Newspaper of Der Deutsche Correspondent, May 1, 1873, Page 1

Newspaper of Der Deutsche Correspondent dated May 1, 1873 Page 1
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F. Naine, Herausgeber. Spezial - Notizeu. Baltimore Fjrc Insuraace Bskice, Südwest-Ecke von South- und Waterstraße. Gelelllchastv-ifiche't fortwährend gegen «>r 1 ,ob i Lchaoen durch Braud-rngtack fowo!»! in der s aor wie im Lande, alle «rttn von Eigenthum, Aobn-, Laden- und Waarenhauier, lsguter, Möbeln, Haus - Geräihichuicii. lm «aa begriffene oder im Haien in Ladung befiud ilche Fahrzeuge u. I. w. Das Dlrcklorium bestellt aus folgenden Herren: Wm. «.Harrison, Pr-sitent; «e°. R. H v. »avft. David Ä. Wiifan, T Robt. Jofiah Penningtou, Morton -tsw-.rt, »rancis T. «mg, Rewcomer, 8-mv E n-11, Orville i'vrmiz. K' s Sttuar!. W. D Taylor, Wm. H.Brune, Cohen, tScsrze 'S. Harri'on. an« we.«re lit-chricht über »t? iÄrielliÄ ir wird iN der von und War-ritroLe. eitheit-, wo auch alle Auf «r «oodwarth. k.kr. N. Courtuey ä- Bruder, s?r. Nord - Charlesstraße, Ecke der Fuyetteiirche. 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Als sie zurückkamen und erfuhren, daß der Zug inzwischen abge« aangen sei, verlangten sie mit dem nächsten Schnellzuge nach London zu fahren. Es wurde ihnen geiagt, daß dies unmöglich sei, und ihnen angedeutet, den Perron zu verlas sen, da sie im Wege seien. Dies verweigerten die künftig n Seehelden entschieden und er klärten, daß sie jedenfalls mildem nächsten Zuge abteilen würde». Zwei Polizisten und ciu Duymd Gepäckträger schickten sich nun an, die Knaben von dem Perron wegzubrin gen, da in wenigen Minuten der Schnellzug ankommen mußle und die Anwekenbeit 0 vieler Knaben sehr störte. Es kam zum Hand gemenge, in welchem die Knaben von Messern Gebrauch machten und durch ihre Ueberzahl deu Sieg davontrugen. Der Zug kam an, und übcr hundert der jugendlichen Sieger reisten wirklich ab. Die Beamten waren die sem Treiben gegenüber ganz machtlos. Wie es heißt, ha« d«e Bahndirektion die Admi ralität von diesrin Borfalle in Kenntniß ge setzt." (Zine Ameri kauerin als Hosarzt.) Frl. Mary L. Wadswonh aus Franklin, New- Hampshirc, ist Hofarzt bei'm türkischen Sul tan in Conilautluopel. Sie studirie in Phi ladelphia Medizin, war dann 4 Jahre prakii scher Arzt in Springfield, Mass., und ging dann nach Constantiriopel. Für die schönste Frau Ungarn's gilt die Tochter des berühmten ungari che» Revo luuons-Gcnerals Görg>'y, Frau von Bohns- Görzey, die unter dcr Aristokratie iu Pesth eine bevorzugte Stellung einnimmt. In der alten Couciergerie in Paiis ist eine eigenthümliche Entdeckung gemacht wor den. Im Cassaiioushofe hatte das Feuer zwei oder drei Thürme zerstört, und vor Kur zem stießen die milder Nelaratur des St. LudwlgS - Tdmmes beschönigten Arbeiter plötzlich auf einen gcheimuißvoll tiefenßrun neii. Derselbe erwies sich als nichts geringe res als dcr verhängnißvolle Kerker des alte» St. Ludwigs Palastes. Eine Oessuung von zwei L-uadraicUen, dic in dcn emen dcr Tbürme gelegt winde, enthüllte einen großen Tunnel, der bis zum Niveau der Seine reicht. Tort bildet er cir.e Gallerie, die sich nach dem Bette des Flusses ablacht. Dcr Versuch, in dieses Verließ hinabzusteigen, war fruchtlos, da das Innere mil schaism Eijenspießeii, die sich nach jeder Richtung hin gegeusetilg treu zen, ausgelegt ist. Wenn dieser St. Ludwigs- Thurm gelegentlich als die Residenz dcr Kö nige von Frankreich diente, wurden in dessen unterirdischen Gefängnissen Staatsgefangene im Gewahrsam gehalten, und wenn sich die RegieruitgSgewalt eines derselben entledigen wollte, so sührte man ihn durch einen im In nern dcr Mauer gebildeten schmalen Gang nach diesem uüciitccckten Gcsängnisie. Eine geheime Thür Miete sich,und er wurde in dcn gähnenden Schlund hinabgestürzt, wo er ge spießt eines langsamen und qualvollen Todes starb. (Ein curioser Fall.) Die „Karlsruher Zcitui>g" erwähnt solzendenUmstutid aus dem dcul'ch-sralnösiichen Kriege, dcr einen Beweis qicbt, welch' merkwürdige Trcsspxiikte dieiiu qeln sich mitunter auswahlui. Ein badischcr Grenadier war im Gesccht bei Nuits, aus dem Boden knicend, gerade im Begriss, sein gela denes Zündnadelgewehr in Anichlag zu neh men, um zu semru, als er auf der rechten Hüste einen heiligen Ruck verspürte, der ihn aus den unangenehmen Gedanken brachte, er sei geschossen. Nachdem icdoch weder er noch sein ilächlistehender Eameiad einfach im Man tel entdecken konnten, wollte dcr Grenadier beruhigt weiterichießen, doch dasGewehrschlok versagte den Dienst, und nur uutMühe konnte zur näheren Untersuchung die Cammer her ausgenommen werde». Bei'm Einsioszen des EiitladeslockS in dem Gewehrlaus zeigte sich, daß ein Stück Blei, das sich in die Züge des Letzlern eingeschmiegt hatte, aus dcr eigenen Patrone miiaß; die Zündnadelkugel selbst war eingedrückt und auch daSZündnadelrohr durch luftigen Druck unbrauchbar geworden. ES un. lerlag keinem Zweisel: eiiie Chassepotkugel »rar >n den deutschen Gewehrlaus geflogen. Die Achse» dieses Lauscs und die Flugrichtuug des feindlichen Geschosses muüten w genau zii saiumengesalien sein, dasz bei'm Eintritt in die Mündung keine Bleijplilter von dcr Äugel getrennt wurden, denn diese zeigt jetzt das gleiche Gewicht, wie eine unversehrte Ehassc potkugcl. BeiteKugelu, genau auf aufeinan« d r pafseud, befinden sich im Besitze des glück lich aus d>.m Keldzu >e heimkehrten ÄriegerS, der sich >etzt als Gastwirlh in einem sreundli chcn Badeoite des Schwarzwaldcs seiner selte nen Erlebnis?