Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 15, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 15, 1873 Page 1
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Sie, Herr Sonntag? und sieh' da auch Ihr, alter Konrades? und er trat auf den alten verwetterten Mann zu, der mit Sonntag die Gruppe verlassen und sich ihm genähert hatte, und reichte ihm die Hano. Herr Graf, fagte der alte Hossattler Konrades, ein Veteran aus den großen Kriegen und ein Günstling des Königs Ernst August, der es besonders liebte, sich mit ihm zu unterhalten, und den seine oft äußerst unceremoniösen, ja groben, aber immer treffenden und den Geist des Vol kes wiederfpiegelnden Antworten stets sehr ergötzten, Herr Graf, und er drückte den Kaufmann Sonntag, welcher ebenfalls reden wollte, mit kräftiger Hand bei Seite, wir sind hier in großer Un ruhe und Beforgnlß über das, was da werden soll. Wir hören da, hier und dort, daß der Krieg losgehen wird und daß der König fortgeht, und —da sind denn die Bürger unruhig über das Schicksal der Stadt und möchten gern etwas Gewisses wissen. Ja, rief der Kaufmann Sonntag, in dem er sich von des alten Konrades zu rückhaltender Hand befreite und hervor trat, ja, Herr Gras, diese Herren hier sind alle unruhig, beängstigt und bereit, den Muth zu verlieren, ich habe mir alleMühe gegeben, sie zu beruhigen, aber es will nicht Helsen, ich bitte Sie, HerrGras, sagen Sie ihnen, was vorgeht und was sie thun sollen. Mit gespanntem Ausdruck hingen alle Blicke an dem schönen, kräftigen jungen Mann, der einen Augenblick seinen klaren, ruhigen Blick über die Gruppe schweifen ließ. Was vorgebt? sagte er dann mit lau ter, fester Stimme, das ist einfach, der Krieg steht vor der Thür und der König rückt mit der Armee in's Feld. Und läßt uns hier in der offenen Stadt zurück?! murmelte es in der Gruppe. Ein leichtes Roth flog über die Stirn des Schloßhauptmanns und ein zorniger Blitz flog aus seinem Auge über die Um stehenden hin. Marfchirt der hannöverische Soldat et wa nicht in's Feld und läßt seine Familie zu Haus? lies er, die Königin und die Prinzessinnen leiben hier unter euch und ich bleibe bei Ihrer Majestät. Ah! ertönte es aus der Gruppe,wenn die Königin hier bleibt, dann kann es wohl nicht so schlimm um die Stadt aus sehen. Schlimm oder nicht schlimm, die Köni gin theilt euer Schicksal, wie der König das seiner Soldaten, ist das recht oder nichl? Antwortet! rief Graf Wedel. Ja! rief der alte Konrades laut und ja, ja tönte es leiser aus der Gruppe. Aber, fuhr Graf Wedel mit ernster und lauter Stimme fort, ihr habt mich auch gefragt, was ihr zu thun habt! Er trat einen Schritt näher an dießür ger heran, so daß er fast umringt von ih nen dastand, und ließ sein Auge blitzend von einem zum andern fliegen. Was? rief er, hannöverische Bürger sollten nicht wissen, was sie thun sollen, wenn das Land in Kriegsgefahr ist und der König und die Armee in's Feld ziehen? Der alteKonrades hätte es euch sagen kön nen, besser als ich, denn der Hat die allen Zeiten gesehen, von denen ich nur erzäh len gehört habe. Die Armee ist auf dem Friedensfuß, fuhr er lebhaft fort. —da fehlt es überall, an Bespannung, an Hülfe undHandreichtung, die Kanonen vom Zeu ghaufe müssen nach dem Bahnhose geschafft werden und hannöverische Bürger stehen hier still und zagen und klagen. Schafft Pferde und Arbeiter, und wo die Pferde nicht ausreichen, da werden w>r selbst angreifen, denn ich werde unter euch fein, sobald mein Dienst es erlaubt. Die Armee soll in's Feld rücken, suhr er sott, und die Verpflegung muß organisirt werden, sollen die Soldaten hungern? Bildet Comite's, schafft herbei, was ihr in Küche und Keller habt, hieher zum Bahn hof, damit es in die Magazine gesendet werde, den ersten Bedürfnissen abzuhelfen. Und, rief er weiter, heute oder morgen können die TrupM auf den Feind stoßen, Verwundete und Kranke wird es genug geben, und ihr wollt euren Frauen et was vorklagen und vorjammern! Laßt sie Bandagen machen und Charpie zupsen, man wird sie brauchen, geht zu meiner Frau, sie wird euch Rath geben und sagen, wie Alles einzurichten ist! Und weiter wie oft habt ihr Soldaten gespielt mit euren Schützenbataillonen, jetzt gehen die Truppen sort, soll die Königin un bewacht in Herrenhausen bleiben? Werden keine hannoverischen Bürger da sein, um die Wache bei ihrer Königin zu beziehen, die der König seiner Residenz anvertraut? So, fuhr er langsam sort, jetzt habe ich euch gesagt, was ihr zu thun habt, und es ist so viel zu thun, daß wahrhaftig Niemand Zeit hat, hier müßig zu stehen und ängstliche Gesichter zu machen! Die Bürger standen schweigend. Mit triumphicenden, glänzendenßlicken muster te sie der kleine Kaufmann Sonntag. Der alteKonrades kratzte sich hinter dem Ohr. Tonnerwetter, brach er endlich los, der Graf hat Recht und eineSchande ist's, daß wir alten Kerls uns das hier von dem jungen Herrn erst sagen lassen müssen. Aber nun vorwärts! rief er laut, thun wir. was noth thut, vertheilen wir uns und sammeln wir die Bürger, hier der Sonntag, der versteht ras, er soll die Comite's machen, ich gehe zum Zeug haus. Und er trat an den Grasen We del heran: Sie sind echtes hannöverisches Blut, Herr Graf, sagte er derb, und Sie haben uns ordentlich die Meinung gesagt, aber es war recht und Sie sollen sehen, daß die hannöverischen Bürger aus dem Fleck sind und Tu Alter da oben! rief er, indem er seine Mütze abnahm und zu dem hohen Erzbilde des Königs Ernst August emporsah, das in der Mitte des Platzes dastand, —Du sollst sehen, daß der alte Konradetz und die hannöverischen Bürger zu Deinem Sehn stehen. Er reichte dem Grasen die Hand, der sie herzlich schüttelte. Alle die Bürger umher waren wie durch einen Zauberschlag verwandelt. Ver