Newspaper of Der Deutsche Correspondent, June 3, 1873, Page 4

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated June 3, 1873 Page 4
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Ter Teutsche Csrtespgndeni. Baltimore, Juni 187». Swdt Baltimore. Tabelle 177 50. >->3 52K v7U 2 >, .... «>3 55. 0.51 1 2ü,«86 47.« 0 24 4. .. .... ZV.NBZ böl 30.175 «0.1 ti 3.».319 59. 7 3".3 4 53 5 0.22 8. „ .... 30.V94 52.1 2.16 9. 29.982 58.1 0.10 li> »0.021 Ü9.7 0 A 11. . .... 29842 59 2 V.KZ 1Z 29 8!4 «1.3 13. .. ... 2»-7' H »i.Z 14. » 58.Ä 29.8Z8 50,7 I>> 29.899 «^.3 17 30.02« b 2. 18. „ .... 30.07« «3.8 I «. ~ .... 30 tM «0.7 20. ~ .... 30.234 57.1 o.oz 21 30209 55.7 0.8« 22. « .... 30 057 «3. 0.55 23. » 29.95« «8.5 0.03 24. . ... 29'.93 75. 25 29,95« 7«. 3 2S 30.1Ü-5 73.1 27 29.5«0 ! 72.1 , 0.01 2Z. 29.W2 7Z.1 ! 29. » .... s 30.03« 77. 30.113 j «7.8 j 0.Z7 31 I 30 432 I «0-1 > Mittlerer Stand .. j 30.014 j «2.3 >6.31 Vorherrschender Wind: Ocftliiv- Der Wind legte 4307 Meilen zniülk. D aS gestrige Welter. Depeschen, welche bis gestern Nachmittag LöUhr auf dem Bureau des Signal-Corps eingelaufen sind, berichteten heftigen Regen ans Leavenworth, leichtesßegenivetter aus Savannah, mit dro hendem Himmel aus Charleston, St. Louis und Angnsta, Ga. Der Mississippi stieg bei Memphis 8 Zoll, fiel aber sonst überall lcickt. Der Ohio stieg bei Pittsbuig 47 Zoll und fiel ebenslllls sonst überall, während der Cumber. Land 14 Zoll bei Nashville fiel. Der Thermometer stand in Baltimore aus 8», in New-S)ork aus 75, in Philadelphia aus 79, in Boston aus 70, in Bussalo aus 73, in Chicago aus 77, in Cincinnati aus 83, in Cleveland aus 70, in Key West aus 7S, in Detroit aus 76, in Louisville aus 83, in Mem phis aus 84, in Savannah jaus 71, in Ehar- aus 74, in New-Orleans aus 84, in Mobile aus 85, in St. Louis ans 85, in Omaha aus 75 und in San Francisco aus 62, in Montreal auf KZ, in Toronto auf Kl, in Cap May auf LS und in Washington auf 87 Grad. Das Therm 0 meter stand gestern früh 9 Uhr aus 75, Nachmittags 1 Uhr aus 81 und Abends 6 Uhr ans 89 Grad im Schatten.^ Wettera u ssi cht e n.—Ost- und Süd wind, klarer oder lheilweise bewölkterHimmel, möglicherweise leichter Regen. Der Handel Baltimore'?. Die Einnahmeu dcs Zollamtes beliesen sich im Lauic dcs vcrflcsscuen Monats auf KKL4,- 810.34 odcr K 105,916.20 weniger, als imMai des Jahres 1872. Der Werih der während derselbe» Zeit vou Baltimore nach auswärti gen Häfen verschifften Waaren erreicht die Höhe von HZ,484,620, oder 51,516,225 mehr, als rm Mai 1872. Die Zahl der Schiffe, welch? während dcs vorigen Monats in unserem Ha fen cinttcsen, betrug 120, darunter waren 8 Dampfer, 2 Vollfchiffe, 33 Barken, 35 Briggs und 26 Schooner. Bon diesen Schiffen ge hörten 37 der amerikanischen, 37 der engli schen, 7 der deutschen, 2 der russischen, 2 der italienischen, 2 der östreichischen, 1 der schwe dischen,l der norwegischen und 1 der dänischen Nation an. Acht dieser Schisse kamen von Liverpool, 6 von Bremen, 6 von Matanzas, 18 von Portorico, 4 von Havanna, 8 von Sagna, 9 von Rio de Janeiro, 6 von Carde nas, 2 von Navassa, 1 vou St. Pierre, 3 von Demerara, 3 von Messina, 1 von Androssan, 2 von Haibor-Hsland, 2 von Windsor, 2 von Elenthera, 1 von Giregcnli, 1 von Palermo, 1 von Caibarien, 2von Swansea, I vou Lon dondcrry, 1 von Agnodilla, 8 von Cuba uud 1 von Paysander. Nach fremden Häsen liefen wahrend des vergangenen Monats Ir.6Schiffc ans, darunter 5 Dampfer, 2 VoUschiffe, 46 Barken, 34 Briggs uud 19 Schooner. Von diesen fuhren 41 unter der amerikanischkii, 40 unter der dänischen, 4 unter der russischen» 12 unter der norwegischen, 1 unter der pcruaui. schen, 6 unter der italienischen und 1 unter der der östreichischen Flagge. Vier dieser Schisse wäre» nach Liverpool, 5 nach Bremen, 4 nach Demerara, 10 nach Wcstindie», 2 nach Ne wry, 3 nach Dublin, 4 nach Halifax, 7 nach St. Thomas, 5 nach Qucenstown, 5 nach Londonderry, 4 nach Matanzas, 2 nach Port au France, 4 nach Rio de Janeiro, 1 nach Carvaricn, 1 nach Caledonieu, 4 nach St. Jago de Cuba, 2 nach Hamburg, S nach Bel fast, 6 nach Jork, 2 nach Portorico 2 nach St. JohnS, 3 nach Nassau, 2 noch Barbadoes und je 1 nach Bordeaux, Watersord, Berbice, Bristol, St. Pierre, Ne w Curaao, Cat-Jßland, Kopenha gen, Pernambuco, Montevideo, Governor's Harbor, Rotterdam und Fralee bestimmt. Der Handel mit dem Suden war im ver flossenen Monat wieder schr lebhaft. Die Da mpfer, welche die Verbindung mit den südlich gelegenen Seehäfen vermitteln, brachten im Mai KS2B Ballen Baumwolle nach Balti more und zwar 2372 Ballcu von Norfolk, 2724 Ballen von Savaunah, 401 Ballen vou Charleston, 411 Ballen von Wilminglon, N.- C., und 660 Ballen von anderen Häfen. Mit telst der Eisenbahn wurden 1968 Ballen nach Baltimore versandt, demnach beträgt die ganze Baumwollen-Einsuhr im Mai 8896 Ballen. Die Getraidc-Einfuhr war im vergangenen Monat bedeutender, als im Parallelmonate dcs vorigen Jahres. Während im Mai 1872 102,332 Scheffel Waizen, 847,317 Scheffel Mais, 132,951 ScheffelHaferund 1367 Sche ffel Roggen nach Ballimore gebracht wurden, belies sich die Einsuhr in diesem Jahre aus 100,071 Scheffel Waizen, 1,195,909 Scheffel Muis, 92,912 Scheffel Hafer und 8491 Schef fel Roggen. Die Mehlzusuhr war dagegen im Mai dieses Jahres geringer, als in dem selben Monat dcs Jahres 1872, indem in die sem Jahre 20,448 Fässer weniger nach Balti more versandt wurden. Ein-nnd Ausfuhr. Es kamen sol gende Fahrzeuge aus ausländischen Häfen gestern hier ein: die engl. Brigg „Mississippi" mit 102 Oxlist. und 97 Fässern Zucker und 226 leere» Emballage» von Demerara; die engl. Brigg „Genova" mit 450 Oxhst. Zucker von Mayaguez, P. R.; der Schooner D. F. Kecling" mit 40 Oxhst. Zucker, 335 do. und 89 Fässern Zucker von Mayaguez. Es segelten nach dem Auslande von hier gestern ab: die engl. Barke „Queen of Jn dia" mit 20,311 Scheffel» Mais nach Qucenstown; die engl. Barke „Queen of lhe JSIeS" mit 552 «scheffeln Mais, 10 Fässern Maismehl und 1745 do. Waizemnehl nach Belfast in Irland. P ost verkehr mit dem Auslande. —(«chlußzeit und Postporto.) Zur Zeit, wo so viele Baltimorer aus einer Tour durch Eu ropa begriffen sind oder in der östreichischen >' uuplsiadl weilen, um die Wunder der Wie ner Weltausstellung in Augenschein zu neh men. dürfte es für deren zurückgebliebene Freunde und Augehörige nicht ohne Interesse sein, in gedrängter Zusammenstellung die Zeit d!°> Postschlusses und des Abganges der euro päischen Po>i vv'u hiesiM Postamts zu erfah ren : 1. Jeden Dienstag Abend 9 Uhr ichließt eine Post nach Europa, die englische, franzö sische und deutsche geschlossene Post eingercch nct, um über Queenstown und Liverpool je den Mittwoch mit den Dampfern derGuicn'- jchen Linie von New-?)ork aus befördert zu werden. 2. Direkte Posten nach Deutschland, Eng land uns dem Eontinente Europa's, auch die deutsche „geschlossene" und die srauzösischePost schließen im hiesigen Pojibureau leden Mitt woch Abend 9 Uhr und gehen nachNew-Nork, von wo sie die Dampscr der Hamburg-New- Aorter Lniie jeden Donnerstag über Plymouth rrud Cherbourg mitnehmen. 3. Die Posten sür's deutsche Reich, Oest reich, die Schweiz, Schweden, Norwegen, Dänemark u. f. w., sowie die deutsche „ge schlossene" Pest -chließen jeden Freitag Abend 9 Uhr, um jeden Sonnabend von den Dam pfern der New Linie mitgenom men zu werden. 4. Posten nach England, Irland, Frank reich, Italien und dem Cor.linente schließen jeden Freitag Abend 9 Uhr und gehen mit den Dampfern der White Star-Linie jeden Sonn abend von New-Hork weiter. Das Porto nach Englano und Irland ist bei allen diesen Linien 6 Cents für Briefe von tiiicr halben Unze oder weniger im Gewichte, liir jede Zeitung 2 Ccnls; nach Frankreich bei j Unze Gewicht Cents, bei einer halben Unze IL Eis., bei einer Unze 2t) Cts., falls die Briefe in der englischen Post mit den Euion'schen oder White Star-Dampseru. und 10 Cts. für jede halbe Unze deSßriesgenichts, wenn sie durch Hamburger Dainpftr'besördcrl werden; Zeitungen auch hier 2 Cents. Noch Dculschland, Oestreich nnd Ungarn kosten Briefe e Cents, Zeitungen 3 Cents; mir der direkten deutschen Post Briefe 6, Zeilunzen 4 Cenlö; mit der „geschlossenen" Post übcrEng land nach Belgien, Holland, die Schweiz und Italien Briefe tt), Zeitungen 4Cenis; nach Rußland Briefe 12, Zeitungen 7 Cems; nach Norwegen und Schweden Briese 10, Zeitun gen 8 Cents; nach Dänemark Briefe 9, Zei tungen L Cents. Das Briefporto nach allen vorstehend er wähnten Ländern braucht nicht vorausbezahlt zu werden; aber Briefe, die dahin uafraukirt kder ungenügend frei gemacht abgehen, wer den am Ablieferungsplutze ungefähr mit dem doppelten Betrage des Fraukirpoito-s belastet. Drucksache» müssen stets frei gemacht werden. Außer mit Len erwähnten Linien wird auch eine Post dnekt von Balllmrre noch Br mcn mit ocn Dampfern de? Ballimore-Biemer L>- nie befördert, welche Briefe und Zeitungen nur nach Deutschland und Oestreich mitnimmt, und zwar die Ersteren gegen 6, dicLetztern ge gen 3 Cents Porto. Unter dem Ausdrucke „deutsche geschlossene Post" ist zu verstehen, daß gehörig frankirte uud mit "per Lvrman elogeä mail" bezeich nete Briefe in New-Uoik in besondere Post- Beutel gethan, über England befördert und nur in Aachen geöffnet und vertheilt weiden; Dieser Beförderungsweg wird für den schnell sten geHallen. Hr. Johann A. Gareis hat dieses Departe ment des europäischen, überhaupt ausländi schen Postverlehrs unter seiner besonderenTo hut uud seil vier Jahren auf's Befriedigendste Veränderungen im Zollamts- . Personale.