« freut. Ueber den Stuttgarter Krawall geht uns folgende weitere Minh.'ilung zu: „Es läßt sich nun über die bedauerliche Sache so viel siststilleu, dag ein ursprünglich unbedeulen c>cr Slrosiciiauslaus duich die Taktlosigkelt der Polizei uud dmch die urspiüngliche Hleich glilligkeit der Bürgerschaft zu einsten Dimeu jtoncn anschwoll. die erste Szene am Hause des israelitischen Kleiderhändlers Baruch abgespielt war, crtönie plötzlich der Rus in den Massen: „Auf die Juden!" und nun zog mau vou S>raße zu Straße, um iu Häusern, welche lüdijchen Geschäftsleuten ge hörten, d>e Fenster einzuwerfen. Dies wie dirbelie sich zwei Abende lftuteteinanier, wo bei die Polizei völlig irachllos blicb, und der K>ru dcr Bürgerschaft wenn ich die Wahr heit sagen soll—im Stillen seine Freudc daran hatte. „Man gcht ja nur hinter die Juden," konnte man von manchen loyalen und ord nungsliebenden Bürger hören, uno Manchem war es vielleicht schon zu viel, dast die Polizei im Interesse der Oiöuunz so entichieden Par tei nahm für die Jude». Er,t am dritten Tage, als, durch die Erfolge kühn g-machi, die Bollshauftu aufurgcti, am hellen Tage auszuplündern u..d zu dcmoliren, und als man die Rufe vernahm: geht's an drc Fabiikauteil und Gtündcr!" betrachtete man die Strasjeuszenen mit anderem Äuge. Jetzt erst stellte sich die freiwillige Feueriv.hr in welcher der der Bürgerschaft enthalten ist zur Bcrsügling, um die Ordnung aus recht zu erhallen, uns von der Stundc au, wo die Feuciwehr ihren Dienst begann, war die Ruhe auch wieder hergestellt." vermischte Berichte. Dcr Verlaus der alten Furni turen des Congrefses. Borgestern fand dcr össenuiche Verkauf der Pulte, Tische und Sessel deSNepräsciitanlenhaujes inWash ington statt. Es hatten sich sehr viele Men schen einzcsundeii. Jeder Scsscl und jedes Pult sind sehr schön geschnitzt und vonEicheii holz, und jeder Sitz kostete ursprünglich S9O. Biele derselben sind der Reparatur bedürftig. Die erzielten Preise ergaben im Durchschnitt etwa em Sechstel des ursprüiiglichenßelragS. Etira 80 Mitglieder und gewesene Mitglieder deS Hauses deiheiligten sich an dem Kaufe. Die neuen Pulte und Lcffcl, die an die Stelle der alten Möbel kommen sollen, kosten pro Pult K 21.75 und pro SeW SIZ. Der alte Sessel des Sprechers, dcn vor 6 Jahren ein Spekulant für 536 gekauft halte, wurde heute für seine Rechnung um K 96 verkauft. Worm lcy, der farbige Hotclwinh, war dcr Käufer. Deuselbcn Sessel haben alle Sprecher bis zu Penningtou von New-Jer'ey, und mit Ein schlug desselben, cecupiit. Das Pull OakcS Amcs' erstand Hr. Ford sür H 9.— Die neuen Pulte sür las Haus sollen von eichenem Holze und nach dem nämlichen Modelle, wie die al le», und nicht so viel Holzbildhauetarbeit er hallen. Die Schuld der Ber. Staaten be lauft sich, wie fast J'der weiß, aus 21K5 Mil lionen; bei dem Eredit, dessen O.ikel Sam sich erfreut, machen ihm serne kleinen Passiva wenig Sorgen, um s« wenige-, als er weiß, dag die ganze Welt nichts Auderes, als cin großes Schulogesängnig ist. Man hat näm« lrch berechnet, daß sich die Staatsschulden aller fünf WeltlheUe auf etwa 21.000 Mill. beziffern; die Zinien davon zu Prozent belaufen sich auf 545 Millionen Dollars pro lahe. D>r größte Theil dieser Schulden ist erst in den lcytcn 30 Jahren entstanden und wächst noch immer iint einer Schnelligkeit, welche die Verbindlichkeiten der Staaten der Erde jährlich um Hunderte von Millionen vermehrt. Mad. Maria v. Beethoven, eine Nichte des großen deulschenEompoulllen, gibt Musikunleritchl in Rocheiler, N.-Ä). O'Kelly, dcr Correspondeut des „N.- A. Hcrald," befindet fich noch immer als Ge fangener in den Händen dcr «panier auf i üuba. Ilm SMtt und Kronen. (ForrfeSun«.) Aber im Winter, sagte er dann, wenn Du Deine Spaziergänge nicht hast und die Reize der Natur —da muß es doch oft öde und traurig hier sein? O nein, rief sie lebhaft, niemals, niemals ist es öde hier, Tu glaubst nicht, wie schön und angenehm hier die langen Abende vergehen, wenn der Vater liest und mir erzählt von so vielen Dmgen, wenn ich ibm vorspiele und singe und er dann so glücklich ist nach der Arbeit des Tages! Ter Kandidat seufzte abermals. Uebrigens, fuhr sie fort, sind wir ja auch nicht ohne Jesellfchaft. Da ist die Familie des Oberamtmanns von Wen denstein auf dem Schlöffe und wir bilden schon einen ganz hübschen Kreis. So ganz vom Verkehr abgeschnitten, wie Du glaubst, sind wir hier auch nicht. Im letz ten Winter haben wir sogar recht oft im Sckloffe getanzt. Getanzt? rief der Kandidat und faltete die Hände über der Brust. Gewiß, rief Helene, die Gesellschaft von Lüchow kam oft herüber, und wir waren eben so vergnügt, als man es inHannover nur sein kann. Und der Oheim hat nichts dagegen, daß Tu Tich an solchen rauschenden, rein weltlichen Vergnügungen betheiligst? frag te der Kandidat. Nicht das Geringste, erwiederte sie, warum sollte er auch? Ter Kandidat schien etwas antworten zu wollen, doch hielt er zurück uud sag te nach einer kleinen Pause mit sanftem und bescheidenem Ton: Man kommt doch in dcn maßgebenden Kreisen jetzt immer mehr zu der Ansicht, daß derartige Vergnügungen für die Stel lung der Familieeines Geistlichen nicht paffen. Nun, dann ist es ja vortrefflich, daß wir hier recht fern von den maßgebenden Kreisen sind! sagte Helene in kaltem Tone, durch welchen die Verstimmung über die Beurtheilung ihres Vaters und der von ihm gebilliglenZerstreuung hindurchklang. Der Kandidat schwieg. Woraus besteht denn die Gesellschaft aus dem Schlöffe? fragte er nach einer Pause. Ich werde mich dort doch auch so bald als möglich vorstellen müssen. Außer vem Oberamtmann, seiner Frau und Tochter ist da noch der Auditor von Bergfeld, erwiederte Helene. Ist der schon lange hier? fragte der Kandidat schnell, indem cin rascher Blick auf das Gesicht seiner Cousine herüber ftog. Ein Jahr, erwiederte diese mit vollster Unbefangenheit und er wird jetzt bald wieder fort gehen, es ist immer ein junger Auditor auf dem Amte beschäftigt. Aber Herr von Wendenstein hat auch Söhne? fragte er. Die sind nicht mehrhier, antwortete sie, der eine ist im Ministerium m Hannover, der andere Ossizier in Lüchow. —> Doch, da kommt der Vater zurück! rief sie und deutete auf den sich nach der großen Land straße herabziehenden Weg, an dessen Ein biegung die Gestalt des Psarrherrn sicht bar wurde, ich will ihm eine neue Tasse Kaffee machen. Aber mein Gott! ent fuhr ihr fast unwillkürlich und dunkleßöthe übergoß ihr Gesicht. Der Kandidat folgte der Richtung ih res Blickes und sah auf der Landstraße in schnellem Trabe einen