Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 24, 1873, Page 4

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 24, 1873 Page 4
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Ter Teutsche Correspoudent Baltimore, 2't. M<n 18??» Stadt BaLtimore. Nach Europa! Dcr „ceipzig," Kapitän Jäger, geht dcute Nachmittag um 2 Udr von seiner Werste ans Locust-Point nach Bremen ab. Allc Cajiitenplätze sind belegt und zwar von: A. S. Abell („Sun"), Waller R. Abell, Frl. Mary L. Abell, Frl. Fannie Abell. Sa muel H. Tagart. Frau Samuel H. Tagart. Frau Caroline Schauer, Frl. Mall,. Schauer, Freu Rosalie Resler, Hr. S. Rosenthal, Frau S. Rosenlhal, I. B. Greensselder, August Bcck, Frl. S. L. Fitzgerald, L. H. Lee, Milliard L. Zliitchcll, Eduard Lehr, Tho mos Kensett, Fian Eliza Vail, I. C. Brown, Frl. Gerlrude W. Brown, A. S. Ridgely. I. B. S. John N. Niernlee, Franl Nierusec, Geo. W. Wkistlcr, Copt. A. Mc- Lorighliii und Frau, General A. Parks Win ch.sttr, W. H.Nilllcr, Ernst Schweißer, Frau Vrctoria Levering, Frl. Elise Levering, Frl. Lcvcrimi, Pauline Levering aus Bal timore' Frau H. Adlcr und zwei Kindcr, L. Solomon nebst Frau und Kind, August Ed wards nebsi Frau, Frl. E. Edwards, Frau Charles P. Thompson aus Washington, D. C.; General C. F.Zliycrs aus Philadelphia; Frau C. A. Plimplon, Frau Dr. Elmira I. Howard, Heinr. Niüller nebsl Fran und zwei mindern, Hans Müller, Frl. Marie Schmitt, Frl. Bertha Körintz aus Cincinnati; Fran Srcscssor Ropmäßlcr, Louis Peters aus St. Louis; T. Oettinger aus Faycttcville, N. C.; Ferdinand Wocher nebst Frau und drei Kindern, Frl. Amalie Blanlard aus Kansas- C»y, Mo.; FrcdcrickLaughlinaus Wheeliug, W.-Va., zusammen 65; serner Hr. S. Leon hard, I. C. Kinger, Heinrich Schmelz und andere Baltimorer. Auch Washington (darunter unser bisheri ger Agent Hr. Wesseler nebst Frau) liiert ein namhaftes Conlingeilt, und selbst dieCajülen dcr Offiziere sind in Anspruch genommen worden. Ein junger Mann, der absolut mit reisen wollte, erbot sich, mit einem Sopha platze vorlieb zu nehmen, was aber abgeschla gcu werden mußte, woraus sich der Reiselu stige im Zwischendecke eine Koje sicherte, in welcher er wohl ebenso sicher, als in der Ca jüte, wenn auch vielleicht nicht so bequem, die Gestade Deutschland's erreichen wird. Tie Wiener Ausstellung beginnt, ihre An> ziehungslrast zu äußern, während auch wohl rrrcht Wenige vorziehen, eine Reise nach En ropa zu machen, anstatt den unverschämten Prellereien dcr ainerilavischen lsommeraufent haltsone ausgesetzt zu sein. Vcrurtheilunfl des Mörders Thos. Jackson. Der Mörder Tyos. Jackson, welcher äuge klagt war, den James Shofield am Z. April 1873 ermordet zu haben, wurde ain 17. Mai in dem Preisgerichte sürSt. Mary's County. Md., von den Großgejchworencn des Mordes im eist.'n Grade schuldig besunden. Shofield kam vor einigen Jahren aus den Neu-Eng. land-Slaaterr nach Hampton, Va., und be gab sich später nach St. Mary's County, wo er eineu Laden eröffnete. Am 3. April wurde er ermordet und das Haus in Brand gesteckt. Zwei Neger, unter ihnen auch Jackson, wur den bald daraus verhaftet und unter der An lage des Mordes, der Brandstiftung und des Raubes dem Gefängnisse überwiesen. Jack son's Prozeß nahm am 16. ds. MtS. seinen Anfang. Die Jury bestand aus den HH. Francis F. Lloyd, Jas. Jones, I. Gwinn Barber, Charles I. Norrie , Stephen Jones, Robert F. Barber, I. Alexander Jarbon, George L. Raley, Aoung P. Dawlins, G. W. Morgan, H. B. Caywood und Z. Tiv pett. Für die Anllagebehörde waren dieHH. I. P. Erane und JameS T. Blackistone er schienen, während dieHH. Combs, Downs n. Jamcs H. Wilson als Anwälte derVertheidi qulig suugirten. Au« dem Zeugenverhör ging hervor, daß Waaren, welche Shofield gehörten, bei Jackson gesunden worden seien und daß dcr Letztere mehrfach Drohungen ge gen den Ermordeten ausgestoßen harte. Wäh rend die Vertheidigung lhr Schlußploidoyer an die Geschworenen richtete, besaht man dem Angeklagten, die Anklagebank zn verlassen. Während derselbe dcr an ihn ergangenen Auf forderung nachkam, erschollen plötzlich Rufe: ..Haltet ihn ! Er entflicht I Das Gebäude stürzt ein !" Die größte Aufregung folgte diesen Ausrufen, doch wurde die Ordnung bald wieder hergestellt, da man sich überzeugte, daß weder dasEerrchSgebäude eiiislürzle, noch daß Jacison eiuen Fluchtversuch gemacht ha de. Nachdem die Geschworenen den Ange klagten des Mordes im ersten Grade schuldig befunden, verhängte Richter Ford das Todes urlheil über denselben. Jackson betheuerte seine Unschuld und behauptete, er habe Nichts mit dem Morde zu thun gehabt, die Waaren, wel che in seinem Besitze gesunden worden seien, liube er von zwei Männern, die ihm auf der Landstraße dcgegnct seien, gekauft. Tuckcr. Gestern Morgen war das Criminalgericht mit Neugierigen überfüllt, um dcr Prozeisi ruug des Chs. M. Hasline, -elws Joh. Mc- Nuily, sli»8 Albert O. Tucker, des vorgeb lichen Complicen der Lampley-Mörder Hollo, han und Nicholson, beizuwohnen. Tucker wurde bekanntlich dcr Anklage, um den Mord gemußt zu habcn, enlbunden, obgleich nachge wiesen war, daß er von den Mördern Geld er halten habe, um dasselbe in Washington um zuwechseln. Er erfuhr ersichtlich erst später die That und es ließ sich keine Klage gegen rhu begründen, was auch gestern der Staats anwalt in gehöriger Form eonstatirte und auf Niederschlagung alles Versaljiens wegen Berheilignng an demLampley-Morde antrug. Aber es schwebte nun noch die Anklage, daß Tucker, inPnriceGeorge's des Pferdediebstahls schuldig befunden und zu mehrjähriger Zucht hausstrafe verurtheilt, in 1872 unter der Be dingung begnadigt worden sei, den Staat auf immer zu verlassen; daß aber Tucker die Bedingung dieses Pardons übertreten und wieder hieher zurückgekehrt sei. Die Anklage behauptet, daß Tucker demzufolge nunmehr die ihm zndiklirte Slrafzeit abzusitzen haben und in's Zuchthaus zurückgeschickt werden sollte. Hr. D. Clark, einer der in Verbindung mit den HH. W. W. Bowie und C. H. «Stanley für die Vertheidigung eingetragenen Advoka ten, stellte die Behauptung aus, daß sein Client, indem er noch nicht den Staat ver lassen habe, nur eine angemessene Zeit zur Aussührung dieses Vorhabens beanspruche und er demzusolge die Bedingungen des Gira denakles nicht verletzt oder seinen Pardon ver wirlt habe. Ferner ständen die Bedingungen dcr Begnadigung im Widerspruche mit den Gesetzen der Ver. Staaten. Der Angeklagte sei ein Conneeticuler und kein Maryländer, uud es stehe keinem Staate zu, einen Bürger von einemStaale in den andern auszuweisen. Nach Zugabe dcr Identität des Angeklag ten Seitens der Vertheidigung erklärte der Staatsanwalt, den Beweis sühren zn wollen, daß Tucker.wohi den Staat verlassen habe, aber nach demselben zurückgekehrt sei. Die Vertheidigung berief sich darauf, daß die Arretur Tuckcr's, wenn er wirklich di« Bedingungen des Pardons verletzt habe, so fort nach seiner Rücktchr kälte slatlfindcn sol len. Man müsse einem Begnadigten zudem angemessene Zeit geben, wegzugehen, woraul der Staatsanwalt die Frage stellte, ob uutei solch' „angemessener Zeit" 10 Minuten, Tage, 10 Monate oder 10 Jahre zn verstehen seien. Ein längeres Zungengesecht fand nunmehr zwischen de« beideiseitigen Advokaten statt und mehrere Einwände gegen das Veisahrcr des Staates wurden erhoben. Schlicßlick wies Richter Gilmor alle zurück, und cinGe fchworeven-CoUegium wurde vereidigt. Die ausgewählten Geschworenen sind dii HH. Geo. R. Bercy, James Ensor, D. R Jeilnings, Thomas McCoulway, George Al i.uit. Gustav Burger, Karl Seipp, John N> cholson, I. M. Alderi, Wm. B. Boyd, J.S Stevenson und John Mengill. Die Begua digurigsschrist desGouverncurs Whyte, welch am 24. November 1872 unter dcr Bedingung daß Tucker sofort den Slaat verlasse und nich wieder zurürlkehre, ausgestellt wurde, ward u Verbindung mit daran geknüpften Be> diiignligcir den Geschworenen vorgelesen. Hier aus ichrilt man zu dem Verhör der Zeugen, Thomas S. Wilkrnson, Wardein des Zucht Hauses, sagte aus, daß Tucker'S Frerlassunc am 27. November, dem Tage vor dem Dank sagnngstage, ersolgle; in einer späteren Un terredung mit Tucker habe dieser ihm erzählt, daß er nach Washington gegangen sei, um tS.ld für Hollohan zu wechseln. Ches Geheimpolizist Crone fagle aus, Tucker habe ihm milgelherir, er sei nur nach Wa shington gereift, um eure Uhr wieder zu erlan gen, welche er einem Freunde vor seiner Ein ierlerung »u Zuchlhause zur Aufbewahrung übergeben habe. Robert Renwick, früher ein Direktor des Zuchthauses, machte die Aussage, daß Tucker, als cr entlassen wurde, nur eine kleine Sum me (SIS) rn seinem Besitze hatte. Nachdem noch P. Cook ausgesagt, daß dcr Angcllagu für ihn gearbeilet Halle, nur sich in den Besth unständiger KleiduugSstücke zu seyen, dam» cr vor seinen in Connecticut wohuenven El tern niwt als Vagabund erscheine, beantrag ten die HH. W. W. Bowic, Dan. Clark nr.t Charles Sranley, den Geschworenen erklä ren zu dürfen, daß Tuckcr IN Connecticut, wo seine Ellcrit wohncn, geboren sei, daß er nach jenem Staate zurüclzutehren gewünscht habe, ,ich ober durch Arbeit die Mittel zur Anschaf futig neuer Kleidungsstücke zu eiwerben ge sucht, daß seine Rei>e nach Washington nui lieu ")>recl gehabt, eine Uhr wieder zu erlan gen," und daiz seine Rückkehr nach diesem Staate, ohne die Uhr erhalten zu haben, nicht gn.ngend sei, um als ctne Ucbeurelung ter Bedingung der Begnadigung? chr st ang-sehen zu werden. Das Gericht weuert: sich l doch, diese Erklärung zu gewähren." Hr. Änott begann alsdann mit seimmPlai doyer sür die Änkla.iebehörde. Als er kurz nach drei Uhr Nachmittags schlag, wurden die weiteren Verhandlungen bis Montag vertagt. Tncker wurde hieraus nach dem Gefängnisse zurückgebracht. Fall üt ein interessanter und wird all seitig mit Aufmerksamkeit verfolgt werden. Ersichtlich wird es sich hauptsächlich um die Frage handeln, ob nach den Ver. Staaten- Gesetzen ein Bürger aus einem Staate nach einem andern ausgewiesen werden kann, und, ganz abgesehen davon, ob Tucker ein Tauge nichts ist, dieses nicht der constitutionell garantirten Freizügigkeit widerstreitet. Aller dings beansprucht die Vertheidigung gleich zeitig, dag man Tucker nicht genügend Zeil gegeben habe, Maryland zu verlassen, ein Einwand, der aber wohl durch den Beireis entkräftet weiden wird, dag Tucker, nachdem er bereits Maryland im Rücken hatte, wieder hierher zurückgekehrt ist. Das gestrige Weller. Tie bis ge stern Nachmittag Z 5 Udr aus dem Büreau des Signal-Corps eingelaufenen Depeschen berich teten leichten Regen aus Dulnth und drohen des Wolter aus Oswego. Der Mississippi stieg bei Davenport 2, bei Keokuk 1, bei Vicks bürg 2 Zoll, fiel aber bei St. Paul 2, bei Leavenworth 4, bei >svt. Louis 10, bei Mem phis 15 Zoll. Der Ohio stieg bei Pittsburg Ig, bei Cincinnati 27 Zoll und fiel bei Louis ville 2, bei Cairo 23 Zoll, während der Cum berland 3 Fuß bei Naihville fiel. Der Thermometer stand in Baltimore aui 77, in Philadelphia auf 76, in New-lork aui 69, in Boston auf 76, in Washington aus 81, in San Franzisco aus 62, >n Norfolk aui LS, in Cap May auf 66, in Buffalo aus 64, in Chicago aus 75, in Clevelanv aus 89, in Cairo aus 69, in Omaha aus 71, in Poriland, Me., auf KU, in Porlland, Oreg., auf 69, ir Nashvllle aus 91, in New-Orleans auf 85, Monlgomery auf 91, in Augusta aus 81, in Pillsburg auf 86, in Cincinnati aus 89, in Milwaukee aus 73, in Memphis aus 89, in Indianapolis aus 86, in Detroit aus 83, in St. Louis auf 79, in Toronto aus 71 unc in Quebec auf 59 Grad. Wetterausfichte u. Südwestlich! und nordwestliche Winde. Klares Wetter. Rücktritt eines Gerichtsbeam ten. Wegen schwächlicher Gesundheit legte gestern I. Fairfax McLaughlin seine Stelle als Auditeur des Waisengerichts nieder unt erhiell James M. McElroq zum Nachfolger, Die „M edico- Chirurgische G e selkschast Baltimore 's" hielt Don nerstag Abend in ihrem Lokale aus der Eck« der Baltimore- und Carolinestraße ihre re gelmäßige Wochen - Verfammlüng. Sie ha> letzt achtzig Mitglieder, vertritt die Jüngei Aejkulap'S von Ost - Baltimore und zähl! du geschicktesten Aerzte und Cbirurgen der Stadt zu den Ihrigen. In jeder Versammlung wir! ein wichtiges wissenschaftliches Thema bespro che»; in der letzten verlas Dr. Calbwell ein« Abhandlung über die Brighl'jche Nierenkrank heil und Pros. Lynch einen Aussatz über du physiologische Wirkung des Alkohol. Promo, vme Aerzte, die nicht der Gesellschaft angehö ren, können den Versammlnngen beiwohnen, Perf onal - Noti z.-»Zu dem gestrigen Berichte über die Verändeiungen in dem „College der Aerzte und Wundärzte" ist nach zutragen, daß Dr. Chartes F. Bevan du Stelle des Demonsttators der Anatomie er halten hat. Pastor Steinhauer, früher Seelsorger an ber neuen evangelisch-lutherischen Zions-Ge meinde in Canton, ist jetzt an einer Gemein de zu Rlchmond, Va., tyätig. Eine Local-Option-Versainm lung sand vorgestern Abend an der Ecke der Gay- und Forreststr. unter Vorsitz des Dr.G. W. Wayson als Präsident und A. G. Ma lhiot als Sekretär statt. Bei der Gelegenheil wurde daraus aufmerksam gemacht, dag »ach Erlag der Gesetzgebung bereits in Woodbury, nahe Druid-Hill-Park, die Lokal-Option ein geführt sei und dort weder Spirituosen, noch Malzgetränke vertäust werden diuften. Wie wir vernehmen, hege» einige unserer deutschen Mitbürger die Absicht, zunächst in engerem Kreise, die hiesige Temperenzbewe gung einer Kritik zu unterwerfen und zu be iprechen, ob ein spezifisches Vorgehen rathsam sei. Wir haben zu wiederholten Malen uns über die Sache ausgesprochen und sind heute, wie bisher, der festen Ueberzeugung, daß die richtige Maßnahme sür die Gegner der von den Temperenzlern angestrebten Bevormun dung des Volke« darin besteht, in den Ward- und Prunärwahlen der resp. Parteien ihren Einfluß gegen die Aufstellung anslößigeiCali didaten geltend zu machen. Demonstrationen nach slüherer «chablone, Massenversammlun gen nach dem Muster der einstmaligen im „Maryland-Institute" :c. sind eitel Thorheit. Bis dahin geht dasPestreben des Wortführers der republikanischen Partei, des „American" und seines Anhanges, dahin, durch eine Ver schmelzung mil den Temperenzlern und den in neuer Auflage in's Leben gerufenen Knom- Nolhings, oder unler dem Aushängeschilds einer „unabhängigen" oder „Reform-Panei" die hiesige Demokratie zu schlagen; dieses ein mal erzielt, würde den Temperenzlern in An napolis und hier jeder Vorschub geleistet wer. den. Einer solchen Absicht eine Auti-Tempe renz-Organisalion entgegen zu weisen, würte unsere Sache eher verschlimmern, als verbes sern. Weit rathsamer ist es, gegen dieses Be ginnen der Republikaner des „American" in nerhalb der bestehenden Parteien anzukämpfen und dadurch vielleicht die Temperenzler zur Aufstellung eines eigenen Zettels zu nöthigen, welcher wohl nur in sehr wenigen Orlen des Staates, und am Allerwenigsten in Balti more und allen grögern, den Ausschlag geben den Orten des Staates, auf Erfolg rechnen kann. Vergessen wir nicht, daß das objektive Ziel der Parteien in Maryland die Wahl eines Ver. Staaten.Senators ist und die Tempe renzler nicht innerhalbHer demokratischen, son dein der republikanischenPariei den Ausschlag zu geben wünschen, um sodann ihre Liebling smarotte durchsetzen zu können. Deutschn Seils besteht keine erhebliche Meinungsver schiedenheit im Betreff der Temperenzlern, und wenn wir uns den Stärkern bei den Vo rbereitungen zur Herbstwahl anschließen und ihren Sieg von vornherein durch unsere Akti vität bei den Pnmärwahlen und den Ward- Versammlungen zur Thalsache machen, dann bleibt Maryland von dem Pech verschont, das jetzt über viele Staaten des Westens in Folge der Lossagung des liberalen, größtenlheils deutschen Elements von der radikalen Parlei gekommen ist. Im Westen besteht die Auf gabe gerade in der Bekämpfung derselben Ele mente, welche hier die Ueberhand suchen, uu! jeder freisinnige Bürger in uusererMitte aus welcher Seite er seine Kampsgenossen hal, Was uns anbetrifft, so kennen wir nur zu wohl die Zwecke der Gegner und werden keine« Bewegung Vorschub leisten, die anstatt das Votum zu einigen, dasselbe zu trennen be zweckt. Gar Manche, die zur Zeit Rath ge ben, gehören zu jeuer Sorte von Leuten, du im enijcheidenden Momente mehr Parteizwek ken, als dem Gemeinwohl? dienen. Und ge rade, weil wir dieses wissen, werden wir nicht durch Thorheiten die Jnteiessen unserer Mit bürger gesähiden, noch in das Horn von Leu ten blase», die in der Politik und im Getriebe der Parteien noch nicht das ABC erlernt ha ! den. Heute findet die zw ei te I a h res 112 ei e! der Marylimdcr Anstalt zur Heilung voi Trunkenbolden in "llsrlem Gtl mor-, nahe Franklinslr., statt. Die Feier is eine öffentliche, beginnt um 4 Uhr Nachmit tags, Redner find die HH. Maynaid von Tennessee, Ehrw. Dr. NicoM von Missouri, Ehrw. Dr. Brautley von hie und Dr. Parrish, Direktor der Anstalt, ange zeigt. Der Regen der letzten Tage bat die A b zugs - Cauäle arg aufgefüllt. In dei Nachbarschaft der Werste waren vorgestern di Straßen kaum passirbar. Aufßegen solgtSonnenschein Gestern hatten wir endlich wieder einma einen freundlichen Tag. Aber, wie aus Reger Sonnenschein fslgt, kann auch die Laune