüchtigkeit geschaffenen wachsenden Wohlslande, aus einer glücklichen, durch kcinc Unannehmlichkeiten getrübten, blühenden Fa milie hinweggerissen zu werden; Die, welche ein solcher Schlag aber trifft, muß er doppelt schwer treffen. Wenn, wie es hier der Fall war, ein Mann in die Grust gesenkt wird, der Hunderten ein Rathgeber und Freund, der al« Familienvater, Geschäftsmann und Bürger Allen ein leuchtendes Vorbild war, „ein ächtcrMann desVolkes aus dem Volle," da ist das Trauergeleit mehr, als eine von der Sitte gebotene Pflicht deS Anstände«, es wird zu einer seicrlichen Demonstration. Wie groß die Anzahl Derer auch war, welche ge- Hern jenes Grab umstand, man fühlte e« her. aus, daß Der, dessen Hügel vor ihren Augen gehäuft wurde, Allen gestorben war, denn Je der mußte sich'« im Stillen sagen: „Sie ha ben einen braven, wackeren Mann begrabe»." Ehre seinem Andenken! Uusäll e.— Hr. Markus Dudley fiel vor gestern am Bord des an dcr Lightstr.-Werste liegende» Dampfers „Vandeibill" in denKoh- Icnraum, kam abcr ohne jegliche Verletzung davon. Fahrunfall. Gestern Vormittag ge gen 11 Uhr gingen die Pferde mit einem Ja tob Seeger'schen Bierwagen vor dem Comp toire der Seeger'schen Brauerei an German- Straße durch; bei'm Einbiegen in Hanover- Straße stieß der Wagen mit Atlee's Chaise zusammen, welche zerbrochen wurde; Hr. Atlee flog auf's Pflaster, uud sein Pferd kam zu Falle, ohne daß jedoch Verletzungen damit verbunden waren. Die scheuen Thiere caram lwlirten hierauf mit einem ExprcßwagenWm. Smith's, der theilweise zertrümmert, und dessen Pferd verletzt wurde. Aehnlich erging es in Folge weiterer Carambolage dem ein spännigen' Rollwagen Fillinger's und dessen Pserde. Schließlich wurde weiteren Schaden durch's Festhalten der geängstigten Thiere nahe Lombardstr. vorgebeugt, nachdem weder sie, noch ihre Wagen Schade» gelitten. ES scheute gestern früh i 7 Uhr auf der Ecke der Fremont- und Columbiastraße das Pserd John Boyd's, ging mit dem Wagen durch und zerschellte densctven an einem star. ken Sommcrdachpfahle. Bran d. —Gestern Nacht Uhr brannte es im Comptoire der Rauchfleischhändler Joshua Harvey K Comp, auf der Südwest. Ecke dcr Howard- uuo Lombard - Straße. Das Feuer wurde von dcr Feuerwehr rasch gedämpft, sodaß nur wenig Schaden ange stiftet wurde. Thätlichkeiten. Thomas Sorrell, ein Schwarzer, sah sich, weil er die Farbige Elara Brown von Nr.B6, Nord Hollidaystr., geschlagen, vom RichterHagerty in Criminal- Arrest beordert. Martha Tydings, eine Schwarze, war auf die Negerin Lizzie Eurtis von Nr. 107, Northstraße, mit einem Rasirmesscr losgegan gen und hatte ihr eine Wnnde zugesügt. Richter Welby ließ sie in's Gefängniß abfüh ren, damit sie sich wegen Mordangriffes ver antworte. Ver urt h eilun g des Uhrendie bes und seiner Hehlerin. John Leonard, der Entwendung von vier Uhren aus der Flotlenakademie zu Annapolis überführt, wurde gestern im Bundesbezirks - Gerichte zu einem Jahre Gefängniß, das er hier abzusitzen hat, verurtheilt. Seine Hehlerin, welche die Uhren in Empfang genommen und gewußt, daß sie gestohlen waren, Namens Marie Fitz parriek, erhielt SO Tage Gefängniß, welche Strase sie in Anuapolis abbüßen muß, und Hl Straft zuerkannt. Wegen Einbruchs verhaftet. Der Neger John Smith, »lius Randall, wurde vorgestern unter der Anklage, eine An zahl Taicheudiebstähle und Einbrüche in die Häuser sardiger Einwohner begangen zuha ben, verHaftel und vor Richter Jardin geführt, welcher ihn dem Gefängnisse überwies. Vagabundiren verschaffte dem Schwa rzen Thomas Williams vom Richter Hagerty freien Aufenthalt aus einen Monat im Stadt gesängulsse. Geldb u ß en.—Peter Murray hatte seine Kühe auf der Slraße frei umherlaufen lassen, was ihm zunächst Verhaftung und vom Rich ter Hagerly Hl Straft nebs: Kosten zuzog. Owen Finnegan hatte zu zwei ver. schiedenenMalen mit seinem Wagen die Straße veisperrl und erhielt vom Richter Hagerty hij Straft nebst Kosten für jedes Vergehen zuoik tirt. Geo. Croß, ein Knabe, ward wegen Ballspielens auf ver Slraße vom Richter Far low mit »l Straft nebst Kostm belegt. Mordan g r lsf.—lm Mai 1871 schlug cer Neger John Martin, welcher an der Wa- shington-Road einen Laden sübitt, dem schwar zen Kunden Alfred Fielos den ferneren Pump ab, was diesen dermaßen erbitterte, daß er M. mit einem Rasirmefftr mehrere Schnitte versetzte; eine Wuude —am linken Arme war besonders gefährlich. Seitdem mied er die Stadt und wußte durch Aenderung seines Namens dcr Festnahme sich zu entziehen. Kaum aber hatte er sich gestern wieder einmal nach Wcst-Balrimore gewaat, da packte ihn auch gleich die Polizei, undßichter Bell über wies den Mordgeselltii dem Criminal Ge wahrsam. FünfAraber im Armenhaus e.— Vor zwei Tagen brachte der englische Schoo, ner „Manitoban" als Passagiere von Derne rara fünf Araber in sehr bedürftigen Umstän den hierher; kaum deckten die Kleider ihre Blößen, uud sie boten einen bedauerlichen A nblick dar. Im östlichen Stationshanse, wo hin man sie wies, konnte die Polizei sich nicht mit ihnen verständlich machen, bis ein Herr, der französisch mit ihnen sprach, von Einem erfuhr, daß sie wegen politischer Vergehen ge gen die sranzosische Regierung aus seäis Jahre nach der Insel Cyane deportirl worden waren; in Demerara nach ihrer Freilassung angekommen, bezahlte der französische Consnl für Jeden 100 Francs sür dic Fahrt nach den Ver. Staaten. Einen Tag und cine Nacht beherbergte man die fünf WüstensLhne im Stations hause; dann sandte sie Mayor Vansant nach dem Armenhause aus Bayview. Verzweifelter Fluchtverfu ch.— Der Farbige Isaak Smiih wurde am Don nerstag Äiachmittag von dem Sergeanten Mc- Comas wegen Trunkenheit und ungesitteten Betragens verhaftet und dem Gesängnisse überwiesen. Es ist im mittleren Stations hause gebräuchlich, die während de« Tages Verhafteten durch den Nachtpolizisten nach dem Gefängnisse abzuführen. Smith, welcher zur Zeit der Arretur sehr betrunken gewesen und den Schließer geschlagen hatte, war zur Z?it der Abführung nach dem Gefängnisse ziemlich nüchtern. Polizist Frank Steer war beordert, Smith abzuführen, und da ihm von den Anderen ge sagt worden war, daß Smith ein „Desperado" sei, so gebrauchte derselbe die Vorsicht, ihm Handfesseln anzulegen. Ali sie sich um un. gefähr 7 Uhr dem Gefängnisse näherten, be klagte sich der Gefangene, daß ihm die Hand fesseln sehr in das Fleisch schnitten, und als Steer dem Wnvsche deS Gesungenen gemäß die Fesseln etwas loser zu machen versuchte, zog der Gefangene ein großes Messer, sich mit einem plötzlichen Ruckc befreiend, und brachte darauf dem Polizisten einen Stich bei, dcr durch die vielen Uebcrröcke des Polizisten das Ziel verfehlte und nur die Haut ritzte. Er