Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 12, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 12, 1873 Page 1
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F. Raine, Herausgebe,. Speztel - Notizen. Baltimore Fire Znsurance Mce, s-ädwest-Ecke von South- und Waterstraße. Herren- W m. G. Harri soli, President; «co. R. Bickcrs, H. v. «apff, ?,a?id S, Wilson, T. Rodt. ZenkinS, Zosial, Penningtou, ». Morton Stiwirt, Kranc.S T. »>ng, «. K «twcomer, 6 Orvilie Vorwitz, R. E. Steiian, W. W. Tayio«, Wm. H. Brune, AsraU Soden, Äcorzl 6 Harnion. wild in der Oisic?, Siidweit-Scke von Söul» und Waliiilrctze. «theil', «o nach Aus trüge losori crleoiql werven. w rd.n aus iigenv eineangenommen, welche der Äppli ) ?r. «oodworth, «etc. N. Courtney ä? Bruder, Skr. >4, Nord - Charlesstraße, Champagner, Sherry-, Port- und Madeira-Weinen, Havauua-Cigarreu aMlNtlksam, weite alle »wei Wochen per Damvier twpiangen «nd im »leinen zu SngroS-Preisen ver täust weiden. feinen Thre und ausgewählte «ivcerit- Waaren sür Hamiiir. ulleiniqe Äaenicn des berühmten Tludhonse rei ne n N o g g en-WhiSlkv IDijlZ.t^Mtl) Gold- und SLlberwaerel. 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Der Kammerdiener öffnete schnell beide Flügel der Thür und rief: Ihre Majestät die Königin! Georg V. fuhr aus seinem Sinnen em por und stand auf. Die Königin trat eilig in das Kabinet und ging auf ihren Gemahl zu, der ihr die Hände entgegenstreckte und sie auf die Stirn küßte. Tie Königin Marie war damals etwa 45 Jahre alt, groß und jugendlich elasti scher Gestalt, anmutbig in Haltung und Bewegung. Ihr Gesicht, von dunkelblon dem reichem Haar umrahmt, hatte nicht mehr die frischen, rosigen Farben und die kindlichen Züge, welche das neben dem Schreibtisch des Königs hängende große Brustbild der eben vermählten Kronprin zessin zeigte, aber ein jugendlicher Hauch lag noch immer auf diesem reinen, wohlwollenden und heitern Gesicht, und aus den Augen von dunklem Grau strahl te ein Heller, klarer Blick voll Herzensgüte und Lebensireudigkeit. Heute jedoch war dieser Blick voll Unruhe und Sorge, und mit aufgeregter Stimme rief die Königin, indem sie zu ihrem Gemahl emporblickte: Ich sah aus meinem Fenster Gras Pla ten eilig zu Dir gehen und in dieser Zeit der Angst und Aufregung fürchte ich im mer, es könne eine schlimme Nachricht kommen, sagte sie mit ihrer wunderbar tie fen und biegsamen Altstimme. Ist es et was Ernstes? fügte sie nach einigen Au genblicken hinzu, indem sie ängstlich for schend in das ernste, fast feierliche Gesicht des Königs sah. Georg V antwortete: Es wäre thöricht. Dir zu antworten, es sei nichts Du würdest die Wahrheit doch bald genug er fahren und eine Königin muß auch die großen Krisen zu überwinden wissen. Er legte sanft die Hand auf ihr Haupt. Ja, es ist Ernst, sagte er, heute Abend haben wir den Krieg mit Preu ßen. O mein Gott! rief die Königin stehend, wie ist das möglich Du wolltest ja für alle Fälle neutral bleiben! Man stellt mir Bedingungen, Rie ich nicht annehmen kann, ohne die Würde und Ehre meiner Krone zu verletzen, ich werde sie ablehnen und dann ist der Krieg erklärt! sagte der König mit weicherStim me, wie um seiner Gemahlin diese harte Nachricht milder zugänglich zu machen. Entsetzlich! rief die Königin, —ist denn gar keine Transaktion möglich, könnte ich vielleicht etwas thun zur Verständi gung! rief sie, wie von einer plötzlichen Eingebung ersaßt, die Königin Augnsta wird wie ich vor einem solchen waren Bruderkriege zurückschrecken. Ja, ein Bruderkrieg ist es im eigent lichsten Sinne des Wortes, sagte der Kö nig, denn aus manchen Familien steht ein Bruder in meinem, der andere in preußischem Dienst, aber zu thun ist da nichts mehr, glaube es mir, ich bin dessen gewiß und das Einzige ist, daß ich so viel als möglich suchen werde, Blut vergießen hier im Lande zu vermeiden. Graf Platen glaubt zwar noch vermitteln zu können O hätte er nicht so lange vermittelt! rief die Königin lebhaft, —> dann wären wir jetzt nicht in dieser schwären Lage, nach beiden Seiten ohne Halt, hätte er dann wenigstens nicht Gahlen; und seine Truppen fortgehen lassen. Glaube mir, Männchen, rief sie in innigem Ton, diese lächelnde ZweiseitigkeitPlalen's stürzt uns Alle in's Unglück! Der König blickte finster vor sich hin. Jetzt ist jedensalls nichts zu ändern, sagte er, die Situation muß erfaßt werden wie sie ist. Ich gehe diese Nacht mit Ernst zur Armee, die ich nach dem Süden des Königreiches zusammenberufen will, um wo möglich die füddeutfchenTrup pen zu erreichen. Und wir, wohin Hehen wir? rief die Königin ängstlich. Der König nahm ernst ihr Haupt in beide Hände, drückte einen Kuß auf ihre Stirn und sprach mit unendlicher Milde und Weichheit, aber eben so großer Ent schiedenheit: Du und die Prinzessinnen, bleibt hier! Hier?! Ries die Königin, in rascher Be wegung einen Schritt zurücktretend, indem ihr Auge erschreckt zu ihrem Gemahl em porsah, hier? während der feindlichen Okkupation? Nimmermehr! das kanu Dein Ernst nicht sein! Es ist mein Ernst, sagte der König, und Du, meine Engelskönigin, wirst bei ruhiger Prüfung ganz meiner Meinung sein, davon bin ich überzeugt. Tie Königin blickte ihn fragend an und schüttelt leicht den Kopf. Ich will meinem Laude, fuhr der Kö nig fort, die Schrecken des Krieges, mei ner Armee einen, der Uebermacht gegen über vielleicht unnützen Kampf ersparen und sie deßhalb zu den süddeutschen Ar meen führen, wo sie Gelegenheit haben wird, mit an der großen Entscheidung theil zunehmen. Mein Platz und der des Kron prinzen ist inmitten der Armee. Die feidliche Okkupation mit ihren Bedrückun gen, Leiden und Schmerzen kann ich aber meinen Unterthanen, den Familien mei nes Landes nicht ersparen. Sie werden die feindlichen Truppen in der Heimat sehen, sie in ihren Häusern ausnehmen muffen, während ihre Söhne im Felde stehen. Wie ich mit meinem Sohne das Schicksal meines Heeres theile, so mußt Du, die Königin, mit unsern Töchtern das Schick sal des Landes theilen, das ist unsere kö nigliche Pflicht, es soll in keiner Fa milie Hannovers gesagt werden, daß die Familie des Königs anders handelt, als es von den Unterthanen verlangt wird —> wir sind mit dem Lande durch tausendjäh rige Bande verwachsen, wir sind Fleisch von seinem Fleisch und Blut von seinem Blut, wolltest Du, daß man sagen sollte, die Königin säße sein in rubigerLicherheit, während die schwere Zeit auf dem Lande lastet? Uno seine ausgestreckteHand suchte seine