de! Wettergoltes uns wieder mit dem „Segen' der Wolken bescheeren. Freuen wir uns des halb nicht zu früh und lassen es bei demWun sehe bewenden, dag wenigstens morgen de> Himmel ein Einsehen haben und uns gutei Wetter wenn auch nur zum Kirchenbesuch geben möge. Ein» und Ausfuhr. Gestern kair nur die englische Brigg „Stena Lodge" mr 59l Oxhoften, 59 Pipen und 1 Fasse Zucket von Sagua la Grande hieran. Es segelten nach dem Auslande von hiei gestern ab: die englische Barke „Jas. Boyd' init 242,614 Gallonen Petroleum nach Ham burg; der Schooner „Ella M. Pennell" mii 20M0 Faß-Reisen, 2172 .Deckeln und -Bö den, 1017 Fuß Nutzholz und 200 Dtzd. Bescr nach Westindien. Der D amp ser „B erl i li ," kam gestern von hier in Southamplon an. Die Marmor» Ei n fuhr. Bishei wurde eingeführter Marmor hier für der Markt zubereitet, neuerdings aber kaufen west liche Steinhauer hier ganze Ladungen Mar mor im Rohzustände, um denselben in dei Heimath zu bearbeiten. Ein Cdicago'er kaust« soeben sür Kll,OOO Marmor, der vor einigen Wochen hier von Italien eingetroffen war. Reinhard's Statue ~Cl yti c" wurde ge stern in dem Vestibulum de« „Peabody- In stitutes" ausgestlllt. Das Gewicht der Sta tue beträgt 1500 Psund und die Arbeil, welche von den HH. Hedian K Myeis besorgt wurde, war keine leichte. Abschieds-Serenadc. Unter den Cajüten - Passagieren des heute Nachmittag nach Bremen abgehenden Dampsers „Leipzig" befindet sich auch Hr. W. H. Rittler, Mitei genthümer der blühenden Lorentz.Nlttlcr'schcn chemischen Fabrik aus der Ecke der West- und Leadeiihalliiraße, welcher seiner Vaterstadt Altenburg, derallebrwürdigen BergstadlFrci-! Berg, wo cr auf der Bergakademie studi.t hat, der Wiener Ausstellung und anderen inleref sanken Dunklen Denischland's einen Besuch abzustatten und im Herbste hierher zurückzu kehien gedenkt. Gestern Abend überraschten ihn die Arbeilcr seiner Fabrik vor seiner Woh nung, Nr. 94, Hanoventraße, anläßlich der bevorstehenden Abreise ihres Prinzipals mir einem von Capt. Hofmann's Musitcorps exe kutirten Ständchen. Der Werkflldrer der Fabrik, Hr. Heinrich Kunze (von Nr. IK2, Leadenhallstraße) hielt im 'Namen der Arbeiter an Hrn. R»tler eine Anrede,in welcher cr ihm eine recht angenehme Seefahrt, beitere Erleb nisse im alten Vaterlande und glückliche Rück kehr wünschte. Hocherfreut über diese Auf merksamkeit lud Hr. Mittler die Anwesenden zu einem Imbisse und einem Abfchiedslrunke in sein Haus. Beitritt zum „Allgemeinen Deutschen Waisenha uS-Berein e." Gestern Abens versammelten sich die Mit glieder der „Schiller Loge' Nr. 28, Pylhias- Ritter," zahlreich in der „Druiden Halle," Ecke der Gay- und Fayettesttaße. Die Ver handlungen leitete Kanzler Georg Kuhn und Ritter Heinrich Pick sührte das Protokoll. Einstimmig fand der Borschlag, um dessen willen die Verfammlung haupliächlich beru fen worden war, daß die Loge sich dem „All gemeinen Deutschen Waisenhaus - Vereine" anschließe, Annahme, worauf man Ritter Philipp C. Zipp zum Repräfenlanien der Loge b?i dem Vereine ernannte und den Be schluß faßte, in corpore sich an der Grunde steinlegung des nenenWaiienhaujes zu beitzei ligen. Ehe die Versammlung auseinander ging, erwählte sie noch Bruder Georg Liedlich zum inneren Wächter. Die Grundsteinlegung der Epi phanias-Kirche an der Ecke der Prait- und Chesterstraße konnte vorgestern infolge des un günstigenWetterS nicht stattfinden und mußte bis Montag verschoben werden. Deutsche Einwanderer. 150 deulsche Einwanderer rcis'ten vorgestern Mor gen von hier »ach Cumberlaud ab. Von dort begaben sie sich nach den Lycoming Kohlen minen, wo sie Besänftigung eidallen haben. Schoii wieder in ihren alten Quartieren. Wie wir bereits gestern mittheilten, wurde am Donnerstag im hiesi gen Stadtgesängnisse eine große Anzahl Bummler, Trunkenbolde und dergleichen feine Gesellen in Freiheit gesetzt. Die Zahl dersel ben mochte sich auf etwa 80 belaufen, unter denen dieHälste dem „schönen Geschlechte" an gehörte. Aber Einigen wollte die Freiheit nicht besagen und am Abende befanden sie sich bereits wieder in ihren alten Quartieren. Nicht weniger als 16 der vorgestern Morgen in Freiheit Gefetzten standen 24 Stunden später schon wieder vor Richter Hagerly. Sie wurden natürlich wieder in's Gefängniß zu rückgeschickt und werden daselbst verbleiben, bis eine neue Wholesale "Freilassung erfolgt, um alsdann das liebe Quartier im "lluwl (Ze Vilw" wenige Stunden später wieder auf's Neue zu beziehen. Es entsteht hieraus die ernste Frage: „Wie lange scll Baltimore noch eines Arbeitshauses oder einer Correktions- Anstalt entbehren?" So lange jene täglichen Gäste des Gefängnisses nicht in der Haft zum Arbeiten angehalten werden, ist keine Besse rung von ihnen zn erwarten. Sobald sie aber wissen, daß sie während ihrer Halt arbei ten müssen, werden sie für ibr Fortkommen schon Sorge tragen und der Stadt nicht stets auf's Neue zur Last fallen. Der „Kolptng-Cafin o-.V erei u," der sein Hauptquartier in Str. 2IK, Harford- Avenue, hat, beschloß in seiner letzten Gene ral-Versammlung den Neubau einer großen geräumigen Halle. In Folge Dessen wurde ein Bau-Eomi'e, aus den HH. Urban Kanf mann als Vorsitzer, Louis Heise als Sekretär, H. R. Hönemann, W. Schmitt, H. Mar quardt uud I. Gumbert bestehend, ernannt. Der als tüchtiger Architekt bekannte Hr. Karl Schmitt entwarf eine diesem Zwecke entspre chende Zeichnung, welche großen Geschmack und Geschicklichkeit bekundet. Von mehreren Applikunten, die sich um den Bancontrakt be worben, wnrde die des Baumeisters Hrn. August Degenhardt, eines Mitgliedes des „Casinos," angenommen; man sprach ihm oen Eontrakt für die Summe von 57200 zu. Anfangs nächsterWoche will man schon wacker an die Arbeit gehen und bis zum 1. Septem ber, also in drei Monaten, soll der Bau dem Akkorde gemäß vollendet sein und der Öffent lichkeit übergeben werden können. Schon feit Jahren war in die'em Stadttheile eiu derartiges Gebäude dringende Nothwendig keit; aber erst jetzt kann diesem Bedürfnisse abgeholfen werden. Das Gebänse bekommt in der zweiten Etage eine große Halle, die für 700 bis 800 Personen hinreichenden Raum hat. Der „Äolpiug-Easino-Veiein," welcher vor drei Monaten nur 125 Mitglieder zählle, hat jeitdem einen Zuwachs von 50 erhalten. Ein Gleiches ist bei der „Sl. Josephs- Sterbekasfe" der Fall. Der „Ztolping- Männerchor" macht in letzter Zeit vmer Ler liing des Organisten Hrn. Franz Bopp von der hl. Kreuz-Kirche gute Fortschritte. Was die allgemeine Unterhaltung andelrisst, so sucht Professor Rreve von der hl.Kreuz-Schule den„Casino-Verein" durch ebenso interessante, wie lehrreiche Vorträge zu amüsireu und zu belehren. VerfammlungvonGruudeigen thümer n.—Die Eigenthümer von Grund stücken zwischen der Boundary Avenue und dem Druld-Hill-Parke hielten vorgestern Mit tag in dem Comptoir des Hrn. W. A. Deau in 'Nr. 49, Lexiugtonstr., eine Versammlung ab, in welcher Hr.Chauucey Brooks als Vor sitzender fungirte, während Hr. G. T. Jones das Protokoll führte. Hr. Dean erbot sich, zehn Fuß von feinem an die Druid-Hill-Ter rasse frontenden Grundeigenthnme an den Park abzutreten, salls die Siraßeu-Commi?- säre von Baltimore-County den Weg von der Druid<Hill-Aoeuue bis zum Park-Eingangc nlvelliren und mit Gosjenrandsteinen verse hen lassen. Ferner berichtete Hr. Dean, daß die Grundbesitzer zwischen der Druid-Hill- Avenue und oer Madijonstraße ebenfalls 10 Fnß von ihrem Ginndeigenlhume abzutreten geneigt seien. Sobald diese Fahrwege nivel lirt wären, könnten die Waggons der Pferde bahn brs zum Eingange des Parkcs fahren und die bisher in den Park führende Bahn („Dummy") würde dann unnöthig werden, was im Grunde genommen nur wünschens werth ist, da diese Bahn sich nie bezahlte uud eineEinrichttlng war, die das Leben der Pass agiere auf's Spiel setzte und die Besucher des Parkes häufig in Gefahr brachte. Man er nannte die HH. I. R. D. Thomas, Wm. F. Rayner und Ephraim Hofsman als Mitglie der eines Eomite's, das sich mit dem Park- Comite, welchem die Offerte des Hrn. Dean am letzten Dienstage im zweiten Rathszweize überwiesen wurde, über die betreffende Ange legenheit berathen foll. Die Verfammlung vertagte sich alsdann bis zum nächsten Mon- Grund st ücks-Verkauf e.— Die HH. Trego Ll Kirkland veisteigerten vorgestern Nachmittag auf der Börse ein all der Ost- Monument-, nahe Eannonsiraße, gelegene«. 