—Die folgenden Aendenttigen ' wuiten vorige Woche im Abschätzers-Depar l tement des Zollamts vorgenommen: Wm. i H. Myers zum Examinator beföidcrt an I. ! M. Holland's Stelle, der entlassen wurde; ! 6aleb Doutv zum Elerk des Examinators au Wm. H. Myers' Stelle befördert; Albert K. Hadel zum Generol-Clerk an Caleb Douty'S Stelle avancirt; T. I. Barkley an A. K. Hadel's Stelle avancirt; T. S. PeterS in die Stelle von Henry Johnson, welcher das Amt nicht angenommen, eingerückt. Der Verein der ärztlichen Vorsteher von Irrenanstalten stattete am Freitage dem Shepherd - Hospital für Wahnsinnige, welches gegenwärtig noch im Bau begriffen ist, einen Bejnch ab. Obgleich das Gebäude noch nicht halb seilig ist, fo konnten die sach kundigen Aerzte doch ersehen, daß die Einrich tung des Gebäudes eine höchst zweckmäßige zu werden verspricht. Nachdem die Gesell schaft nach der Stadt zurückgekehrt war, hielt sie am Abende noch ciue geschlossene Sitzung im „Eutaw-Haufe," welche jedoch nur schwach besucht war, da viele Mitglieder bereits ab gereif't waren. Die nächste Jahressitzsng des Vereins wird, wie wir schon mittheilten, im Mai nächsten Jahres zu Najhville, Tenn., abgehalten werden. E. E. Fulton, der reisende Eorrefpon deut dcS „American," ist in Berlin angekom men. Aus feinem neuesten Briefe blickt böse Laune hervor; in Hannover sing er imWarte jaale Flöhe, m Berlin gerieth er in ein Hotel dritter Elasse, im Museum fand er nichts Schönes, den zoologifchen Garleu vergleicht er mit Barnum's und Forepaugh's Menage rie, im Thiergarten stieß er auf arbeitende Weiber und auf den Straßen Berlin'S fah er, daß die Hunde als Zugthiere Dienste zu lei sten haben und nicht, wie in Amerika, sich iu der Sonne lagern können. Hr. E. E. F. hatte jedoch, wie er schreibt, schlechtes Wetter, was die trübe Brille erklärt, durch welche er bis dahin die neue „Kaijerstadt," die ihm bis dahin nicht gefällt, gesehen hat. G r u u d st ü ck s - V e r k a u f. Die HH. F. W. Benncll K Comp, verfnbkast'lten ge stern Nachmittag an Ort und Stelle das 15 Fuß breite und 90 Fuß lange Grundstück Nr. 274, Hanover-, zwlfchenHcnrietta- und Ham burgur., wozu eiu dreistöckiges ziegelsteiuernes Wohnhaus und ein zweistöckiges Hinlergebäu oe gehören, um 52025 bei K 33.75 Grundzins an Johann H. Tümpel. Das Eifengeländer um den La fayettepl atz wird heute Nachmittag nach 5 Uhr nebst den Portalen und der Grantt-Uu terlage im Auftrage der Stadt von den HH. P.H. Sullivan K Sohn öffentlich versteigert. Es ist dies das erste Opfer, welches der Oppo sition des Publikums gegen eingehegte freie Plätze gemacht wird. Das Feuer, welches die chemi sche Fabrik von Slingluff Comp, an Leadenhall-Straße Sonntag früh zerstörte, soll durch ein leckes Vitriol-Gefäß ausgekom men fein; die Flammen schlugen auch zuerst aus dem der Vittiolzubcreitnng gewidmeten Theile dcsEtablissenieiits heraus. Seit länge rcr Zeit wird in der Fabrik Tag und Nacht gearbeitet; als Sonntag früh 44 Uhr der In genicur in den Hos ging, entdeckte er, daß das Lach des Vitrioliianses brannte. Sofort wurde der Polizei Anzeige gemacht, ehe jedoch die Feuerwehr ankam, war die ganze Fabrik bereits ein Flammenmeer, und objchon die Spritzen zwei Stunden sich abmühten, er ' löschten die Flammen in Folge der leicht brennbaren Stoffe erst, als die Fabrik bis aus den Grund niedergebrannt war. Anfangs gelang es der Polizei, zwei Maulthiere, ein Pferd, zwei Wagengestelle, einen Rollwagen uvd einen Karren zu retten. Allein später ließ sich Nichts mehr thun; das Vitriol und andere Säuren lief zollticf übcr den Fußbo den, jodaß mehrere Mitglieder der Feuerwehr " sowie Neugierige, die der Feuerschein herbei- gelockt, ihr Schuhwerk arg verbrannt bcka ' inen. Den Flammen sielen folgendeGebäude ' anheim: ein einstöckiges HanS von 100 Fnß Länge und 30 Fuß Breite, worin hauptfäch ' lich Salzsäure sabrizirt wurde und eine große ' Quantität Majchinerie aufgestellt war; eiu 130 Fuß langes und 45 Fuß breites, zur ' Vitriol-Zubereitung verwendetes Hans, in dessen Raffinirblaseii zur Zeit mehrere hundert ' Gallonen Säure in ungereinigtem Zustande ' lagerten; ein 50 Fuß langes uud 40 Fuß breites Haus, das zum Verpacken benutzt ' wurde. Diese drei Gebäude waren aus Zie ' gelstein und Fachwerk errichtet; wohl leine ' halbe Klafter Holz ließe sich aus den Brand " ruincn zufammcnlefeu. Ungefähr zwanzig ' Fuß nördlich von dem drillen Gebäude stand ' C. Hart Smith's zweistöckiges Wohnhaus ' vou Fachwerk, worin Wm. Roß mit seiner ' Familie wohnte. Bon genannlem dritten ' Gebäude der Fabrik sprangen die Flammen ' mit solcher Rafchheit aus dasWohnhans über, ' daß die Familie Roß nicht ohne Lebensgefahr ' sich in Sicherheit bringen konnte; ein großer ' Theil des Mobiliars wurde mit dem Hause 5 ein Raub der Flammen. Zur chemischen Fa- brik gehörten auch ein zweistöckiges hölzernes Gebäude, worin die HH. Slingluff K Comp. ' ihr Comptoir hatten, und ein einstöckiger höt zerner Stall; Beide gingen in Flammen auf. ' Bei dem Versuche, Wagen und Zugvieh zu retten, erhielt Lieutenant Dull an den Hände» ' fchlimme Brandwunden. Schlimmer erging ' es John Ledden. einem Mitgliede der Spritze n' Compagnie Nr. 10, welcher be,'m Herbei ' schleppen eines Schlauches an eines der bren ° ueudeu Gebäude in eine Vilriollache, die er für Wasser hielt, trat; im Nu waren diestie ° felii duichgefressen und Füße und Knöchel mil ! Aetzwuudeu bedeckt. Man beschaffte ein Fuhr werk und brachte den Unglücklichen nach fei ' ver Wohnung an Columbiastraße, wo ihm Dr. Curry ärztlichen Beistand leistete. Während das verheerende Element in dem ' zum Verpacken der Säuren benutzten Gebäude ' wüthete, explodirten mehrere Säure-Ballons mit einem dem Kanonendonner zu verglei- chenden Krache, und zugleich züngelten und ° zifchten Hunderte von Flammen gleich Blitz ! streifen durch die Luft. Wohl eiueMeile weit war der Krach vernehmlich, und wen die ' Feuerglocken nicht ans dem Schlummer weck > teu, wurde durch den Krach der Explosion munter. Brände. Gestern früh 53 Uhr kam durch den Heizapparat im Maschinenlokale des Carl Dibling'schen Schlachthauses an Chester-, nahe Monnmentstraße, Feuer au«. Die Feuerwehr dämpsle dasselbe, nachdem es etwa für K4O Schaden, hauptsächlich am Fußboden, angerichtet hatte. Der Schaken rst in der New.Aoiker „Germania" verasse kurirt. Montag Abend wurde in I. D. Burn bam's Wohnung in Nr. 10, Patterson-Ave nue, eine Partie Bettzeug durch ein Ziiseltlicht angezündet; ehe die Hausbewohner der Flam rnen Herr wurden wurden,war sür 525 Scha de» angerichtet. Gestern Lormittag Hl 2 Uhr enstand in dem A. A. Allers gehörigen und von Fried rich Zell bewohnten Hause Nr. 13, Birdstr., durch einen schadhasten Rauchsang Feuer, welches einen Schaden von S5O zur Folge hatte. Im Lause des Nachmittags brannie es ebendaselbst zum zweiten Male; ein Süd- Balti.norer Polizist bemusterte ine Flammeri, ohne daß Feuerlärm nöthig wurde. Ein R iesen kes s el. riesenhafter Dampfkessel von 100 Pferdekrafl. welcher für die Arbeiten der Wasserleitung am Gunpow der benutzt werden soll, wurde am Sonn abend Morgen über die Aork-Road befördert. Acht Pferde waren vor dem Wagen gespannt, auf welchem der Riesenkessel iransporrirt wurde. Nahe bei Waverly brach die Vorder achse des Wagens, und es verflossen mehrere Stunden, bevor der Schaden soweit reparirt war, daß die Pferde die Weiterreise antreten konnten. Ein Gerücht, das gestern besonders in West-Baltimore von Mund zu Munde ging und der Klatschsucht reiche Nahrung bol, wollte wissen, Jesse W. Uppercue habe den Verstand verlcren und sich als Mörder seiner Tante bekannt. Genaue Erkundigung Sci teiiö unseres Bexichlerstatlers ergab die authen tische Widerlegung des Gerüchts im vollsten Umfange; derselbe erfuhr zugleich, daß Hr. Uppercue auf's Land gegangen ist, um die heiße Jahreszeit zu verbringen. T h ä tl i ch er Angri ff auf einen V a h n sch assn e r. Kurz nach 12 Uhr Sonnabend Nachts wurde James Busey we gen thätlichen Angriffes auf Chas. Daniels, aus einem der Stadt-Eisenbahn- Wagen der Süd-Baltimore - Charlesstraßen- Linie, veihastet. Der Condukteur sagte aus, dag, als er eben im Begriffe stand, die Wa gen-Remise an Lightstraße zu verlassen (d. h. Sonnabend Nachl nach seiner letzten Fahrt), Busey sich ihm näherte und eiuen Schlag in's Gesicht versetzte, welcher ihn taumelnv machte. Wahrend er zu sich kam, schoß Busey Zwei Orale auf ihn. Daniels enifloh daraus, itUd Busch schoß noch zw« Male aus ihn; jedoch traf leine der Äugeln. Das Feuern zog einen Polizisten herbei, welcher Busey inhnftete und