Gemahlin, während sein Haupt sich nach der Seite richtete, wo er das leiseßauschen ihres Aleides vernahm. Die Königin hatte die Hände gefaltet, ihr Auge, auf ihren Gemahl gehestet, hatte den Ausdruck der Angst und des Schreckens verloren und in feuchtem Glanz strahlte es dem Könige entgegen. Als er geendet, ergriff sie seine suchende Hand, legte seinen Arm um ihre Schultern und schmiegte sich innig an ihn. Tu hast Recht! rief sie, o Du hast Recht wie immer, Dein großes, edles Herz findet ja immer dasßechte und Wahre. Ja, mein König und Gemahl, ich bleibe hier, getrennt von Dir— aber verneint durch unser Land, unsere Liebe, unseres Pflicht! Ich wußte, daß Du meinen Entschluß billigen würdest, sagte der König ruhig und freudig, meine Königin konnte nicht anders denken und empfinden wie ch. Baltimore, Md.. Montag, den 12. Mai 1873. Und in stummer Umarmung standen die königlichen Gatten lange umschlungen, in stillem Weinen legte die Königin ihr Haupt an die mächtige Brust des Königs, und mit leiser Hand fuhr der König sanft hin und her über ihr reiches Haar. Dießlumen dusteten, die Wasser rausch ten draußen, die Vögel sangen in den Bäumen und die ganze Natur athmete glücklichen Frieden. Und über all' dem sonnigen Licht, über all' dem Frühlingsdusten und Singen stand unsichtbar die finstere Wetterwolke, deren zuckender Strahl bereit war, herab zufahren und all' dieß stille Glück, all' diesen königlichen Glanz zn zertrümmern für immer. Ein Schlag an die Tbüre ertönte. Der König drängte die Königin sanft von sich. Die Minister stehen zu Befehl, meldete der eintretende Kabinetsrath. Nun, sprach der König sanft zu seiner Gemahlin, laß mich mit den Ministern das Nöthige abmachen, —wir sehen uns nach her! Gott segne Deine Entschlüsse! sagte die Königin innig. (Fortsetzung tolzt.i Telegraphische Depeschen. (Von dcr ..Bsjociirten Presse^ sm den „Eorrrspondln- EmoMsche Aabelberichie. Angeblicher Mordversuch auf den deutschen Kaiser in St. Petersburg. Ein Priester soll während dcr Nrvne ailf Kaiser Wilhelm geschossen und einen Adjutanten verwundet haben. N e w-V o r k, 11. Mai. Eine Spezial- Depesche dcs „Hcrald" von London meldet beute, daß ein Bericht dort eingetroffen ist, daß während der Parade in Sl. Petersburg von einem Priester auf den deutschen Kaiser geschossen wurde uud die Kugel dessen Helm durchbohrle und seinen Adjulanlen schwer verwundete. Der Bericht war noch nicht vublizirt worden, wurde aber für wahr ge halten. London, 12. Mai, früh 6 Uhr.—Dcr „Tklegraph" berichtet, daß das Attentat auf den deutschen Kaiser in Jnsterburg gemacht wurde. Nach denßerichten der „Daily News" fand es in St. Pelersbnrg statt. Wien , 10. Mehrere prominente Bankiers dieser Stadt haben 12,000,000 Fl. gezeichnet zur Erleichterung desAklienmarktes; dcr Fjnanzminisler hat dieses Kapital infolge eine« Arrangement« mit der Nalionalbank auf 20,000,000 Gulden erhöht. Dcr Prinz von Wales und Prinz Arlhnr reis'tkn gestern von Wien ab. Wien, 11. Mai.—Die Regierung beab sichtigt, gewisse Verfügungen dcS Baukge sctze« zu modifiziren. Die Wiener Wiltausstellung. London, 10. Mai. Eine Depesche aus Wien an den „Standard" mel det, daß es zwischen dem Protector der Aus stellung, Erzherzog Karl Ludwig, und dem Generaldirektor Baron Schwarz zn einer ernstlichen Differenz gekommen ist, weil die Arrangement« noch sehr zurück sind. Da der Kaiser für Baron Schwarz Partei genommen hat, ist Erzherzog Karl von Wien abgereif't. London, lv. Mai. Die Bankfälscher Bidwell und Noyes halten ein weiteres Ver hör. Heute begann die offizielle Untersuchung der „Atlantic" -Katastrophe in Liverpool. Es wurde geltend gemacht, daß der Dampfer ungenügend veiproviantirt war und nicht genug Kohlen am Bord hatte. Hr. Jsmay, der Agent der Linie widerlegte dieies. London,ll. Mai.—Der „Observer" be richtet, daß eine allgemeine Parlamentswahl im nächsten Frühjahr abgehalten werden soll; das gegenwärligeParlament wird im Februar vertagt werden. Frankreich. Paris, 11. Mai. In vier Departe ments fanden heute Ergänzungswahlen üatt. In allen Fällen wurden radikale Republika ner erwählt. Paris, 10. Mai. Eine Depesche von Bayonne meldet, daß die Regierungstrupven in der Provinz Biscaya seit längerer Zeit nicht abgelöhnt wurden und infolge Dessen in Meuterer ausgebrochen sind. Madrid, 10. Mai. Saballo. der Kar listensührer, erschoß kürzlich einen seiner Offi ziere, weil derselbe angeblich beabsichtigte, sich den RcgiernogStruppen auszuliefern. Zwischen den Karlisten unter DonAlphonso und dcnßcpublikanern hat ein heftiger Kampf stattgefunden, in welchem die Ersteren geschla gen wurden. Fülifundfechszig Insurgenten wurden getödtet nnd Viele verwundet. Das Kriegsministerium hat Nachricht er kalten, daß die Karlisten in mehreren Gefech ten geschlagen worden sind. Mehrere Priester wurden hier als Anhänger des Don Carlos verhaftet. Die RegiernngStruppen in Navarra, welche die Karlisten unter Dorregarh schlugen, sind verstäikt worden. Der osfizielle Berich! giebt die Zahl der Verluste aus Seiten dcr Regie rungstruppen aus IL an; ein Spezialbericht an den „London Telegraph" sagt, es seien 20 gefallen. London, 10. Mai. Das hiesige Kar listen-Eomite Hai Nachrichten, daß Don Al- Phanjo.die Stadt Ogulada belagert. Saballo soll sich vor Manreia befinden. Madrid . 10. Mai, Abds.— Die Berichte von der Abstimmung über das „Elekroral- Büreau" fielen allenthalben zu Gunsten der söderalen Republikaner aus. Madrid, 11. Mai. Gestern begannen die Vorwahlen zu der Constituante; am ersten Tage wurden 32,525 Stimmen abgegeben; die Abstimmung dauerte auch heute fort. Die Föderalisten haben große Majoritäten. Ob gleich große Aufregung herrscht, verliefen die Wahlen doch ruhig.— Nach dem Berichte des Finanzministers betrug die Schuld Spani en's am 1. April d. I. 7,330,000,000 Pesa> tos? 5 mehr, als im Jahre 1368. London, 10. Mai. Eine Depesche von Rom meldet, daß der Papst gestern zu krank war, um eine Anzahl sranz. Pilger empfan gen zu können. R o m, 11. Mai. Während der gestrigen Kammersitzung zog ein Pöbelhaufen, eiwa 200 Mann stark, auf den Quiriual und machte dort aufrührerische Demonstrationen, derselbe verlangte unbedingteAu'hebung der geistlichen Körperschaften. Die Polizei verhinderte den Mob, in den Palast einzudringen; ein Poli zist wnrde verwundet. A r ka. L o n d o n, 9. Mai.