78 bei 924 Fnß großes Grundstück NM «550 an A. RoscustoS; desgleichen ein an der Sü dostecke der Ost-Madison- nnd Burkesiraße ge legenes, K 6 bei 100 Fuß großes Grundstück um K3OO an Gebrüder Joseph; desgleichen ein 20 bei 95 Fuß großes, an der Nordwestecke der Ost-Mad>son- und Burkestraße gelegenes Grundstück um Kl5O an B. Sicktes; desglei chen ein Grundstück an der Ost-Monument straße, LK bei 200 Fuß groß, um S3OO an R. I. Divenney; desgleichen e>n 92 bei 210 Fuß großes, an der Ost-Monumcnt-, nahe Burke straße, gelegencSGruudstück um 5315 an Frau Wittekind; ein an der Falls-Road naheßare- Hill gelegener Landsitz, drei Morgen groß, und mit einer in goihischem Stile errichteten Villa bebaut, wurde zum Verkaufe ofscrirt, später aber zurückgezogen; ein an derSarato gaflraße gelegenes, 25 bei 161 Fuß großes und mit einem Ziegelsteinhanie bebautes Grundstück wurde um S3OOO an A.J. Faulk ner versteigert; desgleichen ein Grundstuck an der Franklin., nahe St. Paulslraße, bebaut mit einem ziegeliieinernen Wohnhause, um K7VOO au W. B. Tilghman. Desgleichen folgende Grundzinsen: zwei von ze Giuudstücke an der Washingronstlaße um je KBOO an E. Pralt; einen von K 42 anf einem Grundstücke an derselben Straße um »500 gleichfalls an E. Prall; einen von »32.50 auf einem Grundstücke an der Ostseite der Chapelstraße um »425 an John Boirer; ei nen von »32.50 auf einem darangrenzenden Grundstücke um »390 au Hrn. Pearfori; zwei von je »29.25 auf Grundstücke an der West seite der Ehapelstraße um »330 an E. Prall; einen von »168 aus einem an der Nordwest- Ecke der Chaiestraße und Forrcst-Place gelege nen Grundstücke um »2150 an I. S.Jnloes; einen von »72 aus einem Grundstücke an der Nvrdost.Ecke der Chasestraße und Forrest- Plaee um »720 an Denselben; zwei von je 822.50 auf Grundstücken an decChestuutstraße um ie »255 uud einen von Sll2 aus einem Grundstücke an der West-Fayeltestraße um »1520 an Denselben. Die HH. F. W. Bennetr K Comp, ver äußerten gestern Nachmittag an Ort nnd Stelle da» Ii» Fuß 75 Zoll breite, 110 Fuß lange und mit einem dreistöckigen ziegelM nernen Wohnhause und einem zweistöckigen doppelten Hintergebäude besetzte Grundstück Nr. 567, Lexington-, nahe Repiiblicaiistraße, um »3500 bei ZIOO JahreL-Gruiidzins an Wm. I. Cousins. Die HH. Samuel H. Gover Sc Söhne verauktionirten gestern Nachmittag an Ort und Stelle das 12 Fuß breite und 68 Fuß lange Grundstück Nr. 58, Little Hampstead-, naheDallasliraße, woraus ein 2j-stöckigeS zie gelsteinerncS Wohnhaus steht, um 57LS bei »15 Jahresgrundzins an Johann A. Vogler. Gestern Nachmittag veräußerten dieHH. Trego K Kirkland an Ort und Stelle das Grundstück Nr. 212, Alice Annstraße, 22j bei 137 Fuß hallend und mit einem dreijivctigeil ziegelsteinernen, unten als Ladenlokal einge richteten Wohnhause und einem doppelten zweistockigenHiniergebäude bcbaut, um 55025 bei zehn Schillingen an Jakob Beck; ferner Nr. 191, Bethel, nahe Alice Annüraße, vorn 18, hinten 15 Fuß breit, 9!> bis 45 Fuß lang uns mit einem dreistöckigen ziegelsteinernen Wohn- unv einem zweistöcki genHiiiteihauje, sowie hinten nur einem zwei stöckigen ziegelsteinernen Wöhr haute besetzt, um 52175 bei 1 Cent Grundzins an Jako'o Beck; sodann Nr. 21!), Canton-Avenue, auf der Südwest-Ecke der Ar->yle-All»y (jetzigen Registcrstraße), 22 bei L 0 Fuß grog, woraus ein dreistöckiges ziezelsleinernes, unten zum Ladenlokale bergericdtetes Wohnhaus nebst ei nem zweistöckigen Hintergebäude steht, um ZZ4SO bei einem Cent Jahres-Grnndzins an H. N. Körner: hieraus Nr. lös, Bankstraße, Süiwst-Ecke derHappy Alley, löj bei 70Fuß haltend, wozu ein zweistöckiges ziegelsleiusr nes Wohn- und ein zweistöckiges Hinterge bäude gehören, um 52500 bei 53.33 Jahres- Grundzins an Heinrich Jäger; endlich ein grundzinssreies Grundstück aus der Nordsette der Cambridge-, 20 Fuß westlich von Wind sorstraße in Canlon, 10 bei KV Huß groß und mit einem 2i z>egcl>teiuernen Wohu hause bebaut, um 5405 au Herr» ich Jäger. Per kauf von Grundstücken in Canton. Die HH. F. W. Bennctt Comp, meiden heute Nachmittag 34 Häuser, Eigenthum der Cantoner Compagnie und jämml'.ch in Canlon gelegen, veisteigern. Kohlenöl inl o n es' Fäll e n. Gestern Morgen um 6 Uhr wurden die an der Linie vonJones'Fällen wohnendenLeute durch das Erscheinen von Kohleuöl aus der Ober fläche des Wassers in nicht geringes Erstau nen versetzt. Ein unternehmungslustiger hie siger Geschäftsmann war der Erste, der das Oel cntdeckie und auf dieVermuthung gerietb, daß sich eine Oelquelle in die Fälle ergossen habe. Er miethete sofort ein Ruderboot und fuhr in Gegleitung eines erfahreneu Boots, mannes dieSirömung hinauf bis zu dem Ab zugslariale, welcher bei der Hillenstraße in die Fälle mündet. Hier verlor er die Spur. Oberhalb des Abzngslanales war kein Oel zu erblicken, dasselbe mußte demnach aus dem Kanäle kommen. Schnell händigte er dem Ruderer einen Dollar ein, stieg aus demßoote und setzte seine Entdeckungsreise zu Fuße fort. An der Ecke der Hillen-und Hollidaystiaße sah er eine Anzahl Farbiger, welche eifrig be müht waren, Kohlenöl, das slromweise durch die Gossen dahinfloß, in Eimer und andere Gesäße zu schöpfen. Der Unternehmungs lustige machte hieraus die Erfahrung, daß aus einem Eisenbahnwagen ein Faß, welches Gallonen Oel enthielt, geborsten sei. Das Oel gehörte Hrn. Burkhardt au der Eden srraße. Während die Flüssigkeit durch du Gossen floß, war es interessant, dießemerkun geii zu hören, welche manche Personen laut werden ließen. Eine alle nervöse Frau sprach die Befürchtung aus, daß ein muthwilliaer Knabe ein brennendes Zündholz in das Oel werfen und crneExplosion hervorrufen möchte. „Solll- dies geschehen," sagte sie, „so werden die Häuser an beiden Seiten der Straße ein geäschert werden, ». diestromung vouJones' Fällen wird das Feuer nach dem Hasen fort pflanzen uud die dort liegenden Schiffe und Dampfvoote in Brand setzen. Es sollten an der ganzenLinie bis zurMündnnz von Jones' Fällen vollsten ausgestellt werden, damit eine Feuersbrunst verhütet wird." Ein nasewei ser Junge, der neben der Frau stand, schraubte deren Äugst bis auf den höchsten Grad, indem er ihr zuflüsterte: „Würden wir nicht einen famosen 4.Juli erleben, wenn ich ein brennen des Zündholz an das Petroleum hielte! Ich glaube, wir würden so hoch in die i'ust flie gen, daß das neueßathhaus langst sertig und die Jones' Fälle geraume Zeit ausgefüllt sein würden, bis wir den Erdboden wieder erreich ten." Ein Fälschungsproze B.—lm Cri minal-Gerichte schwebte vorgestern der Prozeß gegen Samuel E. Anderson, angeklagt, durch Fälschung aus den Namen der Frau Burnham zwei Anweisungen von je K2OO in der „How ard-Bank" collekurt zu haben. Die Anwei sungen enthielten die Kreazzcichen der Frau 8., mit dem angefügten Namen des Anderson als Zeugen der Unterschriften. Frau Burn ham jagte aus, daß sie vier Kinder habe und Ailderion seit zwei Jahren bei ihr gewohnt habe und sie eine gewisse Zeit als Mann und Frau zusammengelebt hätten. Sie übergab ihm §O5O, um diesen Betrag in ihrem Namen in einem Patent-Trottorr-Geschäste anzule gen, ebenso S2OO für den Ankaus eines Pfer des und S5OO zur Eröffnung eines Hotels. Dieses seien alle Anweisungen, welche sie je mals unterzeichnet habe. Sie sagte serner aus, daß es in ihrer Ab>>cht gelegen habe, in Kurzem einEhebündniß muA.einzugehen. Sie entdeckte, daß A. alle ihre, auf K 2700 sich be laufenden Gelder bis aus H4OO aus der Lau! gezogen habe. Des Schreibens erklärte sich Zeugin mcht kundig. Die Beamte» der „Hoioard-Banl" bewiesen dagegen, daß Frau Bnrnham ihnen Weisung gegeben habe, alle Anweisungen zu zahlen, auf denen sich der Name Andcrson's als Zeugen ihrer Unter schrift (1-1' -s) befinden. Ferner ergab sich, daß eine der S2OO-Anweijunge», welche Klä gerin als gefälicht bezeichnete, dieselbe war, welche sie A. zum Ankaufe eines Pferdes gege ben hatte, und daß zudem Frau Burnham in Gegenwart von Zeugen erklärt, daß sie An. derion mit der Besorgung aller ihrer Geschäfte beiraut hätte. Richter Gilmor entschied (eine Jury war nicht eingeschworen) gegen die Klä gerin, und Anderjon, der übrigens ein Jahi in der Jail gebrummt Hai, wurde in Freiheil gesetzt. Hr. Whitney war Advokat Ander« son's. Eine Betriigeri n.-Seit einiger Zeil beutet ein verschmitztes Weib den Wohlthätig keitSsinn des Publikums aus. Mit mehr, wie gewöhnlicher Zungenfertigkeit begabt, ver steht sie es, aus den Leuten Gaben herauszu locken, die selbstverständlich weder Wittwen, Waisen noch Kranken, sondern ihrcr eignev Tasche zu Gute kommen. Gemeiniglich zeig! sie den gefälschten Brief eines bekannten Geist lichen, oder zu irgend einer Kirche gehörige, angesehener Damen vor und sucht um Hülst nach. Soeben bettelte sie mit Ersolg Wiedel einen Herrn am Exchange-Place an und er hielt kurz darauf ein Geldgeschenk von der am Mount-Vernon-Square wohnenden Familn desselben, welch' Letzterer sie eine Geschichte er zählte, welche ganz verschieden von der war, die sie dem Herrn mittheilte. Die Betrügerin wird als ein großes schlankes Weib, mit ei ucm Fehler an einem Auge, geschildert. Ein Per sicherungs-Prozeß ist ge gen die „Asbury-Lebens-Versicherung« - Ge sellschaft von New-Aorl" im Bundeskreisge richte im Gange. Frau Malhilde L. Brem klagt aus Auszahlung von ze K3OOO für zwei Policen auf Robert I. Brenton'S Leben, dei am 4. 