ergriff darauf die Flucht, wuroe jedoch nach dem Abfeuern von ungefähr 4 Schüssen, durch welche er dem Gefangenen 2 Fleischwnn den beibrachte, nach ciuem verzweifelten Kampfe überwältigt. Im Gefängnisse selbst machte der Gefangene noch einen wüthenden Angriff auf Stcer, welcher jedoch ohne weitere Folgen verlies. Smith befindet sich nun unter der neuen Allklage des Mordversuchs hinter sicheren Mauern. Das neue Direktorium der „Verein! g tenDeutschenGrundeigenth v-m s- und Feuer-Versicherungs-Gesell sch as t" trat gestern Abend in deren Comp, toir in Raine's Halle zusammen und consli tuirte sich durch Erwählung folgender Herren zu Beamten: von Johann Smith zum Prä sidenten, von Franz Meyd zum Vice-Präsi denten und von Carl Westrich zum Sekretär. Außerdem hat .man sür die verflossenen zwölf Monate den Aktionären zebn Prozent Dividende, die vom 1. Juni an zahlbar ist, ausgeworfen. Grundstücks.Verkäufe. Die HH. Samuel H. Gover K Söhne versteiger ten gestern Nachmittag an Ort und Stelle das 13 bei 45 Fuß haltende Grundstück Nr. 71, Watsonstraße, woraus ein zweistöckiges ziegelsteinernes Wohnhaus steht, um SI9SS bei 519.50 JahresgrundjinS an D. Hogan. Die HH.F. W. Comp, ver subhastirten gestern Nachmittag an Ort und Stelle das Grundstück Nr. 366, Hollin«., zwischen Calhoun- und Strickerstraße, 46 bei 155 Fuß haltend und mit einem dreistöckigen ziegelsteinernen Wohnhause, doppeltem Hin tergebäude und Siallnng bebaut, um >7875 grundzinsfrei an I. C. Schäfer; sodann Nr. 87, Hollinsstraße, Ecke der Popptetonstroße, 15 bei 66 Fuß 10 Zoll groß und mit einem 25 stöckigen Wohn- und einem Hinterhausc besetzt um «2700 grnndzinssrei an Michael Lanahan; Nr. 83 und 81, Hollinsstraße, von gleicher Größe und ähnlich bebaut, wie Nr. 87, grundzinsfrei um resp. 52300 an Elisa beth Ahler und um K 2600 an endlich ein Grundstück an Poppleton-, südlich von Hollins-, Ecke der Boydstraße, 17 Fuß breit, 58 Fuß lang und mit einem zweistöcki gen ziegelsteiuernen Wahnhause bebaut, um K 2176 grundzinsfrei an Harry Fee. Die HH. Trego Sc Kirkland versubhastir teil gestern Mittag aus der Börse acht neben einander liegende Grundstücke auf der Süd seite dcr Chase-, zwischen Washington- und Castlestraße, ledcs 16 Fuß breit, 90 Fuß lang und mit einem dreistöckigen Vorder- und zwei stöZigen Hintergebäude bebaut und mit K 64 Jahies-Grundziiisj behaftet; Käufer sür alle wurde Thomas A. Wilson, welcher sie resp. UM »1400, Sl4OO, 51370, K 1420, »1420, 51430, 51330 und K 1405 erstand. Selbstmord eines Deutschen. Gestern Morgen um 511 Uhr entdeckte man den Leichnam eines Mannes in dem Wasser am Fuße des Broadway. Der Leichnam wurde zuerst von dcr Mannschaft des Fähr bootes, welches die Verbindung zwischen dem Broadwari und vermittelt, be merkt. Man band ein Seil um den Körper desErtrunkeneii und befestigte das andere Ende an der Werfte. In dieser Lage mußte der Leichnam bis zur Ankunft des Coroners ver bleiben. Der Mann, welcher einen Rock von Leinen trug, mochte etwa 40 Jahre alt sein und war' kahlköpfig. Der Körper war bedeutend angeschwollen. Um 1 Uhr Nach mittag« wurde der Leichnam auf Anordnung des Coroners aus dem Waffer gezogen. Es ergab sich jetzt, daß der Verstorbene der Is raelit S. Liebermann war, seit längerer Zeit bei der Firma S. Rose K Comp, in Nr. 2, Hanoverstroße, angestellt. Liebermann stand im 40. Lebensjahre und hinterläßt eine Frau, welche ein Schuh- und Stieftlgesryäft au der Gaystraße betreibt. Er verschwand am Montag vor acht Tagen und hinterließ cin an seine Frau gelichtetes Schreiben, in welchem er derselben mittheilte, baß er sich zu ertränken beabsichtige, doch glaubte dieselbe nicht, daß er sein Vorhaben so vald ausführen würde. Sie vermuthet?, daß er die Stadt verlassen hätte. Schiffsnachrichten. Der Lamvley s»e Mord-Prozeß.— Aortsetzung und Schluß des Zeu gen-verhöts. Eine aufredende Szene im GerichtSsaale. Hollo, han macht einen verzweifelten An griff auf Marschall Frey. Die Angeklagten deSMordeS im ersten Grade schuldig befunden. Nachdem währenv des vorgestrigen Zeu genverhörs Marschall Frey den Zengeniiaud verlassen halte, wurde Hr. William Crone aufgerufen und machte folgende Aussagen: „Wohne in Baltimore und bin Chef der Ge heimpolizei. Habe mit beiden Angeklagten seit ihrer Verhaftung Unterredungen gehabt. Mit Nicholson sprach ich am Abend des 30. Januar in dem mittleren Stationshause. Nicholson'« Bruder kam zu mir und machte mir die Mittheilung, daß sein Bruder mich zu sehen witm'che. Ging zu ihm und fand ihn im Bette. Er erhob sich und sagte: „Hr. Crone, es ist mein Wunsch, daß Sie Alles er fahren. Ich will Sie von Allem in Kennt niß setzen," Hr. Whyte: „Ich möchte an den Zeugen die Frage richten, ob dieses Bekenntniß nicht durch Drohungen erpreßt wurde?" , Bevor diese Frage jedoch beantwortet wurde, vertagte sich der Gerichtsbos bis 45 Uhr. Als er um diese Zeit wieder zusammentrat, fuhr Hr. Crone mit seinen Aussagen fort: „DaS Bekenntniß, welches nicht durch Drohungen erpreßt wurde, legte Nicholson am Abend des 30. Januar 1373 in einer Zelle des oberen Stockwerkes des mittleren Stationshauses in Gegenwart seines Bruders u. des Hrn. Eng lish ab. Nicholson erzählte mir, daß er in Gemeinschaft mit Holloyan Frau Lampley getödtet habe. Sowohl ihm, wie auch Hol iohan sei es bekannt gewesen, daß Hr. Lamp ley an jenem Abenoe beabsichtigte, in's The ater zu gehen. Er sei um 7 Uhr Abends mit Hollohan auf der Straße zusammengetroffen. Hollohan habe einen Meißel bei stch gehabt, den er aus dem Kosthause, wo er logirte, mit genommen. Znsammen seien sie dann nach der Wohnung der Frau Lampley gegangen. Die Letztere empfing sie sehr freundlich und bot ihnen Wein und Kuchen an. Auch wik kelte sie einige Kuchen in ein Stück Papier und ersuchteNicholson, dieselben für seineKin der mitzunehmen. Hollohan ging darauf auf die Straße und schloß die Jalousie'n. Als dann kehrte er in's Haus zurück, nachdem er noch die Thür des Seitengauges verriegelt Halle. Als er das Zimmer wieder betrat, ging er aus Frau Lampley zu und versetzte derselben zwei stoße. Nicholson will ihn dann gebeten haben, von seinem Vorhaben abzustehen und die Frau nicht zu tödlen. Daraus sei er (Nicholson) hinausgegangen!,, habe an der Ecke der Caroline- und Orleans- S>raße aus Hollohan gewartet. Als er das Haus verließ, sagte Hollohan zu ihm, er müsse da« Geld bekommen und wenn er auch die alte Frau uw'S Leben bringen sollte. H. bot ihm einen Theil des Geldes an» Nicholson wergerle sich jedoch, dasselde auzunehmeu. Ii der weiteren Unterhaltung mit dem Zeugen sprach Nicholson Turtcr von aller Schuld frei. Der Letztere müßte Nichts von dem Ver brechen, bevor dassclve bereits geschehen war. Am 