Reiter in der blauen Uniform dcr Dragoner herannahen. Er mußte den Psarrer angerufen haben, denn dieser blieb stehen, ging die wenigen Schri tte bis zur Landstraße zurück und reichte dem Offizier, der sein Pferd schnell parirte, die Hand. Nach einer kurzen Unterhaltung ritt der Offizier weiter, grüßte jedoch vorher mit der Hand nach dem Pfarrhaufe herauf, an dessen Fenster er Helene erblickt haben mußte. Helene neigte das Haupt zur Erwiede rung des Grußes. Wer ist der Offizier? fragte der Kandi dat. Der Lieutenant von Wendenstein, ant wortete sie und verließ das Fenster, um aus dem Tisch die Spirituslampe von Neuem anzuzünden und den unterbrochenen Nachmittags-Kaffee für ihren Vater neu zu bereiten. Der Kandidat folgte ihren Bewegungen mit forschenden Blick. Nach wenigen Augenblicken trat der Pastor in's Zimmer. Gott sei Dank! rief er, es war nicht schlimm, eine sehr heftige Erkältung mit starkem Fieber, aber es ist eine Eigen thümlichkeit der Leute hier, welche in ih rem einfachen Leben und ihrer urkräftigen Konstitution sowenig mit der Krankheit bekannt sind, daß sie jede Krankheit für tödtlich halten. Er vertauschte sein Baret mitdemKäpp chen, setzte sich wieder in den Lehnstuhl und Ülickte ernst vor sich hin. Der Lieutenant ist soeben gekommen, sagte er. Ich habe ihn gesehen, erwicderteHelene, indem sie die neue Tasse Kaffee dem Vater brachte, was führt ihn so eilig und zu so ungewohnter Zeit her, er pflegte doch sonst nur am Sonntage zu kommen? Es sieht trübe aus, sagte dcr Pastor, der Krieg scheint unvermeidlich, es soll sür die nächste Zeit kein Urlaub mehr gegeben werden, und da hat denn der Lieutenant sich noch sür heuteNachmittag frei gemacht, um zu Hause Abschied zu nehmen. Er bittet, daß wir auch hinüber kommen, er will früh wieder reiten, um in der Nacht noch zurück zu fein. Helenens Hände zitterten, während sie dem Vater die Pfeife von Neuem zurecht machte. Mein Gott, fuhr dcr alte Herr fort, wenn ich an den alten braven Oberamt, mann denke und an seine liebe, stillsinnige Frau und mir vorstelle, daß dieser entsetz liche Krieg ihnen den Sohn rauben könn te, der da heute vor ihnen steht in dcr Blüte der Jugend! Und nachdenklich nahm er die Pseise, aus welche Helene, sich Lief bückend, den brennenden Fldibus hielt. Dann eilte sie der Thüre zu. Wohin gehst Du, mein Kind? fragte der Pastor.' Wenn wir auf das Schloß gehen wol len, erwiederte sie hastig und mit leise vibrirender Stimme, so habe ich noch nach der Wirthschaft zu fehen, und ohne sich umzublicken, verließ sie das Zimmer. Der Kandidat sah ihr mit eigenthüm lich forschendem Blicke nach. Dann setzte er sich neben den Pastor und sprach, indem er die Hände vor sich übereinander faltete: Mein lieber Oheim, ich möchte vom er sten Augenblicke an, da ich Dein Haus betrete, um so Golt will, der helfende Ge fährte Deines heiligen Amtes zu werden, meine Stellung hier nehmen auf dem Gru nde der Wahrheit, welche die Richtschnur im Leben jedes Menschen sein muß, vor Allem aber im Leben des Geistlichen. Der alte Herr blies einige starke Wol ken gus seiner Pfeife und sah ihn an, als wisse er nicht sy recht, was er aus dieser Anrede machen sollte. Meine Mutter, fuhr der Kandidat fort, hat mir oft den Gedanken ausgesprochen, wie sehr es sie beglücken würde, wenn wir Baltimore, Md., Tonnerstag, den 1. Mai 1873. noch durch ein anderes Band als das der schon bestehenden Verwandtschaft verknüpft werden könnten, sie hoffte in ihrem Herzen, daß die Fügung des Himmels mir geben möqe. Deine Tochter Helene als mein christliches Eheweib dereinst heim zuführen. Der Pastor rauchte schweigend, aber seine Mienen bewiesen, daß ein solcher Gedanke ihm weder fern lag, noch miß liebig war. Ost sagt sie zu mir, suhr der Kandidat fort, wie würde ich mich freuen, wenn Du meinem Bruder in seinem Alter eine Stütze sein könntest und wenn es sich sü gen wollte, daß Du, wenn Gott ihn einst abruft, seiner Tochter einen Halt im Leben bieten könntest. Zwar,' sagte sie, suhr er fort und sein scharfer Blick richtete sich durchdringend auf die Züge seines Oheims, zwar wird die äußere Sorge des Lebens nicht an sie herantreten' Nein, rief der alte Herr lebhaft, indem er mit zufriedenem Ausdruck eine große Rauchwolke von sich blies, nein, Gott sei Tank! in dieser Beziehung kann ich ruhig heimgehen, wenn mein himmlischer Herr mich ruft; das kleine Vermögen, das mein verstorbener Oheim mir vermachte, hat sich mit Segen vermehrt, ich habe die reichen Einkünfte meiner Pfarre kaum zur Hälfte verzehrt, und so Gott mir nicht wie: der nimmt, was er gegeben, so kann meine Tochter aller Sorge ledig durch's Leben gehen! tff-rtlctzllna »olzt. > Telegraphische Depeschen. EsroMsche Äabeisrrichi:. Berlin, 29. April- Das preußische Abgeordnetenhaus beschloß die Niedeiscsung eines eigenen Gerichtes zur strengen Durch führung der Kirchenzucht. Das Gesetz wird Bestimmungen über die Bildung und Ernem nung dcr Geistlichen einhalten. Berlin, 30. April. Die „Provinzial- Correspondenz" sagt, der Besuch des deutschen Kaisers in St. Petersburg bestätigt die Frie deuipolitik über welche sich die Kaiser von Deutschland, Rußland und Oestreich im September v. I. geeinigt haben. Derselbe sei besonders gegenwärtig bezeichnend, da dic Aussichten im westlichen Europa sich verfin sterte». Die Cholera in Magdeburg. In Magdeburg wurden heute zwei Ehole rasälle berichtet. Der Haag, LO. April. Die Debatte in der Deputirten-Kammer über den Atchine senkrieg ist beendigt; die Sache wurde fallen gelassen, ehe es zur Abiümmuug kam. London, 30. April. Das Rennen um den Preis von 2000 Guinee'n fand heute in Newmarket statt und wurde von „Gang For ward" gewonncn. Im Ünterhause verlangte heute Nachmittag Hr. Jakob Bright, daß die „Frauen-Eni rechtuugs-Bill" zum zweiten Male verlesen werde. Hr. Bright unterstützte die Bill, er berief sich auf Elusüyrung des Frauenstimm rechts in Wyoming und sagte, die Maßregel müsse, wenn sie auch jetzt uuterliege, schließ lich doch siegen. Hr. Bouverie beantragte, daß die zweite Lesung der Brll auf fechs Monate hinausge schoben werde, welchen Antrag Hr. Scour field unterstützte. Eine längere Debatte folgte und bei der Abpimmuiig würde die Bill mit 222 gegen lIS Stimmen verworfen. Spanien. Pari s, 30. April. Es wurde in Ba yonne berichtet, daß dic Karlisten in der spa nischen Provinz BiScaya die Stadt Bilboa, welche fast gar nicht befestigt ist, eingeschlossen haben. Madrid, 30. April.