in's Stationshaus brachte. Sonntag Morgen wurde die Anklage verhört; aber aus Gründen, die Dauiejs am Besten keimt, wei° i g rte sich tmelbe, seinen Angreifer gerichtlich zu veifolgeii, und Busey wurde entlassen. Busey gibt an, daß Daniels eine insulti reude Sprache gegen seine (Busen'S) Frau ge braucht, oder ein Kind derselben in roher Weise bebandelt habe, als sie den Wagen, su welchem Daniels als Condutteur angestellt, ist, verließen. Reis für den Galge n. —In den Ge fängnissen unf-res Staates werden jetzt fechs Personen festgehalten, weiche des Mordes im ersten Grade schuldig befunden und von denen drei bereits zum Tode verurtheilt sind; die an deren Drei erwarten noch ihr Urtheil. Die Vernrtheilteu sind: ThoS. R. Hollohan, wel cher Frau Lampley ermordele und am 13. Juni in Ballimore gehängt werden soll; Al bert Saunders, der wegen Ermordung des Uhrmachers Burdell in Calver'-County zum Tode veiurtheilt wurde und am 11. Juni fein Verbrechen in Prince-Fredcrick am Galgen zu büßen hat, und Thos. Jackjou, der gleichfalls am 11. Juni gehängt wird und zwar in Leo nardlown, St. Mary's Counly, wegen Er mordung des H. Schofield. Die noch nicht Beruitheillen sii>d Joihua Nicholson, Leviu Polmer und James West. Mehrere Personen besuchten am Sonntage das hiesige Gefängniß und unlerhielten sich mit Hollohan, Polmer und West. Hollohan hat jede Hoffnung, dem Galgen zu eutriii. um, aufgegeben und fchsint feinem Tode mit Ruhe entgegen zu gehen. Er nimmt übri gens noch ein reges Interesse an deu Tages ereignissen und fragte angelegentlich nach den Pferden, welche als Sieger aus dem Wettren nen bei PimUco hervorgingen. Palmer und West sprechen nur wenig. Der Neger Cnr lis, welcher am Sonnabend unter der An klage, den Wm.Sheos erstochen zu haben, ver haftet wurde, vergießt fortwährend Thränen. Er glaubt, daß jeinProzcß bald beginnen und in kurzer Zeil zu Ende geführt werden wird. Er fprach offen die Ueberzeugung aus, daß er Hollohau's uud Weit's Schicksal theilen werde. Bereits tauchen die Bemühungen auf, die Begnadigung des wegen Ermordung seiner Frau in Dorchesier-Countv auf 5 Jahre in's Zuchthaus geschickten Plater her beizusühren. Neues Zeugniß zu Gunsten des Vcrurthcilte» soll ausgetrieben worden sein. Plaier hat Freunde unter den „alten Familien Maryland's," die es ungern sehen, daß einer der Ihrigen in der Anstalt ander Madisonslr. sitzt. Baltimorer Sterbelabelle.— Verwichene Woche wurden aus Baltimore 127 Personen, 67 männlichen und 60 weiblichen Geschlechts, worunter 27 Farbige und 9 Todt geborene , beerdigt; 9 mehr, denn in der Vorwoche, und rcsv. 35, 19 und 3 weniger, als in der ParaUel-Wochen von 1872, '7l und '7O, aber resp. 3, 18, 36 und 18 mehr, als in den correspondirenden Wochen von '69, '6B, '67 und '66. Es waren 2L noch kein Jahr, 11 zwischen 1 und 2, 14 zwischen 2 und 5, 9 zwischen 5 und 10, 4 zwischen 10 und 15, 7 zwischen 15 und 20, 13 zwischen 20 und 30, 13 zwischen 30 und4o, 9 zwischen 40 uud 50, 6 zwischen 50 und 60, 5 zwischen 60 und 70, 3 zwischen 70 und 80, 6 zwi schen 80 und 90, 1 zwischen 90 und 100 Jah ren. Es starben je 1 an Schlagfluß, Eng brüstigkeit, Brandwunden. Fleckfieber, Lun genschlag,Äopswasscrsncht.Enlkrästung, Rose, Hüstleiden, 'Nieren-, Lebcr-, Magen-Enlzün dnug, Gelbsucht, Tobsucht, Skrophcln, Blat tern, Mundschwämmchen, Keuchhusten und Würmern; je 2 an Krebs, Unsällcn, Gehirn- Erschütterung, Diphtheric.Catarrhal-, Schar lachfieber, Blulsturz, Unlerleibs-Enlziinduug, Masern und Lähmung; je 3 im Wochenbett, an Kindcrcholera, häuttgerßräune, Fallsucht, Wechselfieber, organischen Herzleiden, Rheu matismus und Zahnen; je 4 an allgemeiner Wassersucht und Rückgratsleiden; je 5 an Hirn- und Lungen-Entzündung; je 6 an Al tersschwäche u. Nervensieber; 8 antträmpse»; 11 an Auszehrung. Bei 1 Erwachsenen und 14 Kindern blieben die Todesursachen u.ier mittel!. Dem Schlagflusse erlag Wm. G.Scott, 38 Jahre; dem Hüftweh der 7 jährige Her mann Rudolph; dem Krebs Ro,e Vaughan, 74, und Lydia Melbourne, eine Negerin, 47; Brandwunden der Negcrlnabe Richard Gra ham, 3; dem Fleckfieber (we'ninjzilrs ocrc-bro- Ll-illirlis) Wm. I. Bennetl, 22; den Maliern ein deutscher Knabe, 8; der Gelbsucht S. W. Brighi, 3 Jahre alt. Die Zahl der tödtli chen Blalternsälle hat sich von 6 auf 1 in der letzten Woche vermiudeit. Fahrnnfälle. Gestern früh Uhr ging aus derEcke der Fremont- und Lombard. Straße das Pscrd mit dem Joh. Aler'jchen Flerscherwagen durch; Ecke der Pratl- uud Frcmonrsir. riß es sich von dem Wagen los nud sprengte rv'S Schausenster derOttoWohl wendl'jchenApoihele aus derEcke der Fremoiu uud Columbias!!., wo es für K 65 Schaden anrichlete. Gestern früh zil Uhr scheute in Leestraße das Pscrd vor W. H. Wayne's Wage» uud galoprrle, nachdem es mir dem Feiiorndcric riien einen Baumschutzkasten umgerissen, die Srraße hinunter, wurde jedoch von dem Poli zisten Boswell bald angehalten. Befinden des Hrn. Frederick Pinkney. Freunde dcs Hrn. Frederick Pinkney, dessen Befinden sich bekanntlich be reits gebessert hatte, haben dreNachricht erhal te», daß eine Rückkehr ungünstrgerSymplouie cingelrelen ist, und man Befürchtung» eines schlimme» Ausganges hegt. Der Gesammtwerlh des Nachlasses des verstorbenen Coluinbus O'Donuell bcläusl sich aus mehr, als 5-2,500,000. U u f all, Gellern Abend 7 Uhr stürzte der 40-jährige Wm, Luke von Nr, 23, Gooo man's Alley, und fiel sich die Kniescheibe aus. Dr, McKew ist jeiu Arzl. Schnelle Reis e.—Der 7 Uhr-Expreß- Zug legte Soiiutag Abend die s?trecte von Washington bis Ballimore in gerade einer Stunde zurück; 14 Minuten darauf war der Zug bereit, vom Presidcutstr.-Bahuhofe nach Philadelphia abzugehen. Reise von Freimaurern nach Europa. Etwa 30 Freimaurer aus ver schiedenen Staate» der Union gedenken eine Reise nach Europa zu macheu uud am Mrli woch'mit dem Dampfer „Cuba" von New- HorkZuach Liverpool abzufahren. Unter der Reisegesellschaft befindet sich auch der Ehrw. A. N. Hanl von der Nord-Ballrinorer bi schöflichen Meihodistenkrrche. Mont a g s-P ri märwa h l. Am nächsten Montage findet in den zwanzig Wards der Stadt die Primärwahl zur Be schickung der Sladt - Convention stall, ans welcher die Nominatiori der demokratisch-con servativen Candidaten sür die rrn Herbste neu zu besetzeudeu Gerichls-ClerlS-Sielleuhervor geheu wird. In sast alle» Wards find meh rere Zettel im Felde und unsere Mitbürger solllerr die Namen der Aspiranten für die Convention forgsam prüfen, ehe sie ihr Vo tum abgeben. Vor Allem aber rst eine zahl reiche Betheiligung nolhwendig, damit die besten Leute erwähll werden. Eiue Verstellung unseres Refe rates über die bevorstehende Grundsteinle gung des neuen deutschen Waisenhauses ver anlaßte nns, dasselbe gestern wiederholt mit zutheilen. Schiffsunfall.—Am Morgen des 29. Mai lief der von Philadelphia nach Boston abgegangene Schooner „West," Capt. Denis, in der Delaware-Bai an der Bulkhead-Barre aus. Der Remorqueur „Adelaide" versnchle, ihn wieder flott zu machen. Wohlthätiges Vermächtniß. Das am 29. Mai vom Obervormundschasts- Gerichte bestätigte Testament von James Hooper, jun., der ein Vermögen von 5450,- 000 hiiileilassen hat, setzt dem Mädcherr-Asyle derChrist-Kilchen-Eemeiude anGarden-, nahe Madljonstr., KlOOO aus. Die Schnepfenjagd. Da am 10. Juni die Schnepsenjagd beginnt, so sollte je der Jäger, um sich aus diese Jagd vorzubc reiren, einige Schießstudie» machen. Dies kau» Jeder rhu», ohne daß er mit den Ge setzen in Conslikl geräth, wenn er sich nach der Jäger-Heimalh bei Bayview hinausgiebt und am Giroschießen Theil nimmt. Eine Maschine, die unten in eine Schraube endet, wird in die Erde hineingebohrt. Oben endet die Maschine in zwei Zacken, die aus einer von einer Feder sestgehallenen'Schraube an gebracht sind. Aus die beiden Zacken werden zwei mit einander verbundene Blechsliigel ge legt. Sobald man die Feder zurückzieht, werden die Flügel in die Höhe geschnellt. Zu erst steigen sie nur langsam auf, nach und nach aber heben sie sich fchneller und nähern sich mehr den Wolken und man glaubt in der That eiuen Vogel fliegen zu sehen. Erst wenn die Flügel 800 bis 1000 Fuß weit von der Lust davongetragen sind, senken sie sich wie der zur Erde. Wer sich imSchießen üben will, der gehe nach der Jäger-Heimalh und schieße nach dem Giro, Ueberreichling von Ehren-Ge schenken.