—Soeben aus derTap stadt in Süd-Afrika hier eingetroffene Nach richten besagen, der König von Aschanti habe Großbritannien dcnKrieg erklärt; eine 35,000 Manu starke Armee sei von Kumasi avmar schirt und bedrohe die feste Stadt Elmina au der guineischen Küste. Es herischt dort große Aufregung uud werden alle möglichen Vorbe reitungen zur Vertheidigung getroffen. (Das Negeroolk der Aschanti aus der Gold küste von Asrika ist in politischer wie socialer Beziehung das wichtigste in ganz Guinea, dessen Reich seit 1807 außer der Bergland fchaft Aschanti noch die früher unabhängigen Länder Adanta, Wasfaw, Adingra, Gaman, Sarem, Jnta, Daghumba, Akim, Asin und Aquapim umfaßt und auf 10,000 Quadrat weilen 4 Millionen Einwohner zählt. Letz tere sino, bis auf die muhamedanischen Be wohner be» Kong, sowie von Jnla und Dag humba, Heiden, Sklavenhändler und Men schenschlächtcr. Residenzstadt des monarchi säien und despotischen Königs oder Ohen ist Kumasi mit 7000 Einwohnern.) Inland - Depeschen. Chas. Sumner'S EhescheidnngSoro zeß. Der Senator von seiner Frau geschieden. Boston, 10. Mai. Heute wurde im Ober-Gerichte die unglückliche Ehe des sena ors Sumner ohne Schwierigkeiten gelöi't. Die gewissenlose Frau hat den Senator be kanntlich seit längerer Zeit verlassen. Die Leichenfeier zu Ehren des Lber rlchters Ehale in Xew-York. N e w-N ork, 10. Mai. Die Leiche des verstorbenen Oberrichters Chase war heute von BUyr an bis 1 Uhr Nachm. im Hauptschiff der St. Gcorge's Kirche ausgestellt und eine ungeheure Menschenmenge drängte sich herzu, um einen letzten Blick auf die Züge des gro ßen Todten zu weifen. Auf dem Sargdeckel lagen reicheßlumeuipenden liebender Freunde. Mehrere Damen beugten sich nieder und küß ten die Livpen des Todten, andere verließen laut weinend den Sarg. Der Sarg war ein Meisterwerk der Schrei nerarbeit, auf dem Deckel befand sich eine ein fache mit der Inschrift: tüliiii'.liisiil't!, dorn 13. IBl>B, ilieil »itv 7. 1873. Die Leiche war in schwarzes Tuch geklei det, das Gesicht zeigte einen ernsten Ausdruck. Um 1 Uhr wurde die Kirche geschlossen und der Sarg in eins der Vestibüle geiragen. Ge gen 43 ließ man das Publikum ein uud um 3 Uhr begannen die Feierlichkeilen. Der Ehrw. N. H. Thng las aus dem Ritual „Ich bin die Auserstehung und das Leben:c." Der Ehrw. Dr. Hall hielt die Leichenrede. Aus den Wunsch der Familie war kein Chor a?we>end, nur der Organist spielte mehrere Trauermärsche. Nach Beendigung der Feier wurde dcr Sarg nach dem Bahnhofe gebracht und nach Washington geschickt. Washington, 11. Mai. Die Leiche des Oberrichters Chase kam heute früh unter Begleitung der Angehörigen dcs Verstorbenen hier an. Der Sarg wurde nach der Halle des Oberbundesgerichts gebracht und auf demsel ben Katafalk ausgestellt, auf welchem im April 18K5 die Leiche Lincoln's ruhte. Auch von den Washingtoner Freunden des Ver storbenen kamen reiche Blumenfpniden. Mehrere Taufend Personen besuchten das Gebäude, es war ihnen jedoch nicht vergönnt, einen Blick auf die Züge des Todten zu wer fen, da während des Transportes mit dem Gesichte eine eigenthümliche Veränderung vor gegangen war. Die Beerdigung wird morgen Mitlag stattfinden. Vermischte TZepescheu auS «tcw?jork. New - Nork, 10. Mai. Hr. Marvin, welcher kürzlich den Börsenmagnaten Jay Gould beohrfeigte, wurde gestern um S2»O ge straft und mußie 51000 Bürgschaft sür sried llches Verhallen stellen. Gestern fand dießeerdigung des Ex-Prä sideillen Paez von Venezuela statt. Die Leiche wurde bis auf Weiteres in dem Gewölbe eines Todtenhofe« beigesetzt. Man glaubt jetzl in dem DiebeShehler Tice den Mann entdeckt zu haben, der näheren Ausschluß über die Ermordung Goodrich's ge ben kann. Eine Uhr und ein Pistol, welche dem Goodrich gehörten, wurden bei Tice ge funden. In den Gaswerken von Brooklyn haben 150 Schüler die Arbeit eingestellt und verlan gen höhere Löhne. Die Compagnie weigerte sich, die Forderung zu bewilligen uud stellte neue Arbeiter an. Am Montag soll der große Prozeß gegen Tweed Wiederbeginnen. Der wöchentlicheLanlbericht gibt folgen denden Ausweis: Abnahme der Anleihe K 3,- 96K.L00; Zunahme der «pezie LI,583,800; Zunahme der Legal-Tmders 81,892,600; Zu nahme der Netto - Depositen KL,317,200 und Abnahme der Zirkulation 540.000. Gold schloß gestern zu 185. Der Dampfer „Oceanic," nach Liver- Pool bestimmt, mußte gestern wieder in den Hafen zurückkehren, weil feine Maschinerie in Unordnung gerathen war. Dem Dampfer „Oceanic," dessen Rück kehr in den Hafen an einer andcrcn Stelle be richtet ist, wäre beinahe ein eben so furchtba res Unglück zugestoßen. In der Nähe von Sandy - Hook entdeckte man einen Riß in ei nem dcr neuen Kessel, da nur wenig Dampf entwich, fo fuhr man unbclümmert weiter. Der Sprung erweiterte sich jedoch fehr rasch und man mußte umkehren. Die Passagiere waren selbstverständlich in großer Aufregung. Der Dampfer wird eist in drei Tagen weiter fahren können. Der Tenorist Tambei lik, der in dcr ver flossenen Saison als Direktor der italienischen Oper in Havanna fizurirte, relj'te gestern von hier nach Europa ab, um (angeblich) eine Operngesellfchaft für die Vcr. Staaten zu or gaiii streu. Unqlück im Kalkbrennen. Easton, Pa., 9. Mai. Bon Nazareth in Lehigh-Eouuly wird berichtet, wie eine Kalkpfaniie, die einem gewissen Lichlenwallner gehört, sich verstopfr hatte, und daß am Mon rag Abend Lichtenwaller mit einem Mann, Namens Haldeman, aus die Kalkpfanne stieg und mit einer laugen Stange ein Loch durch die Kallkruste stieß. Sobald er die Oeffnung gemacht hatte, strömten Schwefelgafe heraus, uud ehe Lichlenwallner im Stande war, sich zu entfernen, wurde er von dem Gase über wältigt, und zum Einsetzen Haldeman's stürzte er in die Kalkpsanne hinunter. Haldeman glaubte, Lichlenwallner sei hinabgefallen, weil er sein Gleichgewicht verlor, er beugte sich hin unter, ergriff Lichtenwallner und suchte ihn heraufzuziehen. Da verließ ihn plötzlich die Besinnung, und auch er stürzte in die Kalk- Pfanne hinunter. In jenem Augenbtick fuhr Theodor Malier mit feinem Gespann vor über, und durch Haldeman's Benehmen neu gierig gemacht, stieg er von seinem Wagen herunter und begab sich an die Kalkpfanne, um zu sehen, was eö gibt. Ehe er hinkam, sah er den Haldeman hineinfallen. Walter ergriff eilig eine Leiter, stieg auf die Pfanne und iieß die weiter iu sie hinunter, wo die bei den Männer lagen. Als er bemerkte, daß Beide bewußtlos stieg er rasch die Lei ter hinab, ergriff den Korper LlchlcnivaUner's und begann mit ihm die Leiter hinaufzustei gen. Ehe er jedoch hinauskam, wurde auch er bewußtlos uns stürzte mil dem Lichlenwallner hillunier in die Grube. Zufällig arbeiteten einige Leule in der Nähe der Kallpfaune, und als sie ihn die Leiter herbeischleppen und ihn hinunter steigen sahen, eilten sie in der Berum thniig, daß irgendetwas nicht recht se>, herbei. Als sie die Kalkpfanne erstiegen hatten, be< merien sie gerade noch, wie Waller in sei ner edlen Bemühung, das Leben der Verun glückten zu retten, selbst in die Grube fiel. Einer der Ankömmlinge eilte die Leiter hin unter, ergriff den Waller und schleppte ihu hinauf. Judessen hatte auch der wackere Mann die Wirkungen des gefählllchen Gases an sich veripüri. Walter wurde auf den Boden ge legt, währeud einer der Arbeiter nach einem Arzte rannte. Nachdem dcr Manu, der den Waller gerettet, wieder zu Aihem gekommen war, riskirte er sein Leben nochmals, nm auch die beiden anderen Männer zu retten. Er brachte lhre Leiber auch herauf, aber Lichten wallner uud Haldeman waren bereil« todt.