schwunden war aus ihren Gesichtern alle Unruhe und Bangigkeit, hoher Muth und Snischli,ssenbejt leuchtete aus ihren Blic ken. Alle umdrängten den Grasen Wedel, als er in seinen Wagen stieg, und streckten ihm die derben, kräftigen Hände entge gen. Schnell zogen die Pferde an, der Wagen rollte dahin, der Straße nach Herrenhau sen zu. Nach kurzem Gespräch trennten sich die Bürger. Eine Stunde später war mie der Stadt eine völlig veränderte. Keine flüsternden und zagenden Grup pen standen mehr auf den Straßen, Baltimore, Md., Donnerstag, den 15. Mai 1873. überall sah man lebhafte, freudig?, geord nete Bewegung: Bürger aller Klassen, Arbeiter und Tienstmänner suhren auf » Wagen und Handkarren Waffen aus dem l Zeughause zur Bahn, Andere brachten ' Ladungen von Viktualien aller Art, theils zur Stärkung der durchpassirenden Trup e penz, theils zur Einschiffung für die Maga zine. Die Frauen eilten über die Straßen t mit leichtem Schritt und geschäftigen Mi enen, um sich zu versammeln und ihre ' Wirksamkeit zu besprechen; die emfluß l reichsten Bürgerinnen gingen hinaus vor t das Thor zu dem neuen prachtvollen Hause ' des Grafen Wedel, wo die Gräfin sie em > pfing und zu einem großen Comite ver t einigte. Ter alte Konrades stand am Zeughause, ' half die Waffen verladen, bald ordnend, l bald mit derbem Fluch einen Ungeschickten ' zurückweisend und überall, sich verviel fältigend, heiser vom vielen Sprechen, noch blasser als sonst vor Aufregung, aber überall ermuthigend, ordnend, anregend, sah man den KausmannSonntag in hasti ger, aber fruchtbarer Geschäftigkeit. (Kortletzung tollt.. Telegraphische Depeschen. E»ropäische Kadelberichte. .P a r is, 14. Mai. Es wird berichtet, daß Möns. Goulard den Präsidenten Thieis benachrichtigt hat, daß er entschlossen sei, als Minister des Innern abzudanken, im Falle Jules Simon noch länger Unterrichtsminister bleibe. Madrid, 14. Mai.— Die Minister haben sich lUer eine Eleltoral-Bill sür die Insel Euba geeinigt, welche dcr Constituante vorge legt werden soll. Dieselbe verfügt, daß Kauf leute und Handwerker, Gelehite und Beamte, welche 25 Pesatas Steuein zahlen, stimmbe r.chtigt sein soll-m. Alle «stimmgeber müssen 2S Jahre alt sein. Dcr Kriegsminister, Gen. Nouvilas, wel cher sich zur Zeit in Navarra befindet, vc» langt Berstärlungen. Madrid, 15. Mai. Die Wahl sür die Constituante am Samstag uud Sonntag hatte in ganz Spanien die Erwählung von 310 ministeriellen Föderalisten, 80 extremen Ra dikalen, 8 Internationalen und 30 Monarchi. sten zur Folge. Italien. Der Past im «Sterben. Rom, 14. Mai. Seine Heiligkeit der Pabst erlitt heute noch einen Rückfall, welcher ihn vollkommen niedergeschmettert hat, u. sein geschwächter Zustand erregt die größten Be sorgnisse im Batikan. Nach dem Ausspruche seiner Aerzte ist sein Tod zu befürchte,!, und kann die Auflösung des heingen Paters zu jeder Minute erfolgen. St.Peters b u r g, 13. Mai.— Zu Ni kolajeff am Schwarzen Meere wird ein für die russische Flotte bestimmteSPanzerjchiss gebaut, das noch im Lause dieses Sommers fertig wer. den wird. St. Pe t erS bur g, 14. Mai. Depe schen von KasatinSk berichten, daß RecognoS cirungsparthie'n von der russischen Expedition melden, daß die Khiwaner Berschanzungen bei Klytsch Danskara auswerfen und eine Borhut ausgeschickt haben, um sich bei Min bulack den Russen entgegenzuwerfen. Bei Jgda hat ein Gclecht zwischen den sen und Turkomannen stattgefunden, in wel chem die Letzteren geschlagen wurden. Die Russen erbeuteten 1000 Kameele. London, 14. Mai. -- Eine Spezial-De pesche an die „Times" von Calcutta meldet, daß die russische Expedion gegen Khiwa das thiwanlsche Dorf O'gheni besetzt hat. Abdel- Kahmanist nach St. Petersburg citirt wor den. Sonthampton, 14. Mai.—DerDpfr. „Mosel" kam von New-Aork hier an. London, 14. Mai, 11 Uhr Borm. Consols und amerikanische Wertpapiere er öffneten unverändert. « London, 14. Mai, Hl Uhr Nachm.— Erie 4K?. Paris, 14. Mai. Renten eröffneten zu 54 FrcS. K 5 Ctms. London, 14. Mai, 42 Übr Nachm. Consols 93j für Geld und 93Z für Blies. Neue Anleihen 89j. Erie 46j. Liverpool. 14. Mai, il Uhr Vorm. Baumwolle eröffnete sester; Oberl. Orl. SH; Berkäufe 10,000 Ballen. Liverpool. 14. Mai, 1 Uhr Nachm. Baumwolle fester, aber uicht höher; Oberl. 8j; Orl. SH;Verkäufe 15,000 Ballen; Spe kulation und Ausfuhr 3000 do. Liverpool. 14. Mai, H 2 Uhr Nachm.— Bauniwollen-Berschifsungcn von Savaunah und Charleston im April und Mai zu 8j; do. von denselben Häfen, fällig im Juni, zu 85; do. im Mai zu 8!. Brodstoffe ruhig. Kase zu 70s. Liverpool, 14. Mai, H 4 Uhr Nachm.— BaumwoUe-Beischlffungen von New Orleans im April und Mai zu 9 1j16; Verschiffungen von New-Or>eans, fällig im Mai und Juni, zu 8t; do. von Savannah oder Charleston sür April und Mai zu 8!; von denselben Hä sen,-sfällig im Mai, Juli und August zu BZ. Inland - Dtpesche«. AuS Washington. Washington. 