— Ans Einladung versammelten sich gestern Abend in der Wohnung des Can tcrö Hrn. A. Kaiser an der Colnmbiaslraße sämmiliche Confirmirlen der „Oheb-Shalom- Gemeinde," welche vorgestern ihr Glaubens- Bekenntniß ablegten, nur von ihre» Lehrer» Abschied zu nehme», bei welche? Gelegenheit j zwei werthvolie Ehrengeschenke überreicht wur den. Das erste, ein aus 30 Stücken bestehen des silbernes Tafel-Service, wurde im Na men der Confirmilten durch Cäsar Cone dem Ehrw. Dr. B. Szold überreicht, der sür das unerwartete Souvenir in herzlichen Worten dankte. Das zweite, eine werthvolle goldene Taschenuhr, sür den Canlor Hrn. Kaiser be stimmt, überreichte Frl. Bertha Lindau, wo rauf der Beschenkte in passenden Worten sei nen Dank aussprach. Nach der wurden sämmtliche Confirmirte uud andere Guj»e in der gastfreundlichen Behausung des Hrn. Kaiser bewirlhet. Hr. Louis Lewy, ein lalentoollcr Pianist, nnlerhielc die Gesellschaft mit ausgewählter Tanzmusik. Die Jahresfchlußfeierder RechtS jchule der „Universität von Maryland" findet heute Abend in der „Concordia" statt. Die Abiturient en-K lasse ist 2l Studenten stark. Pastor I. N. GaUehec wird an dieselben eine Au'prache halten. Am Samstage gingen nicht weniger, als acht Dampter von New-?)olk nach Eu ropa ab. Alle waren mir Passagieren über laden. Zu den Passagieren von Baltimore gehörten R. Binnie, James Logan und I. H. Cator vou Baltimore. Auch der „ver rückte Geo. F. Traiu" drückte sich nach Eu ropa. Der englische Dampfer „Austri an," Capt. Richardsou, zur Allan'jchen Linie gehörig, ging am 2S. Mai vou St. JohnS, ab, traf am 30. zu Halifax, N.-Zch., ein und setzte am selbigen Tage seine Fahrt nach Baltimore fort; man darf ihn somit jetzt täglich hier erwarten. Auch aufden Gottesäckern in der Nähe von Cumberland wurden am Freiiage die letzter Ruhestätten der Bundes fvldalcn mit Blumen und K-äuzeu ge schmückt. Stadt-Convention der„Guten Temp ler."—SamstagAbend versammelien sich im Saale der „Großen Westlichen Tio>- sion" der „Tempercnz'öhne" unter Hrn.A.W. Monroe'« VoifitzeAbgeordnelen fast aller hie siger Stadtlogen des Ordens der „Guien Templ'r." Man nahm eine Verfassung nebst Nebenstalnten an. Die verschiedenen Logen machen Anstrengungen, um auf deu bevorste henden politischen Konventionen vertreten zu sein, und wollen, ovschon sie nicht in allen Wards eigene Candidaten aufzustellen geden ken, nur Temperenz-Lente für die zu besetzen den Aemter unterstützen. Die Eickener » Deputation des hiesigen Bierbrauer-Vereins, HH. L. Biuih, I. C. Roßmarck, I. Schrcier. Z.H. Vonder horst, Geo. und Höh. B. Baueruschmidt und loh. Schultheiß, denen sich die HH. H. Bon verhörst, H. Kavernagel und Phil. Walter von hier und Hr. Poniier auS Georgetown, D. C., anschlössen, reisten gestern Abend 9 Uhr mit der „Nördlichen Cei'.lralbahn" nach Dayton, Ohio, ab, wo heute der Brauer- Congreß zusammentritt. Mit der Sommerhitze haben sich auch die mep hitischen Basfindünste einge stellt; milSchaudcrn denken dieGeschäflSleule in der Nähe des Hafenbeckens daran, was sie, je intensiver die Hitze wird, sür ihre Riechner ven zu erwarten haben. Abermals fanden am Sonntage mehrere kirchliche Tem p er enz- V er fam m lnngen statt; an einer derselben, in der Lexinglsnstr. - Methodisteniirche, betheiligte sich in corpore die „Poulfon-Loge der Guten Templer." Auch in Mount-Olivet, Balri more-Co., redeten die temperenzlerijchen Ra dikalen Mosher und HindS und in Sextons ville David Keeler die Zuhörer an. Zur sonntäglichen Psingsiseier. In der Cathedrale wurden am Sonntage durch den Erzbischos 185 Personen, darunier 21 Erwachseue, coufirmirt. Erzbischos Bay >ey selbst, ajslstirt von den Hochw. Bätern Bolz, Bartleit, Dongherty und Dissig cele bririe die Hochmesse. Der Hochaltar war prachtvoll mit irischen Blumen dekorirt.—ln der St. Bineent de Pauli-Kirche, Frontstr., confirmirte Nachmittags der Erzbischos 300 Kinder; als Ehren-Eskorte fungirien bei'm Eintritte des Prälaten in die Kirche die ver schiedenen WohlthäligkeilS - Gesellschaften der Gemeinde. In der St. Jgnaliuskirche an der Nord-Calvertstr. fand das große DiaifeS der Kinder statt. Die festlich in Weiß geklei deteu Kinder zogen zu mehreren Hunderten vom Lehrzimmer aus in die Kirche und jedes legte ein Bouquet zu Füßea der Mutter Got tes nieder nnd nachher wurde das Haupt der selben mit Blumen geschmückt. Der Hochw. V. Dougherty hielt zum Schlüsse eine Anrede an die Kinder. Eine ähnliche Feier fand in der St. Al phonfus-Kirche statt. Die Hoch messe celebrirte der Hochw. Leimgruber, unterstutzt von den Hochw. ?l>. Wayrich und Scheffler als Diakonen. Die Fcstpredigt hielt der Hochw. Brandstätler. Die Musik stand unter der Direktion des Pros. «Schiffer und Mozart'S Messe Nr. 12 wurde unter Begleitung des Musikcorps des Capt. Fellmann gesungen. Abends folgte die Maienandacht der Kinder, welche zur Zahl von 300, weiß gekleidet, in die Kirche «igen und das Muiter-Gottes-Bild mit Blumen schmückten. 40 der Mädchen trugen große weiße Lilien und alle Kränze auf dem Kopfe. —ln den St. Jakobus, St. Michaels-, b. Kreuz- und 14 h. Nothheifer- Kirchen wurde in derselben Weise der Feier des Tages gedacht und die Jugend zog, mit Blumen geschmückt, in die Kirchen und be kränzte die Statue der Mutter Gottes. In der ZionSkirche, N.-Gaystr., der Drcieimgkeitskirche, Tnuitysir., in der St. Paulskirche, Ecke der Fremont- und Sarato gastr.» in der 4. res. St. Johannes - Kirche, N.-Ealvertstr., und anderen war der Kirchen besuch am Sonnlage, zur Pfingstfeier, mehr, als gewöhnlich zahlreich. Fast allenthalben zierten Blnmen und Grün die Gotteshäuser, und die Musik war der Bedeutung des Tages entsprechend. In der episcopalen St. Bartholemews- Kirche, North - Avenue, confirmirte Bischof Whittingham am Sonntage vier Erwachsene, darunter drei Damen. Firmung in der St. Jakob ns- Kirche. Die jährliche Firmung fand ge stern früh 7 Uhr in der St. Jakoblls-Kirche, Ecke der Aisauith- und Eagerstr., durch den Hochw'sten Erzbrschos Bayley statt. Gcfirmt wurden 339 Personen, 15» Knaben und 167 Mädchen und 19 Zöglinge aus dem Nolre- Darne-Töchter -Institute. Die Kirche war gedrängt voll von Andächtigen, worunter die Eltern uud Vormünder der Kinder bedeutend vertreten waren. Nach Beendigung der Feier wurde vom Eribrschofe eine stille Messe gehal ten, welcher sämmtliche Gefirmte beiwohnten. Das daraus folgende Levitenamt fand um 9 Uhr statt. Am Hochaltare fungirten die Hochw. ??, A. König als Celebrant, Joseph Frrle als Diakon, A. Litz als Subdiakon und I. N. Berger als Ceremonienmeister. Der Kirchenchor unter Leitung des Hrn. Dotter weich sang mit Orgelbegleitung Schafford's Messe in "Lcee savLräos," Chor von Bach, "0 Venz," Dnett von Mereadante, "Veur crvÄwr" von Kempter. Zum Schlüsse wurde vom Erzbischose der apostolische Segen ertheilt. Psingstmonta g.—Der gestrigePfingst. Montag war vom herrlichsten Wetter begün stigt. Zu vielen Tausenden zogen Jung und All hinaus in die sreie Natur, um die frische, reine Lust einzuathmen und sich des Lebens zu freue». Allenthalben regte sich die Pfingsilnst, und jeder Vergnügungsplatz außerhalb der Stadt war zahlreich besucht. In Rost's Hain fand das Jahres,Picnic des „Allgemeinen Deutschen Waisenhau,es" statt. Wie bereits allgemein bekannt ist, hatte man dieses Mal von einem Auszuge abgese hen, da man einen solchen bei der am Sonn tag, den IS. Juni, stattfindenden Grundstein legung des neuen deutschen Waisenhauses an der Aisqnithstraße zu veranstalten gedenkt. Die Waisenkinder langten Morgens gegen 9 Uhr auf dem Festplatze an und vertheilten sich dann über den in schönster Ordnung befindli chen Feüplatz, wo sie sich i» jeder erdenklichen Weise belustigten. Später lrugen sie unter der Leitung des HauSvaters Hrn. Gleichmann mehrere Lieder recht hübsch vor, wodurch den anwesenden erwachsenen Festtheilnehmern der Beweis geliefert wurde, daß im Waisenhause der Geiangunlerncht nicht vernachlässigt wird nnd man in jeder Weise die Lust zum Gesänge in den Herzen der vatcr- und mulierlosenWai sen zu erwecken sucht. Für die Tanzlustigen conzertirlen die Musikcorps der Professoren Winter und Wacker, und die heiteren Melo die'n, welche unausgesetzt erklangen, ließen die tanzenden Paare kaum zur Ruhe kommen. War eine Polka verklungen, so ertönte schon wieder ein schwungvoller Walzer, der die er müdeten Tänzer aus's Neue anfeuerte; na mentlich war es der Walzer „An der schönen blauenDonau," der immer wieder aus's Neue erklang und die allgemeine Fröhlichkeit nuier den Tanzenden wach hielt. Und sicher kann es unter den heileren lebenslustigen Wienern an der blauen Donan nicht heiterer, fröhlicher und vergnügter hergehen, als es gestern auf dem Plage de: Mad. Rost, wo sich die ggnze Elite unseiesDeulschthums eingefunden halle, der Fall war. Auf der Kegelbahn herrschte glerchsalls ein reges Leben; hier gewannen die tiegelschützen durch ihre Geschicklichkeit hübsche Preise; die Hauptpersonen des Festes dagegen, die Waisenkinder, amüsirten sich unter der Aussicht des Hrn. Gleichmann durch die ver schiedenartigsten Jngendspiele, und lhre heitere FesttagSstimmnng wurde durchNichts getrübt. Nachmittags H 4 Uhr, als der Festplatz bei nahe von Besuchern überfüllt war, verkündete das schmettern der Trompeten den Beginn der Festreden, und Jeder fuchie einen Platz »eben der Rednerbühne zu erlangen, um kein Wort von den Vorträge» der Festredner, wel che in festlichem Zuge nach der Tribüne gerührt wurden, zu verlieren. Sobald die Redner die Tribüne bestiegen hatten und unter dem Publikum die nothwendige Stille eingetreten war, hielt Hr.GustavFacius dießegrüßungs rede, welche wir, wie auch die anderen Fest reden, nachstehend im Auszüge wiedergeben: „Hunderte uudTausende von Männern und Franen haben sich hier heute in Gottes schöner und freier Natur versammelt, um an diesem Feste therlzunchmen. Es rst die Freude, wel che sie zusammengeführt hat, nicht jene Freu de, die von einem kurzen Sinnentauwel er-- zeugt wird, sondern jene höhere, edler und rei nere Freude, von der unser unsiecblicherSchil, ler sagt, daß sie ein schöner Götterfunke, eine Tochter Elysiums ist. Meine Freunde! Ich heiße Sie Alle herzlich willksmmen zu drefeni Feste der Freude; feiern wir doch heute.das Jahresiesi des Tage?, an welchem eirrst vor 1800 Jahren erleuchtete Männer das Licht der Erkenntniß und der Wahrheit in die Welt sandten. Dabei gedenken wir aber auch un serer Waisen, und erinnern uns Desjenigen, der da sazte, was Zhr dem Geringsten dieser Kleinen thut, das habt Ihr mir gethan! In diesen Worten, meine Freunde! liegt auch der Geist dcS Chri'tcnthums, der ini ll>. Jahr hundert lebt, und dieser Geist, der Geist der Humanität, iil der echte und wahre heilige Geist. Ihr aber, meine Freunde! habt be vie sen, daß das deutsche Waisenhaus Euch an's Herz geu'achseu ist und ich bin überzeugt, daß Ihr dasselbe auch künftig unterstützen und stets die Menschenliebe im wahren Sinne des