Um jene Zeit hatte sich Walter wieder erholt. Die Eoronersjury gab eiu den Umständen ent sprechendes Vcrdikl ab. Walter und der Mann, der ihn gerettet hat, haben noch sehr viel von den Wirkungen des erstickenden Gases zu leiden. Zum Tode verurtheilt. Wheeiiug, W.-Ba., 10. Mai. —Taylor Shouder, ein Neger, der seine Frau vor uu gesäbr einem Jahre ermordete, wurde heute von den Geschworenen des Morde« im ersten Grade schuldig erklärt und zum Tode verur theilt. Das Mnsikfcst in Cincinnati. Ciucin n a t i, 10. Mai. — Das große Musiksen darf als beendet betrachtet werden, denn das große Conzert im Freien und das Pic-Nie, das heute stattfinden sollte, hat we gen des anhaltenden Regenwetters ausgesetzt werden müssen und wird dasür heute Nachmit tag ein Eonzert in der großen Ausstellungs halle gegeben werden. Das Programm ist von den bereits während der Woche zur Auf sühruug gebrachten Nummern zusammenge setzt worden, bietet also eigentlich nichtsNenes. Ueberdies ist der Chor sehr dünne geworden, sodaß nur leichte Musik vorgeführt werden kann. Das gestrige Nachmittagseonzert war trotz des fchrecklichcn Welters gut besucht. Die Borträge wurden hänfiq durch den draußen wüthenden Sturm gestört, befouders bei dcr Ouvertüre zur „Leouore," zu der der Donner die Begleitung lieferte. Rudolphfen fang eine Arie aus Mendelssohn's „St. Paul" und Frl. Cary eine Arie aus den „Hugenotten," während das Orchester die Ouvertüre zu „Wil- Helm Tell," den „Kaisermarsch," und mir dem Ehor Schüben'« Symphonie in C zur Bor sührung brachte. Nach dem Eonzert wurde Hrn. Singer von New-lork, dem die treffli chen Leistungen des Chors zu verdanken sind, eine elegante Uhr und Kette vom Chor über, reicht. Zu dem Abendconzert hatten sich mindestens 6000 Zuhörer eingefunden. Das Conzert er öffnete mit dem Borfpiel zu „Die Meiitersän. Ger vonNürnberg," dem Schubert's 23. Psalm vom Dawenchor vorgetragen, folgte. Ob ' gleich der Chor wirklich gut war, mußte man ' doch zugestehen, daß das Werk sich nicht zum Borirage in einer großen Halle eignet, da die - fchönsten Stellen dadurch verloren gehen. Gleich nachdem Liszt'S „Taffo" vom O» j chester vorgetragen war, betrat Richter Mat i thewS die Bühne uud, auf den großen Er j folg, den das Musilfest gehabt, hinweisend, verlas er cm Gesuch vielcr hervorragender Bürger, daß dasMusiksest ein jährlich wieder kehrendes sein möge, was von dem Publikum mit donnerndem Hurrah ausgenommen wur de. Der Präsident des Fest-Comile's mochte dann einige Bemerkungen und dankte schließ lich allen Tdeilnehmern an dem Feste, beson ders dem Dirigenten Hrn. Thoma«, ohne den dasMusiksest nie deuErfola gehabt haben wür de, den es sich jetzt zu erfreuen habe. Das Auditorium wünschte dann auch noch eine Rede des Herrn Thomas zu hören, doch derselbe war zu einer solchen nicht zu bewe gen und das Eonzert nahm seinen Fortgang. Mendelssohn's „Walpurgisnacht" wurde von dem Orchester, dem Chor und Frl.Cary, sowie den HH. Rudolphsen, Whitney und Valley zu Gehör gebracht und tadellos durchgeführt. Ten Schluß des Conzertes bildete das vom Chor vorgetragene „Hallelujah." Verheerender Sturm in t?hio. Ci n c inli at i, 10. Mai. Ein furcht barer Sturm segte gestern Morgen über Bclle- Cenire, Ohio, welchereineKirche, vier bi« fünf Geschäftshäuser uud acht Wohnhäuser nieder wehte. Der Verlust wird auf 540,000 ge schätzt. Derselbe «türm suchte auch noch verschiedene andere Landstädte heim. ' Die Zustände in Arkansas. Liltleßock, Ark., 10. Mai. Am Sonntag, den 4. Mai, kam Jan.es M. Vance, der erwählte Scheriff von Hamstcad- County, von Little-Rock in Washington,dem Countysitze, an. Man erwartete ihn schon am Samstage, und eine Bande von 40 Mann hatte sich an oem Tage zu dem Zwecke versam melt, Vance zu ermorden. Den Negern war schon varher vcrbolen worden, die Stadt zu betreten u. die bereits dort befindliche»! Neger wurden verhaftet. Samuels, cin Ncgcr und County-Clerk, wurde vor mehreren Wochen vertrieben. Als Vance von dem Zustande der Dinge erfuhr, bestieg er sofort wieder fein Pferd und jagte davon. Die Slraßen wur den genau bewacht. Er halte die Camden- Landstraße eingeschlagen uns wurde in der Richtung von Arkadelphia in cinem Walde angefallen, mehr als zwei Meilen verfolgt, und schließlich kam er glücklich in Arkadelphia an. Vance wurde bei der letzlen Wahl zum Scheriff erwählt. Da» schreekllche lHeheimmsi deS Bender scheu Hauses in Kansas. Kansas-City, 11. Mai. Die Auf regung in Cherry-Volc, infolge der vielen Lei chen, welche in dem Hause der von hier forige zogenen Familießender gesunden wurden, hat sich bis zur Fi.berhitze gesteigert. Hundert Mann suchen dic Gegend ab, man pflügt den Baden um, hat aber keine weiteren Gräber ge sunden. Die Familie Roach, welche sieben Meilen von der Mordstelle entfernt wohnt, A. Stephenfon, I. Harneß und Frau, Tho«. Tyke uns Frau, ein wandernder Prediger, ein notorischer Charakter, Namen« Major Mun ford und Zuhältcrin wurden alle aus Verdacht verhaftet, sogar die Familie Bender wird ver folgt. Man ist bestrebt, das Geheimniß um jeden Preis zu enthüllen. Ein schreckliches «erbrechen. Dreifacher Mord. Atchifon, Kansas, li. Mai. - James Erickson, welcher kürzlich 40 Meilen von hier entfernt in Watmore verhaftet wurde, weil er versucht hatte an einer Frau Marqnette ein namenloses Verbrechen zu begehen, ward am Freitag freigesprochen und begab sich stehenden FnßeS nach Watmore zurück. Am Samstag Moigen ging er nach Marqnette's Haus, uud als der Mann vor die Thüre trat, schoß er ihn ni.der. Er nabm sodann dessen beide Kinder, führte sie in ein benachbartes Hau« und fagte, er werde jetzt auch ihre Mutter todten. Die Nachbarn fürchteten sich, ihm nachzugehen nnd requirirten erst Verstärkun gen. Als sie das Haus betraten, fanden sie die Frau uud ihren Mörder todt in dcr Stube liegen. Erickson hatte die Frau augenschein lich erst geschändet, ehe er sie umbrachte. Der Bürgerkrieg in Louisiana. N e w-O rleans, 10. Mai.