—Der „Strike" der Männer in Barcelona ist beendigt, die Leute haben ihre Arbeit wieder ausgenommen. London, 2g. Ävril. Das hiesige kar listische Comite veröffentlicht Telegramme sei ner Freunde in Spanien über einen angeb lichen großen Sieg, welchen die Karlistcn am vorigen Donnerstag bei Bera in Navarra (40 Meilen nördlich von Pompeluna) erfochten haben. Sie haben diesen Depeschen zufolge mit einem Corps von 700 Mann in einem Treffen, das von II Uhr Morgens bis An bruch der Nacht währte, 1400 Mann Natio nal-Truppen in die Flucht geschlagen und ih nen 80 Mann theils getödtet, theils verwun det. Anführer der Karlisten, die sich mit gro ßer Tapferkeit schlugen, war dcr PfarrerSanta Cruz. Weiter heißt es in diesen Depeschen, daß der Feldzugsplan des repubtikaniichcnGe neials Nonvillas fehlgeschlagen, die Nachricht von der Rückkehr des Don Alphons nach Frankreich und der Flucht des Generals Sa dallo falsch sei und daß die Karlisten fortwäh rend große Zufuhren erhielten. Ter Geistliche von Santa Cruz angeblich erschossen. Bayoune, 30. April. Ein Gerücht kommt von der Grenze, daß der Geistliche von Santa Cruz von seinen Offizieren erschossen worden ist. R o m, 30. April. Die Dcputirtenkam mer bewilligte heute gegen die Vorstellungen und Remonstrationen des Finanzmintsters Signor Sella 8450,000 sür Errichlung eines Arsenals in Tarent. Als die Abstimmung bekannt gemacht wurde, erklärte der Minister, er verlange eine Vertagung und werde mor gen dem Hause anzeigen, welches Versahreil er einzuschlagen gedenke. London, 30. April.— Neuere Nachrich ten von Jerusalem melden, daß cs in Beihie. hem zwischen römischen und griechischen Mön chen zu blutigen Kämpsen gekommen ist und daß f-.chS der Letzteren verletzt wurden. C o n st a n i t n o p e l, 29. Äprll. Ter Sultan der Atchinefen hat den türkifchenSul tau amtlich ersucht, in dem Streite, dcn er mil dcr holländischen Regierung auSzufechien hat, als Schiedsrichter aufzulreien. Queenstown, 30. April. —Die Dpsr. „Cup of Antwerp" und „Calabria" sind von New-loik hier eingeirossen. Moville, 28. Äpril.—Der Dpsr. „Ca lifornia" traf heute von New-S)ork hier ein. London, 29. April, II Uhr Vorm.— Consols eröffneten zu 93L sür Gctd und für Brief. „Amerikaner," alle 'KSer 92, 'L7er 932; 10.40 er 895; neue Fünfer 90; Erie VVS. London, 29. April, 5 Uhr Nachm. Coniols fchloffen unverändert. „Amerikaner" 18L7er 935; Erie 50^. Paris, 30. April. Renten S 4 FrcS. 8S Cts. Liverpool, 30. April, II Uhr Vorm. Baumwolle eröffnete flau, Oberl. SH; Orl. 95. Berkäufe 10,000 Ballen. Li v er p o o l ,80. Avnl, Nachm.—Baum welle schloß leichter. Obeit. Verkäufe 10,000 Ballen; für Export und Spekulation 20V0 Balle». Liverpool, 30. April, 3 Uhr Nachm.— Baumwollen-Berschiffungeu von Savannah und Charleston für März u. April zu 9z, von denselben Häfen fällig im April zu 9; Ver schiffungen von New-Orleaiis für Apcil uns Mai zu 9 IjK. Käse 7ls. Schmalz 41s. London, 30. April, Nachm.—ln Folge von Spckrilaiionen stieg heute Morgen Ter pentin Lpiritus auf 44 bis 45, ficl jcooch aus 43 zurück. Leinfamen-Oel 33 -33 z 5<Z. Inland - Dtpeschen, Die Modocs. Weitere Berichte Über das Gemetzel am 2lj. April.- Aon l»v Man» Ä!) getödtet und verwundet. czui pvul!" Große Aufregung unter den wei ßen Ansiedlern.-Befürchtung ei nes allgemeinen Indianer - Auf stände«. N e w-I or k, 30. April.—Eine „Herald " Depesche meldet, daß die Truppcnabtheiluug, welche unter Capi. Thomas zur Recognos zirung auszog, 69 Mann zählte. Man wollte ausfindi i machen, wo sich die Modvxs besan den, und ob es möglich sei, die Mörser gegen sie zu verwenden. Lieut. Wrtght's Leute sollen ihn im Stiche gelassen haben, als sie imßücken von den Mo docs angegriffen wurden. Nur wenige Un ter-Offiziere blieben hei ihnz, während er in der gefährlichsten Lage war. Der Correspon dent des „Herald" sagt, daß die Mannschaf ten von einem spanischen Schrecken ergriffen und die Parole: "Lauve cM peut,!" war. Die Kugeln der Modocs mähten die Leute wie fliehendes Wild nieder Ueberraicht ist man, wie bei der Vorsicht der vorausgeschickten Bo ten überhaupt der plötzliche Uebersall möglich wür. Die Leichen der Offiziere Thomas, Wright und Howe, sowie des Feldarztes Se mig wurden in den Felsen gefunden. Eini gen Leichen hatte man bis auf die Haut die Kleider abgenommen. Voir 69 Mann wur den 49 getödtet und verwundet. (Der getödtete Capt. Thomas ist ein Sohn des früheren General - Adjutanten Loienzo Thomas, Lieut. Howe ein Sohn des Majors M. Howe und Schwiegersohn des in der Fe stung Monroe commandirenden Gen. Barry, Lieut. Wright ein Sohn des verstorbenen Ge neral Geo. Wnght uns Reffe des verstorbe neu Gen. Sumuer, Lieut. Hariis der Sohn des Kaufmannes Geo. W. Harris in Phila delphia.) N e w-9 o r l/ 30. Apiil. Eine von qe stern Abend datirte Depesche aus Ureka mel det, daß die Ausregung über die Niederlage der Truppen sehr groß ist und die alten Gren