Wortes üben werdet." Nachdem die Waisenkinder hierauf ein L>ed gelungen und der beliebte Gesangverein „Arion" unter Dilektion des Hrn. Edenveni den prächtigen Chor von Abl: „Die stille Wasserrose" mit richtigem Ausdruck vorgetra gen hatte, stellte Hr. Gustav Facius den ersten Festredner, den Ehcw. Martin KraN, vor. Rede des Ehrw. Martin Kralt. „Es sind gerade zehn Jahre rcrgangen, seit dem der „Dr. Marlin Lulber-Unlerstützungs» Verein" das erste Picnic ium Bisten des deut schen Waisenhauses veranstaltete. Ein Jahr zchend ist verflossen und das Waisenbaus, das im Jahre 18K3 sich eben erst im Keime regte, ist seither erstaikt und mächtig empcrgeblüht. AuS tiefstem Herzensgründe freue ich mich, daß ich alle meine deuNchen Landsleule hier um mich geschaarr sehe; sie beweisen Herne wie der auf's Neue, daß sie ein Herz für die Wai fen haben. Klein hat das Waifenhaus begon nen, so klein und veiborgen, wie das Veilchen im Wiefengrund, aber warme treue Herzen schlugen für die gute Sache und heute ist das Werk, das fo klein begann, zum Liebling des ganzen Deutfchihums der Stadt Baltimore geworden. Es ist ein herrliches Prinzip, das Ihr, meine Freunde, verfolgt! indem Ihr für die Unmündigen sorget. Erwachsene vermö gen sich selbst zu helfen, aber jene unmündigen Kleinen wissen sich wcdcr zu rathen, noch zu helfen. Habt Ihr jemals eine Mutier gesehen, die auf dem Sterbelager lregt und vou ihren kleinen Lieblingen fcheiden soll, ohne die Zu kunft derselben gesichert zu wissen? Ist es nicht herrlich, wenn man einer solchen Mutter noch auf dem Sterbelager die Sorge nehmen kann, indem man ihre Kinder in das Waisen- Haus bringt, wo den Vater- nnd Mutterlosen die Liebe der Eltern ersetzt wird? Leiser wa ren wir während der letzten Zeit nicht im Stande, alle Gesuche umAusnahme zu berück sichtigen uud mußlen Manche abweisen, aber sobald das neue Waifeuhaus erst fertig ist, wird diesem Uebclsiande abgeholfen werden. Drei Dinge sind es aber noch, die wir wün fchen: Ein Kops, der sür die Waisen denkl, ein Herz, das für die Waisen schlägt und das Mittelding, zwischen Kopf uuo Herz, welches fleißig in die Tafche greift. Lagt uns darum die heilige Sache unterstützen, mit ihr leben und mir ihr sterben." Nachdem die Kinder hierauf wieder ein Lied gesungen, stellte Hr. Gustav Facius den zweiten Festredner Eapt. I. R. Fellmann vor. Red e des Capt. I. R. Fellmann. „Ich gehöre nicht zu Denen, die leicht in Enlhusiasmus und Begeisterung gerathen, wenn ich aber heute um mich blicke und mich srage, warum sind denn so Viele nach diesem Festplatze hinansgewandcrt, so muß die Ant wort auch mit gerechtem stolz ersüllen, denn sie sagl mir, daß es ein edler Zweck ist, der so viele Besucher nach diesem Festplatze gelockt hat. Von jeher war es ein Charakterzug der Deutschen, das Angenehme mrl dem Gulen und Eolc» zu verbinden. Die Freude ist nur eiu Nebenzweck dcs heutigen Festes; wir wollen die WaisenhauSsache unrerstützen uud dieser edle Hauptzweck ist es, der uns hier zu sammenführt. Die ersten Gründer dcs Wai senhauses halte» mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und ern als oas deutsche Publi kum es aufnahm und es das „Allgemeine Deutsche Waisenhaus" wurde, blühte es em por und bildete seit jener Zeit eines der herr lichsten Denkmäler deutschen Wohllhaligkeits sinnes. Das gegemvärlige Waisenhaus an der Calvertstraße ist jetzt übersüllt u»d wir sahen u»s gezwungen, abermals au die Mildthätigkeit uu'cres Dcittschtbums zu ap pelliren. Da ww aber diese Mildthätigkeit kennen, so dürfen wir gelrost wagen, Ver bindlichkeiten einzugehen; wir wußlen, daß das deutsche Publilum uuS zur Seite stehen würde, denn es hat sich längst das Waisen- Haus zum Lieblinge erkoren; Jeder weiß, daß das Letztere eine Lücke anssülll, indem es die elternlosen Kinder aufnimml und sie körper lich und geistig erzieht. Ich bin üxrzeugt, daß daö Beispiel, welches die Denlichen Bat ilmore's gegeben haben, dazu beitragen wird, anch Anstalten für Kranke, Altersschwache n. A. in's Leben zu ruseu. Das Wichtigste bleibl aber immer die Erziehung der Waisen. Wenn wir sür diese sorgen, so verfolgen wir den Geist der Humanität. Laßt uns diesen Geist pflegeu und veredeln, cr ist die schönste Blüthe moderner Civilisation." Nachdem die Festreden beendet waren, nah men das Tanzen und die übrigen Vergnügun gen wieder ihre» Fortgang und hielten vis zum späten Abend an. Nachstehend lassen wir die Namen derjenigen Herren solgen, die sich auf der jtegclbay» Preise erränge»: 1. Hr. Ernst Heißncr Eiskühlcr; 2. Hr. Eduard Brandau ciu Porzellau- Seroice; 3. Hr. Heinrich Thiemeycr ein Besteck Mes ser und Gabel», Hru. Vonderhcide'S Prä sent ; 4. Hr. Louis Riebe! Messer und Gabel»; 5. Hr. H. von Heine einen Regenschirm; 6. Hr. H. Vonderheide eine Gallone Whis key, Hrn. A. Rechner's Geichenk; 7. Hr. Ruppert ei» B.lo: „Gen. Graut," Geschenk von Frau Rost; 8. Hr. Johann Kcltler eine Damentasche; 9. Hr. H. Johannes ein Paar Morgen schuhe, Hrn. Jak. Kistler's Geschenk; 10. Hr. H. Rohlfing zwei geschliffene Wein flaschen von böhmischem Glas, vouFrau Pfau geschenkt; 11. Hr. Johann Rost einen Kasten mit aus gestopften Vögeln, von Hrn. H. Johannes geschenkt; 12. Hr. A. Richter einen gleichen Preis, von Hrn. G. Facins geschenkt; Für die meisten „Alle Zehn" erhielt Hr. E. Heißner eine goldene Medaille. Da der Besuch dcs Festes ein zahlreicherer, wie jemals war, so wird der pecuruare Ersolg voraussichtlich ein schr bcsriedigender werden. Das Exekutiv-Comiie, welches sich mit deu Anordnungen die größte Mühe gegeben hatte, und dem daher die allgemeinste Anerkennung gebührt, bestand ans den HH. G. Facins, W. Eckhardt, Johann Locz, Karl Saazse, Ja kob jttstler, Johann Deisl, I. Vonderheide und Chr. Barrel. Folgende Herren vildelen das Platz.Comile; P. B.Acyscr, Karl Sachse, I. Kistler, C. Rolf, H. Seidenzahl, I. H. Goliaghorst, H. Camphaus, Chr. Brüssel, H. Kolle, I. Deist, I. Schmuck, Z. Drexcl, H. T. Singewald, H. Willgrase, F. Heim, Konrad Zeul, I. Philipps und Brauer. Die„Ha r m 0 n ie" seiene ihr Pfingstfest in Louis Muth'S altem Schützenhofe, der bei dieser Gelegenheit von Besuchern übersüllt war. Pros. Jungnickcl's Capellc liefcrle vor zügliche Conzert- nnd Tanzmusik und die „Harmonie" erfreute die Anwesende» mit dem Vortrage mehrerer Chöre, »nlcr dene» na- mentlich „Graf Eberstem," „Mein Herz ist im Hochland," „Alpennacht," Frühling uud Liebe/' „Die Hoffnung" und „Wer ist unser Mann" hervorzuheben sind. Auch die Mit glieder anderer Gesangvereine hatten sich zahl reich eingesunderi, am Stärksten waren der „Germania-Männcrchor" und der „Lieder kranz" vertreten. Das Arrangements-Comite, welches die Vorbereitungen mit großer Um sicht getroffen halte, bestand aus den Hp. H. Hesse, H. Fischer, A. Wambach, R. Meis lahn, H. Fethe, A. Bicledors und A. Groß. Im SÄützen parke an der Bel a ir- Road wurde es erst bei'm Hereinbruch des Abends lebendig. Während des Tages hiel ten sich die Mitglieder der Schützen-Gesell schaft zum größten Theil aus dem Platze der Frau Rost auf, und erst als die Dämmerung ihre Schierer über die Erde aukbreuete, bega ben sie sich hinüber in ihren schönen Park, um den Abend in stiller Ruhe nnd Gemüthlichkeit zu verleben. Von lauter Fröhlichkeit merkte man hier sehr wenig, nur im Bauketttaale, wo Prof. Winler's Mustkcorvs lustige Tanz melodie'n erschallen ließ, herrschte ein beiteres Leben, und die junge Welt schwang sich an mmhlg und graziös im itreiie. Die älteren Mitglieder der Gesellschast zogen jedoch vor, in den Laubgängen dcS Parkes ans und nie der zu wandeln, und schwerlich toiime mau gestern Abend einen schöneren und trauteren Ausenihalt finden, als ihn der Park gewährte. Die Blätter der Bäume rairschren leise im Winde, und ihr Rauschen erklang wie ein Mährchen, das von den herrlichen Festen er zählte, die im Parle abgehallen wurden. Aber nur Diejenigen, welche bereits zu der Gesell jchast gehörten, als sich dieselbe