31. Jan. Halle Zeuge eine Unterredung mit Hollohan. Dieser sagte: „Ver— sei Nicholson, wenn er Alles aus meine Schul lern bürdet. Nicholson hat mit baS HauS gewiesen und die Frau gehalten, während ich sie tödlete." Hiermit s hl:ß da« Verhör von Seiten der Anllagebehörde, und das Verhör der Entla stungszeugen nahm seinen Ansang. Die Aus sagen dieser Zeugen (Alexander Abbott, G. H. Dobson, Major Hewett, Robert McPherson und I. Piercey) beschränkten sich lediglich daraus, daß Nicholsons Charakier bisher stets als ein guter betrachtet worden >ei. Nach dem das Verhör seinen Schluß erreicht harte, vertagte sich der Gerichtshof. Dritter Tag. Als man gestern Morgen in die Zelle Hol lohan's trat, entdeckte man, daß cr die etser neu Fesseln von seinen Füßen gestreift hatte. Gleich hieraus ward er, lowie auch Nichol son in den Gerichtssaal gesührt und die Pro zeß-Verhandlungen nahmen ihren Fortgang. Während Hr. Revell von Seiten dcr Anklage behörde sein Schluß - Plaidoyer machte, sprang Hollohan Plötzlich aus, stürzte auf Marschall Frey zu und versetzte demselben mit einem, anscheinend in einem Strumpfe einge wickelten Eisenstucke einen schweren Schlag aus den Kops. Nicholson sprang ebensalls von seinem Sitze empor und wars sich gleich falls auf den Marschall und ein wüthender Kampf enspann sich jetzt vor den Augen der bestürzten Zuschauer. Die Scene war im höchsten Grade ausregend und wohl selteu hat sich ein schrecklicherer Austritt im Gerichrs hoft abgespielt. Die Geheimpolizisten Pon tier und Schäfer sprangen sofort hinzu, um Marschall Frey vor den beiden Verbrechern zu schützeu und sich der Letzteren zu bcmächti gen. Hollohan erhielt während »es Kampfes eine Kopfwunde, aus welcher das Blut ström weift hervorquoll. Obgleich Marschall Frey eine erhebliche Verletzung davon geiragen, so verlor er dennoch nicht seine Geistesgegenwart uud war im Stande, bei der Festnahme Hol lohan's behülslich zu sein. Sobald man sich beider Angeklagten bemächtigt hatte, wurden denselben Handschellen angelegt. Als John Englisch den Angiiff bemerkte, sprang er hin zu und packte Hollohan am Halse. Mit nem Griffe hielt cr ihn fest und verhütete da durch weiteres Unglück. Nachdem Hollohan wieder auf feinem Platze saß, sagte er: „Es gehört nicht viel dazu, eurem Manne durch einen Schwur das Leben zu rauben. ES war eine abgekartete Sache und S>c wissen da« recht gut, Pontier." Gleich darauf schrie er mit surchibarer Stimme: „Zch wollte, ich könnte dem Crone Eiu's versetzen !" Als die Entscheidung Nachmittags um I Uhr den Geschworenen anheimgegeben wurde, war Niemand erstaunt, als sie ohne Weiteres das PcrZikt sallten: „Schuldig de« Moroe« im ersten Grade!" lSpczlal - Bericht i>rs „Deuticheii iiorrejpondenltn.») Hollohan ist augenicheinlich tern Fremder inneihalb dcr Gefäugnißwände. Während seines Auscuthaltes i» dem Gesärlgnisse hat er den daselbst angestellten Beamten zu wieder holten Malen deu Beweis geliefert, daß er be reits vorher ein Gefängniß-Insasse war. Wie wir schon mittheilten,sand der Hülfs-Wardein ihn am letzten Mittwoch Morgen, als er die Zelle desGefängnisfts betrat, mit gelöi'tenFes sein. Dies mußte natürlich die ganze Aus merksamkeit der Beamten aus den Angeklagten lenlen und Hollohan sühtre auch bald, daß man ihn schärscr bewachte und bcobachtctc als es früher der Fall war. Um so mehr man aber dieWachsamkeir verschärfte, um so schlauer handelte Hollohan. Als er vorgestern in Be gleitung des Scherisss aus dem GerichtSsaal nach dem Gesängnisft zurückkehrte, bemerkte er zu seinem Begleiter, es thue ihm unendlich leid, daß er Vorbereitungen sür einen Flucht versuch getroffen hätte. Diese Bemeikung veranlaßte allerdings den Scherisf nichr, in seiner Wachsamkeit nachzulassen, er suhi im Gegentheile sort, den Gefangenen Tag und Nacht schars zu beobachten. Während Hollo han'« Wächter sich aber gestern Morgen nach dem unteren Stockwerke de« Gesängniß - Ge bäudes begab, um sein Frühstück zu nehmen, gelang es dem Angeklagten innerhalb eine« Zeitraumes von weniger als fünf Minuten, seine Fesseln zu lösen; bevor er abcr einen er neuerien Fluchtversuch machen konnte, kehrte der Wächter zurück und legte ihm die Fesseln wieder an. AIS der Gerichtshof gestern Morgen zur festgesetzten Stunde zusammentral, eröffnete der Hüls« - Staats - Anwalt Hr. Hodges das Schluß-Plaidoyer von Seiten der Auklagebe hörde. Ihm folgten die HH. Whyte und Tucker Seitens der Vertheidigung , worauf Hr. Revell mit dem Plaidoyer für oie Autla gebehörde schloß. Während der Rede des Hrn. Revell erhob sich Hollohan plötzlich von seinem Sitze, sprang aus Marschall Frey zu uud versetzte demselben mittelst einiger in einem Strumpfe eingewickel ten Blei- n. Eisenstücke einen heftigen Schlag auf den Kopf, und brachte dem Beamten auf diese Weise eine schmerzliche und gesährliche Wunde bei, deren Folgen man noch nicht ab zusehen vermag. Gleich nachdem er den Schlag machten beide Gefangene, ge rade als ob sie es vorher verabredet hätten, ei nen verzweifelten Fluchtversuch, welcher jedoch glücklicher Weise ohne Erfolg blieb. Im er sten Augenblicke herrschte im Gerichtssaale die größte Verwirrung, da der Angriff aufMar schall Frey, sowie dcr Fluchtversuch von Sei ten der Gefangenen, ganz unerwartet erfolgte. Nicholson gelangte beinahe bis zur Thür des Saales, bevor er festgenommen wurde. Hol lshan dagegen wurde wenigstens ein Dutzend Mal ergriffen, riß sich aber immer wieder los und hätten nicht einige der Anwesenden in mitten der allgemeinen Verwirrung ihre Be sinnung behalten und mit völliger Ruhe ge handelt, so wäre dem Schurken Hollohan vielleicht sein Plan geglückt. Nachdem die beiden Gesangencn sestgenommen worden wa ren, kral wieder allgemeine Ruhe ein, siwohl Hollohan, wie auch Nicholson, wurden geftf selt und an ihren alten Platz gebracht, wo man sie so schars bewachte, daß ihuen die Lust zu einem neuen Fluchtversuch schon vergehen wußte. Während der wenig-n Selundca, welche zwischen dem Angriff auf Marschall Frey uud der Festnahme Hollohan'« verfloj sen, sprang der Geheimpolizist Schäfer vor wärts, zog ein Pistol hervor und zielte auf Hollohan. Hätten sich nicht Einige, unter ih nen auch John Engkifh, der Hollohan am Halse packle und mit einem eisernen Griffe festhielt, zwischen Schäfer und Hollohan ge drängt, so hätte der Erstere den elendenSchur keu möglicher Weise aus der Stelle getödtet. Polizist Hinton von Annapolis versetzte mit feinem Knüttel dem Hollohan einen Schlag auf den Kops, während es dem Geheimpolizi sten Schäfer gelang, dem Rasenden deu Strümps mit den Eisenstücken zn entreißen. Als wieder Ruhe eingetreten war, fuhr Hr. Revell mit seinem Plaidoyer sort. Sobald Hollohan nach ftinemPlatze