14. Mai. Dem Ver nehmen nach wird JameS Lyon von Rich mond, der sich als eitriger Gegner d r Greele»- Agitation in Virginien Hervorgelhan hat, zum Gesandten nach Rußland ernannt wer den, um au die Stelle des verstorbenen Ge sandten Orr'zu treten. Der Präsident hat sich entschlossen, jenen GeiandtschaslSpostcn irgend einem hervorragenden südlichen Manne zu geben und man glaubt, daß er denselben dem Hrn. Lyon anbielen werde. Der Präsident ernannte heule Jackson S. Schultz von New-lork zum amerikam schen Regierungscommissär an dcr Wiener Ausstellung, um an die Stelle des suspendie ren CommissärS Van Buren zu treten. Auch ernanute er den William Simpson Pearson von Nord-Carolina zum Consul in Palermo. Er erkennt den Gustav O'Hara Tasse als schwedisch-norwegischen Consul sür Calisor nien, Oregon und die Territorien Washing ton und Alaska, und Joseph I. Wilder als brasilianischen Viceeonsul in Savannah an. DaS Amt deS LberbundeS^ichterS. New« Aorl, 14. Mai. Eine spezial- Depelche von Washington meldet, dag der Präsident sein Bedauern geäußert habe, dag eS ihm vorbehalten sei, einen Oberbundesrich ter zu ernennen; er werde sür das Ämt einen Mann, ohne Rücksicht auf Parteislellunq, den das ganze Land iudojsiren könne, auswählen. Vorläufig hoffe er, daß die prominentenMän ner des Landes sich über die Sache ausspre. chen möchten. Der Mörder TtokeS. New- lork, 14. Mai. DasSupreme- Gericht bewilligte heute in seinem General- Termin einen ">Vrit vkLrror" in dem Falle des Mörders Stotes unter der Bedingung, dag der Fall sofort vor das AppellationSqe richt gebracht werde. Da jenes Gericht jetzt in Sitzung ist, so wird es nicht nöthig, den Verbrecher auf's Neue zu verurtheilen. ArbeiterquSstände. New - Zork, 14. Mai.—Die Arbeiter in den Fabriken für Damenschuhe haben eine Lohnerhöhung von 25 Cents pro Paar ver langt und werden, im Falle die Forderung nichl bewilligt werden sollte, die Arbeit ein stehen. Vernmckte «epes«en auS Rew Bork. New. Aork, 14. Mai. Die Neger be absichtigen, eine große Massenversammlung im „Cooper-Jnstitute" abzuhalten, um üver die ihnen in derConstitution garantirten glei chen Rechte zu berathen. D>e Männer, welche gestern bei der Cvl- Nsion der Dampfer und „Hope" in Hell-Gate erlranken, waren Wm. Albert son, der Maschinist des letztere» Dampfers, und drei Sträflinge, welche wegen leichterLer gehen zur Arbeit auf dem Boote dctaillirt wa ren. Die Barke „Mary Ida," welche von Manzanillo hier «ntraf, berichtet, daß am 7. d. MtS. in der Gegend des Eap Halleras ein große? Vampser vorAnker lag, dessen Vorder, matt gebrochen war. <sapt. Williams von dem Dpfr. „Af lantic" reii'te in dem Dpfr. „Oceanic" nach England ab. Nixon wird am Freitag ohne Gnade ge hängt werden. Die „N.-D. Central-Bahn" zahlte ge stern dem Collelior Bailey »421,000 Steuein. Heute wurden für >206,500 Silberbar ren lxrortirt. Palrick Leary. der Mörder feiner Frau, ist nach dem Irrenhause geschickt worden. Richter Tderon R. Slr?ng. ein promi nenter Jurist, früher Mitglied des CongreffeS, starb heute Morgen. Maitina Locatelli. einSchweizer,stürzte sich h?ute in der Trunkenheit von dein ÄZache seines Hauses und brach den Hals. Der notorische Dieb WesleyAllen wurde heute Morgen überführt. Die Staatsgesetzgebiing in Albany hat die Wucherqesetzoorlage verworfen. DerDpfr. „Holsatia" iraf von Hamburg hier ein. Twced's fünf Häuser am Broadway wurden gestern zu Prelfen von »87,000 bis 5122,000 verkaust. Tweed's Grundcigenthum wurde heute um »141.50 billiger verkauft, als es gelostet hatte. Waller Roche's Grundeigenthum wur de h uie zum Besten der Bankeroitmasfe der Guardians Sparbank für »9Z,000 verkauft. Dcr Ausstand der Gas - Arbeiter in Brooklyn dauert fqrt; die Compagnie ist nicht im Stande, genug Licht zu liefern. Gestern landeten im Castle-Gardcn4337 Einwanderer, nämlich per „Affyria" von Glasgow 502, „Johannes" von Bremen 492, „Vandalia" vou Hamburg 1215, „Cm> of Broollyn" vou Liverpool 1156 u. „Cauada'' vou Liverpool 1472. Hr. Howe, der Verlheidiger Nixon's, erlangte heute vom Richter Fancher einen Writ of Error, und bei den Richtern Jngra dam und Davis wurde eine Stundung des Verfahrens beantragt. Die Frage wurde ar gumentirt, u' dassericht behielt sich die Eut fcheidunz vor. Der Dpfr. „Rufsta" ist von Liverpool hier eingetroffen. Verhaftung eines Schwindlers. Boston, 14. Mai. Janies A. Con wurde heute Nachmittag auf die Anklage ver bastet, Aktien-Certifikate von Eisenbahnen qe fälscht und auf diese Weise »200,000 erschwin delt zu baben. Con war früher Mitglied der Firma I. N. Fisk 6- Co. und des Mäkler- Direktoriums. Mord in Virginien. Em sieben jähriger Negerknabc ermüdet ein vierjähriges Gtävchen. Richmond, 14. Mai. Ein vierjähri ges weißes Mädchen wurde in einem Gehölz bei Lynchburg von einem Negerknabea im Alter von 7 Jahren ermordet, weit sie sich weigerte, ihm eine Marmel zu geben. Der kleine Verbrecher gestand die That ein. Tod eines Duellanten. Richmoud, 14. Mai.—John B. Mor decai, welcher in dem letzten Duell mit Mc- Carthy schwer verwunder wurde, ist urter großen Schmerzen anseinerWunde gestorben. McCarthy ist mit den Sekundanten verhaftet worden und wird wegen Mordes Prozess,rt werden. Gelinde Strafe eines Mörders. Chicago, Jll., 13. Mai. Anton Ad lers, der vor einigerZeit bei einem Streite fei nen Bruder um's Leben brachte, wurde heule prozessirt und in Anbetracht seiner Jugend und der zu feinem Gunsten sprechenden mildern den Umstände zu 18.monallicher Einsperrung veruriheilt. Versolgnng der ModocS. -- Ein Kampf nnansblctblich. Artil lerie in den Lavafelsen. San Fr a n z i s c o, 14. Mai. Gen. Davis berichtete, daß die gänzliche Ausrot lung dcr Modocs nun nur noch eine Frage der Zeil sei, und svricht sich über die Warm- Spring-Jndianer sehr lobend ans. Er hat der Artillerie befohlen, sich in den Besitz der Lavaselsen zu fetzen. Die Warm - Spring- Jndianer viifolqen die Modocs, welche nach der Gegend der Lavafelsen fliehen und sich nun zwischen den Warm-Zpring -Indianern und der Artillerie, üver 25 Meilen von Gillem's Lager entfernt, befinden. Sollten die Indianer verfucheu, die Lavaselsen wieder zu erreichen, fo werden sie nach Gen. Davis' Meinung gezwungen werden, auf einem, für die Soldaien sehr günstigen Terrain zu käm pfen zu müssen. . Nach dem letzten ossiziellenßerichte Betrests des letzten Gefechtes wurden 2 Soldaten ge lödtet und 8 verwundet. L a v a fe l 112 e n, 10. Mai, Abends 11 Uhr. Lieutenant Bacon von dcr Escadron K des 1. Cavallerie Regiments, welcher mit fei ner Abtheilung von einer Eskorte-Tour zu rückgekehrt ist, berichtet, daß die Vorposten des Lieutenant Chapin in der Richtung, welche Oberst Mason's Commando auf seiner Kund fchaftertour nahm, Feuern gehört hat. Man glaubt allgemein, daß ein Gefecht flattgesun den hat. In dem Lager südlich See ma