noch im Keime besand und mit derselben emporgewachsen und älter geworden sind, schienen das geheimniß volle Rauschender Bäume zu verstehen. Dann und wann nur erklang ein Ton uuS dem Tanzsaale hinüber zu den einsam zwischen den dahin Wandelnden und trug dazu bei, den Zauber zu erhöhen. In den Speise-Zimmern standen reichge schmüctte Taseln, an denen sich die Schützen mit ihren Familien niederließen und den von dem Verwalter Hrn. I. R. Elbring ausge tiichten airSerleseueii Speisen tapser zuspra chen. Manches lobende Wort wurde dem tüchtigen Verwalter gezollt. Erst gegen Mit ternacht verließen die letzten Beiucher den Schützenpark. Zm Parke der „W e st - B al t imo r e r Schützen wurde der Pfingstmontag nach ächt deutschem Brauche verlebt. Schießen, Tänze, Äcgetn, Lustwandeln und andere Ver gnügungen nahmen den Nachmittag bis S Uhr AbendS in Anspruch. Capt. Schäfer's Äapelle setzte die Tanzlustigen in rhythmische Bewegung, und der coulante Oekouom Hr. Hertel kredenzte den vollen Lecher mit unwi derstehlicher Grazie. Alles war heiler und froh. Eine bedeutende Rolle spielten die Schießübungeli, die lolgeudeS Resullat hat ien: 1. Preis W. Förster, 2. Ch. Otto,:! I. C. Schramm, 4. H. Winddlf und 5. C< koß. Die Kegels reife erhielten folgende Herren: 1. Gottschalk 1 Thee-Service; 2. Kuukel 1 Standuhr; 3. W. Struth 2 Sophakifsen; 4. Linkerl ditto; 5. I. Peters 1 Dutzeno Messer uud Gabeln; K. Meist-r 1 Damenta'che; 7. M. Conradns 2 Sopdakifseii; 8. C. F. Kör ber 1 Teppich; 9. Gerwich 1 Theeurue uud 10. C. Slüilb 1 Portemonnaie. „Baltimorer M e tz ger - Ver c i n Nr. 1" beging sei» jährliches Picnic im „Darley-Parke." Die Mitglieder des Ver eins rillen Mv'gens um 9 Uhr unter der Füh rung des ChcfmarschallS Hrn. PH. Müller, dem die HH. N. Tigges und I. Hübner als Hülfsmaifchälle zur Seile standen, von dem Lokale des Hrn. LouiS Weber am Cenlre- Markt hinaus nach dein Festplatze. Voraus fuhr Pro'. Winler's Musikcorps in preußi jcher Uniform. Nachdem man im Parke au gelaiigr war, spielte das Mnsikcoips bald lu stige Weisen, Alt und Jung zum Tanz auf fordernd. Während des gauzenTages herrschte die allgemeinste Fröhlichkeit, und erst spät am Abend nahm das Fest ein Ende. Folgende Herren bilden das Arrangements - Comite: H. Müller, G. Schmidt, N. Tigges, H. Jä ger, E. Jäger, I. Schmidl, I. Friedrich, H. Kamm, I. Grimmel, G. Schmidl, jun., F. Vopp. E. Haafe, W. Haafe, P. Göbel, A. Thaler und W. Wilhelm. I m „G r e e n w o » d - P a r k e" fand das Jahres-Picnic der ersten deutschen vereinigten evavgclifchen St. Paulus-Kirche und Schule statt. Die Kinder versammelten sich bereits Morgens um 7 Uhr in dem Schullokale an der Easiern-Aveuue und marfch'rteii vou dorr mit Capt. Hoffmanii's Musikcorps au der spitze durch die Washingtonstiaße, Canicn- Aveuue, Bond- und Gaystraße hinaus nach dem Parke, hier angelangt, amüsirten sich die Kinder mit verschiedenen Svieleu und tru gen unter der Leiiung des Prof. Laux meh re»e Lieder recht brav vor. Da« Fest-Comite bestand aus deu HH. W. Bi'chof, G. Em ling, I. Diftler uud W. Westermaun. Die Schule zählte zur Zeit 435 Kinder, welche vou den HH. Laux, Dorjchell und Foppe in deut scher und den HH. Brown und Crumbliug in englischer Sprache unterrichtet werden. Der „Lützow - Buud Nr. 8" des „Deutschen Ordens der schwarzen Ritter" hielt gestern im Hönervogt's Parke in High laudtown sein erstes Picnic ab, welches Nichts zu wünfchen übrig ließ. Früh 8 Uhr ver sammelten sich die Ritter iu voller Uniform in ihrem Versammlungslokale, Ecke der Ba»k uud Bondstraße, und fuhren von hier ans unter Borantrill von Capt. Ziegler's Mustk corps den deutschen Kaiser (Hr. Carl Hutz) mit Gefolge zu Pferde und den Herzog Kuno in ihrer Mitte in Kutschen durch verjchiedene Straßen nach ihren Bestimmungsort. Un terwegs wurde der wirklich imposante Zug von den Bolksmasscn, welche sörmlich Spa lier bis zum Höuervogl'schen Parke gebildet hatten, mit lauten Beifallsrufen begrüßt' Während des ganzen Festes herrfchte die größte Ordnung, und war diefes hauptfächlich den umsichtigen Mitgliedern des Comite's zn ver danken, welches aus folgenden Herren bestand: Conrad Dnlong, loh. Schuchard uud Carl Eßlinger als Marschälle, sowie die HH. Kreutzer, Tillmaun!., Tillmann!!., von Barth, Hohmaun. Norberg, Freibcrg, We ber, Höneroogt, Quarlh uud Der „Lützom.Buud Nr. 8" besteht jetzt ungefähr IH Jahr und zählt bereits 150 Mitglieder. Oer Prozeß gegen EharleS M.Hen derson, der Ermordung des Dr. Merryinan (sole angeklagt. Gestern Morgen begann im hiesigen Crimi nalgerichte der Prozeß gegen CharlesM. Hen derson, angeklagt, am 6. Januar 1872 den Dr. Merryman Cole i» der Ossice des Letzte ren a» der Exelersttaße ermordet zu haben. Eine große Menschenmenge drängte sich vor und in dem Äerichtssaale, als der Letztere er öffnet wurde. Gleich nachher wurde der An geklagte, ein kleinerMann, mit dunklem Haar, kleinen Augen, dünnem hellen Schnurrbart und sahlem Gesichte auf den Anklagestand ge sühn. Henderson war einfach mit ichwarzem Rock, weißem Hemde, blaurothem Halsruche und grauen Hosen bekleidet. Er setzte sich ru hig uuo anscheinend gesaßt nieder, verfolgte aber mit Ausmcrksamkeit die Verhandlungen, sobald dieselben eröffnet worden waren. Di: Zeugen befinden sich sämmtlich zur Stelle; es sind darunter uugesäor 12 Frauenzimmer. Nachdem Alexander Abboll, J.itaussmon, George C. Patrersoii, ChaS Clissert, S. D. Speuee, M. Hnssey, W. H. Clissord, I. F. KearnS, Geo. Ackerman, P. H.Zimmisch, G. W. Bradsord uud einige Andere aus verschie denen Gründen abgewiesen oder cul'chnldigt worden waren, wurde das Geschworenen-Ge richt aus solgende» Personen gebildel: Jamcs Eusor (Oomaun), George Äilault, E. R. lennings, Gustavus Burgher, I. M. Alden, James S. Stevenson, jun., Chs.M. Gordon, Geo. R. Berry, Chas. F. Habbecaus, John Myers, George H. Houck uudWm. Anderson. Die Verhaudliinzeu nahmen ohne Verzug ihre» Forrzaug. Der Staatsanwalt A. Leo Ruott legre der Jury die Anklage vor: Dr. Meriyman Cole wurde am K. Januar 1872 ermordet. Das Hauptgeschäft dcS Letzteren bestand darin, Wohnungen an arme Leute, namentlich Schwarze, zu vermiethen nnd da sür die Miethe wöchentlich einzuziehen. Man sand Cole todt in seiner Office, sein Schädel war mit einem Beile zerschmettert. Er schien in dem Augenblicke ermordet worden zn sein, alö er einen Mielhsempsangschein sür C. M. Hcuderion, den Angellagten, ausgestellt hatte. Der Staatsanwalt schilderte den Angeklagten hieraus als eine» gcldlosen Vagabuuden, der eine Zeit lang mit Mollie Love, die nicht seine Frau war, 1» einem vo» Dr. Cole gcmrethe ien Zimmer zusammen lebte. Heuderson wur de Anfangs auf Vervacht hur verhaftet, indeß wieder freigegeben, wurde aber seitdem sorg sam überwacht. Das Frauenzimmer, in des sen Hause Hendcrsou später mit seiner Mai tresse logirte, wurde überhört, als es dem Angeklagten vorwars, Dr. Cole ermordet zu haben,woraus derselbe erwiederte, daß weuu er es gethan habe, eS geschehen sei, um ihrßrod zu verschaffen. H. wurde sodann wiederholt arrelirl und ein dem t)r. Cole gehöriges Beil wurde in seinem Besitze iu dem Hause, wo er später wohnie, gesunden. R. E. JoncS, AnivaltjdeS Angeklagten, er wiederte in wenigen Worten. Man solle ge gen den Gesäugen?» kein Vorunheil hegen, weil er arm sei. Dadurch dürse und müsse man sein Leben nicht gefährden. Er kam im Sommer 1862 von Süd-Carolina iillch Lal limore. Ein wohlmiiterrichtetcr, harmlos ge sinnter Mann, war sein Geiuuohcltözuslaud doch der Ärt, daß er nicht »»unterbrochen sei nem Geschähe (Heuderson ist Buchdrucker) sol gen konnte. Das nötyigle ihn, andere Be jchäfligunz zu suchen, uud so war er unter Ander,» im Sommer mit dem Krebs- uud Fischsange beschäftigt. Daß er unehelich mit einem Frauenzimmer (Mollie Love) zusam uieulebie, sei allerdings tadelnswerih, sollte ihn aber keinemVoruriyeile aussetzen, während er wegen Mordes prozessirt werde. Die Klage gegen ihn sei daö Werk oec Mollie Love uud de» Frauenzimmers Smith, bei der Henderson zuletzt wohnte nud mit welcher er in einem bittern legalen Streite lag. Die Vertheidi gung weroc darlhnn, daß das bei Henderson gesundene Beil nichl daö Cole's war, sondern sich schon lange vor dem Verbrechen in Herr derson'S Besitz besand. Es seien andere Mie lher des Dr. Cole da, die gegen ihn einen Ue sen Haß hegten und da alle Beweise gegen H. rein circumslanlicller Natur seien, so muffe die Anklage über alleZweisel hinaus seine Schuld nachweisen. Es müsse dargerhan werden, daß er das Verbrechen begangen haben möchte und es ziemlich sicher sei, da» er der Schuldige sei. Die dem Hcndeison untergeschobene Selvstan klage weise die Anklage zurück. Henderson habe einsach gesagt: „Wenn es nicht wegen Deiner gewesen wä-e, würde ich Niemals in Dr. Sole's Hause gewesen sern!" Die erste Zeugin war die Farbige HestcrDi xon: „Woh.ite 21 Jahre lang in der Dallas- Slraße, kannle T-r. Cole; erinnere mich dcs Mordtages: ging nach seiner Ossice, um Arz nei für mein Rind zu holen; klopfte an die Thüie, erhielt aber keineÄnrwon; es war kurz nach t! Uhr; der Dokror