1872 starb. Für das Kleingeschworenen-Collegium des Snperior-Gerichts während der erster drei Wochen des Maitermins hat man bii jetzt solgende Herren erlangt: Samuel Wy lie, Viktor H. Buschmann, Charles A. Johann Stellmann, James Musgrave, Ste phan Lewis, Alexander Reanq, Charles W> Hatter, Johann Faust, James W. Booze, Joseph H. Wright, Carl Baumann, Jacksoli Holland, Johann Pittroff, Wm. R. Cunning ham, Geo. W. Parks, Jakob A. Meyer nni W. W. Manghlin. Es sehlen also noch sechi Geschworene. Will nicht klagen. Frau Elisa beth Schamburg,-angeschuldigt, einen Stein krug auf dem Kopse ihres Mannes zertrüm mert zu haben, wurde vorgestern vom Richtei Jarden entlassen, da Hr. S. sich weigerte, klagend auszutreten. Folgende Straferkenntnisse sällti gestern Criminalrichter Gilmor: über den Schwarzen James Morgan, von welchem W. B. Rider um Schadsische im Werthe von 8c Cts. bcstohlen worden, 6 Monate Gefängniß; über Franz Waldron, Johann Reich, Cathe rine Lauterbach und Johann Weyer wegen Spirituosen-, resp. Barverkaufes am Sonn> tage je 520 Strafe nebst Kosten. Wegen angeblicher Uebertretung der

Fischinspizir- Gefetze waren bereits im Dezember 1870 James Corner Söhne in drei und R.R. Grisfith in einem Falle cri minell belangt worden; erst gestern kamen die klagen zum Austrage und endeten mir ihrer Abweisung. Gegen Grifffth lauteie der An. trag des Staatsanwalts auf Bezahlung von S5OO, gegen James Corner K Söhne auf Be> Zahlung von resp. K2OOO, S3OOO und 51000 Strafe. Da aber das die Fuch - Jnfpizirung regelnde Gesetz in der 1872 er Sitzung der Ge setzgebung widerrufen worden ist, so wurden auf Antrag der Berthcidiger A. W. Machen und Waller Farnandis und mitEinwilligung des Staatsanwaltes A. Leo Knolt sämmtliche Klagen abgewiesen. Geldbußen.— Georg Bella und Phi lipp Marsh sahen sich vorgestern von Richter Jarden um S 1 und Kosten gestrast, weil sie übelriechende Flüssigkeiten aus die Straße hatten stießen lassen. Thätlichkeiten. Louis Coleman wurde vorgestern verhaftet, weil er Drohungen u. Schmähungen gegen Friedensrichter Hein, rich Kafchmeyer ausgestoßen hatte. Richter Farlow überwies ihn in Ermangelung von Bürgschaft dem Gefängnisse. War ihm zu theuer! Gestern Morgen erschien ein Seemann in der Office des Stadt-Controleurs Hrn. McCubbin uud forderte ein Gesundheit« - Attestat. Als Hr. McCubbin ihm K 2 für ein derartiges Doku ment abverlangte, entgegnete der «seemann, daß er dasselbe in Boston für 30 Cts. kaufen könne und daß es ein betrügenscher Gelder prejsungs-Versuch sei. wenn man K 2 fordere. Der Controleur sah sich schließlich gezwungen, den groben Seefahrer zur Thür hinaus zu ex pediren, nachdem er ihm noch den Rath gege ben hatte, sich nach Boston zu begeben und daselbst ein Attestat für S 0 Cts. zu lausen. Eine Kuh der Frau Harrington wurde gestern früh jlv Uhr von einem Washingtoner Lahnzuge überfahren und getöotet. Hollohan. Der gestrige „American" sagt, dag der Scheriss dem alle» Lampley, Gemahl der ermordeten Frau L., einen Er laubnißschein gegeben babe, um Hvlloban in der Jail zu beuichen. Wahrscheinlich will sich der Alt: erkundigen, was ans der» Gelde ge worden, das ans seinem Hanse gestohlen wor den ist. Dasselbe Blair theilt als Beweis, wie gut d.'r Mvrdcr im Ges.ingnjsse behandelt werde, mit, dag vre 8 und lUJaqre altenKiu der des Wardcuis ihm Eis-Creme und Erd j beeren zutragen. Dre Kinder hatten sich ihm Anfangs mit Furcht genähert, aber als sie ihm die Hände gaben, sei das Herz des Sün ders erweicht worden, und er habe sich mit Thränen, wahrscheinlich, wie der Reporter meint, sich seiner Jugendjahre erinnernd, ab gewendet. Gestern Nachmittag stattete Hr. John Lampler>, seu., aus Hollohan's Ansuchen die sem einenLesuch ab und hatte eine larigeUnter rcdung mit ihm, in welcher ihm der Gesäugen? den Hergang der Ermordung seiner Frau er zählte; die Schilderung ist von dem Inhalte des Hollohan'schen Geständnisses nur wenig verschieden. Zugleich nannte ihm Hollohan den Versteck der KM» und des geranbte» Sil bergcldes. Ob Hr. Lampk'y seiidem versucht Hai, das Geld auefindig zu machen, hat man nicht in Ersahrnng gebracht; aber die Polizei behörden sind überzeugt, dag e« an dem von Hollohan bezeichneten Platze nicht zu fin den ist. Der Lam p l ey'i ch eM o r d.—Wie von Annapolis verlautet, haben neun derEesch oo reneu des Lainpley'scheu eine Billschrist an den Gouverneur in welcher sie ibu ersuchen, Hollohan's Hinrich tung aufzuschieben, bis das AppeUanonsge richi über den Fall des Nicholson einschieben hat. Man nimmt an, dag auch die übn gen drei Geschworenen des Pro-esses sich den Nennen anschließen werben. Inzwischen ruht die Annahme, dag Nicholson einen neuen Prozeß erhallen wird, ans schwachen Fügen, und die vorbesazte Bittschrift hat wohl nur die Absicht, die gleichzeitige Bestiasung der beiden Verbrecher zu veranlassen. (Hollohan's Geständnig und was 'Nichol son dazu jagt!) Das „Anbohren" und Aus horchen (inierviv,?) von Verbrechern und an deren Drögen graisirt jetzt förmlich alSSeiiche. Natürlich entging Joshua Nicholson einem solchen Besuche nicht. Äm Mittwoch stellte sich mit Erlaubniß des Scherifss James W. Allen ein Korrespondent des hiesigen „Ameri can" in seiner Zelle im Annapoliser Gefäng nisse ein, wohin ihn Wardein Basrl McNew geleitete. Ziicholson lag aus seinem niedrigen Bette, mit gestreiften Casimir-Hosen, dunkelfarbigem Kattunhemde nndSchnhen angethan; Rock u. Hut hingen an der Wand. Aus einer Meer schanmpseise dichte Rauchwolken vor sich hin blasend, war er in's Lesen der Novelle: „Der Lootse" eisrig vertieft. Die Zelle ist dieselbe, die Hollohan inne hatte; keine Fessel hemmte des Gefangenenßewegnngen, doch vcrlägr ein Hüliswardein nie seinen Posten in der Nähe der Zellenlhüre, obschou man an Nicholson'« Willen oder Fähigkeit, aus dem vergitlerreir und verriegelten Gemache zu euiflichen, nicht Senkt. 'Nach freundlicher Begrüßung Seitens des Zeitungs - Jenklus erhob sich Nicholson und lrat aus ihu zu, worauf sich folgendes Ge spräch entspann: Jeilkins „Guten Morgen, Hr. Nichol» sou! wie befinden Sie sich ?" Nicholson „Nun, ich weiß selbst nicht recht, aber jedenfalls so wohl, wie es sich un ter den Ulniiäriden erwarten lägt." I. „Wahrscheinlich haben Sie gehört, daß Hollohan über Frau Lamplerz's Ermor dung und Beraubung ein vollständiges Ge lländnig abgelegt hat. Was halten Sie davon?" N. „Ja, ich habe davon gehört, es aber nicht gesehen; Hülfsscheriff Balowin erzählte mir gestern davon." I. „Hier ist die Zeitung, welche daSXlc ständuiß enlhält; Sie können Sie behalten und durchlesen. Ich diu der Vertreter des „American;" vielleicht würden Sie das Pub likum Manches wissen lassen, weshalb ich zu Ihnen gekommen bin, um Ihre elwaigeaMit «Heilungen zu veröffentlichen." N. „Ich danke Ihnen sehr, aber ich bin gerade kein Verehrer dieser Zeilnngs-Hänke reien. Doch will ich die Zeitung lesen und Ihnen dann sagen, ob ich Etwas zu erklären habe." Nicholson fand das Hollohau'sche Bekennt niß sogleich; sein Blick fiel zunächst auf den Schlugpassus. Er wandle sich zum Besucher und bemerkte: „Was er über den Wunsch, mich neben sich auf dem Galgen zu sehen, äu ßeit, genügt au und für sich schon, Jeden da von zu überzeugen, daß er, um mich an den Galgen zu bringen, irgendEtwaS sagen wird. Er weiß, er leibst ist verunheilt, nud er wünscht einen Galgen Kameraden." Nicholson bereitete hierauf die Zeitung auf dem Fensterstocke aus und las mit aufgelegten Ellnbogen, den Kops aus die Hände stützend, das Bekenntniß mil der größten Aufmerksam keit durch. Die größte Stille herrschte inzwi schen. Als er mit Les?n senig war, lrat er wieder zum Jenlins und schien Anfangs nicht zu wissen, was er sagen, und offenbar wußte er nicht, womit er beginnen sollte. „Ich habe so mancherlei Gedanken," hob er an, „über das Gelesene; es erscheint so be fremdend, daß ein Manu, der da weiß, daß er sterben muß, so vieles durchaus Unbegrün dete und Fallche jagt. 