zurück geführt morden war, machte er verzweifelte Anstrengungen, seine Fluchiversuche zu er neuern. Mit furchtbarer Gewalt schlug er mit seinen Händen auf das vor ihm befindli che Elseiigeländer und bemühte sich unabläs sig, seine Handschellen zu zerreißen. Dabei stieß er die wildesten Verwünschungen aus, u. A. deutete er auf den Geheimpolizisten Pon tier und sagte: „Es gehört nicht viel da<u, durch einen Schwur einem Menichen das Le ben zu rauben, da» wissen Sie am Besten, Pontier! Sie haben die Sache mit Erone abgekartet und ich wollte nur, ich könnte ihm Eins versetzen." Als Marschall Frey von Hollohan den Schlag erhielt, verlor er seine Ruhe und Be sinnung nicht. Er war der Erste, der den Anwesenden zurief,Hollohan zu ergreifen, aber nicht zu verletzen. Trotzdem erhielt Hollohan während desKampfts eine schwere Wunde, au« der das Blut stromweise hervgrfloß. Nicholson verhielt sich ruhig, währendHollohan die ganze Wachsamkeit der anwesenden Polizisten in An sprnch nahm. Hr. Revell bezog sich in seiner Rede auf den Vorfall und erwähnte, daß die ser Angriff dieselben Folgen hätte nach sich ziehen können als der Angriff, welchen die beiden blutdürstigen Creaturen auf die un glückliche Frau machten. Nachdem der An. walt seine Rede beendet, zogen sich die Ge- Ichworenen zurück, traten aber schon nach zehn Minuten wieder in den Saal und fällten ihr Verdikt. Dasselbe lautete: „Des Mordes im ersten Grade fchuldig!" Als Hzllohan den Wahlspruch vernahm, erhob er sich von seinem Platze, doch machte sich in seinem Gesicht keine Veränderung bemerkbar. In dem Gesichie Nicholson'« zuckte keine Muskel; er hatte das Verdikt jedenfalls erwartet. Langsam erhob er sich von seinem Sitze und sagte: „Ich danke Ihnen, meine Herren!" Dabei flog ein eiskal tes Lächeln über seine Züge, denselben einen strengen, herben Ausdruck verleihend. Ss langsam wie er sich erhoben, ließ er sich auch wieder auf ftineaSitz nieder. Hollohan sprach den Wunsch au», einige Worte zu sagen, aber der Gerichtshof machte ihm die Mitlveilung, daß ihm die Erlaubniß dazu erst nach seiner Vcrnrihcilung gewährt werden könne. Als der Wahrspruch gefällt worden war, sprach Richter Miller sein Bedauern aus über den Vorfall, welcher die Verhandlungen in solch' störender Weise unterbrochen. Zugleich fügte er hinzu, daß diejenigen, welche den G efangenen bei ihrem Fluchtversuche behülslich gewesen feien, eine strenge Bestrafung zu er warten hätten, falls man ihrer habhaft wer den follte. Sodann wies er den Scheriff an, die Ucbersührten nach dem Gefängnisse zurück zu bringen und dieselben m>l der größten Sorgfalt zu überwachen, ljnter starker Be deckung wurden Hollohan und Nicholson hier, auf nach ihren Zellen zurückgeführt, der

Erstere wird wahrscheinlich hellte verurtheilt und nach Baltimore oeia-ickt werden, während Nicholsons Bernrtheilung noch aus sich war ten lassen wiid, da sein Anwalt zu appelliren gedenkt. Marschall Frey'Z Verl^m^- Nicholson üb-r Malschall Frcy sag, als er den Schlag em pfing, zwischen den Berichterstattern der,, Sun" und „Gazelle." Dr. Wells leistete ihm den einen ärztlichen Beistand nnd sprach die Hoff nung ans, daß die Wunde keine gefährlichen Folgen nach sich ziehen würde. Nachdem die Wunde verbunden war, kehrte Marschall Frey in den GerichtSsaal zurück und stellte sich ne ben Hollohan auf, dcr wüthende Blicke aus ihn schleuderte. In den Zügen des Schurken stand der Aerger über sein verfehltes Beginnen zu lesen. Nicholson sagte später aus, daß er nicht die Abncht gehabt habe, einen Fluchtver such zu machen. Es sei ihm nur darum zu thun gewesen, aus dem Bereiche Hollohan's zu konüneri, da dieser auch die Drohung aus gestoßen hatte, ihn (Nicholson) zu ermorden. Wie lucker mit d«r Mordtliat in Verbindung Albert Zucker alias Charte« Heßlin wurde erst mit dcr Mordthat in Veibindung gebracht, nachdem das Verbrechen bereits be gangen war. Er nahm keinen Theil an dem Verbrechen und hatte keine Ahnung von den Absichlen Hollohan's und Nicholson'«. Da die Art und Werse, wie sein Name in Ver bindung mit der Mordthat gebracht wurde, bisher noch nicht veröffentlicht worden ist, so wird es für unsere Leser ledensalls von großem Interesse sein, das Nähere darüber zu crsah ren: Ungefähr zwei oder drei Tage nach dem Merze, als schon der Verdacht rege wurde, daß 'Nicholson in Gemeinschaft mir einem Andern, das Verbrechen begangen habe, ge riet!, Hollohan in Angst und glaubte, daß eine Endeckung über kurz oder lang erfolgen müsse. Nicholson versuchte, ihn zu beruhigen und kam fast täglich zu ihm, um ihm Muth einzusprechen. Als er eines Tages in dieser Absicht wieder nach dem Hause der Frau Sprague kam und die Thürklingel in Bewe gung setzte, erschien Tucker und öffnete ihm die Thür. Nicholson fragte nach Hollohan, wnroe aber von Tucker benachrichtigt, daß derselbe ausgegangen sci. Nicholson ersuchte Tucker hieraus, seinen Freund dringend zu er suchen, keinem Menschen gegenüber ein Wort im Betitss einer gewissen Angelegenheit zu äußern; falls er ichweige, sei nicht das Ge ringste zu befürchten. Ais Hollohan nach Hause kam, richtete Tucker seine Botschaft aus und knüpfte daran die Bcmeikung, er habe Verdacht, daß Hollohan in Gcmeinichaft mit Nicholson Frau Lamplcy ermordet habe. Hollohan gestand dies ein und gab Tucker eine Summe von K2OO, sowie K5OO in kiei ner Münze, um sich dessen Schweigen zu ec kausen. Wenige Tage nach diesem Ereignisse begab sich Tucker nach Washington u. setzte lene K5OO in kleiner Münze in größer- Noten um. Später wurde er als Theilnehmec an der Mordthat eingezogen; es stellte sich jedoch heraus, daß dic gegen ihn vorgebrachte An klage unbegründet sei und man ließ dieselbe infolge Dessen sa^cn. Tucker wurde gestern Nachmittag nach Bal timore zurückgebracht und dem hiesigen Ge fängnisse übeilieftit, wo er die Entscheidung des Gouverneurs bezüglich einer anderen As faire abzuwarten hat.' Er war früher In sasse des diesigen Zuchthauses uud wurde un ter der Bedingung, daß er dem Staate Ma ryland aus immer Valet sagen würde, be gnadigt. Er hielt dreie Bedingung nicht ein und muß infolge Dessen, den Rest seines Strasrermins aller Wahrscheinlichkeit nach noch abbüßen. (Li» ueueS Großgeschvorenen <solleg»um. Nachdem Scherisf Geo. P. Kane in einem Schreiben an den Gouverneur seine Resigna tion zurückgenommen, hat er auch sogleich ein neues Großgeschworenen-Colleginm, mit wel chem er mehr Glück, als mit dem vorigen, zu haben gedenkt, ausgewählt. Es sind folgende Herren: Jodn T. Ford, Georg W. Bandet, James McNeal, jun., EdwardW.Robinson, Goldsborough, S. Gnfsith, j»n., Georg Webb, Dr.JllhnM.Galt, Charles McMercer, James H. Millikin, Winfield S. Anderson, Emilius