chen Klapperschlangen und Scorpionen den Soldaten Nachts in den Zel'en Besuche. New-York, 14. Mai.—Speziat-Depe fchen von vcn Lavafelsen enthalten die Etn zelnheiten des letzten Kampfes. Capt. Has bruct's Leute wußten, daß die Modocs in der Nähe waren und legten sich zur Rübe, indem sie sich vor Ueberfalle vollkommen gesichert wähnten. Die Indianer nähelren > sich ihnen so leise, daß die Leute eist von der ersten Salve, welche Korporal Tollen von der Abtheilung G, des 1. Camallene-Regiments tödtete, und 8 Soldaten verwundete, geweckt wurden. Die Warmspring-Jndianer zeiglcn große Geistesgegenwart und versolgleu die Modocs so heiß/ daß die Letzteren ihre Ängel taschen und sonstige Artikel wegwarfen, um die Flucht zu erleichtern. Die Soldaten sind guten Muths und glauben, daß sie die Mo docs diesmal erwischt haben. Von Euba. Agramonte's Tod bei ttällgt.—Dessen Bedeutung Havanna, 14. üllai. Eine Depesche von Puerto Principe meldet, daß die Leiche des Jnsurgenten-Geuerals Jgnacio Agra monte dort angekommen und vollständig iven tifizirt worden ist. Die Bceroigung sand heule statt. Der Bericht von dem Tode des Gen. San guili bestätigt sich nicht. Das Ges-cht. in welchem Gen. Agramonte fiel, ereignete sich bei Junagaya. Die Jnsur. genttn waren 800 Mann stark und hatten nach den Berichten der Spanier 80 Todte. Die Spanier und Eubaner halten Agra monte's Tod für einen empfindtichea Schlag gegen die revolutionäre Sache. Das „Diario" glaubt, daß durch diesen To desfall die spanische sacke viel gewonnen hat. Nähere« über da« Minen»llngliick in Neu - Schottland. Fünfzig Menschen in den Flammen ver unglückt. La» Feuer wüthet noch. Halisax, Neu-Schottland, 14. Mai. Die Ursache de? Feuers in der Drummond- Äohlenmine war eine Gasexplosion in Folge einer Sprengung. Das Feuer theilte sich den Gasen in anderen Theilen der Mine mit und verursachte sofort eine furchtbare Explosion, welche alle Hülse abichuitt. Aus der Tiefe des sich ungefähr 300 SUen von dem Eingange der Mine bejindenden Luft-Schachtes wurden Hülferufe vernommen, woraus Stricke und Menschen reqnirirt wurden, durch deien Bei staud 4 Leute gerettet wurden. Ehe jedoch »och Andere gerettet werden konnten, wurde der Schacht vom Feuer erreicht und es fand noch eine Explosion stalt, in welcher vier Leute, welche im Heruntergehen begriffen waren, ih'en Tod sauden. Die Anzahl der sich in der Mine befindendenLeule wird aus 40 bis 50 geschätzt. Das Feuer wüthete noch um Mitternacht fort. Dem Schachte ent strömten Rauch und Flammen. Halifax, 14. Mai. Die letzten Nach richten von heute Morgen über das Drum mond-Äohlengruben-Feuer berichten, daß das Feuer noch immer fortwüthet und daß alle Hoffnung, die Leute zu retten, aufgegeben wer den muß. ES hat sich ,etzt herausgestellt, daß sich zur Zeit der Explosion K 0 Leute in der Grube befanden. Heute Morgen ungefähr um S UHr ereignete sich noch eine gewaltige Explosion. Es sind Aussichten vorhanden, daß die über der Mine sich befindenden Gebäude gerettet werden kön nen, falls der Wind von derselben Gegend weht, im entgegengesetzten Falle sind die Ge bäude unrettbar verloren. Es wird als unmöglich angesehen, daß die Leute in der Grube noch am Leben sein kön neu. Das Feuer entstand durch eine Spren gung mit Pulver und die Leute blieben in der Grube in der Absicht, dasselbe zu löschen. Einem Berichte gemäß fuhr Hr. Dünn mit L 0 Freiwilligen ungefähr 20 Minuten vor der Explosion in die Grube, um bei dem Löschen des Feuers Beistand zu leisten. Die Leute blanden sich zu jener Zeit in der Nähe des Feuer« u, e« wutz angenommen, daß Viele, wenn nicht Alle, bei der Explosion einen augenblicklichen Tod fanden. New-GlaSgow, 14. Mai. In dem Schachte von Doummond brennt es noch im mer; alle Oesjiiunqen sind geschlossen, und da« Feuer wird infolge dessen wahrscheinlich erlöschen. Die Männer, welchen es gelang, sich zu retten, berichten, daß sie bei ihrer Aus fahrt an mehreren Leichen vorüber kamen. Wahrscheinlich sind verschiedene Bergleute im Rauch erstickt. Seit der Explosion ist Nie mand aus dem Schachte gekommen. Von den vier Männern, welche nach der ersten Ex plosion sich freiwillig erboten, in den Schacht zu steige», kamen bei der zweiten Explosion drei um's Leben. Gestern Abend kanden noch mehrere schreck liche Explosionen statt; eine verspürte man vier Meilen weit. Die Zahl der Opicr wird sich vielleicht auf 7S belaufen. Untergang eines Fluß-Oanivfers. Mon tr e ak, 13. Mai. Der Dampfer „Remand" fuhr gestern Abend m den Lachine- Flußschnellen auf einen Felsen auf und ging unter. Die ISO Passagiere, die er an Bord hatte, wurden gerettet. Brände. Varnesville, 0., 13. Mai. Die „Bismarck"-Fabrik brannte in der Sonntags- Nacht ab. Benjamin Middletown, einer der Arbeiter, kam in den Flammen um. Der Schaden beträgt »10,000. Aylniers, Ouebec, 14. Mai. Heute bräunten das Hotel O'Reilly, Hall'S Hotel und ein Modewaarengefchäft hier ab. Ver lust »25, Telegraphisches Allerlei. Im Fairmouiit-Parke von Philadelphia stürzte vorgestern Chas. I. Arch aus seiner Kutsche und brach den Hals. VorgesternAbend begann inNew-Haven. Conn., die Jahresfeier der Association der „Potomac-Armce." Der Getraidefpekukant John Watson in Chicago machte vorgesternßankerott. Ver- Kindlichkeiten »150,000. Präsident Grant wurde gestern in New- Haven, Conn., schlich empfangen; ein Sa lut wurde ihln zu Ehren abgefeuert. In Philadelphia gestern 165,- 000 Postkarten verkauft. In Atlantic-City sind 80 neue Villen für die bevorstehend: Bade-Saison erbaut worden. In Cincinuati