zer eine Neigung bekunden, in ihrer Weise mit den Modocs auszuräumen. Kömmt man die sen Leuten entgegen, so glaubl man, daß sie sehr bald die Modocs ausrollen werden. Das Gerücht, daß die >!squaws u. Papoo ses der Modocs beidenPilt-River-Jndianern eine Zufluchl gefunden haben, wird in Zwei fel gestellt, da diese und die Modoes nicht aus freundschaftlichem Fuße zu emauder ste hen. N ew-D o rk, 30. April. Die vorliegen den Depclchen lassen annehmen, daß auch Lieutenant Crauston seine Leuie nicht wieder lebendig zurükedren werde». Gen. Davis. Nreka, 29. April. Gen. Davis nebst Stab werden hier morgen oder übermorgen San Fra nzisco, 30. April. Eine Tepesche von ?)reka zeigt an, daß dort im Scott Thale die Weißen inßesürchtuna eines allgemeinen Indianer kricges sich bewaffnen. Die Frauen von Ureka haben Charpie, Ban dagen, eingemachles Oblt:c. für die Kranken und Verwundeten nach dem Lager nahe den Lavascldcrn geschickt. Medenhall's Freiwilligen - Corps wurde gestern Abend in Gen. Gillem's Lager erwar iet. Dasselbe zählt 130 Mann. Biicse aus dem Oregon-Thale, oberhalb der See'« und nahe den Lavafeldern» melden, daß die Ansiedler sich mit ihrer Habe aus Furcht vor einem allgemeinen Jndianerkriege flüchten. Bon Portland, Oregon, hört man, daß bei den White-Bluffs, am Uaknne-Fliisse, oberhalb Walla-Walla's, sich 1400 Indianer verschanzen und Brustwehren ausweisen. Die Ansiedler befinden sich demzusolge iu großer Aufregung. Befreundete Jndiai>er, mit der Kriegsfarbe bemalt, mahnen d>e Weißen, das Land zu veilasfen. Auch dieLpokane India ner nehmen eine drohende Hallnng an und man befürchtet ähnliche Scenen, wie im Laii de der Modocs. Das Schlachtfeld. ?) reka, 29. April. Das Schlachtfeld bietet einen furchtbaren Anblick. In einer Schlucht fand man 30 todte und verwundete Soldaten wie die Schafe zusammengepfercht, während in einer kleinen Felsspalte 7 Andere beisammen staken, die theils todt, theils schwer verwundet waren. Mehrere Verwundete, die den Modocs in die Hände fielen, wurden ver stümmelt und ve.brannt. Lieut. Wrigbt vom 12. Infanterie-Regi ment suchte mit seinen Leuten Schutz in einer Kluft, welche dem Feuer der Modocs ausge setzt war. Man zweifelt daran, ob Einer von ihnen davonkommen wird. Sobald die Nachricht von der gefähriichenLage derMann schasleu im Hauptquartiere angelangt war, wurden sofort V-rstärkungen zu ihrem Bei stände geschickt, ebenso Leute mit Tragbah ren zur Fortbniiguug der Verwundeten. Letz tere mußten ur.vcrrichteter Dinge zurückkehren. Es ist kaum zu erwarten, daß einer der Ver wunderen wird gereilet rrerten können. Uu sere Leuie wurden im vollen Sinne des Wor tes überrumpelt. Die ModocS haben die Lcichcn vou mchreieu gefallenen Soldaten verbrannt. Bon den Indianern ist, so viel man weiß, keiner gefallen, da sie in ihrem Hinterhalte vor den Kugeln der Truppen sicher waren. Die Wiloen sind mit guten Waffen und reichlicher Munition versehen. Es waren im Ganzen 64 Soldaten am Kampfe betheitigt. Die Vermißten sind aller Wahrscheinlichleir nach den Modocs in die Hände gesallen und dann ist ihrLoos beftcgei., da die Wilden keinen Pardon geben. . Die Kunde in Washington. Washington, 30. April.—Es herrscht hier im KnegSdepailemente große Aufregung über die ungünstigen Nachrichten aus den Lavaselsen und die Niedcrmetzelung dcrTrup peu durch die Modocs. Trotzdem hat General Sheunau noch festes Vertrauen in den schließ licheu Erfolg der Truppen, welche die rothen Teufel noch aus ihrer natüilicheu Festung heraustreiben werden. Der Präsident ist von dem Stande der Diuge in Kenntniß gefetzt worden und man sieht seiner baldigen Rück kehr hierher entgegen. General Shccman hat gestern Abend eine offizielle Depesche von General Schofield er hallen, worin die au die Presse gerichteten Depeschen über das Tressen mit den Modocs am Samstag bestätigt, ober keine weiteren Details gegeben werden. Die Nachiicht hat große Aufregung hervorgerufen. Man ist begierig darauf, Näheres zu hören. Das Verfahren des Majors Green, welcher eine Rccogiroszirung am bellen Tage ange ordnet hatte, wird in den stärksten Ausdrücken als Pfuscherei getadelt. Es wird mit Recht als eine Aufforderung zum Angriffe im Hin terhalt bezeichnet. Die Modoc« haben augen scheinlich die Bewegungen der Truppen aus ihrem Versteck genau beobachtetZuud sind mit Toppclgesclwmdigkeit an den Abhang vorge rückt, wo sie ungesehen die Ankunft ler Sol daten erwarten kouulen. 25 Modocs stan den hinter dem Bluff Postirt, die, als die Soldaien sich heiangezogen hatten, diese mit einer wohlgezielten Salve aus Spencerbüch sen empfingen und Entsetzen unter die Hand voll Soldaten brachten. Die Offiziere haben sich brav gehalten, denn als sie versuchten, die wankenden Rotten ihrer Leute zum Stehen zubilligen, haben sie sich aus die gefährlich iten Polten gestellt und sind gefallen. Ein Theil der Soldaten hat sich dagegen feige be nommen. Viele nahmen Reißaus nach-allen Richtungen hin. Batterie A, 4. Artillerie- Regt., unter Major Thomas' Commando hielt tapfer Stand bis zum letzien Angriffe der Modocs. Alle Ossiziere der Batterie sind entweder getödtet oder verwundet, außer ihnen drei Sergeanten und zwei Corporale. Von den Modocs sind nur drei getödtet, und die ses beruht auch nur auf Vermuthung. ?! e w N ort, 30. April. Die „Times" empfiehlt, die Modocs in ihrer eigenen Weise zu bekämpfen denn daSLand habe diese nieder rrächtige Soldatenschlächtercien satt. Die „Tribüne" sagt, den Indianern solle niemals gestaltet werden, die überlegene Macht der Bundcsiruppen zu unterichätzen; eS lasse sich jetzl nicht leicht voraussehen, wie viel Banden sich infolge dieser Siege der Modocs erheben würden. Der „Herald" sogt, Angesichts der drohen den Hallung der Indianer, iei die sofortige Unterdrückung der Modocs von der größten Wichtigkeit. Das Blatt empfiehlt, den Gen. Sheridan gegen Capt. Jack zn schicken. Die „World" tadelt den. Gcn. Gillem, weil er diesen Slreifzng beoiderte undfagt, es sei müßig, ferner Jndignalion auf die Modocs zu häufen. Die „Sun" verlangt die gänzliche Ausrot tung der Modocs, aber ohne ferner fo viele Soldaten zn opfern. (Das heißt man den Pelz waschen, ohne ihn naß zu machen.) Wafhing to n/30. April. Gen.Sher man cryielt gestern Abend selgende Depesche: S a n F ranz is c 0, 29. April. An Gen. Shccman! Folgende betrübende Nach richt ist soeben aus den Lavaselsen vom 28. hier eingetroffen: Am 26. d.M. beorderte Major Green den Capt. Thomas vom 4. Auillcrie-Regiment und einer Abtheilung In fanteiie, sowie etwa 14 Warm-Spring-Jn dianer, im Ganzen 84 Mann, aufeineSlreif tour in südöstlicher Richtung bis zu einem 4 Meilen vom Lager enlsernten Punkte. Die Soldaten verließen das Lager Morgens 7 Uhr und kamen gegen Mittag an ihrem Be stimmungsorte an, wo sie Hall machten. Bis dahin