Adams, John E. A. Cunuingham, Dr. Thomas Kelley, Dr. Hiram L. Spicer, Christian Emmerich, EdwardNorwood, Tho mas G. Scharff, Gen. John W. Watkins, Samuel Jackson, David Cushing, jun., Sa muel Wilson, A. P. Burt und I. Greer Boggs. Vorläufig nennt man Hrn. John T/Ford als Obmann, wozu ihn der Scherisf vusersehen hat; doch kann Richter Gilmor diese Bestimmung noch ändern, Ge schworenen werden Montag ihre Thätigkeit beginnen; es heißt, sie hätten eine Unmasse Arbeit nahezu 400 von ihren Vorgängern vererbte Fälle vor sich. Wie verlautet, erwartet der Scheriff mit Hülfe der neuen Großgeschworenen strengere Handhabung der Gesetze und eine Aufbes serung seiner, wie er jagt, unter das Niveau inner' Amtsausgaben gesunkenen Sporteln. Erfreulich ist es, daß wenigstens einer der neuen 23 Geschworenen, Hr. Christian L. Emmerich, mit der deutschen Sprache vertraut ist ! Berichte aus dem Innern deS Staates. (Vernrtheilt.) George Wallace wurde wegen versuchten Nicderbrennens des Gefäng nisses im Dorchcster-County-Gericht zu 7Jah. RenZuchthaus verurtheilt. Ebenfalls Alexan der Cole zu 5 Jahren Zuchthaus wegen eines versuchten tödtlichen Angriffes auf JameS Fischer. (Ertrunken.) Am letzten Dienstage wur de der Körper des Marlin Bobinetle, welcher in dem Canal beiCumberland ertrunken war, aus dem Wassel gezogen. Derselbe war un gefähr 26 Jahre alt, und lautete die Aussage dcr Jury, daß derselbe durch zusälligesErtrin ken den Tod gesunden. (Westliche Conscrenz der Maryland- Synode dcr lutherischen Kirche.) Die weilliche Conferenz der Maryland-Synode der lutheri scheu Kirche wird sich am 12. d. M. in Mar tinsburg versammeln. (Einweihung einer neuen bischöslich protestantischen Kirche.) Bischof Lay wird am 18. d. M. eine neue bischöflich-protestautische Kirche aus Taylor's Jnftl in Dorchester- Couiity einweihen. AuS Cumberland, Alleghauy t!ounty. Die Versammlung der Minen-Arbeiter zu Frostburg, welche am letzten SamstagAbend, um Maßregeln für die Bildung einer neuen Verordnung zu treffen, statisand, war sowohl in Zahl, als auch in Wirkung erfolgreich. Die Versammlung bestand aus beinahe 300 Minen-Arbeitern und es herrschte die beste Ordnung und Einstimmigkeit. Heute wird sich ein General-Comite, aus je 2 Minen- Arbeitern von jeder Mine bestehend, in Frost burg versammeln, um eine Constitution und Nebengeftve für die Minen-Arbeiler Union, welche eine von allen andern unabhängige O rganisation sein wird, auszuzeichnen. Sobald die Constitution und Mbengesetze in Kraft treten werden, wird dasselbe Comite berechtigt sein, eine Massen-Versammlung von Mluen- Arbeiiern zu berufen. Die Mißverständnisse, welche zwischen einigen von den Minenarbei tern und deren Arbeitgeber stattfanden, sind zur allgemeinen Befriedigung geschlichiet wor den; die „Sirikes" sind beendet und die frü heren Leute sind Alle an der Arbeit. Cumberland verschiffte während dcr am 3. Mai beendeten Woche 53,396 Tonnen Koh len, 3608 Tonnen weniger, als während der mit dieser correspoudirende.i Woche des letzten Jahres. Bittschriften, weiche um die Reduktion des in diesem Jahre um 5 Cents pro Tonne er höhten Canal-Zolles nachsuchen, sind in Cir kulation und werden von fast Allen unter zeichnet. Hr. John M. Buchauan, dcr frühere Oberlichter des Waiiengerichls, ist von dem Gouverneur zum County-Cominisfür ernannt worden. Hr. S. M. Petrie ist zu der neu creir ten Stellung des Assistenz-Superintendenten der „MaryläaderKohlen-Gejelljchast" ernannt worden. Die Stadtwahl wird nächsten Montag stattfinden. , Beide Parteien haben ihre Er nennungen gemacht. Folgende sind die Na men dcr demokratischen Candidaten: für ! Bürgermeister William A. Wirhers, für den Stadtrath Francis Halcy, Geo. Flurschiitz, Henry KorrrS, J.P.Duval, Joseph H. Ways, Alexander McZerran; folgende d,e Namen der republikanischen Candroaten: sür Bürger meister C. F. Hetzet, für den Stadtrath Ja meS T. Hill, Levi R. Fechtig, John Weibel, O. M. L. Busch, Robert Morris, John Cowden. Folgende von obigen Herreu sind Mitglieder des letzigenStadtrathes: ÄitherS, Hetzet, Haley und McFcrran. Man spricht ebenfalls von einem unabhängigen Zettel, welcher aus Männern von beioen Parteien bestehen soll. DaS Wochenblatt de» „<!orrespon, deuten" eignet sich diesmal besonders zur Versendung an Freunde in Deutschland, denn außer den interessanten Tagesnachrichten enthält das selbe einen vollen Bericht über den Brücken eiuslurz in Illinois,den Tod des Oberrichlers Chase zc., sowie die trefflichen Aobildungen des neuen deuschen allgemeinen Waisenhauses und des St. Joseph-Hospitals nebst dcr Schilderung der Einweihung des Letzteren. Einzelne Nummern s Cts., nach Europa couvertirt incl. Porto 10 Cts. Hr. Thomas Herzog tischt Mouiag in seinem Lokale Nr. 59, Süd- Edeustraße, einen delikaten Lunsch aus. I DaS Allgemeine Deutsche Waisen haus." Nach wenigen Monat'n wird iich an dcr ! Aisaaithstraßc das neue deutsche Waisenhaus erheben, um als Denkmal der edlen Gesin nung unserer deuischen Mitbürger zu pran gen. Mit der Aufführung de« Baue« sind jedoch bedeutende Kosten verknüpft, und um diese zu decken, wenden wir uns an die deut sche Bevölkerung unserer Stadt mit der Bitte, reichlich für den wohlthätigen Zweck zu spen den, damit die Collektoren uichl mit leeren Händen zurückkehren. Es ist ja die Pflicht eines jeden Deutschen, für dic armen Kinder, denen das Schicksal schon in irühester Jugend die Eliern raubte, Sorge zu tragen. Jeder Vater und jede Mutter sollte beden ken, daß auch sie vlötzlich aus dieser Welt ab gerufen werden können,daß der Tod mit einem Male auch an sie unerwartet herantreten kann, um sie auf immer von ihren geliebtenitindern zu reißen. Jeder sollte sich die Lage der ar. men Waisen vorstellen und den Entschluß fas sen, nach seinen Kräften dazu beitragen, die Lage derselben zu verbessern. Darum gebt reichlich sür den edlen Zweck, öffnetEureHände und haltet Euer Scherslein nicht zurück ! Je der trage bei, das Untern.hmen zu fördern, damit da« ganze Deutschthum Baltimore's später mit Stolz auf das neue Waisenhaus blicken kann! Zur Wiener Ausstellung. Wech sel und Creditbriese. Die bevorstehende Wiener Welt»Ausstel lung, welche am 1. Mai beginnt und muth magtich nicht vor dem 2. Nov. schließen wrrd, hat die Reiselust des amerikanischen Publi kums in so hohem Grade entwickelt, daß ich mich veranlaßt sehe, die Aufmerksamkeit de« Publikum« ausdie Ausstellung von (Trc dttbrieseu zu lenken, nach welchen bei dieser Gelegenheit ein größerer Begehr, al« bisher, sein wird. Ich habe diesen Umstand anrici pirt und daraus hin die umfassendsten Vorbe reitungen mit den größeren mit inir in Ver bindung stehenden Bankhäusern Europa's, namentlich mit der „Union - Bank" tu Wien , einem der bedeutendsten Geld- Institute Oestreich's abgeschlossen. Wechsel und Creditdricse zu den niedrigsten Raten bei F. Raine. Prof. Wm T. (Zlaggett s dritter großer wikaibaU wird Monlag, den 12. Mai, in dem großen Saale der New Assembly-Rooms" abgehalieu werden. Daß sich dieser Ball, aus welchem die Schüler und Schülerinnen des bekannten Tanzlehrers wieder aufführen werden, zu einer höchst brillanten Affaire gestalten wird, können wir mitGewiß heii voraussagen. Unter den einzelnen Tan zen, die zur Aufführung kommen, machen wir vorzugsweise aus einen "Vo,iiii,«!