—ln der ver gangenen Nacht kamen hier 50 berittene Me tropolilaner an nnd gingen heute Morgen um 3 Uhr nach Sl. Martinsville. Sie berichte ten aus ihrer Reise durchaus keine Schwierig keiten gehabt zu haben, und sagten, daß dcr Mann, welcher ausfagle, daß 16 Meilen von Vrashears ein Gefecht stattgefunden habe, em Deserteur gewesen fei. Heute kamen hier 200 Mann Ver. Staaten Soldaten an und fchiff ten sich per Dampfschiff nach St. Martins ville ein. New-Jberia, 10. Mai.—General Bad ger hat in die ganze Gegend Sirnfwachen ausgeschickt, um den Auftnihall desOberst De Blanche, dessen Bewegungen soweit unbe kannt sind, auszufinden. Man sagte heute Morgen, daß Oberst De Blanche Verstärkung von St. Landley erhal len werde. Augenscheinlich beabsichtigte Oberst De Blanche, anfänglich nur sich dcr Kellogg'schcn Regierung zu widersetzen, ohne icdoch im Sinne gehabt zu haben, Blut zu vergießen. Bis auf die Handlungen der Per. Stäatcn-Trippen nnd dcs Marschalls, wel chen wir noch enlgegensehen, ist die ganze Sache fo gut, wie abgethan. B raf h e ar « C i t y, 11. Mai. Heute Morgen kam das Kellogg'jche Kanonenboot „Asark" hier an. Da die Bundes-Truppen in St. Martins ville angekommen sind, so erwartet man die Zurückkunft des Dampfer« „Iberia" mit den Mctropolitaneriu Der Krieg mit den Modocs. Ein AttSsall dcr Indianer. Flnctit der ModocS. Schonchin lebt noch! In den Lav a felf en, 10. Mai.— Die Modocs griffen vorgestern einen Proviant train an uud erbeuielen 11 Maulesel und 3 Pscrde. Nebenbei verbrannten sie 3 Wagen und verwundeten die Soldaten Burgwell, Evans und Burns. Gestern haben sie den Lavafelsen verlassen und sind wahrscheinlich nach dem Clear-Lak- gezogen. Die zurückge lassenen Spuren lassen vermuthen, daz sie im Besitz von ungesähr 40 Pseiden sind, so daß sich die Ansiedler aus Ueberfälle gefaßt machen müssen. Zu ihrer Bersolgung sind Capt. Harbrouck mil seiner berittenen Artille rie, Capt. Jackson mit einer Schwadron vallerie und 60 Waim Spring-Zndianer ab gegangen. Die beiden Squaws AitemiCho 'kus uud einäugige Dix>e brachten am Mitt woch die Nachrichl vou derFluchl der Modocs und die sofort abgefchlcklen Warm-Spring- Jndianer kamen am Donnerstage mit der Er klärung zurück, daß die Mittheilung dcr Squaw« richtig fei. Die Leichen des Lieutenant ArthurCranston und dreier Soldaten, die bisher vermißt wur den, sind in den Felsen versteckt gesunden wo» den. Donald McKay, der Häuptling der War m hat das bisherige Lager der Modocs untersucht und gefunden, daß sich daselbst ein großes Loch befindet, in welchem ohiieZweifelWasser vorräthig gehalten wurde, daß dasselbe aber erschöpst war und die Mo docs sich demnach gezwungen sahen, ihre ge schützte Stellung auszugeben. Die verkohl ten Leichname zweier Modocs wurden eben falls gefunden. 33 verwundete Soldaten sind gestern nach dem Fort Klamath gebracht worden. Der Soldat Zenham von der Comp. E des 12. Infanterieregiments ist seineu Wunden erle geu. 100 Freiwillige von Oregon sind bei der Klamath-Ferry angekommen und werden zur Bewachung der Proviautzüge verwendet wer den. Ireka, Cal., 10. Mai. Ein Ansiedler, Namens Fenmng, berichtet, daß er Bogus Charley, einen der Modoc-Krieger, in voriger Woche am Klamaih-Flusse bei Bogus ge troffen hat. Er war mit einer Flinie und einem Revolver bewaffnet. Lharley sagte. Schonchin sei nicht todt u. es seien überhaupt nur drei oder vier Modocs gelödlet worden. yteuere Berichte auS Mexico. Mexico, 10. Mai. - Mehrere Jesuiten in Ajaca predigteil Ungehorsam gegen die Ge setze. Es wurde deshalb ihre Verhaftung an geordnet, doch bevor solche ausgeführt werden konnte, waren dieselben enlflohen. Die Pserdeseuche ist noch nicht verschwunden. Die Häuptlinge von Chihuahua erzählten dem Bolke, daß die heiligen Quellen in St. Blas das beste Heilmittel für die Seuche sei. Die armen Pferdebesitzer gingen dorthin, bezahlten ihr Geld und verlor«» außerdem ihre Thiere. Bon Mittel-Amerika. Havanna, 10. Mai. Nachnchten von Panam« bis zum 5. melden, daß die käm pfenden Parteien noch immer in großer Aus. regang sind und verschiedene Gesechle stattge funden haben. Earacas, 20. April.— Gujman Blanco ist einstimmig zum Piäsidenteu der Republik Venezuela wiedereiwählt worden. Von den Westlndljchenlnseln. Havanna, 10. Mai. In Port-au' Prince.Hayti, wüthete eine furchtvareFeuers brunst, weiche ISO Häuser einäfcherte; sechs Personen kamen nm's Leben. Die Nordpol - Expedition. EinlraurigesMißlingcn. Tod des Kapitän Hall. Die „Polaris" in großer Noth. Kane's Polar-See. Grauenerregende Leiden der Ersorscher. N e w-I ork, 10. Mai.—Der „Hcrald" be richtete in der gestrigen Nummer das traurige Mißlingen der großen Nordpol - Expediiion, welche vor ungefähr 2 Jahren von Capitän Hall in dem Dampfer „Polaris" nnternom wen wurde, und den Tod des Capitän Hall, sowie auch denVcrlust einesTheils der Mann schaft zur Folge hatte. Folgendes ist einer Depesche des Correspon denlcn des „Herald" cntnommcn: Robcrt's Ba i, via St. JohnS, N.-F., 9. Mai 1873.—Das Dampsschiff „WalruS," welches hcute Morgen von dcr Ottern-Fifchc rci hier einlief, bringt die Nachricht, daß sich der Dpfr. „Tigreß" mit 19 llebeilcbeiideu dcr Hall'jchen Expediiion in der 18 Meilen von hier ciilserntcn Rcbert'S-Bai befindet. Dem Coriespondcnten dcs „Hcrald," wel chcr sich an Bord dcS Dampfers bcgab, wnrde Niitgelhcilt, daß dic llcbcrlcbenden, nachdem sie sich 190 Tage auf den Eisicholleii desun den, von der „Tigreß" von einem Eisberge herunier gehoir wurden. Folgendes sind die Namen der Geretteten: Unicr-Steuermann H. C. Tyon, Meteorologe Friedrich Meyer, ProviantmeiilerHerron, Seeleute W. C-Klü ger, Fried. Jamla, Wilh. WendemaiH, Fr. Anttilg, Gustav T. Linguist und ston; koch Wm. Jackson, Dolmetscher Ex guimanx Joe, Hannah und deren Kino, ESquimaux, Hans Christian von der Kaue'- schen Expedition und Christian'« Frau uud 4 Kinder. Oblge Leute, welche von der „Polaris" an's Land geietzl wurden,waren dnrch einen Sturm am 15. Ollobcr von ihr getrennt worden und wnrdcn ihrer zum letzten Male ansichtig, als sie linier Segel uud Feuerung einem sich an der Ostseite von