Halle man noch keine Indianer gesehen. Plötzlich wurde vou den Indianern aus sie geschossen; ei» Theik der Leute war von pani schem Schrecken eisüllt und alle Organisation hörte auf. Schon um Uhr kamen verschie dene Marodeure im Lager an. Major Green eilte sofort mit einer anderen Abtheilung zu Hülfe, als er aus dem Schauplatze des Kam pfes ankam, fand er die Leute des Capt, Tho mas gänzlich zerstreut und desorgarnstit; als man die Ravinen absuchte, wurden die Leichen von Capt. Thomas, Lieur. Howe und Lieut. Wright gefunden. Die Leiche des Lieut. Ar thur Transton ist nicht gefunden worden, man glaubt jedoch, daß er gefallen ist. Lieut. G. Harris und dcr Wundarzt Semig sind schwer verwundet. Dreizehn Soldaten find gesallen und l 6 verwundet. Die Leute fochten wacker, die Indianer hatten jedoch einen Bortheil vor ihnen voraus, ehe sie entdeckt wurden. Die Leichen von 4 Kriegern wurden in dcr Nahe des Schlachtfeldes gefunden. Es ist »möglich, die Indianer mit den gegenwärti gen Truppen einzuschließen, die Lavafelsen haben einen Umfang von 30 Meilen. Gen. Jeff. C. Davis wird Morgen im Lager ein treffen. I. M. Schofield, Gen.-Mai. Washington, 30. April. Gen. Sherman ist insolge der Nachrichten vom Kriegsschauplätze inOregou sehr niedergeschla gen. Der Vater des Eapt. E. Tbomas kam heute Morgen nach dem Kriegsdepartement und hatte eine Unterredung mit Gen. Sher man. Gen. Thomas, ein emcritirter General, ist durch diesen Todesfall sehr niedergebeugt, er hat an Gen. Schofield geschrieben, daß mau die Leiche des Gefallenen nach Washington schicken möge. AuS SLashington. W a s h i n g t 0 n , 36. April.-Heute schickte ein von Gewissen gepeinigter Dieb oder Be trüger dem Schatzamt? >ll5 ein. Dcr Schatzamtssekretär Richardson hat insolge vorgekommener „Unregelmäßigkeiten" im Bundes-Depositarial in Mobile, Ala., beschlossen, diese» Amt zu schließen und die Geschäfte dem gleichen Amte in New-Orlcans zugewiesen. Die Reveniie Einnahmen des verflosse nen Monats beliescn sich aus K7,bKL,490.23, während sie im April v. Js. K 10,190,175.20 erreichten. Es herricht übrigens kein Zweifel, dag die erwartete Einnahme von K 110.000,. 000 in diesem Fiskaljahre vollständig rcallsirt «erden wird; bis j tzt betragen dieselben be reits über 593,000.000. Der Achlb. John Poole von Nord Ca roliua wird demnächst einen auSsühilicheußc richt übcr die Arbeiterbewegung in dcn Ver. Staaten veröffentlichen. Brooks. Washington, 30. April.—Der Bchtb. James Brooks, Congreßmitglied von New ?)ork, starb heule Abeud iö Uhr in 'einer hie Ilgen Wohnung in Gegenwart seiner Familie. Er war bis ;um letzten Augenblicke bei vol lem Bewußtsein. Seit längerer Zeit krän kelte er, insolge eines Fiebers, welches er sich bei seiner Reise um die Welt in Asten zugezo gen halte. Er stand im 63 Lebensjahre. Der TodeSsaU hat in der ganzen Stadt tieseTheil »ahme hervorgerufen. Der Wiener Schwindel. N e w-Z) 0 rk, 30. April. Eine Spezial- Depesche zeigt von Wachiligton an, daß >etzt die Aussicht vorhanden ist, dag die Susven üoii der Mehrheit der Wiener Ausstellungs Eommissäre in Bälde erwartet werden kann. Gehülss-Commissär Wm. Meyer, ohneHwci. sei einer der Schuldigen, weigerte sich, den Plan des für die amerikanischen Aussteller bestimmten Raumes herzugeben, als er die Nachricht von seiner Amtsenlsetzung erhalten hatie. Im Betreff des Gen. Van Buren glaubt man, dag er im Stande sein wird, die /lnschuldigungen zu entkräften, obgleich mau ihn keineswegs für unschuldig hält. Washington, 30. April. Ein Tele gramm ist von der Spezial Commission aus Wien hier eingetroffen, daß einige der suspen diiten Eommissäre sich derßestechlichkeit schul dig gemacht haben. Folgende Herren sind als unschuldig glänzend gerechtfertigt: Dr. Anton Ruppaner, Thomas McElratb, Lewis Seasongood, I. E. Botten, G. L. Blodgctt, H. Garetfon, Edward Gottheit, Claytonültc- Michael, Jsaac Cook, A.H. James und Wm. F. Round. Es wird jedoch in dem Schrei den empfohlen, keinen der suspendirten Com missäre vorläufig wieder einzusetzen. Boston annektirt weiter. B 0 st 0 n, 30. April. Die Gesetzgebung hat die Brll angenommen, welche die Arinexa tion von Charlestown und Brooklyn an Bo> slon Eine andere Pfccdeseuche in» An züge. B 0 st 0 n, 29. April. Unter den Pferden taucht jetzt wieder eiue neue Krankhell auf, welche die Thierärzte die „Ccrcbro - Spinal- Scuche" nennen und von welcher diejenigen Pferde besallen werden, welche sich vor, dem ersten Unfall im Herbst nicht recht erholt ha ben. Es tritt eine Lähmung der Hinterbeine ein, die durch Bandagen unterstützt werden müssen. Bei scharfer Anstrengung springt oft ein Blutgefäß und es tritt dcr Tod an ciner Verblutung ein. Die „South-Boston- Pserdebahn-Comp." hat an 20 bis 30 Pt'erde bereit? verloren und noch einige 50 krank in den Ställen. Ausstand in Nhode-Zöland. New - Nor k, 30. April. Eine Spe zial-Depesche von Providence, R.-J., meldet, daß morgen alle Fabrikarbeiter im ganzen Staate die Arbeit Niederlegen werden, um 8 Stunden Arbeitszeit durchzusetzen. Bis jetzr mußten die Leute 60 Stunden pro Woche ar beiten. Schreckliche« Unglück»» Rio de Janeiro. New -?) 0 rk, 30. April. Ein Brief vom 4. ds. Mts. meldet aus Rio de Janeiro, daß infolge der letzten Regengüsse sich dort ein Landrutsch ereignete, welcher das Einstürzen einer massiven Steinmauer in dem dortigen Kriegshafen zur Folge hatte, wodurch 20 Ar beiter getödtet und 50 verwundet wurden. Erdbeben auf den Sandwichs- Inseln. New-Jork, 30. April.