>i!tl" ans merksam, welcher von der Zochier des Hrn. Chr. Knöpp und mehreren Knaben getanzt werden wird. Ferner werden naineiililch die ein von dem Sohne des Hen.Claggeit darge. stcllter Chinesen - Tanz die Bewunderung der Besucher erregen. DaS große Maifest der „vreieinig ketts-Scknlle" findet Montag, den 12. Mai, auf Lonis Muth'S altem schützenhose an dcr Belair- Road statt. Der „Lafayette - Turnverein" hält Montag, den 12. !viai,sein drittes große« Mai- und Turusest aus „Rost's Hain" an der Bclair - R?ad ab. DaS ArrangemciilS- Comite bat nckfasseiidc Vorbereitungen ge lösten, um das Fest in jeder Hinsicht zu ciuem brillanten zn mache». Die „West» Baltlinorer Schützen gesellschast" wird ihr drittes groges Maisest, den 12.Mai, in ihrcmParie abvalkcn. DaS AirangementS- Comite hat die umsassendsten Vorkehrungen getroffen. Für treffliche Tanzmusik werden die Capellen des Capt. Hoffmann und des Prof. Wacker Sorge tragen. Das jährliche Picnic zinn Betten des Allgcm. deutschen Waisenhauses findet Pfingstmontag, den2.Juui, s:atr. item Deutscher sollte verfehlen, dieses Picnic, das aus „Rost's Hain" abgehalten wird, zu besu chen, damit sich dasselbe auch «n pekuniärer Hinsicht als ein erfolgreiches erweisen möge. Zum Beste» deS „Allgemeinen deut schen Waisenhauses" wird dcr Oroen „Söhne der Freiheit" Mon tag, den 12.Mai, einPienic im „Greenwood- Parke" abhalten. Da es sich um einen edlen Z reck handelt, so sollte Keiner aus dresemPic uic sehlea. Dr. Emilie Foeking hat in unserer Stadt in kurzer Zeil als Zahn ärztin einen bedeutenden Ruf erlangt und können wir dieselbe allen Denjenigen, welche an Zahnschmerzen leiden, deiiens empfthlen. Ihre Osfice ist in Nr. 43, Hanovcrstr. s?r. August Loh mann hat in Nr. 13, Noro-Krederickstraße, eine neue Wirthschaft eingerichtet, die er Montag mit einem prächtigen Lunsche eröffnen wird. Hr. Johann de BrieS tischt am Moniag in seinem Lotale Nr. 25, Eastern-'Avenuc, einen delikaten Luusch aus, bei welchem ein famoser Bock seine Sprünge machen wird. Hr. Michael Schriefer in Nr. 258, Ost Praustr., ladet seineFrcunde zu einem feinen Lunsche ein, den er Montag auftischen wird. Hr. Chr. Bartel wurde bekanntlich vor einigen Wochen zum Verwalter der „Mechanics - Halle" erwählt. Montag wird er seincStellc antreten und einen delikatenLunsch auftischen, zn welchem er seine sämmtlichen Freunde und Bekannten ein ladet. Hr. Adam Dietrich, bisheriger Verwalter der „Mechanics-Halle," hat die Wirthschaft der Beck'.chen Brauerei an der Garrison-Lanc übernommen und ladet seine Freunde und Bekannten zu zahtrsiche m Besuche cin. Hr. Loui» Eckhardt wird sein neues Lokal, Ecke der Lightsiraße u. Fott'Ave, Montag mit einem Rieseulunschc einweihen. Alle Mitglieder des „Fidelia- Clubs" sind gebeten, Abends um 8 llhr im Lokole zu erscheinen und der Einweihung der Halle beizuwohnen. A. Heinemeyer's Konzert Garten, Nr. 115, Lombardstraße, wird heute Aveud eröffnet werden. Capt. Hoffmann'« Musik corps wird Conzertmusii liefern. Hr. Karl W. Bachiuauu wird seine neue Wirthschaft in Sir. 55, Hill-, zwischen Charles- und Hanovcrstraße, mit ei nem solennen Lunsche einweihen. Hr. Johann Eichhorn gedenkt Montag seine neue Wirthschaft inNr. 53, Lancasterslr., mit einem famosen Lunsche zu eröffnen. Hr Karl St,esc macht seinen Freunden und Bekannten die Anzeige, daß er Montag einen ausgezeichneten Lunlch in seinem Lokale, Nr. 321, Orleans slraße, auftischen wird. Der „Kufer-Berein, »tr. 3" wird Montag ein große» Picuic in Hwanz ger'S Park an dcr Annapolis-Road abhat ten. Hr. S. »vlumer, Nr. 20, Shakespeare-, Ecke der Bethelstraße, hat für einen Riesenlunsch Sorge getragen. Derselbe wird Montag ausgetischt werden; die ganze Welt ist dazu eingeladen, nur die „ModocS" wünscht Hr. Blumer sich vom Leibe zu halten. Hr. Heinrich Weber in Nr. IVB, Goughstraße, bemrthet seine Freunde Montag mit einem flotten Lunsch. Hr. Johann Nummelmann ladet leine Freunde und Bekannten Montag zu einem feinen Luusche in seinem Lokale Nr. 304, Nord-Bolidstraße, ein. Der gedenkt seine erste Dauipsbool-Exkursion nach Sonntag, den 8. Juni, zu Der,Vßürgerschützen-Park" wird morgen durch ein Conzert der Capelle des Capt. Hoffmann feierlich eröffnet. Hr. I. Thomas Kcttler macht seinen Freunden und Bekannten die Anzeige, daß Monlag ein delikater Lunsch in seinem Lokale Nr. 7K, Frederick-Ave., pran gcn wird. Der,,lakobs-Elud" macht morgen seinen jährlichen Mai-AuSslug nach Weber'S Brauerei an der Harford-Road. Zn dem Schützenparke au derßelair- Stoad findet morgen ein großes Militär-Conzert von Capt. Wiutcr's Musikcorps, das bci dieser Gelegenheit in seiner neuen preußischen Uni form zum ersten Male erscheine» wird, statt. Der „Schillerbund," vtr.7 deS deut schen Ordens ver schwarzen Siltter" hält Montag sein Maifest im „Valley-parle" ab. Der „Maryländer Turuvereia" begeht sein jährliches Picnic und Sommer nachtssek Montag, den 9. Juni, auf Louis Muth's altem Schützcnhofe an dcr Betair- Road. Als Blut und Säfte reinigendes Mittel ist das Karlsbader Sprudel- Salz unübertrefflich. Dasselbe wird von vielen Aerzten gegen Uuverdaulichkeit, Kopf schmerzen, Mangel an Appetit und alle Uebel, welche aus Unordnung des Magens oder der Leber entstehen, angewendet. Ä. Vogeler K C o m P. sind die Agenten sür Amerika. lsi-) LV" Tausende sind ourch Heu Ge brauch des 'Veruviamfchen Syrups (cineS Eisen - Protoxyds) aus schwächlichen, kränklichen leidenden Wesen in starke, gesunde und glückliche Männer und Frauen umge wandelt worden, und Invaliden können ver nünftiger Weift nicht zaudern, ihn einem Versuche zu uinerwersen. Gegen Dyspepsie uud Schwäche wirkt cr spczipisch. (107-12) Vermischte Berichte. Prophezeiungen über die Päpste. Prophezeiungen über die Päpste, welche St. Malachy. Erzbischof von Armagh in Ir land, im Jahre 1148 gemacht haben soll, wer den jetzt wieder bervorgesucht. Sie wurden zueist im Jahre 1595 zu Rom von einem Be nediklincrmönch, Arnold Wron, publizirt, 450 Jahre nach Matachy's Tod. Sie mach ten damals große Sensation und sind in der That merkwürdig genug. Sie geben näm lich für 101 Päpste kurze