'Nicht ein Wörtchen ist davon wahr, daß ich ihm gesagt hätte, der alte Lampley habe Geld-im Haute; ich wußte dies >a selbst nicht. Wohl hat Frau Eugliih ost davon gesprochen; aber ernigeZsit vor dem Morde Höne ich sie jagen, sie habe ihren Vater dazu gebracht, dag er einen Theil des Gcldes geschäftlich anlegte uud den Rest in eine Bank that." Jenkins „Hollohan sagt, Sie seien zu fünf verschiedenen Malen v»r dem Morde zu ihm gekommen und hätten ihn dazu zu bewe gen versucht, mit Ihnen in Lampleri's Haus zn gehen, um die alte Dame zu tödlen und das Geld zu rauben." Nicholson „Ich weiß es, aber er lügt. Nie in meinem Leben habe ich ihm so Etwas gc>°gt." , I.—„Sind Sie ie mit ihm in einer Charie ausgefahren?" N.—„„Ja. Eines Tages waren wir bei der Arbeit; es war so heiß in der Werkstelle. „Tom," sagte ich zu ihm, „komm', wir wol len zusammen spazieren fahren; zum Forl arbelten ist's wirklich zu heiß!" Er willigt« ein nnd wir fuhren aus; aber ich will d'raus schwören, dag ich über des alten Lampleyoder sonst Jemandes Geld je ein Wort gegeu ihu geäußert."" I. „War Hollohan je bei Ihnen im Hause?" N.—„Eines Tages war er dort; der alte Lampley kam in seinem gewöhnlichen Anzüge dazu. Als er sich wieder enlseriit Halle, sagte meine Frau zu Hollohau, er solle den Allen nicht für arm halten, weil er so schäbig geklei det sei; er sei reich nnd habe viel Geld ver dient. Seitdem sprach Hollohan immer zu mir von Lampley's Geld; da mag ich wohl einmal bemerkt haben, L. habe Geld in sei nem Hause; nie zedoch suchte ich Hollohan zn einem Versuche, in des Geldes Besitz zu ge langen, zu bewegen. Ich wohnte einmal im Lampley'jchen Hause und hatte, wen» ich es gewollt hätte, Gelegenheiten genug, Hrn. L. zu berauben." I. „Demnach meinen Sie, Hollohan habe durch jene Aeußerung Ihrer Frau er fahren, daß Hr. Lampley Geld daheim liegen hatte?" N. „Gewiß. Die Aeußerung meiner Frau war eine rein zusällige; sie geschah mehr als Entschuldigung für des Allen schäbige Kleidung, denn ans einem anderen Grunde; ich glaube überhaupt nickt, daß selbst sie um die Aufbewahrung von Geld in dem Hause wußte." I.—„War Hollohan je bei anderer Gele genheit in Ihrem Hanse?" N.—„„Ja, an dem Nachmittage, ehe Hr. Lampley iu'S Theater ging. Dieser kam da zu, und nach dessen Weggehen fing Hollohan wieder von dem Gelde in des Alten Hause an. Wie wir an diesem Nachmittage zusammen kamen, will ich Ihnen eizählen. Ich arbei tete in PoilerCoot'S Bleäibuchieusadrik, deren Werksührer Jim Merrill war. Hier gel ten fünfzig Blechbüchsen a's ein job; ich hatte meinen letzten jod fertig und wartete auf den Schwarzen, der mir einen an deren bringen sollte. Als dieser aber nicht kam, sagte Merritt, es sei Zeitvergen. dring, länger zu wanen; ich konnte Feier abend machen und heimgehen. Ich ging; unter wegs trat ich in McLain's Werkstätte, Nr.Sö, Süd' Bondstraße; während ich hier mit dem Prinzipal mich unterhielt, kam Hollohan herein und fing ein Gespräch an. Als ich nach einigen Minuten gehen wollte, meinte H., er gehe bis Balltmorestrage mit. Wir brachen zusammen auf; ich erzählte ihm. ich wolle für meinen seit einiger Zeit vom Rheu matismus geplagten Vater ein Paar Krücken holen, und frug ihn, ob er nicht mit mir ge hen wollte. Er begleitete mich nach dem Hause. Ich glaube, wir hatten meine Woh nung wieder verlassen, jedenfalls war es,wäh rend mir aus der Straße zusammen gingen, da sagte Hollohan zu mir: „Joshua, Deine Frau sagt, der alte Lampley habe eine große Geld summe; ich glaube, er verwahrt sie zu Hause, und wir könnten e» leicht kriegen." „Ich glaube nicht, daß er Geld im Hause hal; so viel ich weiß, hat er Alles aus die Baut ge than." Dies befriedigte Hollohan nicht; er setzte die Dailegung seiner Pläne, wie wir in Abwesenheit des Alten durch Umbringen sei ner Frau zu dein Gelde kommen könnte»,sort, lieg mir keine Ruhe und behelligte mich fort wäbrend mit feinen Versuchen, mich zur Un terstützung seiner Pläne zu überreden, bis ich ihm endlich erklärte, ich hätte in meinem Le be» noch kein Verbrechen begangen und wolle mit der Sache durchaus Nichts zu thun ha beil. Er frug mich, Ivo Lampley wohne; da wir bald an dessen Hause vorbeikamen, den- tele ich wenn ich in diejcmAugen blicke auf dem Schaffote stunde, würde il> mit! dem letzien Athemzuge jtwören, daß ich die Ermordung der alten Dame nicht sah, und jedes einzelne WoriHollohan's darüber durch aus und total misch ist."" I.— „Wie verhält eö sich mit dem Gelde?" N.—„Gerade so, wie mit dem klebrigen, was er gejagt; es ist Alles unwahr. Ich er hielt nie einen Cent davon, Das kann ich ge trost vor Gottes Richierstuhle jagen; denn es ist wahr." I. „Wissen sie Etwas von N. „Meine Bekanntschaft mit ihm ist eine sehr oberslächliHe; jo mel ich weiß und glaube, hatte er mit dem von Hollohan ent worfenen und durchgeführten Mord- und Raubplane Nichts zu schaffen, und nun, da H. in der Tinte fitzt und weiß, daher schul dig ist, sucht er fein Auftreten zu beschönigen und mich mit hineinzuziehen, damit ich die selbe Strafe, die er erwartet, erleide." Nicholson leugnete ebenfalls Alles, was Hollchan über einen gemeinschaftlichen Plan zum Angriffe auf Hülssmarschall Frey und zur Flucht aus dem Gerichtsjaaie ausgesagt; er (N.) habe Nichis davon gewußt. Im Gc sangnisse zu Baltimore habe ihn H. mit dem bedroht, und als er in Annapolis au' Hrn. Frey eindrang, habe cr auch ihn (N.) mißhandeln wollen, weshalb er (N.) über die Schranke gesprungen sei, um der Mordsaust zu entgehe». Damit endete die Unterredung mit demZei tungsmanne. Nicholson blieb während der ganzen Zeit ziemlich ruhig und gelassen; nur bisweilen schienen sichAerger und Zorn über gewisse Stellen im Hvllohan'jchcn Bekennt nisse seiner zu bemächtigen. Freudig äußerte er, so lange er noch lebe, lebe auch die Hoffnung noch, und er könne nicht anders, als aus eruen neuen Prozeß has sen. Hülss-Pol i z e i m a rs ch al l Frey befand sich gestern am Tage und AbeiitS iin Hauptquartiere der Polizei und im mittleren Siativnshause wieder im Dienste. Seine Kopfwunde ist noch nicht zugeheilt und verur sacht ihm noch immer Schmerzen, ohne thn jedoch zum Daheiiubleibeu zu nöthigen. Eine unruhige Gejellschaf t. —E. Collmgham, Bill Jim Harvey I. Holland, Sam. Ward, Charley Wilson uud Nick Snowden, fämmilich Neger, wurden vorgestern Abend in einer Wirthschaft au der Ecke der Charles- und?>orkstraße verhaftet, weil sie duich allzulautes Singen «ie Ruh' der Nachbarschaft gestöit hatten. Geste'.n Morgen wnrden sie gegen Friedensbürgjchafr in Freiheit gesetzt. Diebstähl e.—Polizist MeFarland ver hastete vorgestern einen Nezerknaben, Namens John Jackjon, welcher aus der Wohnung des Dr. E. W. Ehancellor, Nr. 174, Walshstr., einen goldenen Fingerdur im Werihe von L 5 nnd einen künstlichen Schädel gestohlen haben soll. Richter Bell ließ Jackson bis zum Ver hö> einstecken. Bei'm Verhör stellte der Negerknabe in Ab rede, daß er den Schädel gestohlen habe, oen Fingerhut habe er sich allerdings angeeignet. Ta Dr. iLhancellor von seiner Älage abstand, jo einließ Richter Bell den Angeklagten. Die Negerin Lizzie West ivuroc gestern unter der Anklage, dem Hrn. W. H. Thomas, Nr. 4. >süt-Slrickerslraße, eine goldene Uvr nebst Kette, sowie eine goldene Bruilnadel im Werthe von KlOO gestohlen zu haben, vom Sergeant Bcrger verhaftet nnd nach dem west lichen Siationshause gebracht, wo sie gegen wärtig eingeschlossen ist. Die gestohlenen Ge genstände fand man in einem Zimmer ver steckt. Der „S t r i k e" der Hausmaler (Linters) dauert fort. Der Uebelstand bezüglich der Schlichtung scheiut darin zu beruhen, daß die Gehülfen und Meister unter sich selbst nicht einig sind. Einige wollen gern mehr bezah. len, Andere finden noch immer Arbeiter, die bereit sind, zu den alten Preisen zu pinseln, Schlaganfall. Vusey, in Diensten Job.Melia's an West Baltimores»,-., nahe Post Office-Avenue, stürzte gesternNach niittag in einem Haufe an Horkstr. iu Folge eines Schlagansalles zu Boden. Dr. Welby ward gerusen und verordnete passende Mutet, hat aber auf sein Wiederauskommen wenig Hoffnung. Hr. Vusey ist 60 Jahre alt und wohnt in Nr. 174, West-Baltimorestr. Unfälle.— Gestern Nrchmittag j2 Uhr stürzte Franklin Burton, 28 Zahre all, Brem jer der „Baliimore.Ouiobahn," bei'm Abkup peln eines Waggons auf Locust-Point, wel cher ihm beide Füße zerquetschte. Man schaffte ihn heim nach Nr. 417, West-Lom baidstr., nachdem ihm der Schijfsarzt im „Leipzig" Beistand geleistet hatie. Als gestern Abend der 22-sährige John Curtis, Steuermann, uud der 2!) Jahre alte Henry Forrest, Cojütcndiener des Schconers „G. M. MeFarland," an Bord gehen woll ten, stürzten sie durch daö BaUenwcik dcr Kohleriwerfle Nr. 2 auf Locust-Point. Curtis brach da» Schlüsselbein; Forrest erlitt ain Rückgrate und in der Nierengegeno gefährliche Verletzungen. Zunächst von Tr. Sullivan ärztliche Pflege zu Theil; dann schaffte man die Verletz«en in's Spital. Das Bef i n den des j un ge nla m eS Keys, dcr am Mittwoch Nachmittag durch die zufällige Entladung eines in den Händen des Harry Verkley, Nr, 225, N.