Nolthuinbcrland befinden den Hasen zusteuerten. Zwei der zu der Cx pedilion gehörigen Boore mit Capitän Ty son's Leullii, laudelcn am 26. auf dem Eise, und wurden als Feuerholz verbrannt und das Andere befindet sich an Bord der „Tigreß." Die „Polaris" war inner Commando des Capitäns Bnddington mit 13 Seeleuten uud genügendem Proviant. Da ihr Bug lädirt war, leckte sie bedeutend und die Ueberleben dcu glauben, daß sie vor Juli nicht imStande sein wird, in See zu stechen, und, daß salls sie dann nicht seetüchtig sein sollte, dic Mann schaft genöthigt scin würde, neue Boote zu machen, um ihr Leben zu retten. Capitän Hall, welcher am 8. Okeober 1871 an einem Schlagflusse starb, wurde an einer mil einem hölzernen Kreuze bezeichneten Stelle dcs Users beerdigt. Er war kurz zu vor bei grUer Gesundheit vou einer nördlichen Schlitten-Expedition zurückgekehrt, als er vou einem plötzlichen Schlagslufse besallen wurde und zu großem Leidwesen seiner Umgebung verschied. Die „PolanS" überwinterte im September 1871 uud stach am 12. August wieder in See und da das Eis in der südli chen Richtung sehr stark und compakt war, wurde sie mehr und mehr südwärts getrieben, biHj'ie Capitän Tyson und seine Mannschaft säMßlich aus Sicht verlor. DieSchliiten-Gefellschast lravcrfirteKane's Polar-Lee, welchen ste für eine ungefähr 15 Meilen weilF Straße hielten. Nach der Nordseite hin schien offenes Meer zu fein. Die Geretteieu hatten während des Trei bens auf dem Eise sehr von Hunger nndKälte zu leiden. Während der letzten 2 Monate lebten sie von rvhcm Seehund- und Polar- Bärcn-Flcisch. Als sie zuerst an Bord der „Tigreß" kamen, waren sie sehr elend und schwach, haben sich aber während der 9 Tage bedeutend erholt und befinden sich nun augen scheinlich bei guter Gcsundhnt. Sie sind un ter der Obhut des Ver. Staateu-Consuls und werden nächsten Montag in Tt. Johns ankommen. Eapt. Tuson gab dem Correspondenlcn fol genden Bericht: „Wir verliefen Teffiufak am 24. August und liefen durch Smilh's Suud ein. Wir kamen glucklich bis zu dem 82. Grade und 1K Minuten nördlicher Breite und überwinterten bei unserer Zurückkuust in der Polar-Bai uii ter'm 81. Krade und 38 Minuten nördlicher Brette und <!l. Grade und 41 Minuten nörd licher Bis zu dem 5. September waren wir eingesroren. Wir brachten den Winter iu der Polar-Bai zu. Am 8. Juni 1872 versuchten wir den Norden vermittelst zweier Boote zu erreichen. Wir zogen unser anderesLoot an'S Land und kehrten am 8. Juni zu Land zurück. Am 12. August begaben wir uns aus die Rückreise und waren am 15. unter'm 8!». Grade 2 Minuten nördlicher Breite vom Else eingeschlossen. Wir wurden von dort diö zu dem 77. Grade 35 Minute» nördlicher Breite hinuntergetrieben, wo wir heftigen Südwest-Sturm erlitten. Da das Schiff zeitweise stark zn lecken begann, so fingen wir in der Nacht des iL. an, unsere Provisionen auf das Eis zu bringen. Wir fuhren foit, Misere Provisionen zu sichern, als der Druck dcs Windes aufhörie. Ich ging daraus an Bord und fragle den Segelmeister, ov das Schifs mehr, wie gewöhnlich lecke. Er belichtete, daß das nicht dcr Fall sei. Ich ging daraus an die Pumpen »nd fand, daß das Lecken nicht stärker war, als es während des ganzen Sommers gewesen. Ich ging dar auf wieder auf's Eis zurück, welches kurze Zeit darnach zu bersten begann uud einige Minuten später in viele Stücke zerbrach. Das Schiff riß sich von den Tauen los, und war kurze Zeit daraus in der Finsterniß und im Slnrine außer Sicht. Ter größte Theil nu sereS Winierprovianls war auf dem zerbroche nen Eife und da wir leine Spur von dem Schiffe saheu, versuchten wir das Land zu er reichen, in der Hoffnung, dort Eingeborene zu finden, um von ihnen Lebensmittel für den Winier zu empfangen. Als wir mit uiiseien schwer beladenen Booten uiigesähr die Halste der Entfernung zu Lande duichgemacht hat ten, wurde der Andrang den Treibeises so stark, daß wir wieder gezwungen wurden, die Booie auf das Eis zu ziehen. Es gelang mir dies Mal, 14 BlechbüchscuEingemachlcs, lii Sack Brod, Ii) Dutzend ein- lind zwei« piündige Blechbüchsen Fleisch und Suppe, 14 SHinken, einen kleinen Sack Chocolade, wel cher 2«) Pfund wog, cinigeMosch-Ochseiihäule, etil Paar wollene Decken und eiue Anzahl Ge wehre nebst einer großen Quant ttät Schieß vorrath zu retten. Da ich wußte, daß ich Mangel an Provi sionen, Kleidern und sonstigen Artikeln halte, so versuchte ich, nachdem sich der Sturm ge legt hatte, so viele Seehunde, als möglich, zu schießen, um ste zur Nahrung, Feuerung und Licht zu verwenden. In Folge des schlechten Wellers gelang es mir jedoch nur 3 zu schie ßen. Als der Wind, welchen ich sür einen Südwester hielt, nachließ, besaud ich mich un gesähr 8 Meilen von der Küste, welche ich sür die Ostküste hielt und ungefähr 20 bis 40 Meilen südlich von dem Schiffe; da das Eis fehr schwach war, konnte ich die Boote und den Proviauc nicht eher an's Land bringen, bis dasselbe an Stärke zugenommen hatte. Als ich mich hier befand, entdeckte ich mein ande res Boot, Brod u. s. w. und rettete Alles. Das E>s wnrde stärker und ich machte in der Folge noch einen Verinä' das Ufer zu er reichen, lud Alle« in die Booie nno zog die felben auf ihieu Kielen entlang. Da das Eis sehr rauh war, fo zerbrachen nus die Boote. Am 1. November gelang es uns, ungefähr die Hälfte unseres Weges zum Ufer zurückzu legen, als die Nacht und sehr stürmiichesWet ter auf uns einbrach. Am Morgen war das Eis geborsten und wir wurden mit großer Schnelligkeit südlich getrieben. Für viele Tage hindurch sahen wir kein Land mehr, da das schlechte Wetter während des ganzen Ma ilars November hindurch anhielt. Wir bau ten uns Schneehäujer und richteten sie so be quem, wie es unseren Umständen erlaubt war, ein. Unsere Gesellschaft bestand aus 10 wei ßen Männern, 2 Esquimanx, 2 Frauen und 5 Kindern. Es gelang uus einige Seehunde zu lösten, welche uns Feuerung zur Erwär wung unserer nolhdürfligen Nahrungsmittel und Lictit während des langen aretischcn Win ters lieferten. In der leytcren Hälfte des Februar« lebten wir hauptsächlich von Bözeln und im März singen wir an Seehunde zu fangen. Wäh rend dieses Monois nährten wir uns von Bä ren und Seehantfleifch, deren Häute sowohl als auch Eingeweide wir benutzten. Wir här ten in dieser Weise Nahrungsmittel genug aufspeichern können,um bis zur Mitte des Mai leben zu können, wenn unser Eisblock, wel cher von der Lircumferenz von 5 Meilen bis auf 20 EllenDiameler verringert worden war, nicht durch einen