fallirte gestern die Fir ma A. S. Burt Co. Dieser Bankerott war eine Folge des Fallissements von Lock wood Sc Co. in New-Nork. Lokalberichte auS Washington. Wafhingt on, 14. Mai. Das, nahe Mount-Vcruon. in Fairsox-Counln. Virgl men, gelegene „Mount-Zephyr-Hotel" wurde gestern Morgen durch ein Feuer gänzlich ein geäschert. Verlust S 10,000; Versicherung »3000. Die Händler in alten MeubleS und Kleidern haben in einer Versammlung gegen die Bill dcr Lizenz-Taxen von »100 per Jahr, welche jetzt vor der Gesetzgebung ist, pcotestirt. Oberst John L. Smith, ein früher wohl bekannter Einwohner dieses Distriktes, starb gestern nach einer mehrmonatlichen Krankheit in seiner Wohnung in Anne Arundel-County. Maryland. Um ungefähr 12 Uhr in der vergange nen Nacht wurde ein Mann. Namens John Kilmarlin. iNjKnox's - Alley von zwei de rüchligten schwarzen Dieben betäubt gemacht uud dann seiner Baarfchaft, aus SlOO beste hend, beraubt. Es gelang dcr Polizei, sich ver Diebe zu bemächtigen. Ein hiesiger Arzt, Dr. I. M. Thoner, will die Beobachtung gemacht haben, daß fast alle Perfonen, die in fehr hohem Alier sterben, keinen Kahlkopf haben, während Personen, die die Haare zwischen ihrem fünfunddreißig sten uud fünfundvierziqstcn Jahre verlieren, sclieu das Aller von siebenzig Jahren errei chen. Dieser Beobachter zieht daher den Schluß, daß Jedermann, dcr in seinem fechs ziglten Jahre noch keinen Kahlkopf hat, die beste Aussicht erhält, achtzig Jahre alt zu weiden. Vermischte Berichte. Eine Combination mehrerer Lebens -Versicherung« - Gesell schaften.— Mehrere New-Horker Lebens- find dem Beispiel dcr Feuerversicherungs-Gesellichaslen gefolgt und haben einen Verband zum Schutz und Trutz gebildet. Der angeblich beabsichtigte Zweck ist, das Interesse des Publikums wach zurufen. seiudliche Interessen und drohende Spezialgejetzgeberei in den verschiedenen Staa ten zu bekämpfen, eine Unifoimität deißaten. also der Lebenstabellen herzustellen nud den Erlaß zweckmäßiger Gesetze herbeizusühren. Der Verband hat sich durch Erwählung sol gend?r Bc«nten sür das Ende März 1874 endende Geschäftsjahr organisnt; Präsident Morris Franklin, Präsident der „New-Nork-Lebensversicherungs-Gesellschaft." Vice-Präsident Nathan D. Morgan, Präsi dent der „North-Americaii-L.V.-G." Sekre tär und Schatzmeister Sheppard Homans. Exekutiv-Comite: Vorsitzer Hugo Wesendonk, Präsident der „Germania-L.-V.-G., W. H. Beers, Vice-Präsidenl der „N.-Nork-L.-V.- G.," L. W. Frost, Präsident der „Conlinen tal-L.-V.-G.." H. B. Hyde. Vice-Präsident der „Equitable Theod. R. Wet more, Vice-Präsident der „Security-L.-V.» G." Anwalt Foster Thomson, 60, Wall- Straße. Die Nebengefetze bestimmen, daß nur solche Herren zu Beamten und als Mit glieder.des Exeluliv-Comite's erwählt werden können, welche Beamte einer dem Verband angehörigen Gesellschaft sind. Vis jetzt find nur Gesellschaften dem Verband Die nach TrueSdell's Plaue er bauten Brücken, von denen eine am Sonntag vor 14 Tagen in Dixon, Jll., sammenbrach, was so schwere Verluste gn Menschenleben zur Folge hqtte, scheinen sich alle keines gutenßutes zu erfreuen.TrueSdell's Brücke inElgin fiel schon im Dezember 'Lsei». wurde aber unter seinerLeilung >epanct. Trotz dcr Reparatur stürzte die Brücke am 4. Juli 1863 wieder ein, wobei drei Menschen umkamen und mehtere verwundet wurden. Truesdell K Co. fanden es nun sür gut, ll llinois zu verlassen: aber die „Eompagnie" soll in lowa noch irgendwo bestehen, wiewohl der „Erfinder" selbst vor einiger Zeit in seiner Heimath in Massachusetts gestorben ist. In Rocktown, Jll., wurde eine TrueSdell'sche Brücke noch zu rechter Zeit wieder entfernt. Und dasselbe wird hossenttich im Union- Part in Chicago geschehen. Was nun die Unglücks, brücke in Dixon betrifft, so repräsentirt sie zugleich einenTheil der heillosenCorruption des öffentlichen Leben«. Ehe sie daselbst imJahre 1863 errichtet wurde, Uesen bei den Behörden in Dixon Angebote von den tüchtigsten Brüt kenbauern in Chicago, Detroit, Baltimore :e. ein. Aber obgleich diese Firmen weniger sor derten, wurde doch das Angebot TrueSdell'S angenommen, weil er brav zu schmieren verstand. An der mörderischen Brücke selbst war eine am letzten Sonntag der Zerstörung entgangene Tafel angebracht, welche die Namen des Ma yors, dcr Stadtväter und sonstiger städtischer Beamten enthält, unter denen der Schwindel vor sich ging. Es ist gewiß eifreulich, daß kein einziger der Namen auf dieser Schandla sel einen deutschen Klang hat. Bei Anlegung der Brücke kamen die gröbsten Betrügereien vor, und während sie ursprünglich aus >39,000 veranschlagt war, kostete sie 537.000. Die Bestechungen besorgte ein damals als Ad vokat in Dixon ansäßiger Bruder der Trues deUs. Das Allerempörendste an dieser Geschichte voll Schmutz und Blut ist. daß die Brücke ohne lede genügende Probe dem Berkehr über geben wurde. Der „Erfinder" hatte dasür „garantirt", daß sie 120 Pfund Gewicht aus dem Ouadratsuß tragen werde, aber bei der Probe wurde noch nicht einmal der achleTheil dieses Gewichtes aufgelegt. Und auch als das Unglück in Elgin ersolgt war. unterblieb die richtige Probe. Die Otadtbeamten wa ren ja vzn den TrueSdellS bezahlt, nicht um zu sehen, scndern um je beide Augen zuzudrük ken. Ueber dieEljäsjer undLothriu gerßekruteninder deutschenAr m ee wird untei'm 22. April aus Thüringen geschieden; „In den Regimentern aller Wassengattuugeu des 4. und 11. Armeecorps, welche in den Provinzen Sachsen, Hessen- Nassau und ganz Thüringen garnisonircn, sind vorzugsweise viele Rekruten aus Elsaß und Lothringen eingestellt worden. ES wird diesen Soldaten aus den neuen Reichslanden fast durchweg ein allgemeines Lob ertheilt; sie zeichnen sich durch Zuverlässigkeit und Ge horsam vortheilhasi