-Euiawstraße, sich befindlichen Pistols schwer verletzt wurde, ist noch ein höchst bedenkliches. Er ist ans beiden Augen erblindet und ein Theil des Hirns ist durch das Loch an der linken Seite des Kopses gedrungen, wo die Kugel den Knaben lrai. Wenn man ihn aufiülrelt, spricht er ganz ver ständlich, befindet sich aber fast immer in schläfrigem Zustande und zeigt keine Neigung zum Sprechen. Dr. T. W. Howard ist der Ansicht, daß dcr Knabe schwerlich mit dem Le ben davonkommen wird. Gemeiniglich trete in derartigen Fällen in 7-3 Tagen dcr Tod ein, wenngleich er Fälle kenne, wo eine Hei lung erfolgt und jede Prognose sich als nicht stichhaltig erwiejen habe. Die schlimmste Be fürchtung ist zunächst dahin gerichtet, daß eine Hirnentzllndung eintreten mö-ie. Der Knabe liegt noch immer im Hause des Hrn. Bcrkley, und wird von den Aerzten Howard, C. John son und Ehas. O'Donovau behandelt. Schwere Er kranku u g d es H ochw. ?. Early.— Bon Washington kömmt die Nachricht, daß der Hochw. ?. Early, Präsi dent des „Gcorgctown-Eollcgs," vorgestern aus einer Seite vom Schlage gerührt wurde und sein Zustand sich der Art verschlimmerte, daß er Abends die letzte Oeluug erhielt. Vater Early, ungefähr 60 Jahre alt, kam als Kind von Irland nach den Per. Staaten, studirte in Emmittsbnrg, Georgetown und Frederick und fnngirte nachher 5 Jahre als Sprachlehrer in Georgetown. Später stu dirte er ein Jahr lang Philosophie und vier Jahre Theologie. 1846 erhielt cr in George town die Priesterweihe. Anfangs fung'rle'er als Präsident des Kollegiums zum h. Kreuze in Worcester.Mass., und innerhalb 12 Jahren zu Oefterm in derselben Eigenichast am Geor getowner Eolltgium. Er war der erste Prä sident des hiesigen „Loyola - Eollegiums," welches sich damals in Holliday-, nahe Fay ettestr., befand. Später baute cr das neue Haus an der Calveristraße nnd die St.lgna tluskirche. Er stand dem hiesigen CoUxgium mit Unterbrechung 8-9 Jahre vor und hat hier viele Freunde, die mit inniger Theilnah me die Nachrichl von seiner schweren Erkran kung entgegengenommen haben ur.d nicht chue schlimme Befürchtungen dem Ausgange derselben und dem Tode eines verdieuleuMau neS entgegensehen. Die neue Zollamts - Verwal tn ng. Während wir Hrn. Washington Booth die Anerkennung nicht versagen können, daß er mit einer einzigen Ausnahme und trotz mehrseitiger unberusener Opposition die im Anne bisher angestellten Adovtivbürger, sämmtlich tüchtige Leute, beibehalten hat, müssen wir ihm noch weit mehr das Lob zol len, daß er mit Nachdruck und zum Besten des europäischen PassagierverlehreS mit Bal timore dte vielfach von uns gerügten, ininl tirenden Plackereien abbestellt hat, womit bis her bei der Ankunft von Dampfern die Passa giere behelligt wurden. Die oft im höchnen Grade veiletzeade An und Weije dcr Bagagc- Dutchsuchuug hat aufgehört und Ankommen de haben sich jetzt derselben Rücksichr und freundlichen Behandlung zu ersreuen, die New.Z)ork und Boston ru beliebten Dampser- Landuugsplätzen gemacht haben. Der Auf enthatt und die miiunter sogar rn Äajhinglon nothwendigenßellamationen haben aufgehört uud Hrn. Booth's Instruktionen sind >o be stimmt, daß ferne Untergeordneten schweilich eineNeigung verspüren werden, denselben aus kleinlicher Malice oder amtlichem Uebermuth entgegen zu handeln. Daß steuerpflichtige Güter verzollt werden müssen, ist ganz in Ordnung, aber von einem gebildeten'.deamlen erwartet nian, daß er einen richtigen klnrer jchied zu machen virsteht und keinen Jnjulr o»eriil, wo jreundliche und zuvorkommende Behandlung geboten ist. Auf den eu-opäi scheu Verkehr mit Baltimore kaun das Ver fahren des Hrn. Waihingion Booth nur die günstigste Wirkung äußern. Kirchliches aus Mexik o.— In der episcopalen St. PeterSkirche an Lanvalestraße fand vorgestern Abend eine Missioiisverjamni luiig statt, in welcher speziell der Mission«, dienst in Mexiko zur Sprache kam. Dcr Ehrw. Dr. Riley, Missionär in Mexiko, war zugegen. Der Ehrw. Dr. Nicholion von Newark, N.-J., bemerkte, daß die frühere Jaarez-Regicruiig die Verbindung ces Siaa teS mij der Kirche aufgehoben und die Bemü hungen dcr protestantischen Missionäre ermun tert habe. Eine der größten Kircheu der Hauptstadt, die Kirche Je>u, sei dem Episco- Palen zum Gottesdienste übergeben weiden. Die Jesu-Kirche je, nach dcr Eathedrale die größte der Hamttstadt. Dr. Riley iheilte mit, daß die alten Klöstv Mexiko's verlaust wor den seien und >Mn den Ertrag zu Schul zwecken verwendet habe. Außerdem habe dcr Präsident den Protestanten noch zwei andere Kirchen übergeben, wovon eine 1871 geöffnet wurde. Er (Rileu) sei jetzt nach den Ber. Staaten gekommen, um Geld zur Reveralur der prächligen St. Franziskus-Kirche ;u sam meln. Noch andere Geistliche bielien Reden uns nachyer würd: eine liberale Eollekie erho ben. Consirmatio n. In der lutherischen St. Jatobus-Kirche. Ecke von George- und Ogllonstr. (Pastor Beer), w>rd morgen Bor witlaq ill Uhr die Confirmation stattfinden. Äm Abende wird ein Kinder-Goltesdienst ab gehalten werden, woun mehrere Pastoren, lin ier anderen Dr. Watson und Pastor W. Fisk Brown, Missionär für Japan, reden werden. Auch erwachsene „Kinder" dürsten Belehrung finden u»d sind freundlichst eingeladen. Daö Tauben wettschieße n.—Das Taubenwettschießen zwischen Hrn. Hamilton Eittings von Anne Ärundel-Couniy u. Hrn. Heinrich Engel von Baltimore, welches am Montag begann, >n seinem Verlause aber von mebrerenSiörenflicden, die hinzu kamen, unterbrochen wurde, waid vorgestern aus dem Landgule des Oberst Gitiings (des Bruders des eiucn Theilnehmers) inAnne Ärnndel-Eo. zu Ende geführt. Beide. Gittings sowohl wie Engel, schössen Jeder 21 Tauben und ka men zudem Schlüsse, daß der Eine gerade so gut stieße, wieder Ändere. Jeder nahm sei nen Einiay zurück nnd damit hatte das Welt schießen ein Ende. Zu den Besuchern unserer Stadt gehörte vorgestern auch Eapt. L. Heist von Hagers town, neuerdings zum Stadtrathe jenes Or tes erwählt. Ter Eapitän ist ein guter De mckrat und Ami-Temperenzler und wird dem deutschen Adaptivbürgerthume iuHagerstoivn alle Ehre machen. Wegen Trnnkenl> eit und liederlichen Betragens jaden sich vorgestern Abend John und Mary Falian von Richter Hagerty dem Gefängnisse überwiesen. Lampe n-E xplos > o n.—Geüern Abend um 7 Uhr l 5 Minuten exvlodirte in dem Wohnhauie des James Euis in Äir. 176, Süd-Bontstraße, eineiiohlenöllampe. Einem 12 jährigen Sohne des Hrn. ElliS wnidendie Hände nnd das Gesicht verbrannt; glücklicher Weise jedoch nicht gesährlich. AbfakrtStage ler europäische» Damsfer. Ziew - Aort. LZ. Mai IB7Z. Dampfer. Abjahrt. BcstlininunllShafen. Zur Wiener Ausstellung. Wech sel und Kreditbriefe. Die bevorstehende Wiener Well - Ausstel lung, welche am l. Mai beginnt und inuth maijlich nicht vor dem 2. Nov. schlieizcn wird, hat die Reiselust des amerikanischen Publi kums in so hohem Grade entwickelt, daß ich mich veranlaßt sehe, die Aufmerksamkeit des Publikums aus die Ausstellung von Ere ditbriesen zu lenken, nach welchen bei dieser Gelegenheit ein größerer Begehr, als bisher, sein wird. Ich habe diesen Umstand antici pirt und daraus hin die umfassendsten Borbe reitungen mit den größeren mit mir in Ber blndung stehenden Banlhäusern Europa's, namentlich mit der „Union - Bank" tn Wien , einem der bedeutendsten Geld- Institute Oeüreich's abgeschlossen. Wechsel und Ereditliriese zu den niedrigsten Raten bei F. Nenne. Das Maitcst der «ciniycn - «HxseUschaft" findet Moniag, den 26. Mai, im Parke an der Belair-Ävcnue statt. Das Arrangemeiils- Eomile hat Alles ausgeboten, um dieses Fest zu einem brillanten zu machen. Den Schützen und Keglern winken werihvolle Gewinne, während den Tanzlustigen der große saal von lii ach mittags 1 diS Abends II llhr zur Verfügung sl>hl. D'raußen im Garten wird prächtige Eonzertniusik erschal len und am Abend soll der ganze Park sogar illuminirl weiden, sodaß der Besucher den Eindruck erhall, als wandle er in einem Zau bergarien. Hoffentlich wird der Himmel am Moinage kein döses esesicht machen, sonder» seine Sonne freundlich erglänzen lassen. Dies ist der Wunich aller Schützen, und wenn der selbe in Ersülluug gehl, so dürfen wir mit Be stimmtheit einem großartigen Feste entgegen sehen. Der Ehor der deutschen bischöflichen Lltekhodliten-jiirchc an