lateinische Mottos, welche den Schicksalen, dem Charakter derEii!» zclncn, ihrer Herkunst :c. oft treffend entspre chen. So heißt es z. B. von Benedikt VI».: "I>una, LosmeSi»»." Dieser Papst hieß Luna und war Cardinal der Kirche von St. Mary Cosmedin gewesen. Von dem S 7. Papst der Prophezeiung, Pius VII. heißt es: rupsz" (der räuberische Adler), eine Anspielung ans die Schickiale, die er durch 'Napoleon (den räuberischen Adler) zu erleiden halte. Dcr 101. und lctzie Papst der Prophe zeiung ist Piu« IX. Von ihm heißt cs: was dadurch erklärt wird, daß Pius IX. von Viltor Emannel, der ein Krcnz im Wappen trägt, versolgl wird. Diejenigen, welche die sen Prophczeihngen Werth beilegen, zerbre chen sich jetzt deu Kopf, ob Pius IX. etwa der letzte Papst sein werde, da mit ihm die Reihe dcr 101 Päpste schließt, worüber prophezeit wurde. Ihre Zweiscl werden irahrscheinl.ch bald durch den Tod Pius IX. uud eine neue Papstwahl beseitigt werden. Ein hartes Urtheil überßeecher. Theodor Tillen, der trotz seiner Excentri zitälcn, stets eine große Achtung vor dem Realen bewäbrl, sällte kürzlich in der „Gol den Age" ein sehr hartes Urtheil über Beechcr, welches denOrthodoren noch viel unliebsamer in den Ohren klingen wird, als dem gescicr ten Geistlichen selbst. Im Wesentlichen sagte Tilton Folgende«: „Beecher ist in seinen Ueberzeugungen recht radikal, aber seine Pre digten geben diesem Radikalismus keinen lrcuen Ausdruck. Seine sonntäglichen Reden zeigen, daß cr sich mit den Händen herkömmli cher Weise au Thesen, Lehren und Formen hängt, von welchen sein Her; und sein Urtheil sich längst abgewendet haben. Gelinde gesagt, ist dies eine moralische Unausrichligkeit. Sei nen Einfluß unter den Orthodoxen Hot er theilweise verloren, ohne zn derselben Zeit bei den Liberalen an Popularität gewonnen zu hadeu. Cr ist der glänzendste, volksthümlichste Vredigcr unserer Zeit und doch verliert er von Jahr zu Jahr nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Communilät an Einfluß. An dere Gedanken öffentlich zu vertieren, als jene der eigenen Ueberzeugung -- vor dem Forum sich zu einer anderen Philosophie zu bekennen, als im eigenen Zimmer, dem Publikum dic eine Moraliläl predigen, seine Handlungen aber nach einer anderen normicen, dicZ ist eui Benehmen, welches Nicmand mchr erniedrigt, als denGeisUicheu, und nichts so schr befleckt, als die Religion. Dennoch sind Beecher'« Geistesanlagen so glänzend, daß es immer eines der schönsten Beispiele bleiben wird, um dcr Well zu zeigen, was Gott leisten kann, sobald cr crncn Menjchcn ohne Gewissen und Muth, aber mit einem überschwenglichen ! R rchlhum an Phanlasie und Witz in die Well setzen wollie. Ueber den Pionier der amerikanischen Seidenzucht, Hrn. Joseph Neumann, von Calisoruien, schreibt das „Wash. Jour nal:" „Hr. Neumann hat bereits zwei große Flaggen mit Sternen nnd Streifen geferligi, eine davon dem Siaale Califoriiien, die an dere dein Cougresfe geschenkt. Die Letztere ist infolge Beschlusses des Congresses nach Wien zur Ausstellung gesandt, wohin Hr. Neu maiiii als bestellter Ehren-Commissär des Bundes in diesen Tage» abreiien wird. Wir erfuhren von ihm interessante Thatsachen über den catisornischen Seidenbau. Die ersten zur Fabrikation von Seidenstoffen nöthigen Ma schineric'n und Webstühle hat Hr. Neumann im Jahre 1856 eingeführt, woraus er 1869 die beiden erwähnten Ver. St.-Flagge», von denen jede 24 bei 36 Fuß groß ist, gesertigt hat. Im Jahre 1870 wurden gegen 20,000 Unzen Scidenraupcii.Eier gezogen, wovon der größte Theil unter Contratt exportirt wurde. Calisoruien eignet sich besser, als ftdes andere Land zum Seidenbau, indem das Klima günstig ist, die Sommer lang sind und die Raupen 8 Monate laug von den Maulbeer bäumen gefüttert werden können. Der Maul beerbaum treibt viermal des Jahres neue Zweige uud Blätter, welche letzleren voll loinmncr uud größer sind, als die ausländi schen. Die Zahl der Pflanzungen hat sich in letzterer Zeit so vermehrt, daß gegenwärtig wohl 2H Millionen Bäume von der weißen und schwarzen Gattung vorhanden sind. Die nach Wien gesandte Rohseide ist das Prodult dcr eigenen Arbeit von Hrn. Neumann. Der Letztere, welcher sauguiiwche Hoffnungen für das Eldorado Amerika'S hegt, beabsichtigt in Deutschland eine Assoziation sür den gewinn rcichcn Seidenbau iu Calisoruien zu Stande zu bringen uud hegt die Hoffnung, daß nach 10 Jahren Japan und China entbehrlich wer den und Calisoruien allein den Weltmarkt für Seide bildet." Es geht Nichts über den Fort schritt! Nun haben 162 Frauenzimmer in Lowell, Mass., bei der Gesetzgebung um Einführung der Vielweiberei pelitionirl. Sie wünschen jedoch, dsß in dem zu diesemßehuse anzunehmenden Gesetze bestimmt werde, daß ein Mann sich die zweite und jedeweitereFrau nur unterZuslimmung der ersten beilegen darf. Auf diese modifizirt polngamislische Weise soll siir den Ueberfluß an sanfter Weiblichkeit in Massachusetts eine zweckmäßige Verwendung geschaffen werden. In Änbeiracht, daß es dort 40,030 überflüssige weibliche Personen gibt, die zwar ehelustig sind, aber aus Mangel an Männern keinObftkt sür ihre disponible Zär tlichkeit finden können, wird die Gesetzgebung hoffentlich ein Einsehen haben. In Chicago begann gestern Abend die vie len deutschen Kleinstädlern wohlbekannte P o lizeist u Ii de. Dieselbe wurde übrigens bereits letzten Dienstag in einer dortigen Re stauration anticipirt. Die „Freie Pre»e" be nchlet: „Gestern Abend saß in einem der freguen teren Salons an West-Randolphstraße eine lustige Geftllichaft bei'in schäumenden Bier. Man imteihiell sich über allerhand u. machte auch Späße über die Polizeistunde u. s. >v. Mötzlich geht die Thüre auf und mit einem breiikrämpigen zum Dreispitz umgestalleien Hut, mir einem Spicß in der einen, eine La terne in der anderen Hand, sowie einem Tut rohr auf dem Rücke», tiat ein leibhaftiger Nachtwächtef ein. Er sang das bekannte Lied: Die Glocke hat eils geschlagen.- dann gebot er Feierabend nnd ging ab, olinc auch nur ein Glas Bier anzunehmen. Da der Herr Nachwächter obend'rein noch einen falschen Bart trug, konnte man nicht erken nen, wer den übrigens gar nicht schlechten Witz gemacht hatte." Geistesgegenwart eines Kin des.