wüthenden Sturm, wel» Nummer 113. cher sich in der letzteren Hälfte des März er. eignete, in die See getrieben worden wäre. Wir verließen die Scholle am I. April und ließen fast den ganzen Fleifchvorralb. einen großen Theil des Schießbedarfs, Kleider, Häule und andere Artikel zurück. Einen Theil des Fleisches nahmen wir an Bord, waren jedoch gezwungen ihn über Bord zu werfen, da das Boot zu schwer beladen war. Am 3. April gelang es mir, den änßercnßaiid dcr größeren Eisniasse zu gewinnen und eben fall« ein wenig weiler vorzudringen. Am 4. hatten wir einen starken nordöstlichen Suirm wind, welcher mit der starken Strömung un terhalb dcr Eismasse vereinig», den Bruch deö Eises verursachte, so daß wir gezwungen wa ren aus kleinen Stücken zu leben, da ivir das Boot nicht aussetzen konmcn. Da wir nun auch keine Seehunde ausfinden konnten, so waren wir bald dem Verhungern nahe. Am 21. April bekamen wir einen Polar- Bärcn zu Gesicht. Ich befahl sofort einem Jeden sich niederzulegen und einen Seehnnd zu imiliren, und während sich die beiden Es quimaux hinler einem Eisklumpeii verbargen, gelang e« uns, ihn anzulocken und zu tödlen. Nach einigen Tagen gelang e« uns, unser Boot in's Wasser zu lassen u. schlugen wir dic westliche und südwestliche Richlung ein, jcdc Gelcgcnheil einerWeridung nach Westen wahr nehmend, in dcr Hoffnung die Labrador-Küstc zu erreichen. Am 30. April wurden wir von demTamps schiff „Tigreß" unler dem 53. Grad 35 Mi nuten nördlicher Breiie und 35. Grad westli cher Länge, nahe Wolf's Insel, und ungefähr 40 Meilen vom Fcülande, an Bord genom men. Da die „Polaris" im Frühjahr 1872 in dem Versuche nördlich zu gehen, 2 Boote verlor, so ist sie nnn ohne Boole. Das Zusammentreffen der „Tigreß" mit den Leuten geschah während eines dichten 'Ne bels, in welchem sie zufälligerweise gegen die Eisscholle rannlen, aus welchem sich die Mannschaft befand, hätte tieler Zufall nicht stattgefunden, wären sie jedenfalls veinn glückt. Wie es fchcint, sind sie Alle bci gnter Gesundhcil, mit Ausnahme des Capilän« Tyfon,dessen Fuße und Beine etwa« geschwol len sind. Zur Zeil, als die Leute die „Polaris" ver ließen,war der Gesundheitszustand der Mann schaft ebenfalls ein gutcr. Im Betreff der Art und Weise in welcher dic „Polaris" sich von der, von dem Eisberg crlöi'ieii Mannschaft «rennte, belichtet Capi tän Tyson, daß er aiifängtich wenig Unruhe suhlte, da er sicher glaubte, daß sie ihnen wie der zur Hülse kommen würde. „Ich pfianzle meine Flagge aus," sagte er, als sie der Küste enllang fuhr, jedoch war sie bald unseren Blicken cnizogcn, durch ciuen Vorspruug des Landes, wie ich glaube, durch die Norlhum ber-Jnsel, uud außer »sichl. Die Eisscholle, aus welcher ich mich b:sand, trieb mit nordöstlichem Winde, südlich in eine kleine Bai der nvidöstlichen Seile der Insel Northuinberland. Ich sah das Lchiss dort im Hasen liegen. Seine Segel waren einge zogen und dem Schornsteine schien lein Ranch zu entsteigen. Tann in der Hoffnnug Was ser zu siilden und das User zn erreichen, vcr suchic ich, meine Boote dnrch den Eisgang in eine östliche Richtung zu bringen. Ein 800 l hatte ich glücklich hindurch gebracht, beiand mich im Wasser und versuchte nun das User, eine kurze Entsernnng unterhalb des Wassers, zn erreichen. Wir wurden zu der Zeit sehr stark geirieben, und ein Siurmwiud von ei nem starken Schneefall begleitet blies mit großer Hesligkeil von Nordosten. Hch wnrde an das Eis zurückgetrieben und war gezwun gen,mein 800 l aus dem Wasser zu ziehen, die Nachl überfiel uns und wir lrieben südwärts. Am Morgen besanden wir uns ungesähr 30 Meilen südlich von dem Platze,an welchem wir das Schiff iahen. Iu Folge der hohen See zerbrach meine Scholle und wir verloren sechs Läcke Brod und ein Boot, welche sich aus einem sür uus umrlelchdaren Theile dcr Scholle besaildeu. In dcr Nähe dc« Lande« in nordwestlicher Richtung sah ich ein Schiff, unier Feuerung uud Segel, welches, wie ich glaubte, uns zur Hülse kommen würde, und war durchaus nichl überängstlich; doch bald waren unsere Hoffnungen vereilell und wir sahen vou jener Zeit an bis zur Zeil unserer Errettung nicht die Spur von der „Polaris." entuchmen mir dem „Deutsch.amerikanischen EouveriatlouS-Lex»kou" solgeude iuteressaute Nolizeu: „Die letzte sichere Nachricht über die Expe dition datirt vom 23. August 1871 aus Tes siujak unter'm 73 Grad 2t Min. nördl. Breite. Dr. Bessel«, der deutsche Arzt und Naturforscher, schreibt: „Die EiSverhallnisse im hohen Norden waren überaus günstig, und darin halten alleEingebornen übereingestimmt, daß man seit lahren keinen so warmen Sommer als den von 187 l erlebt Halle. Nach einem jedoch zweiselhastenßerichie („National Daily Republicau," Washington 26. April 1872) soll basExvcditionSjchifs am 8. Februar 1372 in der BasfinS-Bai durch einen Leck so beschädigt morden sein, daß die Expedition es für das Beste hieli, in Disco zur Repara tur einzulaufen. Hier war sie am 28. Febr. angekommen uud wollte am 5. März ausge bessert und mit neuem kohleuvorrath wieder iillch Norden auslaufen. Eapiläu Hall soll hierbei die Hoffnung ausgesprochen haben, im Mai 1872 auf einer „freien Passage zu Schiff" bis zum Pole zu gelangen und unter den erwarteten günstigen Umständen schon im September 1872 nach Amerika ul rückkehren, was >edoch bis November 1872 nicht in Erfüllung gegangen war. Die „Po laris," über 400 Tonnen groß, auf Griunell'S Vorschlag fo genanni, ausgezeichnet eingerich tet und uuSgerüstet, mit Berschanzungeu be kleidet und sür den Winlcr mit dem nöthigen Material zur U-berdeckung versehen, ist vom Navy.Departement sehr sre-gebig imt Instru menten, karten u. s. w. versehen, führt 4 Wallfischboote und außerdem 2 Pateinboote mit sili, welche zusammengelegt, leicht auf einen Schlitten gepackt und bei'm Erreichen von offeucm Wasser mit Segeltuch überzo g nZ ansgesctzt werden können, um nun um gekehrt Schlitten und Mannschaft zu trageu. Mann ausnehmen. Ferner findet sich an Boid eine auf artiische Forschungen bezügliche ausgezeichiiele Bibliothek, eine Orgel (von Smilh's „Lrgan -Nauufacloni" in Boston geschenkt) und ein Voriath dcs besten Fichleii holzes ;um Schlit enbau; außerdem r.unmt die „Polaiis" zwei Paar mitEisen beschlagene Schliltenkuseii mit, welche bereits der ersten Grinnellcxpedilion dienten und seitdem iu Btvoklijn ausbewahrt wurden. Ferner führt sie einßejerve'Steuerruder und PrcpeUerschauseln, ein leichtes Boor, für die wissci.schasllichen Olsizicre bestimmt, Sägen