lag, ivie Zeugin durch das Fenster sah, auf dem Fußboden; lies :hu drei Male on, erhielt aber keine Antwort. Rief einem vorübergehende» Manne zu, den Tot tor zu rufen, erwiederte, ich möchte es fclbst thuu, trat ein und hob den Kops des Doktors rn die Höhe, derselbe schwamm in Blut, sagte: „Mein Gott, Jemaud hat deu Doklor crnior del!" Schlug sogleich Lärm; die Lampe stand unter dem Fenster nahe dem Contobuche des Doktors." Frau Minocha: „Ging am Abende des Verbrechens nach des Doirors Osfice, nm ir>m Mielhe zu zahlen; FrauKennedy war bei mir. Es war, wie ich glaube, nahe 7 Uhr; eiu Wann trat ein und frug, während ich zahlte, wie viel Uhr es sei. Der Doktor saß nahe dem Tische, mit der Lampe vor ihm. Der Mann sagte, erwürbe wieder zurückkommet!." Krenzsrage: „War 9—lo Jahre eiue Mie therm dcs 4)r. als ich meine Quittung erhalten, ging ich weg, der Mann, welcher nach dex Zeit frug, war allein, kannte ihn nicht, erinnere mich nicht, jemals de» Ange klagten in Dr. Cole'S gesehen zu ha den." Polizeimarschall Frey: „Fand, als ich in Gemeinschaft mit mehreren anderen Polizisten das Hans beiral, Dr. Cole todt in seiner Of fice. Verhaftete am folgenden Sonntage Hen derson, der erklärte, dan er am Abende deSVer brechen« nicht südlich vom Bclair-Malkte nahe der Exetcrstraße gewesen sei. Headerjo» wurde wieder sreigegeben. Zeuge und Andere spürten inzwischen nach dem Thäler. Hen derson wurde am 4. Mäiz abermals verhaf tet, aber aus Ruth des Staatsanwaltes frei gegeben. Am 21. Sept. war mehr Zeugniß da, und Henderson wurde auf's Neue arrelirt. (DemZeuzen wurde cin Diagramm desLokales in welchem da« Verbrechen begangen wurde, gezeigt, welch-s dieser als correkt bezeichnete.) Zeuge gab jodann Ausschlug über die Lage der Leiche. Zeuge sah, daß das Conto-Buch ossen vor dem stuhle auf dem Tische lag, an dem Dr. Cole gesessen hatte. Es wies eine offen: Rechnung nebst Conto mit dem Namen Hen dcrwn's nach. Der Staatsanwalt erbot sich, das Conto- Buch und die Rechnung vorzulegen, aber die Verlheidiguuz erhob Einwand. Sei es der Zweck, ein Motiv der That nachzuweisen, jo se> das Zeugniß nicht zulässig. Die Rechnun gen silid von dritter Hand geschrieben. Schon im Whanoir-Prozcsse sei entschieden worden, daß solche Eintragungen, es fei denn, daß die selben gegen das Interesse des Ausstellers fei en, zugelassen werden könnten. Hr. Kuott erwiederte, daß man kein Motiv, sondern nur einen UmstandsbeweiS darthun wolle. Hr. Jones bezeichnete dieies als unzuläs sig. Man töiiue aus dem Umstände, daß ge rade Rechnung und Eonto Henderson'S offen gelegen Valien, keine Schuld folgern. Der Wind hätte eben so wohl eiuVlatt umschlagen können u. f. w. Das Gericht ließ trotzdem die Vorlage zu; die Jury habe darüber zu entscheiden, ob es ein UmllandsdkmciZ sei oder nicht. Zeuge Frey sagte jetzt weiter auS, daß auf dem offenen Buche zwei Rechnungen, eine ge gen Henderfon, die andere gegen Frau Hub oard, gelegen hätten. Bon der Veriheidigunz befragt, erwiederte Zeuge, daß das offene Eonto auch den Namen des Daniel James mit einer langen Rechnung gegen denselben enthalten habe; Zeuge hielt damals Henderfon, als er verhaftet war, nicht für den Schuldigen; forschte nach andern Per ionen, um den Thäter ausfindig zu machen; Dr. Eole'S Office befindet sich südlich vom Markte; als Henderjon verhaftet wurde, sagte er, er fei eiu Buchdrucker, komme von Süd- Carolina und habe für Cox gearbeitet, fei aber zur Zeit auß.r Arbeit; er benahm sich, als ob er getrunken hätte; H. wohnte damals an Lowstraße, nabe dem Belair-Markle, über ei nem Bierjalou; er wohnte dort gleichfalls am 4. März, als er wiederholt verhaftet wurde; als er zum dritten Male festgenommen wurde, wohnte er anspriug-, nahe Goughstraße, und hatte einige Sachen in French-, nahe Consti tutioustraße; Zeuge fügie hinzu, daß man ei nige Müh: hatte, um ihn zum drittenMale zu finden. Geheimpolizist Pontier: Begab sich am Sonntag früh, am nächsten Tage nach der That, nach der Office des Dr. Cole; verhaf tete Henderson am 4. März und abermals am 21. Sept. Zeuge erzählt, daß er zwei Tage lang den Ort bewacht habe, wo Mollie Love wodute und arbeitete, ehe es ihm gelang, Hen derfon in deren Gesellschaft zu verhaften. Frau Smith jagte zu Zeugen, daß sie ein Beil oder eine Axt gefunden habe, und übergab imr die selbe. (Lie Art wurde vorgezeigr und als die identifizirt, welche Zeuge von Frau Smilh er halten.) Zeuge jagte weiter aus, daß das Coulobuch lyn zuerst auf Heuderjon geführt habe, sah den Namen des Daniel James nicht, war auch nicht bei der Eoroncrö-Unlerfuchung zugegen. Die Vertheidigung versuchte jetzt, die That fache zu zeigen, daß der Geheimpolizist nichl anderm gegründeten Verdachte nachgespürt habe und wünjchle zu wissen, ob Zeuge die vor dem Eoroner abgegebenen Testunouia gelejen habe. Staatsanwalt K»ott erhob Einwand, und die Vertheidigung zog die Frage zurück. Zeuge theilte ferner mit, daß er mehrere Ver dächtige verhaftet, aber wieder freigegeben ha be; weiß nicht, ob dieselben über ihre wieder holte Arcetur ungehalien waren, oder nicht; nimmt das Letztere an. Dr. Spicer, der Coroner, schilderte jetzt den Zustand der Leiche. Es besande» sich zeh» Schnitt- uud drei Bruchwunden am Kopse uud Nacken; eine der Letzlern befand sich über dem linken Auge, eiue üver dem rechren «wei lenichelielbeiii; der zerbrochene Schädel hatte ein« Zufammendrückung des Hirns veranlaßt uud dadurch war ohne Zweifel der Tod veran laßt worden; Z'ugc hat keine Idee, cb der Doklor stand, oder saß, als er den Schlag er hielt; es schien, als ob der Thäler hinter ihm, etwas zur Seite gestanden hätte; die Bruch wunden konnten mit einem stumpseu Instru mente ihm versetzt worden sein; die Schnitt wunden waren möglicherweise durch ci» Beil ihm zngcsügt worden; sie warc» einen halbe» bis dreiviertel Zoll lang; möglicherweise sei das vorgezeigte Beil das Mordinstrumeut ge wesen; die Schnitte waren bloße Fleischw.ir deu; die Bruchvciletzungcu Uesen mit cinigm derSchnittwundcu zusammen; ciuMesser halte den Schädelbruch nicht herbeisübrcn löunen, es sei denn, daß der Schlag mit großer Gewair geführt worden sci; Zeuge glaubt nicht, daß der Bruch durch dasselbe Messer Halle Herbei geführt werden können, das die Schnittwun den veranlaßte; die Bruchwunden feie» wahr, scheiiilich eine Folge drr Schläge, die mit der stumpfen Seite dcs Beiles geführt worden; der erste der Brüche mag sogleich eine offene Wunde veranlaßt haben. Durch die Vertheidigung: Zeuge glaubt, daß das vorgezeigte Beil eine größere Schnitt, wunde veranlaßt haben würde; es würde kei ne so scharfe glatte Wunde veranlaßt haben; es sei an den Wunden nichts Gehacktes gewe sen; mit diesem Beile hätte man möglicher Werse einen schärfen Schnitt machen können. Die Vertheidigung wies das Beil der Jury, um darzuthun, daß dasselbe „rauh und schar tig" war. Zeuge suhr sort: Ei» Schuhmacher-Ham mer hätte einen solchen Bruch herbeisühren können, aber schwerlich ein Schuhmacher-Mes ser; ein Anitenlmesscr oder anderesJnstrument möge die Schnitt- und Bruchwunden veran laßt haben; sah keineContusionen; er» Schuh macher-Hammer hätte Beides, die Schnitt- und Bruchwunden, herbeigeführt haben kön nen; mit einem starken Schlage hätte das Beil einen reinen Schnitt machen können. Wenige Minuten vor l Uhr vertagte sich das Gericht auf eine halbe Stunde. Um 20 Mi nuten vor 2 Uhr trat dasselbe wieder zusam men. Dr. ZeateS, als Zeuge aufgerufen, wurde nach der Ermordung des Dr. Cole herbeige rufen, um die Leiche zu besichtigen; fand Dr. Cole tsdt in seiner Office; untecsuchie die Wunden, welche aus Schnitten und Brüchen bestanden. Die Schnitte waren rein und könn ten mit einer kleinen Axt gemacht worden sein. Zeuge habe ost stumpse und gezackte Instru mente gesehen, die einen reinen Schnitt gemacht hatten. „Frau" Stephens, Wohne an der Lowstr.; der Angeklagte wohnte bei ihrer Mntter im Hinteren Zimmer des zweiten Stockwerkes. Hörte, daß Mollie Love und der Gefangene mit einander sprachen; hörte, daß Henderson sagte: „Ja, sei verdammt; ich ermordete Dr. Cole für Dich; Du warst bie Äeraulassuug, daß ich es that!" Zeugin Mutter Hörle dieses, ging oben in's Haus und sagte zu Henderson: „Charlcy, nimm Dich inAcht, was Du jagst." Henderson erwiederte: „Ich gebe keinen Ten sel (>l!iii»>) darum, ich ermordele Dr. Colesnr sie!" H> kam im Mär; nach Zeugin Hause. > Durch die Vertheidigung: Zeugin ging in einem Replevin-Falle gegen ihre Mutter, den der Gefangene hatte, vor den Friedensrichter; machte dort Aeußerungen ge gen Henderson; Zeugin leistete den Eid, ans welchen hin Heuderson arrelirt wurde. Mollie Love sagte, daß sie irgend Jemanden lödteri würde, der Henderson in'S Gesängniß brächte; sagte niemals zu Kate Campbell, daß -ch es bedaure, Henderson's Ärreti'r veranlagt zu haben; Zeugin ttt nicht vcrheirathet; sagte daß ich Henderson an den Galgen bringen würde, wenn ich es könnte; sagte, sie (Mollie) wisse genug über Henderson; beredete zu keiner Zer! Mollie, den Angeklagten zu ver lassen und zn ihr z» ziehen; Henderson und Mollie gingen ungesähr