— Am Montag Nachmittag gewahrte die kleine, 13-iährige Lizzie Bourland, aus Woodlawen, Jll., während sie über das Ge leise der „St. Louis- und Südostbahn," nahe Roache's Station, ging, Gestrüpp auf den Schienen n. machte sich wfort daran, dasselde aus dem Wege zu schaffen. Während sie noch damit beschäftigt war, bemerkte sie, daß ein Balken über das Geleiie gelegt war, welchen das schwachgebaute Mädchen hinweqznheben sich vergeblich bemühte; zur selben Zeit aber hörte sie zu ihrem Schrecken auch schau das Signal eines herankommenden Zages. Aber auch jetzt behielt das Mädchcu feine volle Gel stesgegenwart bei. Es öffneie seinen Sonnen schirm und schwenkte denjclben, hoch über dem Kopfe, dem herankommenden Zuge entgegen. Der Ingenieur bemerkte auch sofort das War liungsjeichen und gab das Signal zum „Bremsen." Der Zug befand sich aber zu jener Zeit kaum 100 Äjards von der genann len Stelle und konnte demnach erst, als die Lokomotive bereits das Hinderniß berührt hatte, zum Stillstehen gebracht werden. Doch wurde Niemand verletzt und auch nicht ein einziger Waggon beschädigt. Der Eondnkteur des Zuges sprach dem Mädchen seinen auf richtigen Dank für dlkßrechtzeitige.Warnung aus, die ohne Zweifel mehr denn ein Men schenleben gerettet hat. Der Balken wurde durch zwei Männer entfernt und der Zng langie nm 4 Uhr 32 Minuten wohlbehalten in Ost-Sl. Louis an. Daß der Balken absichtlich über das Geleift gelegt und eine infame Schandthai beabsich tigt war, geht schon daraus hervor, daß man eine Masse Gestrüpp über denselben gelegt und ihn so den Augen etwa Vorübergehender offen bar ?u entziehen beabsichtigte. Von dem Thä ler ist jedoch bisher leine Spur entdeckt wor den. Jedenfalls verdient die Geistesgegenwart der kleinen Lizzie Bourlaud volle Anerken nung. Der Ex -„ Go nvernenr " Pinch back v.on Louisiana (ein Gouverneur dersel ben Sorte wie Kellogg), welcher, wenn wir nicht irren, sich nach Euiopa zum Besuch der Wiener Ausstellung begeben hat, hielt, bevor er New - Orleans verließ, in einer Versamm lung seiner Racengenossen eine Rede. Er sagie darin über die Beschwerden der Weißen Folgendes: „Ein Druck und eine Sklaverei lastet auf ihnen, die ichlimmer ist, als die uns rige war. Sie sind jetzt da, wo wir vor dem Kriege gewesen sind, und ich glaubt, wir w.r. den uns jetzt an die Arbeit machen müssen, sie zu rmanzipiren. (!) Sie machen da« schwach, volle daß 5000 Carpetbaggers den Staat beherrschen, daß die>e 5000 die 65.000 sarbiaen und durch dielc die 70>»0>> weißen Wähler unier ihrer Conirole baben ! Nun, ist dies nicht schlimmer, als irgend eine Sklaverei, wie wir sie zu ertragen hatten?" Als Rettungsmitlel schlug Hr. Pinchback sei nen weißen Mitbürgern eine Theilung der Aemter vor. (Journ.) In St. LouiS sich der deutsche Lehrer Nisbet vor einigen Tagen im Hotel zum goldenen Löwen aus Lebensüberdruß, veranlaßt durch Krankheit. Der Verstorbene war aus Darim'adt gebürtig, etwa 43 Jahie .alt und hinterläßt eine Frau, welche in New- Orleans lebt. Ccntaur-Aini^ jchaftt. keine Lähmung, weiche nicht dadurch gekeilt werten kann. D>escs ist eine vermci W. Barrauqer ä. Co., ulld^Vratwurstmachcr,^ Etablissement au der verlängerten Pcnnsyl» vania-Avciinc. Mirktjiande : Str. <»Ä, Haiiovkv-, Bvr kki. ' t Ntär^K.lg.'t.p) Hndliceulent für u Consunieuten j r i l ch e W u i <i, ?ic. mit ««»?. v/ri>>»»o».» Börsenberichte. Berichtet von Wm. Aisher d> Söhnen, Nr. 32, Souihstraße. Bait>in o r e. tcii ». Mat, Alici.dS 5, Uhr. Ang. Verl. Aug. üi>li. Goid Il>>» III)» 6<!it Olu Dz >!!'. V. St. S.LVr 2. <4>'VZ — St Paisßahn— ...ll9>, <Mo ,icu Verl -ö. Kt. — sscu 9<crl 4'. Vaör titi..!... ii>> Llto.iOiir. Va SV - «Uoä, O'tt'B7 W BaZrJuU IZ>» Littet! 81. !<'« Baito ür'?>>.. NorCciilkr gld 92". Balio Kr'W.. seulOy>otilt. «atto vl P M !«!>>, WMdL.g'M ivalto vrtka. !v!i - St ti.'lto kr IM.. U«d,!r2.LuZ'N SMemphi-! K» 56 >',? tl!llkEin7r' '>! ?» Lnt oi Lull» Mu<dCin Sr3. LZ?» Sitij Buiik.... 1l!-t »ich H Tan t. 7 i 7? Kranllin Bank ll »i 16 Or.Al.<KMa7r «I'» !>Z How Baak.... Or.<sAleirS. K 7 9l Mttchßank I2U Or.k «I Kr 4.8, _ Mcchßauk.... 12 BltoÄusrÄE INI Z. Nai Baiik Hca'biZkKohl I.'li l^S «. «. ZSX »7 k>l.(i I. H., 7r IIA) I,Mi) !l>^ Äer, >LI » li.2oer, li»i2cr iiü', . . ttS'i . . rl7'^ . t«67rr II'«?» . . IMicr tlcj!, !S.4oer il.!'i B. St.neue ä per üeiit 114'-» Milsouri » . i !jl>» ' » Spcjwiias li'» . ü Einpon» 4i . . Deterr>» I ! . Manpow.' l » Mail Ler. St. Erpreß Utev., «oi. 6 A, C i'- - '» -i!>. Zentral .k vudwll Vi!»» R. R li>i»i «rie.^...... «>»'. ' Seri? !>7>« Illinois Zenirai «>! 118 Zleveland PittSburz N !«»!>, Northwestern «n Rock-Island It.»'. Äil. und st. Paui ... Mil. nnd St. Paul, Pieler'd ? Toledo und Wadash ti tjo Wuhne N Ohio und . K eine Zahnschmerzen mehr ! <sari Braek" Elke Lnior- und Korrefiftr; H. Mittna-tit. Nr. Penni.-Ancnuc! L. Steinkoie?. Nr. West-Laiiiuiorciir ! r. > Rötilc, Eenirai-Etle der Boston- und Chestlisirabe! H. Man, Nr 259, 45. Nicliter, Nr. IW, imd Flasche. A. « Baliin'orc I»>s. P. Hanson Hiß ck Comp., Möbeln und Vorhänge-Stoffe, französische Zinrathen Ytr. »S, Stord'(sharle«straße. > Geheime Krankheiten: Gründliche Kur garautirt Dr. Joseph Fabian, praktischem Ärji, Philudelpdla. Dr. Kavitlli garantin eine schnelle und griiiidllch Sur in allen geschlechtlichen Krankheiten. H ua g e Männer, die sich heimlicher ÄUlendsünden bewußt find, oere, »otgen stch in schwache, Unvermögen, LibenSüder dr»g und zuletzt in Auszehrung kund geben, woge» stch vertrauensooU an mich wenden. Äch habe Tausende solcher Ungtüllicher zu Ihr» Iruhcren Gesundheit jurü>kgedra>iu, die von Anderr lalsch dehandelt »der al» unheilbar ausgigebeu war» können von werden, wenn sie mt: t»?e« Zustand schriftlich mittheilen. Strengste Verschwiegenheit wird jugefichei', Adresse: l>». . kkr. ZL«. 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Da er vvUständig srer von Alkohol in irgend einer Form ist, so > solgt seinen kräftigenden Wirkungen nicht ei ne entsprechende Reaktion, sondern sie sind bleibend »nd verleiben allen Theilen des Kör pers Krasl, Stärke, nencS Leben. Tausende sind durch den Gebrauch dieses Heilmittels ans schwachen und kränklichen Ge rhöpscn in starke und gesunde Menschen solllcn ohne ZauZeru dies Heilmittel veisu chni. Man sehe darauf, daß jede Flasche den Namen „Peruvialiisclicn Si,r»p" im Seth ZiZ. Fmvle Li Söhne, Eige»- ttiiiiiier, <A»rill.i,lN,i IUIWIW Nur SO (sentS pro Flasche. Es brsördcrt drn Wuchs, erhält die Farbe uud vermehrt die Stärke und Schönheit des Haares. Deö W«il»e»? suuuster Sckmuck ist d,.s.»aar. Lyon '6 i^INSIIW <Apri122,D.D.u.5..11.j.a.W.t.u.w.) H agan ' ö Magnolia - Balm. Rnr einige weniqe Applikationen klaren, schneeigen Tcint. l'S ist rcin veactal'ilijch, und seine Wirkung sofort be. lecht rs bleicht kräftige Wirkung ver. jugendlichen Neiz nnd Tchönheit. 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Kur «in. der sind sie die u»t> dcjie M-bizm, weit fte bei ai. Ang fertigtvon^ Dr. I. k 5. Aver « V>oi»v.. "> Lowell. praltischen u. -natqsirenden Chemikern. (Axr S.iZi.,« /.a Pässe! Pässe! K. «am«. Ecke der Balliworeflr. »od P -v.-«»»»»».

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