-Ein Brief von den Sandwichs-Jnfeln meldet, daß am 1. April dort ein starkes Erdbeben verspürt wur de, daß jedoch weiter kein schaden geschah. Der Schiffbruch des DanipferS „Atlantic." N e w-N 0 rk, 30. April. - - Eine Depesche von Halisax zeigt an, daß das Wrack deS Dampfers „Ailauiic" gestern gesprengt wur de, man aber keine weitere Leichen erlangte. Es ist wahrscheinlich, daß über 200 Lerchen entweder in das Meer hinausgetrieben oder zwischen dcn Waaren-Collis zermatml sind. Die Taucher sind cisrigst mit der Waarenret tuiig beschäftigt. Die „<zo»l»i»cl>lal-<,ank." New-Aork, 30. April. —ln Wider legung der Gerüchte, daß die „Contineutal- Bant" dem Falliment nade sei, hat das Co mite des "Llesrinx tlousv" eine Alizeige er lasse», worin es heißt, dag das Kapital besag ter Bank noch nichr um 5 Prozent ge schwächt sei. Das Kapital der Bank beträgt 53,000,000. Der Geldmarkt. New-Jork, 2S. Apcil. Geld lebhaf ter uuo anhaltend, schloß zu 1j16—5. Wech sel ruhig und schloffen zu 85. Gold schloß fester und schwankte zwischen 116 Z und 117i> Obligationen schloßen fest; Sechser 120Z,'62er 1185, Aktien schloffen stetig. Centra! 1004, Erie 645, Lake-Shore SIH, Jll. Central 116, Piusburg 885, North.Westeru 80, Prioritä ten 85!, Rock-Island 1085. Bilanz des Unterschatzamtes: 542,501,659 in Gold und K 18,602.058 in Courant. Vermischte Depeschen auS Rew Bork. New-lork, 30. April.—Dcr Gouver neur hat heute Morgen den neuen Freibrief dcr Stadt New-Aork unterzeichnet. Bei der regelmäßigen mcnatlichen Auk tion von Scraniouer Kohlen wurden 30,000 Tonnen zu folgenden Prersen verkauft: 5000 Tonnen „Lump" 54.27 H; „Steamboat" 54.22j; „Grate" 4 „Egg"K4.6O 4.70; „Stove" 5.10-5.125; „Chestuut" 54.- 25-4.325. Joh. I. Marrin wurde heute wegen bös willigen Angriffs aus JayGoutd unter K5OOO Bürgschaft gestellt. In Brooklyn wurde heute Morgen Ri chard Mosely aus die Anklage verhastet, die Julia Gillem gestern Abend mißhandelt und lödtlich verletzt zu haben. Der Dpfr. „Scoiia" kam von Liver pool und der Dpfr. „Thuringiä" von Ham burg hier an. Von Glasgow traf der Dpfr. „Victo ria" und von Havanna der Dpsr, „City of Havanna" hier cin. Heute wurde die Jury in dem Bleakly'- fchen Mordprozesse vollzählig. Trotz der gestrigen Erklärung des Un tersuchungs-Comites, daß die Angelegenhei ten der „Atlantic Nat. Bant" lange nicht so schlecht stünden, als man anzunehmen geneigt war, Herrchen noch große Befürchtungen in Börjenkreisen. Heute wurden 579,407 in Spezie ex poitirt. Cdward D. Johnson, dcr Stadtschreiber von North-Bergen, ist mit 55000-K6OOO. Stadtgeldern durchgebrannt. Der Buudes-Distrikts-Anwalt Bliß hat die Eisenwaaren-Jmporleure Wolfs K Roß thal um die Summe von K7S,VOV verklagt, welche diese Firma angeblich für Strasgetder schuldig ist. In Pattenburg, N.-J., wird ein neuer Aufruhr zwischen Eisenbahnarbeitern befürch tet. Eine große Anzahl Schweden und Ita liener wurden an die Ardeil gestellt, weshalb die früheren Arbeiter in iehr gereizter Stim mung sind. Beide Parteien sind scharf be waffnet. Tie Crispine berichten, daß sieben Fir men am Broadway die Forderungen der Ar beiter bewilligt haben, und dag der „Strike" im Allgemeinen erfolgreich ist. Mehrere Fir men weigern sich noch, Zugeständnisse zu machen. John R. Thompson, einer der Redak teure der „Evening Post," starb heute Nach mittag. Eine Mutter ermordet sich und ihr Kind» Kingston, 30. April. -Die Frau des Louis Heydegger nahm gestern ihr neun Tage altes Kind und sprang in einem Anfalle von Wahnsinn oder Wochenbellfieber mit dem Kinde in eine im Hofe befindliche Cisternc. Die Wöchnerin wurde bald darauf vermißt, und schließlich fand man ihre deiche m der Eislerne und späterhin auch die des Kindes. Selbstmord eincS Bräutigams. Philadelphia, 30. April. Der Rechtsanwalt Richard Petlit erschoß sich ge stern Abend in seiner Wohnung, er sollte heute Mittag mit einem Frl. Staley getraut werden. Dieser Selbstmord hat großes Auf sehen erregt. Pettit war seit 19 Jahren mit Frl. Staley verlobt; sie halte kürzlich eine bedeutende Erbschaft gemacht und das Paar beabsichtigte eine Reise nach Europa zu unternehmen. Der Verstorbene war ein Sohn des verstorbe nen Richters Petlit und ein Reffe des ameri kanischen Flotteirzrhlmcisters R. Pettit. Frl. Staley ist eine Engländerin und war eine Cousine des Bischof? Staley von Honolulu. Kessel-Explosion? Philadelphia, 3ri. April. Ein Dampfkessel in Sloanaker, Howard K Co's Sägemühle in WilliamSport, Pa., explodirte heute Morgen; der Maschinist E. E. Fancher wurde geiödlel und der Wächter W. Muucy schwer verletzt. Der Eiselibah»kr»eg in Penn sylvanien. Pitt s b n rg, 30. Apri!. Heute Nach mittag schickte die „PittSdurg -- Connellsville- Bahn-Compagnie" eine Abiheilung Arbeiter ab, um die Schienen auf der „Bradsord- Zweigbahn," welche vor einigen Wochen von Leuten der „Penlisylvania-Bahn.Compagnie" zerstör! wurden, wieder zu legen. Es lralen den Arbeitern 200 Männer entgegen, welche jede Reparatur verhinderten und außerdem noch zwei Brücken verbrannten. Die „Cori uellSvtllc-Bahu-Co." ha! jetzt den RcchlSiveg betreten. Frevel der Kohlenbcrglente im Ausstände. Cleveland, Ohio, 2». April. Eine Depesche von Houngslown, Ohio, sogt, ein arger Frevel ist in voriger Nacht am Blenna- Köhleiischacht, etwa eine halbe Meile östlich von Bienna-Cenlre, verübt worden. Um halb 11 Uhr griff eine Anzahl Männer das Haus des John Canuis, eines Kohlenberg inaniis, an, der in einer Kohlengrube an die Arbeit gegangen war. Die Männer zer schmetterten die Thüren und Fenster mit Siei nen und Knütteln, und ihre Steiiiwürse setz ten das Leben der Bewohner in große Gesahr. Einer der Kostgänger Cannis's schoß auf die Angreiser und sie cnlslohen. In der Duiikelheil konnte keiner derselben erkannt werden. Cannis ist einer der zwan zig alten Bergleute, die am Freitag an die Arbeit gingen, obgleich er und die Anderen init der Rache der AnSsteher bedroht wurden, wenn sie es wagten, zu arbeiten. Etwa 20 Bergleute, die sich heule früh verabredet Herl teil, an die Arbeil zu gehen, ließen sich in Folge dieses nächtlichen Frevels davon abhal ten, NM so mehr, als Drohbriefe an ihre Thü ren geheftet worden waren. Der Strike der Bergleute dauert nnn schon feit 17 Wochen. Kentnciy. Louisville, Ky., 30. April.— Gestern Abend gegen Mitternacht kam eine Baude Bermumutter vor das Gesäuguiß von Mer cer-Connly und verlangte einen Negerkuaben, welcher wegen Nothzucht angeklagt war; er wurde gehängt. Die Situation n» Louisiana. N e w - O r l e a n s, 30. April.