auS, heweisen ylelGeschick und Eiser bei ihren militärischen Uebungen und haben säst noch nirgend? Anlag selbst zu den geringfügigsten Strafen gegeben, so daß die Regimenter sich gar keinen besseren Ersatz als diese Elsaß-Lothrmgischen Relruteu wün- fchen. Besonders auch bei der Artillerie und Cavallerie lobt man sie sehr als gute Reiter und forglame Pferdewäiter. Auch sollen sich diese Eliäsier jetzt schon ganz einheimisch füh len und nur den gewohnten Genuß des Weiß brodes und Weines ost entbehren. Manche von ihnen erhallen übrigens ganz ansehnliche Zulagen von zu Hanfe." lm Betreff des umer dem Namen Aork sich breitmachenden Schwindet Insti tutes, an dessen Spitze zwei notorische Gau ner, der Dr. Siegsricd Ahrenberg und M. Mandel, stehen, hat der Porstand der „Deut schen Gesellschaft" von New-Uork beschlossen, eine offizielle öffentliche Warnung zu erlassen. Der Beschluß lautet: „Beschlossen: Da es weder der öffentlichen Presse, noch den ernstli chen Bemütiungen von Privatpersonen gelun gen ist, etwas Zuverlässiges über die Tendenz und Wirlsamkeit der sogenannten ' vuiteä zu erfahren; da aber der angebliche Präsident, Dr. S. Eh renberg, »nd dcr Schatzmeister, M. Mandel, der genannten Geseltichast als notorische Schwindler und Abenteurer bekannt sind, so hält der Vorstand der „Deulsckicn Gesellschaft" es für feine Pflicht, fein- Mitbürger ernstlich zu ermahnen, besagten Leuten kcine Unterftut. zung weder in Gels, noch durch persönliche Betheiligung zu Theil weroen zu lassen." I Schauderhaste Behandlung ei nes schwachsinnigen Mädchens durch den leiblichen Vater Kes sel b e n.— Ueber diese ganz unerhörte Entdek kung, die in dem Town Washington, Winne schieck-County, lowa, vor Kurzem gemacht worden ist und welche wir bereits mittheilten, erfährt man jetzt folgendesMhere: Der Name des Scheusals von Vater ist Wurzer, und ist derselbe ein wohlhabender Farmer. Vor zehn Jahren verheiratete cr sich zum zweitcnMale, und obgleich es bekannt war, daß er eineToch ter hatte, die jetzt ungefähr 20 Jahre alt scin müßte, so sah man sie doch nie, und auf alle Fragen nach ihr gab Wurzer stels eine aus weichende Antwort. Der Scheriff des Coun ty's sand sich nun kürzlich veranlaß!, eincUn tersuchung einzuleiten, und begab sich zu dem Zwecke nach Wurzer's Hause. Dort fand er einen kleinen Änbau von 10 Fuß Länge und 8 Fuß Breite, in welchem sich eine Kiste be fand, die nur 12 Zoll lang und 22 Zoll breit war, und außerdem eintgebumpen undltroh, die als Bett benutzt wurden. In der Ecke kauerte einWesen, das kaum noch einemMäd ckcn ähnlich sah. Der Körper war mit einer dicken Dreckkruste bedeckt; ein Ztück Decke, das kaum über die Ävchultern reichte, war die ein zige Kleidung, und die ganze Gestatt schien die eines zehnjährigen Kindes zu sein. Dies war die blödsinnige Tochter Wurzer's uud dies die Art und Weise, wie sie feit 15 Jahren gehal ten worden war. Sie lonute nicht sprechen, und da sie lange Jahre hindurch in dem Loche nur sitzen uud liegen konnte, so war ihr das Ausrechtstehen unmöglich. Am Wohlsten be fand sie sich, wenn sie auf Händen und Füßen kroch. Äuf die Frage des Scheriffs, weshalb cr sein unglückliches Kind so schändlich behan delt habe, erwiderte Wurzcr, daß er keine Zeit gehabt habe, sich um sie zu bekümmern. Einen indianischen Scalptauz schildert ein sich im Jndianergebiete herum treibender Correipondent der„Nebcaska-Zt«.- Ztg." folgendermaken: „Elwa eine Stunde vor Sonncliuntergang wurde ich durch ein furchtbares Geheul, wie es nur Indianer hervorbringen kouneu, und durch ein starkes Gewedrfeuer aufgeschreckt. Ich ging hinaus, um diellrfache auszusiiiden, als auf einmal die ganze Kriegsparthie in vollem Galopp aus dem Walde hervorbrach und wie die leibhaftigen Teufel schrieen und krakehlten. Voraus ritten zwei Krieger, wel che zwei kurze Pfähle trugen; an einem der selben hing ein blutiger Scalp, am andern die Haul einer menschlichen Hand mit den Fingern daran. Ihre Geschichte war schnell genug erzählt. Wenige Stunden nach ihrem ÄuSmarfche stieß dießande auf einen verirrten Pawnee-Jndianer, und sie ließen ihn, wie einer der jungenßucks sich ausdrückte, „auf der Prärie, mit seinem Kops unter'm Arm." Kurz nach sonnenuulergang machten nun unsere Helden Vorbereiiungen für einen gioßartigen Kriegstanz. Ein eiförmiger Platz von 40 Fuß Länge und 20 Fuß Breite wurde rein gedacht und ein Fußpfad um denselben herum abgezeichnet. Uugesähr in der Mitte des Platzes wurden zwei große Scheiterhaufen errichtet und an den Enden wurden zweiPfähle in den Boden gesteckt. An einem derselben wehte die Kopfhaut des Pawnee, umgeben von einem Dutzeud Stinktatzenfellen, vom Winde hin und her bewegt, und ain andern hingen die Finger, auf ähnliche Weise verziert. Der Musikant der Bande hockte sich auf den Boden zwischen die beiden Feuer, schlug auf eine selbst fabrizirle Trommel und stimmte eiiM wilden Kriegslan; an. Den Tanz er öffnete „Nachawaha", d. h. das „tapfere Herz", ein Häuptling dcr Bighills. Ihm folgleu 25 Krieger und eine glcicheÄnzahl von Weibern. Die Männer waren nach Indianer- Mode aus das Beste ausstassi-t und mil Lan zen, Schildern, Bogen, Tomahawks n. s. w. bewaffnet. Die Tänzer anangirten sich paar weise um den Kreis und der Tanz begann. Die erste Bewegung war ein Gänsemarsch im Tral»chriit mit obligatem Stampfen nach dem Takle der Musik. Plötzlich gab der Mu sikant ein Zeichen nud jeder Mann drehte sich herum zu seinerTänzcrin und tanzte rückwüns, ähnlich wie das Banlance in unserer Qua drille. Auf ein anderes Zeichen stellte sich je der Mann hinter seine Tänzerin, die sich dann herumdrehte und wie zuvor ein Balance aus geführt wurde, schoben sich alle Paare gleich zeitig und allmählig im Kreise herum. Die Männer