der Pennsylvania-Avenue wird Montag, den 2t!. Mai, zum Besten einer neuen Orgel ein Eonzerr in Raine's Halle geben, bei wel chen, mehrere nauihLsic hiesige Künstler mit. wirken werden. Die FrülilingS-Ncuneu deS „Mary länder Zockey-tZlnbS" werden Dienstag, den 27. Mai, ihren Ansang nehmen und biS Freitag, den 3t). Mai, an dauern. Die Musik wird das Musilcorps des 5. Regiments liesern. Der „Junge Männerchor" wird seinen eriien tag, den 6. Zun, nach Moliumenial-Fishing- Givve machen. Schriftliche Angcbole snr den Schenk-, Eß- und Eondiloriiaild werden bis Dienstag, den 2. Juni, im Vereinslokalc bei Hin. E. Herold, Ecke der Fayelte- und Ellnaljlraßc, entgegen genommen. Der „vst - Batrimorer Liederkranz" macht jeinen eriien Dampiboot - Ansslug Sonnlag, den 15. Juni, nach „Hlonumenial- Schriftliche Oiserlen sür den Schenk-, Eß- und Eondirorstaud können bis Dounerstag, den 29. Mai, im Vereins lokale, Nr. 128, Ost'Fayettestraße, eingereicht werden. Der Gesangverein „Harmonie" wird Montag, den 2. Juni, sein großes 'bsingsttest in Ztulh s allem Schützen- Hose an der Belair-Road abhalten. Der ~ Schillerbuiid Nr. 7, des deut sche» Ordens der schwarzen Nitter" feiert Montag, den 26. Mai, ein großes Mai. sest im Darleii-Palke. Für umfassende Vor kcqrungeii ist in jeder Weise Sorge geiragen, und wenn der Himmel nur ein heiteres Gesicht zu dem Feste macht, so wird der Fröhlichkeit Montag sicher das Szepter im Darley-Parle sühreu. Der „Baltimorer Metzger-Nerein Nr. wiid Pfingstmontag, den 2. Juni, ein großes Picnie im Dailet>.Parke abhalten. Sicher wird dasselbe wied>r wie in früheren Jahren ein höchst amüsantes werden und den Teil nehmern einige angeiiekmc Stunden bereiten. Der „Allgemeine «sarb»er - Unter ftutzuugs-iLerel» von Baltimore ' bcgehi Montag, den !>. Juni, sein erües großes Pieiiie in Rost s Hain an der Belair-Road. Am Abend wird der Park illuminirt und ein brillantes Feuerwerk abgebrannt werden. DaS Vicnic und Sommernachtssest der H. Schule findet Montag, den 26. Mai, in L. Muth's allem Tchützenhofe statt. Da die umfassend sten Vnrbeleitnngen g-troffen sind, fo wirb sich voraussichtlich zu einer brillan ten Affaire gestalten. Der,,Arbeiter-BildungSverein" bat auf morgen Abend eine dramatische Un terhaltung für seine Milglieder veranstaltet. Hr. und Frau Weber von Philadelphia wer den mehrere Duette vortragen und kleine dra matische Scherze zur Aufführung bringen. Die Abtheilung des ~Hild»se Bunde s" feiert Montag. den 9. Juni, ein großes Pienic in Höhnervogt's Garten in Highlandlown. Auf dem Schie,-platze der „Baltn morer Bürgerschützen" findet morgen Nachmittag ein großes Eon zert der „neuen füddeutschländischen Truppen" statt. Ein prächtiges Pferdegeschirr sär Hrn. Wilhelm Willens an der Frederiek- Road hat der bekannte Sattler Hr. Wi l b. Kemp e l, der sein Geschäft in Nr. 377, We st -B al tim o re -Str a ß e , betreibt, angefertigt. (124) Hr. Johann «H. Kiscker, Ecke der 1. und Jefferfonstraße in Brookli>n, Anne Arundel-Eonntn, wiid seine neue Wirth-! schaft Montag Nachmittag mit einem vortreff lichen Lnnsch eröffnen. Abends findet ein Tanzkränzchen statt. Die Stepdanus-Schule hält Dienstag, den 10. Juni, ein großes Pie nie im „Gleenwood-Parke" an der Belair- Noad ab. Der „Marvländer Turnverein" feiert Montag, den 9. Juni, in dem Parke des Hrn. Louis Murh an der Belair - Raad ein großes Picnie und Sommernachtsfest, ver bunden mit Säian- und Preisiurnen. Hr. H. SZ. Smubert macht seinen Freunden und Bekannten die Anzeige, daß er seine Wirthschaft in Ni. 19, Wcsl.Prattsttaße, neu eingerichtet hat und dieselbe Montag mit einem solennen Wunsche eröffnen wird. Gr. Heinrich Loos, Nr. 18, Süd - Fredericlstraße, macht seinen Betaunken die Anzeige, daß er eine sristie Sendung Bremer und Kitzinger Bier in Klaschen eihalten bat. Als Blut und E»sie reinigendes Mittel ist das Karlsbader Ssrudcl- Sal; uiillberticsflich. Tasselbe wi:d von vielen Aerzten gegen Unverdaulichkcit, jiops schmerzen, Mangel an Appetit und alle Uebel, welche au« Unordnung des Magens vder der Leber entstehen, angewendet. A. Bogeler Sc E o m p. sind die Agenten für Amerika. <»!-) MZ°° Der nnglücktlchste Mensch aus der Welt ist der Dyspeptttcr. Alles sieht er dunkel und düster; er ist mit sich selbst und Jedermann zerfallen; das Leben ist ihm nur eine Bürde. All' dieses läjzt sich durch den Gebrauch des pernvianischen Syrups, eines Eise?protosyds, beben. Leute, die seit 27 Jahren gelitten, sind durch ihn curirt wor den. (119-24) Die >Su,npf (s'ngel . kcine Lähmung, welche nicht (Apul,l2:e. j a. T .i' u. W) W. Barranqer ä-Co., SSM Provisionen .Händler und Bratwurstmacher, Etablissement an der verlängerten Penusyl. vania-Avenue. (Drostes Induceinent für und Evnsuinentcn «.räuckecte üv-^i 12-!« I N yci ch t ! .!,. . ä ?7 R tokeln »i-I.»v j ?adliüre p?o P k iÄcstuzcl'uuo Witdpret. 7'. ! sc Börsenberichte. Berichtet von Wn». di Söhnen, Nr. :>2, Louihstrage. Anq. Verl. Ang. Bell. Gold 1175 lid!»' >-«ntOJurj 4t V. St. ü.Lvr j K>a !»t Z. >«t't,ö... Li'Laii Badn 21 <Sj'v7 Asio ,>eu Perl 55 Ä. St. lu.lvrli« !!uei> Kr» Bcrs 4>i Bii kr a1t,... LK «l>» ÄeriiMßers i> Bavrvk BiroSOkr . Ba >ir»!7 ä„ «itoä, WBaZrJuli l2 B i.7 Sts» 95^ sc!?«'.ltor i.cui Kr' 77 >7 - 7>.. jloriäcni^rzld^'ii Balto br'O.. SentQyiokil.-«>!, «d>, «auo dr M — Baito kr l!«»?. — ÄÄidt,r >.A!l!j— Balls kr IMj.. 39 3? SDtcml>vi«kr Bnt o> Latto — Muckum Br4. «iliiz «ant.... I>i-, »ich Dan 1.76 .7 Krantlin — Or.Äl.ckMa7r >.l , vvw Bant— 7 »-r'v Ltcrchv.nk ILo AI >ir « - Z>i.chßai>k.... 12°, ii u ,YZ j. !itat Bank b» , Baito O-» «s >72'« jtiredcr Turn? M !». !«. lz7 A , t>,UVü;er. St. 5.20 er, Z. Serie I,villi dillo tl'lll I><s 1,01)0 ditto 2. Serie 11-Zs s>x» Baltlmo>crSiadl)elDl-l. ö.v«Kl!ö!rgi»ia-Consois - diuo .............. ... Lantenbachs Ko hl cu; nh crabgeicyteu nlo rk! c^eb r . SaloulAatz?"""" ' " °lStpiA>,lÄl) ' 0V8I>l!?8I» dvH v e t i Lebcr, luvigorator Vflan;en-Präparat wunderbare heilende Sigknschafteu '«Ms--». >ur Dhsprpsic und Leberkruntbeiteu Gelbsucht <Äa!le»krankd^ »oplschmeij »crKo^sulg. l2, «tord-AswardKr., kaufe eine Flasche, und wenn nach deren Gebrauche Ihr keine Besserung verspürt, so wird das Geld zurückgegeben.' A. I. Miller,Eigenthümer, Baltimore. Vr-is s> pro zius-hr otrr G Zl«^ für Eisen in s Blut! Macht die Schwachen stark. Der Peruvianische Sl»iup, eine unver änderliche Lösung dcS Eisenoxyduls, ist so zusammengesetzt, dag er die Eigenschaften ei ne« leicht verdaulichen und dem Blute so leicht, wie die einsachste Speise, sich einverleibenden Nahrungsmittels hat. Er vermehrt die Men. ge des eigentlich natürlich belebenden Stos ses, des Eisens im Blute, nnd heilt „tausend Uebel" einfach durch Anspannung, Stärkung und Belebung des Körper; das bereicherte und belebte Blut durchdringt jeden Tdeil des Körpers uud verbessert Schäden und Verluste, ucht die krankbasten Ausscheidungen ans und überlädt der Krankheit Nichts zur Nah rung. Ties ist da? Geheimniß der wunderbaren Erfolge dieses Heilmittels in der Heilung von Pcldanuiigöschn'äche, Leberleiden, Wasser, sucht, chronischem Durchfalle, Geschwüren, Nervenleiden, Frösten und Fiebern, Verlust der Körperkraft, Nieren und Blasenkranhei ten, Fraueulrankheileu und allen den Kraul, heilen, welche auö einem schlechten Zustande de« BlutcS entspringen oder von Schwäche oder einem Schwächezustaude des Gesamuil körpers herkommen. Da er vollständig sie' von Alkohol in irgend einer Form ist. so folgt seinen kräftigenden Wirkungen nicht ei ne entsprechende Reaklion, sondern sie sind bleibend nnd verleiben allen Theilen des Kör pers Zirasl, Slärke, neues Leben. Tamende sind durch de» Gebrauch dieses Heilmittels aus schwachen und kränklichen Geschöpfen in starke uud gesund? Menschen vcnvaudclt worden. Schwache Personen sollte» ohne ZauZcrn die« Heilmittel versu chen. Man seke daraus, dafz jede Flasche den Namen „Peruvianischen Syrup" im Sctd W. Aowle A Sohne, Eigen tliiimrr, Vcl alien Dro i> u > slcn ju vcrta a.W » Nur Ztt Eents pro Flasche. Es befördert den Wilch-i, erhält die Farbe und vermehrt die Stärke und Schönheit des Haares. Des Weibes scyvuster Schmuck ist das ä>aar. IM Lyon 's kkIWIW IApnIN.I,T>,u,S,,IJ ,j a,W,.i,u,w.) Ha gan ' ö Magnolia - Balm. jiMild-ichcn Neiz «nd Schönheit. '"I'ÄP^T.D I.Ayer'S Kirschen-Vrustn.ittel gegen Leide» de» Halles und ter Lunten, wie Erkältung, Husten. Keuchhusten, Lusl röbrenast. Entzündung, Eng- «ad «edwinl <««»»»',«' «»ände .Nkcr V->« eas > rla, rn «r sl i v s>- ji- vnn ?r. Aver « , >?l)well, Mass., är^l^MT^"v^ iU «adea.

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