um 7 Uhr am Abende des Mordes die Straße liinunier; Henderson sagte, er werde etwas Geld haben, wenn er zurüitkomme und seine Schuld zahlen; er kam zurück und bezahlte uns gegen 9 Uhr Abends. Der Geuchrshos vertagte sich hierauf bis heute. Der große Londoner Howe'sche Eir kns und >Sängcr'S Menagerie ans Europa geben au den letzten vier Tagen dieser Woche aus dem Belair-Marltplaye Vorstel lungen, nachdem sie von Harnsburg über Manchester kommend, am Dienstage in Toni> sontown gastirt haben. Uns liegt eine Num mer des Harrieburger „Patriot" vor, in wel . eher Hr. Meyers, der Congreßabgco,rdnelc, dem Howe'schen Etabkissemeul einen, es scheint, verdienten Lobartikel widmet. Was dasselbe vor allen anderen dieser Art auszeichnet, ist die große Zahl der dressinen Thiere, mit denen Vorstellungen gegeben wer den. Fünf Elephanten machen verschiedene Kunststücke, bauen Pyramide» n. s. f.; vier bengali'che Tiger springen durch Reisen und zeigen noch andere Leistungen der Dressur. Das Bereiter. Personal ist frisch von Europa importirt und soll alles bisher Gesehene übertreffen. Aus Eleganz der Ausstattung des Ganzen und Vollständigkeit der Eiurich tung sind bedeutende Summen verwandt; so kosten die beiden, in dem großen Umzüge figu rirendcu vergoldeten Triumpfivagen «25,(W0 jeder. Das Etablissement repräsenrirt im Ganzen einen Werth von 5750,000 und kostet räglich 51500 zu unterhatten. Morgen früh !> Uhr hall das Howe-Sän ger'iche Etablissement seinen er neu großen Umzua vom Velair-Marltplatze aus folgender Route: Formt - Straße, Greenmounr Ave nue, Eagec-, Caroline-, Baltimore - Srraße, Broadway, Banl-, Exeter-, Lombard-, Gay., Baltimore-, Fremont-, Saratoza > Strage, Peiuisylvania-Avenue, Dolphinstraße, Druid- Hlll-Avenue, Townseud- Straße, Madison- Avenue-, Madisonstraße und Avenue nach dem Belair-Marktplatze zurück. Am Freitage erfolgt die zweite und lctzte Pa. rade. Täglich finden zwei Vorstellungen, Nachmittags und Abends 7 Uhr, statt. Der „lunqc Männerchor" wird seinen erste» Dampsboot-AusslugSonn lag, den «!. Juli, nach Monumental Fishing- Grove machen. Schriftliche Angebote für den Schenk, Eß- und Conditorstand werden bis heute, den 3. Juni, im Vereiiielvkale bei Hrn. E. Herold. Ecke der Fayelte- uud Eaualstraße, entgegen genommen. Der „Germanin Männerckor' hat auf heute Abend ein Garten-Conzert sür seine Mitglieder veranstaltet. Bei schlechtem Wetter findet das Eonzert in der Halle statt. In der „Meaynnicö - Halle" findet Donnerstag, den 5. Juni, eine große Volksversammlung statt, zu welcher alle Bür ger, die ihre persönliche und Gewerbefreiheit durch die jogenauule Tempereiiz-Pariei be droht sehen, eingeladen sind. Wegen des Näheren verweilen wir auf die betreffende An nonce. Der Danienvereln der evan arlisch - lutherischen lakobus- Kirche nimmt zur Zeit den Ausverkauf der oou der letzlen Fair der Gemeinde übrigge bliebenen Gegenstände in dem Schullokale, Ecke von George- und Ogstonstraße, vor. Eine reiche von Kinderkleidern, Stickereien, Spiclivaarcn :e. wird billigst ab gegeben werden. Erfrischungen aller Art! Eintritt frei. Siehe Anzeige! Die Ndtheiluiiq 18-5 ÄundeS" feiert Montag. den 9. Juni, ein großes Pienic in Höhnervogt's Garten in Highlandlowu. Die <stept»anns-Schule hält Dienstag, den 10. Juni, ein großcs Pic» nie im „Greenwood-Parke" an der Belair. Road ab. Korrist. wie aus den Anzeigespalten erhellt, Candida! für den Staats- Senat ans dem 2. Gefetzgebuugs- Beziike. Se't vier Jahren war er ein volles nnd dem Fortschritte huldigendes Mit glied des zweiten Rathszweiges. nnd seine Kenntnisse als Ädvokai besäßen ihn beson ders zu einem Sitze im Senate. VS" Herkers Karina ist ein deli kaler Nasrungsartikel und eine herrlichc Ta'cliierdc. (Mai ZI. 2 Wie, 4. MI" Als Blut uud Säste reinigendes Mmel ist das Karlsbader «prudel- Salz unübertrefflich. Dasselbe wiid von vielen Aerzten gegen UnVerdaulichkeit, Kopf, schmerzen, Mangel an Appetit uud alle Uebel, welche aus Unordnung des Magens oder der Leber entstehe», angewendet. A. Vogeler KComp. sind die Agenten für Amerika. tSI-1 Äveiiii Jcmanv eine Flasche Whiske», haben will, so soll er sre lausen und männlich Heini lragcn, nicht aber mit ei ner Flasche „Bittern" oder „Cordial," nach Hause schleichen und vorgeben, es sei Medi zm. Wenn er ein Tonicum haben will, das etwas Besseres ist, als ein zeitweises, ansre geiide» Mittel, so sollte er sich eine Flasche peruvianüche» Syrup (ein eisenhaltige« To nicum) holen; das wird seinem Blute neue Lebenskraft, dem ganzen Systeme dauernde Kräftigung verleihen. (l3t-C) LS" Auf dem Picnic des „A llgemei neu deutschen Waisenhauses" in Rosi's Hai» ward gelter» ein Körbchen nebst Inhalt gesunden. Der Verlierer er hält es, wenn er die Sachen beschreibt, in der Exp. dS. 81. wieder. <Äprll2l,l2l>!tc,i a.T.^.im.W) KCo., und Bratwurstmacher, Wurftcheii stclg tin Etablissement an der verlängerten Pennsyl vania-Avenue, vk'irktstände : ?tr. 3<>, tr-mre-, K 5. Hanovcr-, für andler nnd (5 viisliine >ltcn! Sk». »»5 ?«»?, Veixüizivi»-, (Mrzl>t,lJ,j.p.) dem Dlorkte Hinüber. Amtliche Briesiistc. Z! a t ti m or k, 2. Juni I^7!. ! !?>. Foftmcier, sei»», ! ültltzu, , GivlZ, Ädam, I?. Mttllcr. Wild,!«, 11. ivuillhcr. . I Roftnidü!, !>). Saav, ytio» L? M>i>»«iu>i. »r ? 11. Ülüwcl,Ä . 2Z Wich. i«>Niich. 12. Möhler, Wiih, ! (t62> A. W r«n»iio», Pcstm- Börsenberichte. Berichtet von Wni. Kisker Söhnen, Nr. 32, Southstraße. Ang. Verl. Aug. Bcrl. Gold I!7X ll?)i SentOJü r, 42 - Ä. Et. s.?yr - Ma>K S!» 2. - «4» '«>,'> . - St Puls «ui»n 2,.'. iöl''!? .. .12! 12Ällo .>ni Bcri Ä. Lt. — Hid Feu «ers -tX 4 Md»ir 'LZ l(-7 Howard Vcrs >i 7 Bo Nr a1t,... U7>j Mcr n M-Uerl d Bu'ieiiii 9"!« Ba zr, «Nock O "»'K7 — W jiaZrJlitt ».'>>» II « U T?!!'» !>s',' Balio KrCtnlOhio'iil. «alt» i!r 1« M 97?» <!< »r2.g'!i<l "7 Äulto >ir IliiZ. IM »i Volt» «r IM»..!»!« SMt>!rZ.ZuZ',7 '<«>« »ranklm Bank ll 1! Ot?«U»Äu7r - ««' öow Bant.... 7 »»j — MiichiSanl McHßank.... 12 BüoBIiSÄS _ Z. V/ai Lcnk Äi — Vatto O'X b 1?» !>r:n» R «. 6. .M. !ver. ? >2". . S.Aler, tl'!>» , » 11«^ <> . ILLöcr tl«>, » - » neu 119 . . t«6?«r 121-. » » ISKSer iL» . IS.iger il» B. St.neue i> per Sent ll^ ültissvuri ker !'>X Hin. und Et. Joe D>hr.. - » . X ig.?Upens . ' X SoiiLo.»» . . i'^i . » De>errei> NX >!cn Irc! !> Paci fjc »iir. ... Is>?i 4l Ä-r. St. Exarch 7il^ ivierioants' Union i!rere° >i< «iev.. «01. ä. Z. T N -A. E-ntril Äivcr R. R itric ~j, riri? RaUrsad, Pre> d 71 ' . Scrip Illinois Zentral Ii Ii» Rew-lerseii Zentral R ll », Tlcvcillnc ck Piusdurg R » Priorität Rock-SZland . !«>, Mil, und St. Paul ... . ötX Mii. und St. Paul, Prelcr't 7^^ Toledo und Wabzjh B?kt >fo Wagne Ohio und Mlssnlipt ttiehr^ Kautel,bacsi'o ?i nxx.v »VN Ii 11, eiuc vc<ictat>linchc rciinql und vir! bcill n dc, .^al)nuclichl» und iinldcn d>c !llti;'uipfint liillkit dcr.-jal.nl gcgcn Tcmii.'ralinwcchsu. Ä!S vor- sic sich j-r dci >?cpr iN t>en «'.rrn .-jahnürzt»n (i^edr.l2,l3. Eise» ttl'S B!»t! Der Peruvianische Syrup, eine unver änderliche Lösung des Eisenoxridnls, ist so zusammengelebt, dag er die Eigenschaften ei nes leicht v« baulichen und dem ölitte so leicht, wie die einsamste Speise, üch einverleibeudeil Nahrungsmittels hat. Er vermehrt dieMen. ge des eigentlich natürlich belebende» Stos ses, des Eisen« im Vinte, und beilt „taiisend Uebel" einfach dnrch Anspannung, Stärkung und Belebung deö Körper; das bereicherte und belebte Blut durchdringt jeden Tdeil des ZiörpelS und verbessert Schaden nnd Lerlusie, ncht die krankhasten Ausscheidungen aus und überläßt der Krankheit NichiS zur Nah rang. Dies ist das Geheimnig der wunderbaren Ersolge dieses Heilmiuels in der Heilung von Vcidanungsschwähe, Leberleideu, Wasser, sucht, chronischem Tuichsalle, Gelchwilren, Nervenleiden, Frösten nnd Lieber», Perlust der Körperkrast, N'eren- und Blalenklanhei ten, Frauenkrankheite!, nnd allen den Kraul heiteii, welche ans cinem schlechten Anstände ves Blutes entspringen oder von Schwäche oder einem Schivächezusrandc des Gesaiiinit körperS helkommen. Da er vcllstäudig frei von Alkohol in irgend einer Horm i», so folgt leinen krästigenden Wi.kungen nicht ei ne entsprechende Reaktion, sondern sie sind bleibend und verleihen allen Thülen des Kör. perö jirast, Stärke, neues Leben. Tausende sind durch den (Äel'ranch dieses Heilmittels an« schwachen und kränklichen tye'chöpsen in starke ui d gesunde Menschen verwandelt worden. Schwache Personen sollten ohne Zauocru dies Heilmittel veu'u» chen. Man sehe darauf, dajj jede Flasche de» Namen „Periivianischc!« S'.zrup" im Älase eingeblasen trage, Vroichare Irrt. »srth AZ. Fotvle tt Söhne, Eigen thümer, Nr. I. MM>>ii-I<U>,'t, Voilan. Nur 'ZU (TctttS pro Flasche. Ek» befördert drn Wuch», erhiilt di? Farbe und vermehrt die Stärke und Echänlzeit des Aaurrk. Des Weibeö Schmuck ist das H'Nln. LylNl'ö kAvnl?.'.?,'? I!» j , Z... .1.« , H l! ist! !! ' ö Magnolia - Balm. klaren, schneeigen Teint, jugendlichen Heiz und Schönheit. In jeder Avothklc und in allen zu »a. den. Tevol Ar, S,!, Parl.Pluce. 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