begleiteten das Tanzen mit dem wil desten Geschrei, Jauchzen, Grunzn, Heulen und hundert andern Lauten, welche ein Wei ßer nicht nachahmen tan» und welche ein na türlicher Ausdruck des höchsten Grades vor. Wildheit und Wuth find. Je dunkler es wurde, desto mehr Holz uud Reisig wurde aus dasFcuer gewoifin und desto wilder wurde der Tanz. Der Musikant fang uud trommelte immer fchncller und energischer. Die Tänzer sprangen und hüpften schließlich wie toll uud schlugen mit ihren Waffen nach demScalp des unglücklichen Pawnee. Obwohl mil Indianern und ihren chen einigermaßen vertraut, schien mir doch diese Szene bei dcr grellen Beleuchtung als grauenhaft und dämonisch. Wenn der alle Luzifer und seine Gehülfen der Hölle noch schlimmer aussehen als diese „edlen Söhne dcr Wildniß," dann wünsche ich nicht, mehr wie Einem auf einmal auf der Prärie zu be gegnen." Der Mensch als Voge l.—Man hat die Theorie aufgestellt, daß der Mensch die höchste Stufe seiner physischen Entwickelung bereits überschritten habe und keiner weiteren Vervollkommnung mehr sähig fei. Nach ei ner Entdeckung, die Prof. Harnois Conda mene, ein bekannter Physiologe, gemacht hat, und worüber er Näheres in der „Revue des Merveilles fcientifiqiieS" publizin, ist jene Theorie eine irrlhümtiche, uud ist dcr Meuich berusen, sich zu einer noch viel „höheren" Ent wictlungsstuse „emporzufchwingen." In der Auvcrgne (Frankreich) hat der Professor eine aus mehreren Personen bestehende Fauiille ent deckt, deren Oberkörper, Brut, Schulterblatt, Schlüsselbein und Muskeln dcr oberen Extre mitäten sich ganz auffallend dem Bau beu Körperihcile bei Vögeln nähern, nur sind leider die Flügel noch nicht ganz entwickelt. Bei einem dcr Familie angehörigen Kna ben sind bereits die Oberarme mit demßuinps durch eine dicke Haut verbunden. In einigen Jahrhundcrlen wird dies neue Vogelge'chlecht sich voraussichtlich vollständig entwickelt ha ben. Da nach Darwin wenigstens ver untei? Theil des menschlichen Körpers auf eiue affen artige Herkunft schließen läßk und nach Har» vors Coudamene der obere Theil dem Vogel gefchlechte zustrebt, so wird der Zukunsts mensch ein ausnehmend origineller Kauz sein. Ein inEincinnali erscheinendes Blatt fällt das folgende Unheil über die Persönlich keit Büchner'S: „Büchner ist jcdeufalls der Mann, Verden Materialismus seinem eigent lichen Werthe nach am Besten repräsenliren sann. Eine kalte, abstoßende Erscheinung, unlicbenswürdig und lcdern im Umgang, ein herzlos kalier Vortrag und Materialist bis aus die letzten 5 Lenttz, die er einnimmt, ist mehr, wie irgend Emer, dazu angeihan, die er abstrakte» Lehren des Materialismus, welche mit frivolem Lächeln den letzten Blü lhenstaub der Poesie und Romantik von den Flügeln desivienicheiigeisteS abstreifen, zu ver treten und verhaßt zu machen." Eine Frau verko. uf i für S2OO. Frildnch Weder und Frau, Ellen Weber, in Hampton-Township, Bay-(Lo., Michigan, wohnhaft, 'find schon eine geraume Zeit ver heiralhet und haben 5 Kinder. Einem i>in gen Mann, Ramens David Calvin, welcher fiir Hrn. Weder arbeitete, gefiel die Frau sei ne« Prinzipals und osferine er deshalb dem selben «2vo sür dieselbe. Diese Offerte wurde von Weber, welcher mit seiner Frau nicht in der schönsten Eimracht lebte, augcnommen Nummer 116. Der junge Mann trat a« die Stelle Weber'S; von einem Protest Seitens der Frau war keine Rede. Der erste Ehemann, Fr. Weber, be dang sich freie Kost und Wohnung bei dem neuen Paar aus, welches ihm gewahrt wurde. Dieses intereisaiite Verbältniß zwischen den Dreien dauerte fo ungefähr 14 Tage, da kam der Bruder des früheren Ehemannes dazwi schen und nahm Verhaslsbcfehle gegen feine frühere Schwägerin uud den neugebackenen Ehemann heraus. In welchem Stadium jetzt diese interessante Angelegenheit ist, haben wir noch nicht erfahren können. Dcr Wahrheit die Ehre die mit den Temperenzlern sympatdisirende„Tri dune" in folgendenWorlen: „Massachusetts, welches gegenwärtig mit der Prohibition ein neues Experiment macht, hatte damit früher genug Schwierigkeiten. Wir glauben wirk lich, daß eine Geschichte der Temperenz-Ge setzgebnug jenes Staates feil den letzten vicr zig Jahren ein interessantes und belehrendes Buch sein würde. Jeder mögliche Versuch ist augcstelll worden und man mu>z bekennen, daß keiner einen glänzenden Erfolg gehabt hat. Der Correipondent eines Bostoner Blattes sagt, daß während dcr letzten.zehn Jahre die Unterdrückung des Spiriluosenver kaufs durchschnittlich den zehnlen Theil jeder vollen Legislatursession in Anspruch genom men hat und daß die Kosten der Temperenz- Gesetzgebulig über »500,000 betragen haben müssen." Ueber einen vertieblen allen Aesculap schreibt das gestrige „N.-N Journal:" „Von einer nicht zu lühlenden Llebesgluth ist dcr 60 lähnge, mit wiuterli chcm Schnee bedeckte Docivr Oldcnberg. Seil 3 Jahren entbrennt sein noch jugendliches Her; sür die hübsche, erst IS jährige deutsche Jungfrau Auguste die bei ihren El tern in Balticstr. dicht neben dem Hanse deS Herrn DoctorS wohnt. Da jedoch Auguste durchaus uichis von dem alten Herrn wissen will, macht sich dieser lächerlich? wenn er das junge, lebensfrohe Mädchen auf Schritt und Tritt verfolgt, sie mit Liebesanträgen quält, ja sogar sich soweit vergißt, daß cr auf offener Straße, wenn er Augusten begegnet, vor ihr wie cm liebegirrender Schäfer auf die Kniee fällt. Der versolglcn Dame blieb nun nichls Anderes übrtg, als Richler Walih zu bitten, ihn vor diesem Scladou in Schutz zu nehmen. Der Herr Doctor ist gestern nnter SIOOO Bürgschaft gestellt worden, damit er das junge Mädchen nicyr ferner belästiqe." Einsturz zweier Gebäude in New -A 0 rk. (Zwei Leute schwer verletzt. Drei Personen gelötet.) Am DienslagVor miitag um 11 Uhr stürzte