und Meißel zum Durchschneiden des EiscS und eineu Vorrath von Filz zur Umhüllung des DampskesselS, um die Verflüchtigung der Hitze zu vermindern, an Bord. Im Feuer raum ist unter dem Kessel ein Apparat ange bracht, welcherWallfijchthran anuatt der Koh len vtibrenneii soll. Der Name des Erfinders ist Sievens. An Proviant sind vorhanden: 10,000 Psd. Pemmikan (aus vermischten 20,- 000 Psd. Fleisch und SOOO Psd. Talg gewon nen), in Zinnbüchsen gepackt, und 300 Psd. Fruchikuchen, dcr nichi sriert und sehr ichmack hast ist; auch mit conjervirtem Gemüse ist die „Polaris" reichlich versehen. Die Zahl dcr Seeleute und Osfiziere beläuft sich aus 20, nämlich Eapitän S. O.Bndiugion, erster Os fizier und Eismeisler, geb. in New-Londou, 44 Jahre all, war 13 Mal zur Wallfischfahrt iu der BasfiuSbai uud hat 5 Mal Cap Horn und 3 Mal dasTap der Guten Hoffnung um segelt; H.E.CHester, erslcrSteuermann, eben falls aus New-London, war 10 Zahre lang in den arktischen Gewässern, wo er werlhvvtie nautische Ersahrungen gcsauimelc hat; Wik liam Morton, zweiier Sleuennann, diente 30Iahre in dcrMarine der Ver.Staaten, ent deckte als Begleiter Kane's das offene Polar mecr und war mir Farragut vor New-Or leans. Der Chef der wisfenfchaftlichen Expe dition, deren Arbeiten, wie die Coiigreßakte vorschreibt, inUebereinstiminung mit den Vor schlägen der ">'»tivn!tl ot'Lciences" geschehen sollen, ist der schon mehrfach genann te Dr.Eiml Bissels, als Arzt, Zoolog, Bota niker und Photograph ausgezeichnet. Emil Schumann und John Wilson, dieJngenieure, sind ,n ihrem Fache vorzügliche Leute, sowohl theoretisch als praktisch tüchtig. Die übrige Mannschaft, von dcr mehrere während des letzten Krieges ia der Armee dienten, besteht aus 9 Mann, wozu noch ein Zimmermann, Proviautmelster, Koch und zwei Maschinisten kommen, unter ihnen Fred. Myer, Sergeant vom Signa'.corps dcr Ver. Staaten-Armee, ,ls Meteorolog und Joseph Mauch, der Bru der dcs Karl Mauch. J:i Upermvik, Grönland, wurde am 18. August 1371 noch dcr Eskimo HanS nebst zFamilie aufgenommen, welcher bereits Begleiter d-r Kaue'fchen Expedition gewcfen war. Später wollte Hall auch noch aus einer kleinen Ansie delung im Norden einen von Hayes' Leuten, einen gewissen Jensen, aufnehmen. Abgese hen von dem wisscnschafldchcn Bericht ist auch jedes befähigte Mitglied der Expedition ange- wiesen, ein Tagebuch der Reife und Erleb nisse zu führen, welche« nach der Rückkehr dem Sekretär des „Smithjoiiian Instituts" über geben werden soll, um zur Vervollständigung dcr Geschichle dcr Expedition und ihre: Arbei ten zu dienen^ »Uran de. St. Loni s, I». Mai. Heute wurde» McTonalo'SWalzwcrkezerstört. Verlust >75,- 000: Versicherung »Ul,ooo. Ncw - or k, 10. Mai. Dic Bretter- Handlung von A. L. Browü in Whitesield, N.-H., wurde gestern Abend durch Feuer zer stört. Verlust 540,000. St. Loui s, w. Mai. Acr Schlepp dampfer „Wm. Cowan" gcrieth 60 Meilen unterhalb dieser Stadt in Brand. Seine Lastkähne wurden loSgeschliitten und derDam pfcr auf den Strand gefetzl, wo er verbrannie. Telegraphisches Allerlei. Am Suinstag fand in Attanta, Ga., die Schmückung der Gräber consöderirterTod-- ten statt. Zehntausend Personen beteiligten sich. Da« Opernhaus iu St. Louis, Mo., wurde am letzten Samiiag durch den Scheriff für 540,000 verkauf:; cs hultc 5220,000 ge kostet. Vou Ncw-Orleans wird telegraphisch gemeldet, daß die Miliz linier dem Befehl de« Obersten De Blanche sich ausgclöi'i hat und die Bundeslruppen sich nun im alleinigen Be sitz von Sl. Mariinsvllle und der Uuizegcnd befinden. Dic Leiche des Teutschen, dcr vor drei Tagen bci'm West End von einem Eljcnbahn znge übeifahren und gelöster wurde, ist als die von Anion Schumann von Hobokcn er kannt worvcn. Lokalberichte anv Washington. Washi li gion , 10. Mai. Die Neger Williams und Sani. Mcfon, -»lins Rainey, wclchc beschuldigt sind, Hui. H.Tuckcr ge lödlet zu haben, sind den hiesigen Gehetiiipo lizistcn als Schleichdiebe bekannt uns sollen früher mit Tom Wught fchr bcjrcnudcl und inüm gewesen fcin. Gestern wurde dcr Fall de« zum Tode verurlheilleii 'Negers Tom Wrighl im hiesigen Gerichte aus Ansuchen dcr Anwälie de« Ver urtheillen in Wiedcrerwägung gezogen. Die Entscheidung wird Montag abgegeben ivcrden. Die unglückliche Margaret Eoan->, wcl che vor einigen Tagen Selbstmord beging, m dem sie sich bei sec G-Straßcn.Wcrfte in'« Wasser stürzte, soll einst die Tochter begüter ter Elle!» und dabei schöu und anmuthig ge- Wesen sein. Zu jener Zeil schnarren sich Tan sende von Änbclern um sie. Von den Letzteren war sicher keiner zugegen, als man den nasscn kalien Leichnam aus den Finthen zog. Die Veteranen dc« Kri?- geS haben die Znstalliluiig ihrer Beamte« bis auf Douucistag, den 15. Mai, verschoben. Gestern Mittag 'and ein Farbiger im nördlichen Sladttheile vcrschicdenc Theile ei nes Frauenzimmers: Bein, Herz, Niercn n. s. w. Er sicckie die>c mcnichiichcn Ueberreste in einen Sack und lrug sie nach dem Cenlral- Slalionöhausc, wohin auf Verlangen dc« Lieutenants Skippon dcr Coroncr bcrufen wurde, um dieselben zu unlersuchen. Der Loroner sprach die Ansicht au«, daß Tics die That cinc« Sludenlcn der Medizin sei, dcr strenge bestrasr weiden würde, wen» man sich selner jemals beinächligen sollte, da in letzte rer Zeil häufig Stücke von Leichen auf diese Weise gefunden wuroen. Neue Anzeigen. Äüreau dcS Gcdiiudc-^ujprktors. D Ge li > !>tr. 784, Weil Baiiiuiorcstr.!' 3Z4, Äord-ivävnr.; Essezstr.; or R. vifenen Tchuppcn, d bei d hinter >- bei lü' Ausj, der Dunc ui rahe !v.>nk. Zgl, Nvrc.Bon>str.! Ost Vratisir.! > >1 llnion- B.nlk - Gcscll Ich a 112 t der Ttadt Bureau sNeynvlds d» Tavin) : Nr. 21, Soulhstraße. isrüber oon der !>irma P. .k C>.., Ä i"lie-e>. Philip Govir, Zainu.l Banh. Achib.!»>.?> Mavnadier L. W- !>tai>>nond^ Z. P. Reynolds. D"S lintor'sirte CaMil ist in Ar tung gewähr». i'M'iig.lM'V) Zimmer tapezirtzu den niedrig sten Vaarpreisen. s. E. s) erring, Tapeten- und Fensicrvorha,^- Emporiim, Nr. 128, Nord-Gau Strasic, ,wlschcn Front- und Highstraße. <Mail?.lMt'.)l W. 2S. Maughlin d» Sohne, Bauholz-Händler. Ftnster, Thüren, d ..i " si.-l m die billigsten Preise. Ecke der Pratt- un'z Ecke derOst-Falls-Avenne und Ttilek.Straße. Lagerplatz Ecke der Pratt- und Ereter-Straße. «v-il Wagen v. s.^w.^ Erprehwnqe». Trncks u. s. w. und bin bereit, uuj Bestellung alleArten '"«ackern und Vrauern Joseph Neushaw, (Mai7,lZMlei) V.r. S> u. S », >ord-Cal»ertstr.

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