—Die Me tropolitanpolizei kehrte von Port Vincent zurück; die Diffikultäleu sind beigelegt. Se lrelär Belknap und Gen. Sheridan sind vom Rio Grande hi<r eingetroffen. Präsident Grauis Krühjahrsreisc. Omaha, 39. April, Der Präsident wird erst gegen Mitternacht hier eintreffen, da der Bahuzug durch einen furchtbaren Sturm ausgehalten worden ist. Der Präsident in Eolorado. Denver, Col., 30. April.-Präs. Graut machte gestern aus der „Colorado-Central-Ei senbahn" einen Abilecher nach den Gebirgen. Er war von seiner Familie, seinen Freunden und einigen eingeladenen Gästen begleitet. Die Panhie machte zu Golden und Black-- Hawk einige Minuten Hall und wurde mit Freuden « Bezeigungen der dort versammel ten Volksmengen begrüßt. Die Redenden dinirten im „Teller Home" in Central-City und spater suhren sie in Kutschen nach Idaho- Springs, wo sie sich eine Stunde lang aus hielten. Sie kehrten per Bahnzug zurück u. kamen Abends halb 9 Uhr wieder nach Den ver. Eine Stunde später hielt der Präsident Lever, das zwei Stunden dauerte, während denen wenigstens 4000 Menschen au dem Prä sidenten vorüber gingen. Die meist-» n a.cn einem Händedruck nicht zusrieoen, sondern wollien auch mit ihm plaudern. Nachdem der Empsang vorüber war, wohn ten der Präsident und seine Familie ?c. einem Ball bei und blieben bis zu einer späten Stunde auf demselben. Heute früh um 8 Uhr fuhr der Präsident rebst Gefolge nach Omaha ab. Man will jetzl, um das Anden ken dieses Besuchs zu verewigen, einer der schneegekrönten GebirgSkuppen in Sicht vou Denver, den Namen „Präsideut-Peat" ge ben. Brände. Ex eter, N.-H., 30. April.— L. Board mann's Schuhfabrik wurde gestern Abend durch Feuer zerstört. St. Louis, Mo., 29. April. In der Apotheke von Georg Gelser in Sheuaudoah straße brach gestern Abend Feuer aus, wel ches sich schnell aus fünf benachbarte Gebäude ausdehnte und diese wie die Apotheke in Asche legte. Der angerichttte Schaden be läuft sich aus 575.000 und ist zu nur «47,000 versichert. Telegraphisches Allerlei. In dem Falle des Bankiers Harrison Grambo, welcher jetzt in Philadelphia vor dem Concursgecichte steht, erhellt, daß die Verbindlichkeiten des Mannes §700,000 be tragen, während höchstens sürSloo,oooÄerihe vorhanden sind. Die Wohnung deS Mannes mit Möbeln:c. kostete Sl2o,oot>. Der Indianer > Agenl Enoch Hoag kam gestern mit einer Anzahl WüinebagcS durch Parsaus, Kansas, nach Washington unter wegs. Die Winnebagos wollen sich im Jn dianergebiete ein Reserve aussuchen. Berichte aus dem Südwesten melden, daß die Geschichten von Jndianergreneln qänz, lich ersnnden sind. Die Indianer verhallen sich gänzlich ruhig. Die Wasserstraße zwischen dem Michi, gan- und Huron-Zee bei Mackmaw, Mich., ist jetzt offen. Der Senat von Ohio halte gestern eine lebhafte Debatte über den Antrag, die gegen wältige Friedenspolitik der Regierung gegen die Indianer zu indofsiren. Der Antrag wurde ans den Tisch gelegt. Gestern wurde die Stasls-AuSstellung von Louisiana geschlossen. Das Loos Nr. 31,999 gewann 55000 Gold. Hr. E. Hill von Lanadke, Ark>, siel ge stern auf dem Misslssippl von dem Dampfer „Bertha" und ertrank. Gouverneur Moses von Süd - Carolina hat den Le Grande Benedict zumEhren-Com missär des Staates aus der Wiener Weltaus stellung ernannt. —ln der Nahe von Albany, N.-Z., wur den gestern zwei betrunkene Männer, Na mens Simon und Leonhard Zhermerhorn von einem Zuge überfahren und geiöblet. Beide waren aus Cohoes. Lokalberichte auS Washington. Washington, den 30. April. Frau Joste I. Horron machle gestern im hiesigen Billigleitsgcrichte eiue Scheidungsklage ge gen ihren Gatten, mit welchem sie sich im Jahre 1867 vcrmghlte, anhängig. Die „Deutsche Wohlthätigkeits-Gesell schast" wird zumßesten der Waisenhäuser des Distrikts Columbia am 16. Juni ein Piciiic im neuen Gchützenparke veranstalten. Der republikanische Club des 14. Be zirkt« organinrie sich gesternAbend auf'sNeue durch die Wahl folgender Beamten: G. Ren feoe, Präsident; I. C. Parker und I. Robin« Nummer KU. son, Bicepräsidenten: G.A.Kuhn. Sekretär: I. M. Shivvcr, Hülfs-Sekretär; James Colemaii, Schatzmeister. Frau I. W. Ridgeli> hat einc Kla?? ge gen Heniy Wolford u. E. M. Waid erhoben. Die Genannten follen sie geschlagen und ct ne Dicbin genannt haben, wosür sie 515,000 Schadenersatz verlangt. Die Sitzung des Oberhauies dcr Ge setzgebung wurde gestern Nachmittag um 5 Uhr eröffnet, woraus der Präsident die Namen der Mitglieder der stehenden Comite'n verlas. Hr. Thompson reichte hieraus eine Bill ein, dic Anzahl dcr Beamlenstellen im Distrikt Co tninbia zu verringern. Dic Bill wurde ver lesen und zum Drucke beordert. Desgleichen eine Bill, eiue öffentliche Schule in George town zu errichten. Desgl. eineßill, die Zeit dcr Bezahlung gewisser Sievern zu verlängern. In dcr gestrigen Sitzung des Uuterhauses wurden die noch vakanten Beamlenstellen be setz: und zwar, wie nachstehend folgt: G. V. Kuhn, I. L. N. Borveu und John W. Pax ton, Hülfs-Sekrctäre; I. Flyun, Sergeant a:-Arr»s; I. Brown, Boie; G. H. Gates, Thürstehcr: I. Shincr, Janitor; Edward Thomas, Lorenz PclerS, A. Julien und W. Bamberger, Pagen. Neue Anzeigen. Saintlits-Tcparlemcnl. Bal t i ,n orr, den I. Mai !87?. u u n a! —U ige n t Immer l e e^r e r 1 Frülijahrö Importationen. biebrüdcr HoSgcs, 2-!, Haiioverstrasie, lapanesische Poplins, schwarze Seidriizrulik, Alparas wckanntinachuttg sür - Licbhalier. von Nr. I—Nr. 7. oNäXUK I>uc)X»x<! Luiver, von Nr. 1 bis >!, i-> Mttall-HoKchcn von K)« und Kiund. OkäX«!''. Pulver, lÄriiße!?., F,v. I^MetalZ- >.rk.Ul«. I. Wtalherbli Söhnen, Nr. II »nd Nord - Llbertystraße. cZlSlilAi.lNt''» Die Letzte und Dcjle. Tie neue leicht l a »l s e n b e HlMe'sche II ii!) m aschine gnten den Käufern convenirenden Bedingungen verbaust Nr. 38. Niird-Charledstr.. Baltimore. Aqenten in jeden» Eounty» Umgezogen. L. Morrison <K ssomp.. Ecke der Sharp- und Germanstr., Balto., GaS-, at«asscr- Damv fm a sch in eri e. u nd i>!arcri aticn. <^cdr27,j. a. I2Mle,i ck vi ) An Brauer und Maschinisten! Wm. E. Mwd Clnnpagnic, Ecke der Baltimore- und Eiitaw-Ltraße, Baltimore, Md. 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