plötzlich-die alte 2- stöckige Barracke au der Ecke vou Mulberiq. MV Worlhstraße, Eigenthum d.'s James Cas sin, Süo. Ost d 6. Slraß», welcher dieselbe ab reißen läßt, ein und wurden die bei'm Abrei ßen beschäftigten JohnSeiffer, Nr. s!»,Ridge straße, uud Geo. Unger, Nr. 84, Ridgestraße, unter dem Schutt begraben. Die Polizei unier den Capilänen Kennedy und Ullman war rasch zur Hand und gelang cS den Polizisten und Feuerleutcu nach halbstündiger Arbeit die beiden Leute auszugraben. Beide sind sehr fch r>cr verletzt. Die Polizei war noch bei der Arbeit an diesem Gebäude, als die Nachricht eintraf, daß der zweistöckige stall. Nr. 44 uud 46. Huberlstraße, Eigeulhum des Paul Spos sord. ebenfalls eingestürzt sei und daß mehrere Personen daselbst ihren Tod gesunden hätten. Das Gebäude war schon sehr alt, wurde aber letztes Jahr reparirt und das Dach desselben erhöhl. Es wurden neue Balken eingeietzt und daS Gebäude wieder in gehörigen Stano gesetzt. Am Montag Abend wnrden 300 Bushel Hafer ant den Speicher gebracht, ans welchem bereits 15 bis 20 Lallen Heu lager ten. 'Gestern Mittag gegen >2 Uhr war der Fuhrmann Jan,es NelfoilManiiing, Nr. 325, West 26. Str., welcher das Gebäude als Ztall und Futtcrspeicher benützle, mit seinem Ttall knccht John W. Kelmer und dem Capitän Jakob Vaurhyte vomiLatskill-Dampfcr„New- Champion" im Stalle, als plötzlich die Bal ken des Speichers zusammenbrachen und die drei Leute, die Nichls ahnten, untcr den Trü mmern bcqrilbeii. Ein Schuhputzer, NameuS Patrick BylneS, fpraug noch zur rcchlen Zeit bei Seile und einging >o dem Tode. Polizei- Capitän Petty, der gleich benachrichtigt wur de, traf sofort Anstalten zur Ausgrabung dcr Unglücklichen, welche unter dem Schutte la gen. Mit Hiilfc der iu den benachbarten Di strikten stationirten Polizisten gelang es dem Capltän, die Veruuglücklen an's Tageslicht zu fördern, doch waren sie alle auf's Schreck lichste verstümmelt und bcreilS todt. Die Lei chen winden in dasStaliouShaus in Leonard straße gebracht, wo Coroner Keßler die einlei lcnden Schritte zu der am Monlag abzuhal tenden Leichenschau traf. Manning war 38 Jahic alt, aus CatSklll gebürtig und hinter läßt eine Wittwe mit zwei Kindern; Kelmer, welcher 41 Jahre alt war und in Wafhinglan straße woynte, eine Wjllwc und 6 Kinder, und Banrhyte eine Wittwe und 2 Kinder. Dcr obenerwähnte Schuhputzer Byrnes trägt eine schwere Onetschung an der Hand davon. Zwei Pseidc, dle im Stalle standen, enlkamen unverletzt. Schwarz und weiß hat sich am 16. April in Belli» inuig vermahlt, indem der kohlrabenschwarze NegcrMedino, welcher dem Prinzen Karl von Preußen gehört, an >enem Tage mit einer blendend weißen, blonden berliner Bürgerstochter Hochzeit gefeiert hat. Bei der letzten Stadtwahl in Colum bns, Ind., haben d>e Temperenzler ebenfalls eiue enischiedene Niederlage erlitten. Unter den Erwählten besinden sich vier Deutsche; der neue Mayor nennt sich Thomas Essig. Baron Adolph v.Rothschild will eineSchen kung von t Mill. Franken machen, um in Genf, Schweiz, eine Augen-Heilan. stalt iii's Leben zu rusen. (Diplom siir den Fürsten Bismarck.) Vor seiner Abreise nach St. Petersburg hat der deutsche Kaiser noch das jetzt nach mehr als sechsmonatlicher A'beit vollendete Fürste ndiplom sür den Reichskanzler unterzeichnet. Das Diplom, wnches unter der obersten Lei tung und Aussicht des Grafen nach dessen Anordnungen von dem HoskaUizraphen und akademischen Künstler Heirn Blttz aus geführt ist, enthält zwölf Seiten Text, dieje nige mit einqcrechnet, aus welcher sich das von dem Maler Nohdc gemalte fürstliche Wappm befindet. Auf dcr ersten Seite steht der T'lel des Kaisers, im Bogen umrahmt von den Wappen der Prinzen, darüber der Adler, darunter dcr NamenSzng des Kaisers. Die zweite Seile bringt die Motivirung der Er hebung in den Fürsteiistand, in welcher der „unverfänglichen Perdienfte" des Fürsten um die Eiu!>e»t und Größe deS Baterlandes ge dacht wird, die dciile cen Atl der Erhebung, die vierte die Bestimmungen über die Erblich keit der Würde, die fünfte und sechste die Be schreibung des Wappens, die siebente das Wappen selbst. Es ist das alle Bismarck'- jche. nur durch den Fürstenmantel uud die Schildhaltcr, den preußischen Adler zur Rech ten und den branbcnvnrg'jchen zur Linken ausgezeichnet. Rcchts von dem Wappen sind däniiche, linls östreichische, darüber sranzö siiche Fahnen angebiacht. Darunter ist ein reizend ansgesühnes Miniaturbild Straß bnrg's. Die ackte Seite bringt die Fort setzung des WapvenS.die neunte Bestimmun gen über die nicht fürstlichen Nachkommen, die zehnte die Umer christ des Kaisers und das Rubrum, die clfie und zwölfte einen Auszug aus der Fideicommiß - Srisiungsurlnnde des Fürsten. Neue Anzcizcn. l. Ward. Demokratisch-konservativer Zettel Abgeordnete zur Stadt-Eonvention : HI ch " ekre re: Sliarle» ZuUer. ! Francis <satla». Wilhelm Z!ct>mmke. Stimmloka! htule offen von MiiaqS 12b:s Abcndt BUsr>n S?r. l!t?. (ttk) Tud«Wo<ti>N!l»onstraKe. üzekauntmachung sür Zagd - Liebhaber. L?sl>n k Raao Puiver.Compagnic macht die nach ftehe-idrii Worten, welche sie dnu Pudlilum als die vor«ijgllchiien Artisci anbietet: ««äXtii- i.i«urxixkZ'?ulver von Ne,l—Nr, 7. l)i^LLPulver, " ' ' ' von Pulver, von Nr. 1 bis 4, i„ MttaU-Fußchen von «X un» 12)6 Psnnd. oSXXKK . Pulser. Größe F .G„ F«. >Ä. und Fff.y, Ä,, in Metall- Sachen von 6)6, und 25 ü>!und. De Witt?»rct, Agent, Nr. ISS, Weil - Prattstraßc, tJanlZ.l2Mte,jaT.H) «.Etage. Neue Anzeigen. Uniou- Bank - Ge scll schalt der Ttadt Valtiniore. Büreau (Neynolds K» Saviu): Nr. 21, Sonlhstraße. Gi)vcr, Samu.i Ban!,. W. S. l Sanmcl Kunl-ckili, A. Salin. s A. jliilce, von i-arioro 1873. 1873. Frühjahrs Importatiouco. 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